Archiv für den Tag 21. Januar 2022

Streit in Schwurblistan: „Spaziergang“ oder Demo? –  Ein Rückblick auf Samstag, den 15.01.22

Ein Beitrag von subtilus.info 18. Januar 2022

Seit Anfang Dezember 2021 erleben wir jeden Samstag einen größeren, als „Spaziergang“ bezeichneten Aufmarsch von Coronaleugner*innen, Verschwörungsgläubigen, Impfgegner*innen und Nazis in Flensburg. Eine rechtsoffene Mischung sehr unterschiedlicher Menschen ist gemeinsam auf der Straße. Nachdem die Stadt Flensburg vor allem ein Problem damit zu haben schien, dass diese Aufmärsche unkontrollierbar waren, weil sie flexibel, unangemeldet und ohne klare Zentrale stattfanden, stellt für uns v.a. die Rechtsoffenheit ein Problem dar. 

Um auch Menschen die Teilnahme an den Protesten zu ermöglichen, denen ein klar legaler Rahmen wichtig ist und weil die Spaziergänge in den letzten Wochen zum Teil zu polizeilichen Großaufgeboten führten, (deren Ziel allerdings in erster Linie die antifaschistischen Proteste waren, aber das steht auf einem anderen Blatt), entschied sich also für diesen Samstag eine bisher nicht in Erscheinung getretene Jenny Raeder, nun doch eine Demonstration anzumelden. Innerhalb der Flensburger Schwurbel-Szene sorgte das für Unmut und es gab Anfeindungen gegen die Anmelderin.

Im Resultat traf sich eine diffuse Gruppe „Spaziergänger*innen“ am ZOB und an der Hafenspitze formierte sich um 15 Uhr eine legale Demo. Diese führte dann am Hafen entlang, durch die Innenstadt, bis zum Rathaus und wieder zum Hafen zurück. Der NDR berichtet von 450 Menschen auf der angemeldeten Demo und weiteren 400 als diffuse „Spaziergänger*innen„ im Stadtgebiet, unseren Zählungen nach sind diese Zahlen eher zu hoch gegriffen, doch mehrere hundert waren es definitiv jeweils.

Die Anmelderin selbst redete nur sehr kurz am Anfang der Demonstration und betonte, sie sei für freie Impfentscheidung und Berufsfreiheit. Weitere Redebeiträge gab es nicht. Doch die von Leif Hansen (zentrale Person der Schwurblerdemos aus Eckernförde, der auch mehrfach Redner bei Pegida war) abgespielte Musik machte auch hier wieder unmissverständlich deutlich, dass es eben nicht um eine mehr oder weniger rationale Maßnahmenkritik geht, sondern um weitaus mehr. „Wir sind das Volk“ (Taylor) und „Deutschland zeig dein Gesicht“ (Alex Olivari) hieß es da und in einem Teil der Songs wurde die Pandemie geleugnet „The disease is not existing, it is not there“ bzw „There are no dead people“. (DJ Antigen „Ping Pong“).

Jenny Reader

Anmelderin Jenny Raeder und Unterstützer Leif Hansen „Es geht hier nicht mehr um Gesundheit – Bitte wacht auf und denkt nach!“ oder „Wahlreform – Neuwahlen“ oder „Ich entscheide für mich, nicht gegen dich – Wahrheit und Liebe“ stand auf Warnwesten und Schildern zu lesen und in einer umgedichteten Version von Bella Ciao wurde der Verlust der Freiheit besungen. „Stop Coronoia“ zierte ein T-Shirt und neben dem Hannah-Arendt-Zitat, keiner habe das Recht zu gehorchen stand „Das hatten wir schonmal – nie wieder!“ . Unterschwellige bis offene Vergleiche der jetzigen Situation mit dem Faschismus sind auf den Demos an der Tagesordnung – geschichtsrevisionistische Verharmlosungen eines Systems, in dem Millionen von Menschen gezielt ermordet wurden.

Einige Demoteilnehmenden wünschten sich „Normalität“ zurück, andere trugen durchgestrichene „Pandemie“-Schilder und warben auf Flyern für die „Akzeptanz der Meinung jedes Einzelnen ohne Sanktionen“. Wir fragen uns ob mit dieser genannten Akzeptanz, auch die Positionen von Jan Petersen-Brendel von der AfD gemeint waren, der erneut vor Ort war? „Antifa Presse kriegt gleich auf die Fresse“ rief er diesmal einer Pressevertreterin zu.

