Archiv für den Tag 24. März 2022

VdK-Präsidentin: Koalition vergisst Rentnerinnen und Rentner im Entlastungspaket

  • Sozialverband VdK fordert einen Aufschlag auf die Rente

  • Unterstützung muss direkt ausgezahlt werden

Berlin, 24. März 2022. „Da ist Licht, aber auch viel Schatten. Die Ampel-Koalition will Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit einer Energiepreispauschale von 300 Euro entlasten, Empfängerinnen und Empfänger von Sozialleistungen mit einer Einmalzahlung von 100 Euro, Familien mit einem Bonus. Auch der ÖPNV soll für drei Monate günstiger werden.

Verena Bentele – Präsidentin des größten deutschen Sozialverbandes VdK © VdK / Marlene Gawrisch

Das sind richtige Schritte angesichts der Preissteigerungen. Aber die Ampel-Koalition hat auch eine Chance verpasst: Für Rentnerinnen und Rentner tut sie nichts. Gerade Menschen mit kleinen Renten sind besonders auf das Geld angewiesen. Viele von ihnen haben am Monatsende einen leeren Geldbeutel und wissen nicht, wie sie bei den immer weiter steigenden Preisen über die Runden kommen sollen. Daran wird dieses Entlastungspaket kaum etwas ändern. Rentner brauchen ebenso Unterstützung: Der VdK hält einen Aufschlag auf die Rente, der direkt ausgezahlt wird, für angemessen. Zudem profitieren Rentner nur dann vom befristeten monatlichen Mobilitätsticket, wenn sie den ÖPNV nutzen. Alle anderen gehen leer aus.

Es wäre zudem besser gewesen, die Mehrwertsteuer auf Medikamente zu senken als auf Sprit. Durch günstigen Sprit profitieren Fahrer großer Autos. Rentner, die auf Medikamente angewiesen sind, haben keine Entlastung und vor allen Dingen keine Wahl.

Es wäre besser gewesen, diejenigen zu entlasten, die wirklich Unterstützung benötigen: Geringverdiener, Empfänger von Sozialleistungen und Rentnerinnen und Rentner. Stattdessen erhalten auch Personen mit guten Einkommen Geld. Das halte ich nicht für fair.“

Landesmuseen unterstützen EinfachHelfen_SH

Aktionstag am 27. März: Alle Eintrittsgelder fließen in Ukraine-Hilfsprojekt

Die Stiftung Landesmuseen Schloss Gottorf erklärt den 27. März zu einem Aktionstag für ein großes schleswig-holsteinisches Ukraine-Hilfsprojekt. Am kommenden Sonntag gehen sämtliche Erlöse aus dem Verkauf der Eintrittskarten auf der Museumsinsel Schloss Gottorf, im Wikinger Museum Haithabu, im Freilichtmuseum Molfsee vor den Toren Kiels, im Jüdischen Museum in Rendsburg und im Eisenkunstguss Museum Büdelsdorf direkt an den Hilfsfond EinfachHelfen­_SH. Dieser hat das Ziel, Mittel zur Verfügung zu stellen, um Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine, die in Schleswig-Holstein ankommen, zu begleiten und zu unterstützen.

EinfachHelfen­_SH setzt dort an, wo die  Grundversorgung der öffentlichen Träger aufhört. Ins Leben gerufen haben das Projekt die schleswig-holsteinischen Sparkassen und die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) gemeinsam mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband Schleswig-Holstein und dem Kinderschutzbund SH e.V.. Beim Paritätischen, dem mehr als 500 Vereine, Verbände und Institutionen aus allen Bereichen der Sozialen Arbeit angehören, können in der Folge auf unbürokratischem Weg Anträge zur Unterstützung jeweiliger Angebote für Geflüchtete gestellt werden. Das kann von Spiel- und Ausflugsangeboten für Kinder über Müttercafés bis hin zur Traumatherapie und Dolmetscherkosten reichen.

