Archiv für den Tag 6. März 2022

Stadtrundgang „Starke Frauen im Norden – grenzenlos“ am 11. März in Flensburg

Stadtführung des Gleichstellungsbüros mit Hilke Rudolph – Schauspielerin, Kabarettistin Petuh

Freitag, 11. März von 16.30 – 18.30 Uhr
Treffpunkt: Museumsberg, Heinrich-Sauermann-Haus

Um Anmeldung wird gebeten

Der Stadtrundgang „Starke Frauen im Norden – grenzenlos“ erinnert an bekannte Flensburgerinnen, die sich mit ihrem Wirken über gesellschaftliche, moralische und sprachliche Grenzen hinweggesetzt haben. Mit ihren ganz speziellen Lebensentwürfen hinterlassen sie eindrucksvolle Fußstapfen und setzen Meilensteine für die Gleichberechtigung von Frauen in Flensburg.

Stadtführung mit Hilke Rudolph – Schauspielerin, Kabarettistin Petuh
Freitag, den 11. März 2022, 16.30 – 18.30 Uhr, Treffpunkt: Museumsberg, Heinrich-Sauermann-Haus

Bei der Führung handelt es sich um eine Veranstaltung des Gleichstellungsbüros der Stadt Flensburg.

Anmeldungen bitte unter 0461/85 – 28 06 oder gleichstellungsbuero@flensburg.de.
Die Veranstaltung ist anlässliche des Internationalen Frauentages kostenfrei

Weitere Termine sind der 1. April und der 29. April 2022, jeweils von 16.30 – 18.30 Uhr. Hierfür  wird jeweils ein Kostenbeitrag von 6.- € erhoben.

Veranstaltung von Gleichstellung Flensburg

pro familia Schleswig-Holstein: Versorgung von Schwangerschaftsabbrüchen muss verbessert werden

Internationaler Frauentag am 8. März

Frauen haben ein Recht auf selbstbestimmte Familienplanung. Dieses Menschenrecht darf nicht beschnitten werden. Daher muss die Versorgung von Schwangerschaftsabbrüchen dringend verbessert werden, fordert pro familia Schleswig-Holstein am Internationalen Frauentag.

„Die Situation für Frauen, die sich für einen Abbruch der Schwangerschaft entschieden haben, verschlechtert sich jedoch weiter – und das, obwohl schon seit einiger Zeit mehrere Verbände auf akuten Handlungsbedarf hinweisen“, kritisiert Dagmar Steffensen, stv. Geschäftsführerin des Landesverbandes.

„Wenn die Politik nicht bald handelt, droht ein Engpass. Denn nur noch wenige Krankenhäuser führen Schwangerschaftsabbrüche durch, auch öffentlich geförderte Kliniken ziehen sich von dieser Aufgabe zurück. Hinzu kommt ein Rückgang der Schwangerschaftsabbrüche in gynäkologischen Praxen. Wir erwarten, dass das Land seinem Versorgungsauftrag nachkommt und auch die Kliniken verstärkt in die Pflicht nimmt.“

Die Verpflichtung der Bundesländer ist im §13 des Schwangerschaftskonfliktgesetzes (SchKG) eindeutig festgeschrieben: (2)„Die Länder stellen ein ausreichendes Angebot ambulanter und stationärer Einrichtungen zur Vornahme von Schwangerschaftsabbrüchen sicher.“ In diesen Einrichtungen muss auch die notwendige Nachbehandlung gewährleistet sein, vgl. §13 (1)  SchKG.

„Doch die Entwicklung in den vergangenen zehn Jahren verlief völlig konträr. Das Angebot in Schleswig-Holstein wurde massiv, um 50 Prozent, abgeschmolzen. Vielerorts gibt es überhaupt keine Möglichkeit mehr für einen Abbruch“, berichtet Steffensen. „Frauen, die sich ohnehin in einer sehr belastenden Lage befinden, müssen immer häufiger weite Wege auf sich nehmen.“