Oder die des Flensburger Rappers Twanie, der mit Antisemit Xavier Naidoo kooperiert und regelmäßiger Teilnehmer der „Spaziergänge“ ist? Oder vielleicht galt der geforderte „Respekt für alle Meinungen“ auch den Angehörigen der faschistischen Eso-Gruppierung „Akademie Engelsburg“, die ebenfalls zum festen Kern der Spaziergänge gehören. Der sog. „Respekt für alle Meinungen“ scheint bei den Spaziergänger*innen sehr weit in die rechte Richtung zu reichen, denn „Wir sind das Volk!“ Rufe oder mehrfach gesehene Hitlergrüße der Teilnehmenden, stellte für den Rest der Anwesenden kein Problem da.

Doch all das wollen die Mitlaufenden auf den Demos nicht wahrhaben. Diejenigen unter ihnen, die zumindest in Ansätzen ein Problem mit rechten Tendenzen haben oder es jedenfalls behaupten, bemühen sich, es so darzustellen, als würden die Proteste vereinzelt von einigen wenigen Rechten unterwandert. Diese Betrachtung blendet vollkommen aus, wie zentral einige der rechten bis rechtsoffenen Akteur*innen in der Schwurbelszene sind. In Sachsen ist bespielsweise die rechtsradikale Kleinstpartei „Freie Sachsen“ zu einer zentralen Organisation der Proteste geworden und auch in Flensburg wird im gleichnamigen Chat „Freie Flensburger“ zu den Protesten aufgerufen und antifaschistische Proteste als „faschistische Jugend“ bezeichnet – ein klassischer Nazijargon.

Ohnehin bieten die verschiedenen Schwurbel Kanäle auf Telegramm täglich neue Infos und Diskussionen aus der rechts(offenen) Bubble. Im Mürwiker Stadtteilchat wurde ein Video geteilt, in dem der Holocaust geleugnet wurde und in einem Chat aus Harrislee wurde diskutiert, ob die Reichsfahne mitgenommen werden sollte auf die samstäglichen Proteste. Im lokalen Chat der Coronarebellen werden Q-Anon-Inhalte geteilt und behauptet, der antisemitische und rechte, tödliche Anschlag in Halle 2019, sei „von den Herrschenden inszeniert“ worden.  

Und der Spitzenkandidat der Partei „die Basis„ für die Landtagswahl für Schleswig-Holstein David Claudio Siber postet regelmäßig Links zu rechten und rechtsoffenen Portalen und der Flensburger Spitzenkandidat Reinhold Majeske, ebenfalls von  „die Basis“, teilt zahlreiche Beiträge der AfD und rechtspopulistische Bilder. Nichtzuletzt ruft der Direktkandidat der AfD für FL / SL Jan Petersen-Brendel dazu auf, den samstäglichen „Spaziergängen“ beizuwohnen: “ Gestern erneut mit vielen Parteifreunden und aufrechten Bürgern in Flensburg auf der Straße gewesen…… für Frieden, Freiheit und Selbstbestimmung. Kommt einfach mit und zeigt so wie ich euer Gesicht“ (Zitat von seiner FB Seite).

In der Mitte: Jan Petersen Brendel Dritte von links und zweite von rechts: Mitglieder der „Akademie Engelsburg“ Daher hieß es auch heute: Wer mit Rechten spaziert, wird blockiert!  Und so wurde die Demonstration und der „Spaziergang“, unter anderem in der Fußgängerzone und am ZOB von antifaschistischen Gegenprotesten blockiert und gestört, die (unsanft, aber nicht so brutal wie letzte Woche) schleunigst von der mal wieder aus Eutin herbeigerufenen Hundertschaft geräumt wurden. 

Lese– bzw Fernsehtipps: https://taz.de/Corona-Proteste/!5828287/https://www.br.de/mediathek/video/booster-fuer-rechtsextreme-neonazis-setzen-auf-impfgegner-av:61e09cbd89a66600089e938b 

Corona in Flensburg: Gesundheitsamt informiert über Schwerpunkte bei der Pandemiebekämpfung

Schutz von Einrichtungen und vulnerablen Gruppen im Fokus

Flensburg. Das Flensburger Gesundheitsamt hat auf die unverändert hohen und in Zukunft wohl noch steigenden Fallzahlen mit einer weiteren Ausweitung des Personals und einer stärkeren Schwerpunktsetzung reagiert. Ziel sei es, so Gesundheitsdezernentin Karen Welz-Nettlau, auch weiterhin einen kontinuierlichen Überblick zu gewährleisten, auf Infektionsschwerpunkte zu reagieren und zugleich die Einzelfälle weiterhin verlässlich zu bearbeiten.
„Das gelingt dem Team auch in dieser besonderen Zeit sehr gut. Jede Flensburgerin und jeder Flensburger mit einem positiven PCR-Test wird noch am Tag des Laborbefundes, spätestens am Folgetag angerufen und mit den wesentlichen Informationen zur Quarantäne ihrer bzw. seiner Kontakte versorgt“, so Welz-Nettlau.

