Archiv für den Tag 21. Februar 2022

Veganer Brotaufstrich im Check: Gemüseanteil ist oft rätselhaft

Tipps und Hinweise der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein

Eine gute Alternative zu Wurst und Käse kann veganer Brotaufstrich sein. Es gibt ihn in vielen Geschmacksrichtungen und meist in Bioqualität. Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein (VZSH) hat den Gemüse- und Nährwertgehalt von 120 veganen Aufstrichen verglichen. Leider liefern nur wenige Produkte transparente Angaben über die Zutaten.

Von süß bis herzhaft – im Lebensmittelhandel gehört vegane Streichcreme mit Gemüsegeschmack in vielen Varianten zum Sortiment. Meist ist sie in Einweggläsern verpackt. Preislich können die Aufstriche mit anderem Bio-Aufschnitt mithalten und liegen zwischen 0,81 Euro und 2,39 Euro pro 100 Gramm.

Wie viel Gemüse enthalten ist, lässt sich kaum erkennen
Nur weil ein Aufstrich vegan und aus biologischen Zutaten hergestellt ist, enthält er nicht unbedingt viel Gemüse. In einigen Produkten steckt überhaupt kein Gemüse, in anderen bis zu 83 Prozent. „Leider ist kaum erkennbar, wie viel Gemüse enthalten ist. Hersteller machen dazu selten Angaben,“ sagt Saskia Vetter, Ökotrophologin bei der VZSH. Nur bei 21 von 120 Produkten schreiben die Hersteller den gesamten Gemüsegehalt extra aufs Etikett. Bei den meisten Aufstrichen können Kunden den Gemüsegehalt bestenfalls grob schätzen, da Prozentangaben fehlen oder die Aufstriche konzentrierte Zutaten enthalten.

Was die Zutatenliste verrät – und was nicht
Zumindest gibt die Zutatenliste Aufschluss darüber, was die Hauptzutat ist. Diese steht an erster Stelle. Bei fast jedem dritten Produkt im Check bildet Wasser oder Öl die erste Zutat und damit die Basis der Streichcreme. Wer Aufstrich auf Gemüsebasis sucht, findet diesen am ehesten bei Tomatencreme. Weitere beliebte Hauptzutaten sind Paprika, Sonnenblumenkerne oder Hülsenfrüchte. Bei sechs Produkten war die Hauptzutat nicht erkennbar, da drei oder mehr Gemüsearten zusammengefasst wurden. Damit steht Gemüse zwar an erster Stelle, trotzdem kann insgesamt mehr Wasser oder Öl als das einzelne Gemüse enthalten sein.

Etiketten zeigen Werbung
„Etiketten von veganen Brotaufstrichen zeigen meist frisches Gemüse – das ist eher ein Hinweis auf die Geschmacksrichtung als auf die Hauptzutat. Nur bei 27 Produkten sind die Hauptzutaten abgebildet“, sagt Vetter. Bei vielen Aufstrichen ist das abgebildete Gemüse nur in kleinen Mengen enthalten. Vor allem Kräuter- oder Gewürzcreme, zum Beispiel mit Bärlauch, Meerrettich oder Senf, enthält oft nur zehn Prozent Gemüse. Auch Pilz- oder Auberginenaufstriche enthalten eher Wasser und Öl statt Gemüse (10 bis 20 Prozent).
 
Tipps für den Einkauf
Bei der Wahl eines guten Brotaufstrichs spielen Fett und Salz eine Rolle. Es sollten nicht mehr als 20 Gramm Fett und höchstens 1,5 Gramm Salz in 100 Gramm Aufstrich sein. Ein gutes Zeichen ist es, wenn Gemüse an erster Stelle der Zutatenliste steht. Tomaten-, Paprika- oder Spinatcreme schneidet dabei am besten ab. Wer auf Palmöl verzichten will, meidet am besten Produkte mit dem Namen „Zwiebelschmelz“, da diese in der Regel Palmöl enthalten.