Auf der Internet-Plattform „Wir bewegen SH“ des Landes Schleswig-Holstein startet EinfachHelfen­_SH am 24. März um 13 Uhr sein großes Spendenprojekt. Erklärtes Ziel der Initiatoren ist es, insgesamt 2,9 Millionen Euro zu sammeln – einen Euro für jeden Bürger des Landes. Freigeschaltet ist das Projekt bis zum 10. Mai unter der Internetadresse: www.einfachhelfen-sh.de

„Wir werden über den 27. März hinaus bis zum 10. Mai in allen Museen der Stiftung in dafür bereitstehenden Sparschweinen weitere Spenden für EinfachHelfen­_SH  sammeln“, kündigt Guido Wendt, Kaufmännischer Vorstand der Landesmuseen, an. Auf der Museumsinsel in Schleswig setzt die Stiftung SH Landesmuseen am Ende des Aktionstags, am kommenden Sonntagabend, ein zusätzliches klares Zeichen gegen den Krieg in der Ukraine. Dank der Unterstützung von Sponsoren aus dem Freundeskreis Schloss Gottorf wird von Sonntagabend an bis zum nächsten Donnerstag mit Anbruch der Dunkelheit die Südfassade von Schloss Gottorf in den Nationalfarben der Ukraine gelb-blau angestrahlt werden.

EinfachHelfen­_SH in den Landesmuseen
Öffnungszeiten am Sonntag 27. März:
Museum für Kunst und Kulturgeschichte Schloss Gottorf / Museum für Archäologie: 10 bis 17 Uhr geöffnet

Wikinger Museum Haithabu: 10 bis 16 Uhr geöffnet

Freilichtmuseum Molfsee: 10 bis 17 Uhr geöffnet

Jüdisches Museum in Rendsburg: 12 bis 17 Uhr geöffnet

Eisenkunstguss Museum Büdelsdorf: 12 bis 17 Uhr geöffnet

Wirksame Meeresschutzgebiete schaffen

BUND SH fordert zur Landtagswahl echten Meeresschutz

Rund 70 Prozent der deutschen Küstengewässer im Zuständigkeitsbereich der Bundesländer sind als Schutzgebiete ausgewiesen. Auch Schleswig-Holstein hat an Nord- und Ostseeküste zahlreiche Schutzgebiete eingerichtet, allerdings ohne ausreichende Schutzmaßnahmen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland Landesverband Schleswig-Holstein (BUND SH) fordert das Land dazu auf, endlich effektive Managementpläne aufzustellen, Nullnutzungszonen zu schaffen und den wachsenden Begehrlichkeiten wie etwa nach mehr Öl- und Gasförderung standhaft entgegenzutreten.

BUND fordert zum Schutz des Ökosystems Meer Einschränkungen für die Fischerei – Bildquelle: Svenja Beilfuß

Die ausgewiesenen Schutzgebiete sind gesetzlich geschützte Gebiete, in denen nach EU-Recht und Bundes- bzw. Ländernaturschutzgesetzen ein angemessener Schutz für Arten, Lebensräume und Naturprozesse vor Beeinträchtigungen zu gewährleisten ist. Doch die Erreichung dieser Schutzziele liegen in Folge von zahlreichen Nutzergruppen und vielfältigen Bedrohungen noch immer in weiter Ferne. Die Fischerei beeinträchtigt das System durch die Nutzung mobiler bodenberührender Fanggeräte oder durch Stellnetze, in denen Tümmler und Vögel verenden. Die Schifffahrt belastet die Meeresorganismen mit Lärm- und Schadstoffeintrag genauso wie auch Baumaßnahmen, etwa für Offshore-Windkraftanlagen, Kabeltrassen, Gaspipelines oder den Fehmarnbelttunnel.

Dazu kommen noch die Überdüngung und der Plastikmülleintrag. Es bleibt die Frage, wo effektive Schutzmaßnahmen bleiben. Die aktuellen Rufe nach einer ausgeweiteten Förderung von Öl- und Gasvorkommen in dem Weltnaturerbe Wattenmeer angesichts des Ukraine-Kriegs machen die Schutzgebiete zu einer Farce.

„Darf ein Krieg alle anderen Bedrohungen verdrängen, angesichts einerseits von Klimawandelfolgen, die uns bereits alle treffen und Milliardenschäden verursachen und andererseits von nie zuvor dagewesenem menschenverursachten Artensterben?“, fragt Stefanie Sudhaus, Meeresschutzreferentin des BUND SH. „Wir sagen „Nein“! Gerade jetzt brauchen wir endlich effektive Maßnahmen wie die Einrichtung von Nullnutzungszonen, die Lebensräumen und ihren Bewohnern echten Schutz bieten und einen Stopp von Öl- und Gasförderung mitten in unserem Nationalpark Wattenmeer.“