So sei sichergestellt, dass diese Informationen die Kontaktpersonen dann auch rasch über den Ausgangsfall erreichen. Für den Fall weiter steigender Fallzahlen werde alle Infos auch unter www.flensburg.de veröffentlicht, so dass Infizierte auch ohne Anruf loslegen könnten.
Wichtig ist die eigenverantwortliche Umsetzung der Quarantänen durch die Kontaktpersonen des jeweiligen Betroffenen. Diese sollen ihren Arbeitgeber, ihre Ausbildungsstätte oder ihre Schule informieren und am Ende ihrer jeweiligen Quarantäne dann auch den Ablauf ihres Freitestens und die Rückkehr zur Arbeit oder zum Unterricht abstimmen.

Den Nachweis der Quarantäne, d.h. eine entsprechende Bescheinigung, können Betroffene nach Ablauf der Quarantäne online über ein auf www.flensburg.de zur Verfügung gestellten Formular beantragen.
„Das Formular fragt alle wichtigen Infos strukturiert ab. Nach Bearbeitung wird die Bescheinigung im Laufe von einigen Tagen zur Verfügung gestellt“, so die Dezernentin.

Und sie macht deutlich, was dem Gesundheitshaus daneben ganz wichtig ist – der Schutz von Einrichtungen und der Schutz vulnerabler Gruppen.
„Damit meinen wir zum einen Kitas mit zahlreichen ungeimpften Kindern aus vie­len verschiedenen Familien sowie den Bereich der Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderung. Unsere Ärztinnen und Ärzte begleiten Kitas bei auftretenden Infektionen. Und ebenso halten wir eine enge Verbindung zu Einrichtungen und Diensten für Pflegebedürftige und Menschen mit Behin­derung. Da geht es ebenfalls viel um Beratung und im Einzelfall um gezielte Maßnahmen zur Vermeidung größerer Ausbrüche“, erläutert Welz-Nettlau.

Dabei müsse aber klar sein, dass das nur auf der Ebene von Einrichtungen gelinge. „Bei der großen Zahl an Fällen schaffen wir es nicht, jede einzelne und jeden einzelnen individuell zu beraten. Aber dafür dürften angesichts der aktuellen Werte sicher die allermeisten Verständnis haben“, meint Karen Welz-Nettlau.

Die Corona-Hotline der Stadt Flensburg weitet ihr Serviceangebot aus. Ab kommender Woche steht sie unter 0461 85 8585 montags bis freitags von 08:00 – 18:00 Uhr für Fragen „rund um Corona“ zur Verfügung.
Nutzen Sie auch gerne unseren Rückrufservice: Senden Sie dazu bitte eine Mail mit Ihrer Telefonnummer an coronapost@flensburg.de.

Öffentliche/digitale Sitzung des Flensburger Umwelt- und Planungsausschusses am 1. Februar

Eine Übertragung der Sitzung in Echtzeit erfolgt auf der Homepage der Stadt Flensburg unter www.flensburg.de. Interessierte EinwohnerInnen, die keine entsprechende Infrastruktur vorhalten, können die Übertragung der Sitzung ab 16 Uhr in der Bürgerhalle des Rathauses mitverfolgen. Es gelten jedoch Corona-bedingte Zugangsbeschränkungen (3G), mehr dazu untenstehend in der Tagesordnung.

Wichtige TOPS zum Thema:

  • Einführung von Leitlinien für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung in Flensburg
  • Bebauungsplan „Behördenzentrum Twedter Mark“
  • Berufung von Mitgliedern des Sanierungsbeirates
  • Sanierungsgebiet Westliche Altstadt Fortschreibung der Förderkriterien für private Modernisierungsmaßnahmen
  • Bericht 2021 über Projekte der Verkehrsplanung für den Umweltverbund (ÖPNV, Rad- und Fußverkehr)

Stadt Flensburg                                                                                                         Flensburg, 21.01.2022
Der Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt,
Planung und Stadtentwicklung

Bekanntmachung
zur 65. Sitzung des Ausschusses für
Umwelt, Planung und Stadtentwicklung
am Dienstag, 01.02.2022, 16:00 Uhr,
Digitale Sitzung. Eine Übertragung erfolgt auf der Homepage unter www.flensburg.de

Rathaus

Aufgrund der aktuellen Entwicklung der Corona-Fallzahlen wird die Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Planung und Stadtentwicklung gemäß § 35a Gemeindeordnung Schleswig-Holstein i. V. m. § 12 unserer Hauptsatzung digital abgehalten.