Integrationskurs am Abend: Angebot der vhs Flensburg

Flensburg. Die vhs Flensburg startet nach den Osterferien erneut einen Integrationskurs am Abend. Zielgruppe für diesen Deutschkurs sind insbesondere Personen, die bereits berufstätig sind und somit nicht die klassischen Vormittagskurse besuchen können. Der Kurs findet an drei Tagen von 17:00 Uhr bis 20:30 Uhr im vhs Zentrum Sandberg statt. Interessenten, die über eine gültige Zugangsberechtigung verfügen müssen, erhalten weitere Informationen unter: deutschlernen@flensburg.de oder Tel. 0461 – 85 5000.

Corona-Inzidenzwert in Flensburg steigt auf 1.503,3

Tagesmeldung Corona vom 21.02.2022

Flensburg. Die Gesundheitsdienste der Stadt Flensburg melden für heute, den 21.02.2022 folgende aktuelle Zahlen zur Corona-Pandemie:

Fallzahl insgesamt: 11.486 (+ 170 zu gestern)

aktive Infektionen: 1.591
Verstorbene: 56
Genesene: 9.839

Der Inzidenzwert für morgen beträgt 1.503,3.

Heute wurden zwei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Covid19 bekannt:
Am 16.02.2022 verstarb eine 73jährige geimpfte Person.
Am 18.02.2022 verstarb eine 87jährige geimpfte Person.

Für zwei Gruppen der KiTa „An der Johannismühle“ wurden Quarantänen ausgesprochen.
Für eine Klasse der Grundschule Ramsharde wurde ein Betretungsverbot ausgesprochen.

Die Fallstatistik wurde um 14 irrtümlicherweise aufgenommene Fälle bereinigt.

BUND zum Flensburger Bahnhofswald: Wirtschaftliche Interessen dürfen nicht vor Artenschutz stehen

Bauzaunverschönerung am Samstag mit kreativen Protest gegen die Abholzung – Foto: Ralf Cüppers

Flensburg. Ein Jahr nach den gewaltsamen Ereignissen, die zum Verlust eines Großteils des Bahnhofswaldes in Flensburg führten, organisierte die Bürgerinitiative Bahnhofsviertel (BI) am vergangenen Samstag eine eindrucksvolle Gedenkveranstaltung. Mit vielen selbst gestalteten, beschrifteten Blättern mahnten sie, dass Schluss sein müsse mit dem rücksichtslosen Wachstum der Städte für Wenige auf Kosten der Naturräume für Alle.

Carl-Heinz Christiansen vom BUND  – Foto: Ralf Cüppers

Hervorgehoben wurde dabei auch die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen dem BUND Landesverband Schleswig-Holstein und der BI, die sich beide der Rettung des Bahnhofswaldes verschrieben haben. Der persönliche Einsatz der in der BI organisierten Menschen wird dabei von der Sachkompetenz des klageberechtigten Umweltverbands BUND unterstützt.

„Bei all den massiven Verstößen gegen Natur- und Artenschutzgesetze, die in diesem Bauleitverfahren begangen wurden, sah sich der BUND geradezu gezwungen, Klagen einzureichen,“ erklärte BUND-Vorstand Carl-Heinz Christiansen in seiner Rede in Flensburg.

„Ohne den BUND sähen wir ganz schön alt aus“, stellte der Sprecher der Bürgerinitiative Bahnhofsviertel Günter Strempel hingegen fest: „Wirtschaftliche Interessen und Expansion von Städten darf nicht in der Vernichtung von Naturräumen gipfeln und damit das Artensterben vorantreiben.“ (Die Rede von Günter Strempel gibt es hier zum Download )

Günter Strempel, BI Bahnhofsviertel – Foto: Andreas Zech

Die Klage gegen die bereits erteilte Genehmigung zur Entwidmung des Waldes wird ein Präzedenzfall für den Kampf gegen maßlose ökonomische Interessen: Gerade der Wert innerstädtischer Wälder muss in der Stadtplanung anerkannt und gegen Bebauung geschützt werden – nicht nur in Flensburg. Der Ausgang des Prozesses vor dem Verwaltungsgericht Schleswig bleibt abzuwarten. Gegen die Baugenehmigung für das geplante Hotel, durch die eine Quelle zerstört werden müsste, wurde ebenfalls Klage erhoben.