„Als Träger sehen wir mit Sorge, dass Möglichkeiten des Abbruchs weiter zunehmend eingeschränkt werden“, betont Landesgeschäftsführer Thorsten Prümm. „So hat beispielsweise in Flensburg die Zusammenlegung der Krankenhäuser zu einer ökumenischen Klinik zur Folge, dass dort keine Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen mehr angeboten werden soll. Dies bedeutet eine starke Verschlechterung für ungewollt schwangere Frauen im Norden Schleswig-Holsteins.“

„Die Betroffenen werden völlig außer Acht gelassen. Sie stehen aber  unter großem Zeitdruck, da ein Abbruch nur bis zum Ende der 12. Schwangerschaftswoche straffrei ist“, sagt Steffensen. „Wir brauchen daher parallel auf Bundesebene eine Neuregelung des Schwangerschaftsabbruchs, die Frauen und Ärzt*innen nicht länger kriminalisiert und stigmatisiert.“

pro familia fordert eine gesetzliche Regelung außerhalb des Strafgesetzbuchs, die dem Menschenrecht auf selbstbestimmte Sexualität und Familienplanung entspricht.

Kundgebung zum feministischen Kampftag am 8. März auf dem Südermarkt in Flensburg

Protestaktion am 18.11.2019 vor dem Flensburger Rathaus anlässlich der Debatte zum Abbruch von Schwangerschaften im neuen Zentralkrankenhaus – Foto: Nicolas Jähring

Feminismus jeden Tag! Statt Rosen am „Frauentag“

Ein Beitrag von Feministische Aktion Flensburg

Der 8. März ist kein Feiertag in Flensburg. Das Netzwerk “Feministische Aktion Flensburg“ veranstaltet ab 17:00 Uhr auf dem Südermarkt eine Kundgebung zum feministischen Kampftag, auch bekannt als Internationaler Frauenkampftag.

Wir fordern:

  • sofortige Streichung des § 219a StGB und freien Zugang zu Information über Schwangerschaftsabbruch
  • uneingeschränkten Zugang zu legalem Schwangerschaftsabbruch und die Streichung des § 218 aus dem Strafgesetzbuch.

Wir bieten:

  • eine Plattform für feministische Redebeiträge von FLINTA*-Personen (Frauen, Lesben, Inter*, Nichtbinäre, Trans* und Agender Personen)
  • feministische Musik
  • eine kleine und feine Ausstellung zu den Themen Sorgearbeit und patriarchale Gewalt
  • eine Kleiderbügel-Ausstellung rund um das Thema Schwangerschaftsabbruch
  • Wertschätzung für FLINTA* Personen und ihre Bedürfnisse
  • Informationen und Sticker für den feministischen Alltag

Wir haben keinen Platz für:

  • Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, Alter, sozialer Herkunft, sexueller Orientierung, physischer und psychischer Verfassung
  • Rassismus, Antisemitismus, Holocaustverharmlosung und Verschwörungstheorien

Schwangerschaftsabbrüche im geplanten Peelwatt Klinikum:

Das katholische Franziskus Hospital setzt die evangelische DIAKO unter Druck, ab der Fusion 2024 keine Schwangerschaftsabbrüche mehr durchführen zu dürfen. Nur im medizinischen Notfall darf den sogenannten „notleidenden Frauen“ geholfen werden. Die eigentliche Not entsteht durch die Verweigerung der Malteser, Abbrüche bei sozialer Indikation vorzunehmen. Die katholische Ideologie zum Schwangerschaftsabbruch ist die Ursache des Problems. Eine Lösung kann es nur außerhalb der katholischen Moralvorstellungen geben. Die unterlassene medizinische Hilfe bei sozialer Indikation ist ethisch nicht gerechtfertigt.

Wer die Debatte verfolgt, muss leider immer wieder feststellen, dass die Kommunalpolitik sehr wenig Interesse daran hat, sich mit dem Thema angemessen auseinander zu setzen. Der Ausschutzvorsitzende Axel Kohrt (SPD) des SUPA möchte eine Debatte über Schwangerschaftsabbrüche in „seinem“ Ausschuss verhindern. Die Kritik und der Protest werden als Problem identifiziert. Das Spiel heißt „verkehrte Welt“. Die Konservativen von CDU und FDP suggerieren in der aktuellen Stunde in der Ratsversammlung, dass der Protest gegen die katholische Doktrin für „Verunsicherung“ sorgt. Ob ein neues Krankenhaus gebaut wird oder nicht, steht aber gar nicht zur Debatte. Die katholische Ärzteschaft äussert sich in einem Leserbrief und sieht die Finanzierung des Krankenhauses durch den Protest gefährdet. Einer öffentlichen Debatte verweigern sie sich.