Die unter „B. Voraussichtlich nichtöffentlicher Teil“ aufgeführten Tagesordnungspunkte werden nach Maßgabe der Beschlussfassung des Ausschusses voraussichtlich nichtöffentlich beraten.

Bitte beachten Sie die nachstehenden Hinweise für die Öffentlichkeit:
Gemäß § 35 Absatz 1 Satz 1 ist die Öffentlichkeit durch zeitgleiche Übertragung von Bild und Ton in einen öffentlich zugänglichen Raum und durch eine Echtzeitübertragung herzustellen. Eine Übertragung der Sitzung erfolgt auf der Homepage der Stadt Flensburg unter www.flensburg.de. Für Personen, die keine entsprechende technische Infrastruktur vorhalten, bieten wir die Möglichkeit an, eine Übertragung in der Bürgerhalle des Rathauses zu verfolgen.

Für Ihren Besuch im Rathaus beachten Sie bitte folgende Hinweise:
Der Zugang für alle Gäste erfolgt ausschließlich über den Haupteingang „Am Pferdewasser“.
Bitte halten Sie Ihren Nachweis für die 3GRegelung und Ihr Ausweisdokument (Personal-
ausweis oder Reisepass) für die Einlasskontrolle bereit.

Beim Fortbewegen in den Räumlichkeiten des Rathauses ist eine MundNasenBedeckung zu
tragen. Am Platz darf diese abgelegt werden

Tagesordnung

A. Voraussichtlich öffentlicher Teil

1. Bestätigung der Tagesordnung

2. Einwendungen gegen die Niederschrift über den öffentlichen Teil der 63. Sitzung vom 14.12.2021

3. Einwendungen gegen die Niederschrift über den öffentlichen Teil der 64. Sitzung vom 18.01.2022

4. Einführung von Leitlinien für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung in Flensburg RV-1/2022

5. Bebauungsplan „Behördenzentrum Twedter Mark“ (Nr. 304) a) Entscheidung über Anregungen b) Satzungsbeschluss RV-5/2022

6. Berufung von Mitgliedern des Sanierungsbeirates SUPA-4/2022

7. Sanierungsgebiet Westliche Altstadt Fortschreibung der Förderkriterien für private Modernisierungsmaßnahmen SUPA-9/2022

8. Mitteilungen
8.1 MV: Bericht 2021 über Projekte der Verkehrsplanung für den Umwelt-verbund (ÖPNV, Rad- und Fußverkehr) SUPA-10/2022
8.2 MV: Beschlusskontrolle HA Halbjährlicher Bericht zu Interkommunaler Zusammenarbeit und WEG (Bezug: HA-40/2019 und HA-49/2019) HA-2/2022
8.3 Informationen über laufende und anstehende Projekte der Abteilung Strategische Projekte, Verkehr und Umwelt

9. Beschlusskontrolle

10. Beantwortung früherer Anfragen

11. Anfragen/Anregungen

B. Voraussichtlich nichtöffentlicher Teil

12. Einwendungen gegen die Niederschrift über den nichtöffentlichen Teil der 63. Sitzung vom 14.12.2021

13. Einwendungen gegen die Niederschrift über den nichtöffentlichen Teil der 64. Sitzung vom 18.01.2022

14. Mitteilungen

15. Beschlusskontrolle

16. Beantwortung früherer Anfragen

17. Anfragen/Anregungen

Für die Richtigkeit:

Axel Kohrt, Vorsitzender
Carsten Barz, Protokoll

Alle Unterlagen und die Beschlussvorlagen zur Sitzung gibt es hier

Wie hoch darf der Preis für Strom und Gas sein?

Tipps und Hinweise der Verbraucherzentrale

Die hohen Energiepreise sind eine Herausforderung für Verbraucherinnen und Verbraucher, aber auch für Energieversorger. Vielen Kunden von Billiganbietern wurde gekündigt, gesetzlich ist ihre Stromversorgung gesichert. Sie wechseln automatisch in die Grund- oder Ersatzversorgung. Doch zu welchem Preis? Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein (VZSH) hat stichprobenartig die aktuellen Preise zu Strom und Gas in Schleswig-Holstein geprüft. Ergebnis: Das Gefälle ist groß.