Anlass der Aktion am vergangenen Wochenende war die vor einem Jahr eskalierte Auseinandersetzung um den Flensburger Bahnhofswald. Investoren, die in dem ökologisch wertvollen innerstädtischen Wäldchen ein Hotel und ein Parkhaus errichten wollen und dafür die Unterstützung der Stadt haben, ließen in einer Blitzaktion Bäume im Baugebiet fällen. Zur Absicherung ihres Vorgehens bedienten sie sich dabei eines privaten Sicherheitsdienstes und später mehrerer Hundertschaften der Polizei. Obwohl noch Naturschützer in den Bäumen waren, wurden zahlreiche Bäume gefällt – ohne Rücksicht auf die sich noch darauf befindenden Menschen und mögliche Verletzungen.

Protestbanner mahnen – Foto: Andreas Zech

Später wurde das ganze Baugebiet für das Hotel gerodet. So entstand eine Wüstenei, die bis heute verwahrlost und unbebaut daliegt. Der Lebensraum von sechs geschützten Fledermaus-Arten und zahlreichen Vögeln und Pflanzen wurde massiv beeinträchtigt und die geschützte Quelle zertrampelt.

Die flächige Sickerquelle wird behördlicherseits bis heute nicht anerkannt: Sie würde den Bau unmöglich machen. Die Bürgerinitiative weist nachdrücklich darauf hin, dass der Teil des Waldes, der offiziell Waldstatus hat, bis heute unangetastet blieb und durchaus noch zu retten ist.

Unten eine Fotostrecke (auch mit dem eben erwähnten Quellgebiet) und zur Räumung des Bahnhofswalds ein Stadtblog-Beitrag vom 21. Februar 2021: Polizei räumt Flensburger Bahnhofswald unter: https://akopol.wordpress.com/2021/02/21/polizei-raeumt-flensburger-bahnhofswald/

Ehemaliges geschütztes Quellgebiet und Feuchtbiotop im Bahnhofswald. Die Stadtverwaltung leugnet bis heute den schutzwürdigen Status, obwohl die Quelle vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) am 05.08.2020 kartiert und unter gesetzlichen Biotopschutz gestellt wurde (siehe die entsprechenden Unterlagen des LLUR). – Foto: Helmreich Eberlein, Anfang Mai 2020

Räumung des Bahnhofswalds am 19.02.2021: Hunderte UnterstützerInnen der BesetzerInnen bringen lautstark ihren Protest zum Ausdruck – Foto: Jörg Pepmeyer

Rodung und Räumung des Bahnhofswalds: Konfrontation am Bauzaun mit den von den Investoren angeheuerten Sicherheitsleuten – Foto: Jörg Pepmeyer

BaumbesetzerInnen, Polizisten und von den Hotelinvestoren angeheuerte private Sicherheitsleute im gerodeten Bahnhofswald am 19. Februar 2021 – Foto: Jörg Pepmeyer

Der Wald im Herbst 2020 – Foto: Bernd Schütt 01.11.2020

Aus der Quelle in der Mitte des Rodungs-Fotos tritt weiterhin Wasser aus und läuft in dem dunkelbraunen Streifen bis auf den Postparkplatz. Wer will, kann auf das Bild zwei Mal klicken, um es zu vergrößern und die Baumstümpfe zählen…. – Foto: Bernd Schütt 24.02.2021

Baumstümpfe auf der Rodungsfläche – Foto: Sabine Scholl 23.02.2012

Blick von der Bahnhofstraße Richtung Hang. Die dunkle Fläche in der Mitte ist der Rest des ehemaligen Feuchtbiotops mit Quelle – Foto: Sabine Scholl 23.02.2012

Protestbanner am 19.02.2021 im Carlisle-Park – dem bleibt nichts hinzuzufügen – Foto: Jörg Pepmeyer

Bunnies Ranch am 26./27. Februar: Die Stadt ist (k)ein UNGEHEUER

konstruktives, kreatives, kultiges, kurioses + konsum

Die Stadt ist (k)ein Ungeheuer

Am Samstag, den 26.2. und Sonntag, den 27.2. möchten wir uns dem Thema Stadt widmen – und zwar aus verschiedenen Perspektiven.