„Eine große Bedrohung für die Ökosysteme in den Schutzgebieten ist weiterhin die Grundschleppnetzfischerei, die dort vielfach noch erlaubt ist“, betont Ole Eggers, Landesgeschäftsführer des BUND SH. „Jeder Hol eines Fischers zerstört das Leben am Meeresgrund flächig und auf Jahre hinaus. Wo Seegraswiesen oder Riffe betroffen sind, gehen Aufzuchtgebiete von Fischen langjährig verloren. Das inzwischen selbst die „Brotfische“ der Fischer wie Dorsch und Hering bedroht sind, liegt nicht nur am Klimawandel“, erklärt Eggers weiter. Der BUND SH fordert deshalb 10 Prozent nutzungsfreie Zonen in der schleswig-holsteinischen Nord- und Ostsee entsprechend der Biodiversitätsstrategie SH und den EU-Vorgaben. „Schleswig-Holstein könnte nutzungsfreie Zonen ohne Weiteres in seiner „Drei-Seemeilen-Zone“ ausweisen und sich dabei auf FFH- und andere Schutzgebiete konzentrieren. Das erlaubt den Beständen eine Erholung – zum Wohle aller“, so Eggers abschließend.

Workshop „Nachhaltig wohnen“ am 4. April im Kulturhof Flensburg

UNDP: The Sustainable Development Goals, adopted on 25 September 2015 as a part of the 2030 Agenda. Grafik: Gemeinfrei UNDP

Eine Veranstaltung der Workshopreihe  „Nachhaltig leben in Flensburg“

Montag, 4. April, 18:30-21 Uhr: Nachhaltig wohnen: Möbel & Einrichtung, nachhaltige Wohnformen, Gastreferentin: Silke Wagner (Gestalterin im Handwerk und Tischlermeisterin)

Jetzt anmelden!

Die Teilnahme ist kostenfrei

Gut fürs Klima, gut fürs Portemonnaie!

Nachhaltig leben ja – aber wie geht das? Und was gibt es in Flensburg bereits für konkrete Angebote und Strukturen zum Thema? Antworten auf diese Frage gibt die Workshopreihe „Nachhaltig leben in Flensburg“. Der positive Nebeneffekt: Wer seinen Alltag nachhaltig organisiert, spart Geld und kann sich so auch den ein oder anderen Wunsch erfüllen, den er/sie sich sonst nicht leisten könnte.

Auf den Workshop-Terminen werden die Alltagsbereiche Ernährung, Wohnen, Kleidung und Mobilität unter Nachhaltigkeitsaspekten in den Blick genommen. Darüber hinaus werden die vielfältigen Möglichkeiten des Tauschens, Reparierens, Leihens und Verschenkens vorgestellt – wichtige Methoden für einen nachhaltigen Alltag.

Zu jedem Thema wird ein*e Referent*in nach einem theoretischen Input mit Alltagstipps jeweils eine passende Flensburger Initiative vorstellen. Anschließend ist ein gemeinschaftlicher, aktiver Teil geplant.

Organisatorinnen der Workshopreihe sind Anna-Lilja Moll (39) und Imke Voigtländer (49). Die beiden Flensburger Freiberuflerinnen organisieren weite Bereiche ihres eigenen Alltags bereits seit mehreren Jahren nach nachhaltigen Aspekten und haben sich über die Flensburger foodsharing-Gruppe kennengelernt. „Nachhaltiges Leben bedeutet für mich Luxus. Auch Zeitluxus“, so Anna-Lilja Moll. In den Workshops möchten sie ihre Erfahrungen weitergeben und so auch das Netzwerk derer ausbauen, die in Flensburg bereits auf Nachhaltigkeit setzen. Gefördert wird ihre Idee über den städtischen Projekt- und Solidaritätsfonds „Flensburg startet durch“.

Die nächsten Workshops:

  • Montag, 11. April, 18:30-21 Uhr: tauschen & verschenken statt wegwerfen, Gastreferentinnen: Marina Pfennigsdorf und Monika Söhler (Tausch und Plausch)
  • Dienstag, 19. April, 18:30-21 Uhr: Nachhaltiger Umgang mit Lebensmitteln, Gastreferent*in: NN (Waldquallen)
  • Montag, 25. April, 18:30-21 Uhr: Kleidung – nachhaltiger Konsum und Umgang, Gastreferentin: Simone vom Sonnenblumen 2.Hand Laden

Der Termin für den letzten Workshop zum Thema reparieren statt wegschmeißen/neu kaufen wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Veranstaltungsort ist der Kulturhof, Große Straße 42-44. Die Teilnahme ist kostenfrei. Die Zahl der Teilnehmer*innen ist begrenzt, daher ist eine Anmeldung unbedingt erforderlich (jeweils bis zum Vortag unter: nachhaltigFL@posteo.de). Bitte beachtet die aktuellen Corona-Regeln.

