Flensburger Grüne zu den Krankenhausplanungen: Erst die Frage der Schwangerschaftsabbrüche klären

Die Flensburger Grünen kritisieren, dass im neu entstehenden Krankenhaus zweier kirchlicher Träger in Flensburg keine Schwangerschaftsabbrüche mehr vorgenommen werden sollen. Sie fordern von Diakonie und Maltesern eine Lösung, bevor die Grünen weiteren Schritten bei der Entwicklung zustimmen können. Auch das Land soll seinen Versorgungsauftrag wahrnehmen.

Schon jetzt wurden bereits mehrfach Frauen von der Klinik abgewiesen, zudem spitzt sich die Situation im gesamten Land jährlich weiter zu, da praktizierende Ärzt:innen, die noch Abtreibungen vornehmen, immer seltener werden.

Junge Mediziner:innen werden diesbezüglich nicht mehr entsprechend ausgebildet, da dieser Bereich aus dem medizinischen Curriculum gestrichen wurde, die älteren scheiden nach und nach aus dem Dienst aus. Auch hier stehen in den Augen der Grünen notwendige Änderungen an.

Clemens Schmidt, Fraktionsvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Flensburg:

„Wir Grüne arbeiten seit Jahren konstruktiv an der Realisierung eines neuen Zentralkrankenhauses in Flensburg. Damit verbunden war für uns aber auch immer eine rechtzeitige Klärung der Frage der Schwangerschaftsabbrüche. Gerade in diesem Bereich wird die Versorgung in Flensburg und Umland in den letzten Jahren immer prekärer. In dieser Situation sind jetzt vor allem die Träger der Diako und des St. Franziskus gefragt, gemeinsam mit Land und Stadt vollumfängliche und diskriminierungsfreie Lösungen zu finden. Für uns Grüne ist klar, dass diese Fragen jetzt zeitnah geklärt werden müssen, bevor wir weiteren Schritten im Prozess unsere Zustimmung geben können. Deutlich gesagt: Wir werden keine weiteren Einflussmöglichkeiten aus der Hand geben, ohne eine zufriedenstellende Lösung in der Frage der Schwangerschaftsabbrüche. Wir erwarten auch von den anderen Fraktionen, die sich für die Erhaltung der Möglichkeit von Schwangerschaftsabbrüchen eingesetzt haben, ihren Worten Taten folgen zu lassen.“

Marlene Langholz-Kaiser, Ratsfrau und gleichstellungspolitische Sprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Flensburg:

„Zusammen mit der Zivilgesellschaft setzen wir uns nun seit knapp 2 Jahren dafür ein, dass ein Alternativangebot für die durch die Fusion wegfallende Möglichkeit des Schwangerschaftsabbruchs der Diako geschaffen wird. Bisher existieren hier nur Lippenbekenntnisse, aber keine konkreten Umsetzungsvorschläge oder Finanzierungszusagen. Gleichzeitig schreiten die Planungen für das Zentralkrankenhaus voran. Unsere Geduld ist am Ende. Ein klinisches Angebot ist angesichts des Mangels entsprechend ausgebildeter Ärzt:innen im ambulanten Bereich umso wichtiger. Wir sehen weiterhin alle beteiligten Akteure in der Pflicht, ernsthaft an einer Lösung im Sinne der medizinischen Versorgung ungewollt Schwangerer zu arbeiten und werden weiteren Planungsschritten derzeit nicht zustimmen.“

Annabell Pescher, Direktkandidatin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Flensburg zur Landtagswahl im Wahlkreis 3:

„Auch das Land hat klar den Auftrag, das flächendeckende Angebot von stationärem und ambulanten Schwangerschaftsabbrüchen vorzuhalten, wie die Bundesregierung in einer Antwort auf die Anfrage des SSW-Abgeordneten Stefan Seidler bekräftigt. Das Land ist also in der Pflicht, eine Versorgungssicherheit bei uns in Flensburg und im ganzen Land herzustellen. Als Grüne fordern wir, dass das Land dieser Verantwortung gegenüber schwangeren Personen auch nachkommt und konkrete Maßnahmen für die Deckung der Versorgungslücke ergreift.“

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Veröffentlicht am 27. Januar 2022, in Flensburg News. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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