Samstag, 26.2. ab 18 Uhr
Wir zeigen ein paar Kurzfilme und Bilder, die sich mit Stadt, Raum, Zukunft, Kultur… oder etwas anderem beschäftigen, was mit dem Leben in einer Stadt zu tun hat.
Das ganze auf einer großen Leinwand und draußen.
Bei musikalischer Untermalung finden die Feuertonnen-Augenhöhe-Gespräche statt. Alles kommt auf die Tonne, ähm… auf den Tisch? Ideen, Kritik, Visionen, Lustiges und Ernstes.
Ein netter Abend unter freiem Himmel. Warm anziehen ist also der Dresscode.

Sonntag 27.2. ab 12 Uhr
Wir experimentieren gemeinsam und formen mit verschiedenen Gegenständen Gedanken und Ideen zu unserer Stadt. Ein letztes gemeinsames Kunstwerk auf der Bunnies Ranch?
Alle können mitmachen oder einfach gucken, was passiert.

Außerdem: Flohmarkt!
Kleidung, Bücher und Einrichtungsgegenstände gegen Spende!

Wo: Bunnies Ranch, Mühlendamm 19, Flensburg (Kühlhaus und 50 m weiter) https://www.bunniesranch.de

Gründung des Landesvereins „wir pflegen“

Eine starke Stimme für pflegende Angehörige

Zur Gründung des Landesvereins „wir pflegen – Interessenvertretung und Selbsthilfe pflegender Angehöriger in Schleswig-Holstein e. V.“ erklärt der sozial- und gesundheitspolitische Sprecher des SSW im Landtag, Christian Dirschauer:

In Schleswig-Holstein wird viel über Pflegenotstand diskutiert. Nur passiert ist bisher wenig. Hier hat Jamaika viel geschnackt, aber leider nicht angepackt. Klar, wir haben Corona. Aber Mittelaufstockungen oder gar Reformpläne für die Zeit nach der Pandemie gibt es eben auch nicht.

Was vor allem gerne übersehen wird in der Debatte: Der größte Pflegenotstand droht in der Häuslichkeit. Denn immer mehr Hilfebedürftige werden gar nicht in Einrichtungen, sondern von ihren eigenen Familienangehörigen versorgt. Sei es vom Ehepartner oder von den eigenen Kindern. Dabei stehen viele der pflegenden Angehörigen selbst noch mit dem anderen Bein im Arbeitsmarkt. Hinzu kommt eine Lawine der Bürokratie:

Auf welche Mittel hat die hilfsbedürftige Person Anspruch? Und bei wem muss wer wann was beantragen? Pflegestufe, Notrufdienst, Essen auf Rädern, Pflegegeld, Haushaltshilfe: Wer die Pflege für ein Familienmitglied übernimmt, sieht sich zusätzlich zu Pflege und Job mit überbordendem Papierkram konfrontiert.

Doch obwohl rund 65.000 Pflegebedürftige in Schleswig-Holstein von Angehörigen betreut werden, gab es bisher keine Interessenvertretung, in der sich Pflegende vernetzen, austauschen und gegenseitig beraten konnten.

Deshalb freue ich mich ganz besonders, dass der frisch gegründete Landesverband „wir pflegen“ diese Lücke nun schließt. Endlich haben auch die pflegenden Angehörigen eine Stimme in der Öffentlichkeit.

Und ich bin mir ganz sicher: Mit dem ehemaligen SSW-Vorsitzenden Flemming Meyer im Vorstand sogar eine sehr starke Stimme!

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