Flensburger LINKE-Ratsfraktion zu Preiserhöhungen: Der Alltag darf nicht unbezahlbar werden!

Preiserhöhungen: Der Alltag darf nicht unbezahlbar werden!

Flensburger Linksfraktion kritisiert in einer Pressemitteilung die Stadtwerke für soziale Verwerfungen durch zu hohe Energiepreise und schlägt eine Tarifänderung mit gedeckelten Preisen für den Grundbedarf vor:

Strom wurde bei den Stadtwerken zum Jahreswechsel um 9 Prozent teuer, das Heizen im letzten September um 12,8 Prozent und jetzt im April nochmal um 18,7 Prozent. Im August steigen die Buspreise um mehr als 9 Prozent – und die Lebensmittelpreise für den täglichen Bedarf steigen zwischen 10 und 50 Prozent. Die Flensburger Ratsfraktion DIE LINKE sieht darin nicht nur eine zunehmende und unzumutbare Belastung für viele Menschen mit geringen Einkommen und Renten:

„Es ist schlimm genug, dass ein Viertel aller Flensburgerinnen und Flensburger schon seit langem zu wenig zum Leben hat“, sagt Frank Hamann, Fraktionsvorsitzender der Linksfraktion. „Ungesicherte Minijobs, zu niedrige Löhne und Renten – besonders für Frauen und immer mehr ältere Menschen, die in finanzielle Armut geraten. Was aber die Stadtwerke für Grundbedürfnisse beim Strom, beim Heizen und beim Busfahren in nur wenigen Monaten an Kostensteigerungen draufgehauen haben, zieht nicht nur diesen gut 20.000 Menschen, darunter viele Kinder, sondern jetzt auch immer mehr Menschen mit nicht ganz so kleinen und mit mittleren Einkommen den Boden unter den Füßen weg. Und das macht die ohnehin angespannte soziale Situation in der Stadt noch schlimmer.“

Die Stadtwerke sind als Grundversorger bei Strom und Fernwärme, aber auch beim öffentlichen Nahverkehr weitestgehend Alleinanbieter. Sie befinden sich in kommunaler Hand, fungieren aber über ihre Satzung quasi wie ein Privatunternehmen, das selbstständig Tarife festlegt – und sich nach der politisch festgelegten „Stadtwerke-Strategie“ Gewinnerzielung um jeden Preis als oberstes Ziel gegeben hat – ein typisch neoliberaler Trick der Auslagerung kommunaler Dienstleistungen. Die Linksfraktion kritisiert, dass diese Konstruktion besonders in der jetzigen Krise nahezu keine Vorteile für die Bevölkerung, aber auch nicht für die kommunale Mitbestimmung hat.

Was die Stadtwerke da gerade veranstalten, ist nicht einfach nur eine Welle von saftigen Preiserhöhungen“, erklärt Herman U. Soldan-Parima, sozialpolitischer Sprecher der Linksfraktion. „Eine solche Teuerung schadet der gesamten Stadt, weil immer mehr Menschen in echte finanzielle Bedrängnis kommen, deren Ende nicht abzusehen ist. Die Stadtwerke tragen dafür eine hohe Verantwortung, denn es reicht nicht aus, mit rein betriebswirtschaftlicher Sicht immer höhere Preise zu verlangen und sich um den Rest nicht zu kümmern. Sie sind durch solche Kostensteigerungen dabei, das soziale Fundament und übrigens auch die Konsumbereitschaft in unserer Stadt zu zerstören. Wir finden das unsozial und nicht hinnehmbar!

Frank Hamann fordert mehr politischen Mut, um die drohende Unbezahlbarkeit des Alltags mit kommunalem Einsatz abzufedern: „Es ist doch eigenartig, dass sich keine einzige Flensburger Partei und im Rathaus nur die Linksfraktion zur Welle der Preissteigerungen der letzten Monate kritisch geäußert hat. Dabei brauchen wir doch gerade jetzt hörbare Statements und sichtbare soziale Maßnahmen bei den Tarifen der Stadtwerke und der zu ihr gehörenden Aktiv-Bus-Gesellschaft! Wer jetzt in der Politik den Kopf in den Sand steckt, lässt weite Teile unserer Bevölkerung im Stich. Die Grundversorgung mit Fernwärme und Strom darf nicht weiter zum unbezahlbaren Luxus werden!