Das Land Schleswig-Holstein hat bereits die Finanzierung des Gebäudes zugesichert. Diese ist unabhängig vom Träger des Klinikums. Die kassenärztliche Vereinigung regelt die Bezahlung der medizinischen Leistungen.

„Die katholische Arroganz gehört auf den Müllhaufen der Geschichte“ sagt Birte Lohmann. „Das unsachliche Gesabbel in den Gremien der Stadt Flensburg muss beendet werden. Das bringt uns nicht weiter.“

Wenn am 28.03.22 um 16:00 im Sozialausschuss die Lösungsszenarien vom Arbeitskreis Schwangerschaftsabbruch vorgestellt werden, so werden die Betroffenen schon wieder aus der Debatte ausgeschlossen und ihre Interessen ignoriert. Die Stadt Flensburg darf nicht weiter an Lösungen um die katholische Ignoranz herum „basteln“. Es ist an der Zeit, dass das Franzsikus Hospital Konsequenzen ziehen muss und aus der Trägerschaft für ein zukunftsweisendes Klinikum ausgeschlosssen wird. Wir fordern einen respektvolleren Umgang gegenüber den zukünftigen Patient*innen.

Ein kooperatives medizinisches Versorgungszentrum in unmittelbare Nähe der Altstandorte und nach dem Umzug in unmittelbarer Nähe des Klinikums Peelwatt sind finanzielle Luftschlösser und würden erst recht zu einer Stigmatisierung von ungewollt Schwangeren führen.

Wir fordern:

  • Eine öffentliche Debatte über ernstzunehmende Lösungen für gesundheitlich sichere Schwangerschaftsabbrüche in Flensburg

Wir bringen Offenheit für kreative Lösungen mit:

  • Bürger*innenrat pro Schwangerschaftsabbrüche
  • Die Fusion der kirchlichen Krankenhausträger stoppen
  • Ein Krankenhaus in öffentlicher Hand

Links

https://www.sexuelle-selbstbestimmung.de

https://femaktionflensburg.noblogs.org

https://www.amnesty.at/%C3%BCber-amnesty/aktivist-innen/netzwerk-frauenrechte/news-events/wichtige-fakten-ueber-schwangerschaftsabbrueche/

https://www.profamilia.de/themen/ungewollt-schwanger

Zur Geschichte des Internationalen Frauentages:

Plakat der Frauenbewegung. Quelle: Wikimedia/Karl Maria Stadler, gemeinfrei.

Im März 1911 kamen in einer New Yorker Textilfabrik 146 Frauen und Mädchen bei einem Brand ums Leben, weil die Ausgänge verschlossen waren. Daraufhin kam es zu Protestmärschen der Näherinnen, bei denen die Frauen sangen: „Wir wollen Brot und Rosen!“

Das Lied wurde zum Symbol der proletarisch-sozialistischen Frauenbewegung: Wir brauchen Brot, um materielle Voraussetzungen für ein Leben ohne Hunger und Armut zu haben, und Rosen, um die Schönheit des Lebens genießen zu können.

Am 8. März 1917 streikten in Sankt Petersburg die Arbeiter- und Soldatenfrauen des armen Stadtviertels Wyborg und lösten damit die Februarrevolution aus.

Im Gedenken an die Leistungen all der Frauen, die an ihren jeweiligen Orten für Frauenrechte gekämpft haben, wurde der 8. März als internationaler Gedenktag eingeführt.
1975 erkannten die Vereinten Nationen den 8. März als Internationalen Frauentag an.

Mehr zum Internationalen Frauentag auch auf einer ausgezeichneten Homepage der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg unter: https://www.lpb-bw.de/08_maerz_frauentag.html

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