Die Flensburger Linksfraktion regt daher eine Überarbeitung der Tarifstruktur an, die besonders all jene entlasten, die durch die Kosten zu stark belastet sind: „Neben Menschen mit Hartz IV oder Grundrente liegen viel zu viele mit ihren Einkommen nur knapp über diesen Sätzen und können mit immer weiter steigenden Preisen ihren Alltag nur noch sehr schwer organisieren“, sagt Herman U. Soldan-Parima. „Wir brauchen daher erstens niedrigere Buspreise, um mobil zu sein. Zweitens müssen beim Strom und beim Heizen jetzt dringend neue Tarife her, die die Preise bis zu einer Grund-Verbrauchshöhe auf dem Niveau von 2020 deckeln und bei denen nur der Mehrverbrauch verteuert werden darf. Kinder im Haushalt und Single- bzw. Familieneinkommen und Renten bis zur Mediangrenze erhalten weitere Abschläge. Beides ist sozial und klimafreundlich zugleich. Und wir werden die Bezahlbarkeit der Grundversorgung in der Flensburger Kommunalpolitik zum Thema machen.“

Jetzt rächt es sich, dass die Stadtwerke versucht haben, mit bundesweiten, großen Stromdeals schnelles Geld zu machen. Die gigantischen Verluste aus dieser ‚Zockerei‘ sollen jetzt einfach aus der Tasche der vulnerabelsten Gruppe unserer Einwohner*innen ausgeglichen werden!“, sagt Frank Hamann abschließend.

SSW fordert die Abgaben und Steuern für Energie zu senken

Lars Harms: Niemand darf in die Armut abrutschen

„Es kann doch nicht sein, dass der Staat mehr und mehr an den Preisexplosionen verdient, während den ganz Armen dann ein paar Brotkrumen in Form von einmaligen Zuschüssen hingeworfen werden und all die fleißigen und eh schon gebeutelten Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen leider überhaupt keine Lobby haben,“ so der Vorsitzende des SSW im Landtag, Lars Harms. Und weiter heißt es in seiner Rede im Landtag zu TOP 20+25+36+41 – Nachtragshaushaltsgesetz 2022; Haushaltsabschluss 2021; Steuern und Abgaben senken, damit das Leben im Norden bezahlbar bleibt; Spritpreise senken – Bürger entlasten!

Lars Harms, Vorsitzender der SSW-Fraktion im Landtag

„Insgesamt stehen wir vor gewaltigen finanziellen Herausforderungen. Und dies betrifft weniger Bund, Land und Kommunen, sondern vor allem die ganz normalen Menschen in ihrem Alltag.

Die Kosten für Heizen, Tanken, Strom und Lebensmittel steigen nämlich seit Jahren unaufhörlich. Wir haben es hier also nicht nur mit Steigerungen infolge der Corona-Pandemie und des Kriegs in der Ukraine zu tun, sondern mit einer allgemeinen, bedenklichen Entwicklung. Ein paar Beispiele: Ein Liter Benzin hat vor zwei Jahren noch durchschnittlich 1,29 € gekostet – inzwischen ist die 2-Euro-Marke bei weitem geknackt. Der Gaspreis hat sich verdoppelt. Heizöl hat in 2020 durchschnittlich ca. 50 Cent pro Liter gekostet – inzwischen liegt der Literpreis bei knapp 1,70 € und damit mehr als dreimal so hoch. Und auch der Strompreis ist um durchschnittlich 16% angestiegen. All diese Kosten sind keine „Luxusgüter“, auf die die Leute mal eben komplett verzichten können. Nein, all diese Kosten gehören zu den allgemeinen Lebenshaltungskosten, denen man nicht ausweichen kann. Deshalb müssen wir hier nun endlich aktiv gegensteuern.

Denn es kann doch nicht sein, dass der Staat mehr und mehr an diesen Preisexplosionen verdient, während den ganz Armen dann ein paar Brotkrumen in Form von einmaligen Zuschüssen hingeworfen werden und all die fleißigen und eh schon gebeutelten Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen leider überhaupt keine Lobby haben. Sie sollen alles selbst stemmen und drohen trotzdem – trotz Arbeit – in die Armut abzurutschen. Gerade diesen Menschen müssen wir nun dauerhaft helfen.

Und den passenden Antrag haben wir vom SSW ja nun vorgelegt. Konkret fordern wir die Landesregierung auf, darauf hinzuwirken, dass der Bund die Verbrauchssteuern und Abgaben auf Kraftstoffe, Heizstoffe und Strom so weit senkt, dass die Preise pro Verbrauchseinheit wieder dem Vorkrisenniveau entsprechen. Dies wäre die effektivste und unbürokratischste Maßnahme, die den Bürgerinnen und Bürgern sofort und unmittelbar Entlastung bringen würde. Wir erwarten daher eine breite Unterstützung in diesem Hohen Hause für unseren Antrag. Damit den Menschen schnell geholfen wird.

Und wir können uns die Entlastungen leisten! Die Mehrwertsteuereinnahmen steigen im gleichen Maße wie die Teuerungen. Wenn der Bund auf Steuergeschenke an die Mineralölkonzerne à la Benzingutschein verzichtet, wenn er auf Krisengewinne aus der Mehrwertsteuer verzichtet und wenn er endlich auch die internationalen Konzerne richtig besteuert, dann ist auch genügend Geld da, um die ganz normalen Bürgerinnen und Bürger in diesem Land zu unterstützen. Und die haben es allemal verdient!

Und das Haushaltsjahr 2021 hat sich für uns ebenfalls deutlich positiver entwickelt, als zu erwarten war. Die rund 280 Millionen Euro an Überschüssen sind eine sensationell gute Summe, die anteilig sowohl in die Schuldentilgung als auch in die Corona-Rücklage fließen sollte.

Inzwischen haben sich die Haushaltsaussichten abermals verändert und wir haben neben Corona eine zweite kurzfristig zu stemmende Aufgabe vor uns: Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine hat Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer zu Geflüchteten gemacht, wovon einige Tausend hier in Schleswig-Holstein Schutz suchen und auf Sicht versorgt werden müssen – „in einem ersten Schritt“ ja unter anderem mit bereits erfolgten Mittelumschichtungen sowie mit dem hier nun vorgelegten Nachtragshaushaltsgesetz.

Diese Formulierung ist in der Tat wichtig, denn uns allen ist ja klar, dass die dort veranschlagten 10 Millionen Euro für die Aufnahme, Betreuung, Versorgung und Integration der aus der Ukraine geflüchteten Menschen nicht ausreichen werden. Es werden noch einige Mittelumschichtungen vorgenommen werden müssen. Und während es stimmt, dass es jetzt in allererster Linie um die humanitäre Hilfe geht, so muss die Landesregierung dennoch möglichst bald weitere, konkretere Schätzungen liefern, damit wir alle einen gewissen Überblick darüber bekommen, was da auch finanziell auf uns zukommt. Es muss aber auch klar sein, dass auch hier der Bund die Hauptleistungen tragen muss.“

Santa Cruz – dänischer Jazz mit viel Bühnenerfahrung am 1. April im Flensborghus

Am Freitag den 1. April bietet der SSF ein Jazz-Konzert der Sonderklasse.

Santa Cruz kommt mit 30 Jahren Erfahrung auf höchstem Niveau.

Jetzt Karten bestellen!

Santa Cruz‘ fünf Bandmitglieder sind etablierte und hochangesehene Musiker und Komponisten, welche die dänische Musikszene seit vielen Jahren in verschiedensten Konstellationen sehr geprägt haben. Trotzdem treffen sie sich weiterhin und fordern einander mit ihrer ganz speziellen Art der Fusionsmusik heraus. Alle tragen mit ihren Kompetenzen innerhalb Jazz und Rock dazu bei, und es wird mit tollen Melodien und phantastischen Solis kombiniert. Sie sind musikalische Spielgefährten in einem Universum aus Rock, Jazz und dem, was dazwischen liegt.

Jeder, der ein Livekonzert dieser Band miterlebt hat, wird keine Zweifel daran haben, dass sie es lieben!

Line-Up:

Alex Riel – Schlagzeug
Frans Bak – Keyboard
Poul Halberg – Gitarre
Bo Stief – Bass
Hans Ulrik – Saxophon

Santa Cruz – Freitag den 01.04.22, um 20:00 Uhr im Flensborghus, Norderstr. 76, Flensburg

Veranstalter: Sydslesvigsk Forening und Sydslesvigsk danske Ungdomsforeninger.

Tickets: ssf-billetten.de, +49 461 14408 125, SSF-Sekretariate, Aktivitetshuset, sh:z Ticketcenter, Nikolaistr. 7 FL, Reisebüro Peelwatt, Marie-Curie-Ring 39 FL und an der Abendkasse.

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