Bei den Energieversorgern, die unterschiedliche Preise in der Grund- und Ersatzversorgung für Neu- und Bestandskunden eingeführt haben, sind die Kosten für neue Kunden am höchsten. Für Strom wurde bei der Stichprobe ein Jahresverbrauch von 3.000 Kilowattstunden zu Grunde gelegt. Das entspricht in etwa dem Bedarf eines Drei-Personen-Haushalts. „Bei den 32 betrachteten Unternehmen fallen bei den Kosten für Grund- und Ersatzversorgung große Unterschiede auf: In Reinbek beispielsweise liegen die Kosten bei rund 1.000 Euro, in Neumünster bei 2.300 Euro“, so Tom Janneck, Leiter des Referates Energiewende und Nachhaltigkeit bei der VZSH. Dabei gehören die Stadtwerke Neumünster zu den acht Unternehmen in der Stichprobe, die seit Dezember 2021 differenzierte Tarife für Bestands- und Neukunden eingeführt haben oder kurz davorstehen. Der Kostenunterschied liegt für die beiden Kundengruppen bei diesen Unternehmen weit auseinander. So zahlen Neukunden in Eutin in der Stromersatzversorgung nur knapp 15 Prozent mehr als die Bestandskunden, in Glückstadt sind es 107 Prozent. Nach Ansicht der VZSH ist die Unterscheidung von Kunden nach dem Zeitpunkt ihres Eintritts in die Grundversorgung mit Strom weder mit dem Energiewirtschaftsgesetz noch mit EU-Recht zu vereinbaren. Insbesondere die Richtlinie über den Elektrizitätsbinnenmarkt der EU sieht nach Artikel 27 ein Recht auf eine Stromgrundversorgung von Haushaltskunden zu diskriminierungsfreien Preisen vor.

Für Gas zahlen Neukunden über 100 Prozent mehr
Bei der Gasversorgung sind die Unterschiede noch deutlicher. Hier wurden ebenfalls 32 Energieversorger betrachtet und ein Verbrauch von 11.500 Kilowattstunden im Jahr zu Grunde gelegt. Dies entspricht dem üblichen Verbrauch eines Drei-Personen-Haushalts, der auch für die Warmwasserbereitung Gas nutzt. Dafür zahlen Neukunden in der Grund- und Ersatzversorgung in Pinneberg knapp 940 Euro pro Jahr, in Itzehoe mit gut 3.100 Euro mehr als das Dreifache. Insgesamt sieben der betrachteten Unternehmen haben für Gas differenzierte Preise für Neu- und Bestandskunden in der Grund- und Ersatzversorgung eingeführt. Dabei zahlen Neukunden in Kiel 66 Prozent mehr als Bestandskunden, in Glückstadt ist der Unterschied mit gut 170 Prozent am größten.

Aufsichtsbehörden sind gefordert
„Unabhängig davon, ob die Aufteilung in einen Neu- und Bestandskundentarif rechtmäßig ist, sind die großen Unterschiede bei den Preiserhöhungen nicht nachvollziehbar“, so Tom Janneck. „Die Einkaufsstrategie der Energieversorger spielt sicherlich eine Rolle, aber es ist nicht vermittelbar, dass ein Neukunde mehr als doppelt so viel bezahlt wie ein Bestandskunde.“ Haushalte mit geringem Einkommen sind hier besonders betroffen, wenn sie in die Ersatzversorgung fallen, da deren Anteil für Wohnenergie an den Konsumausgaben prozentual überdurchschnittlich hoch ist.
Die Preise für Strom- und Gas in der Grund- und Ersatzversorgung unterliegen grundsätzlich der kartellrechtlichen Missbrauchskontrolle. Die Landeskartellbehörde für Energie in Schleswig-Holstein hat in einem Austausch zu diesem Thema signalisiert, die Entwicklung sehr genau beobachten zu wollen. „Intransparente Geschäftsmodelle bei Billiganbietern und überhöhte Preise müssen von Aufsichtsbehörden oder durch gesetzliche Regelungen begrenzt werden“, so Tom Janneck. „Die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern bietet die größte Sicherheit für stabile Preise.“
 
Das können Betroffene tun
Wenn Neukunden bei einem Energieversorger deutlich mehr zahlen müssen als Bestandskunden, sollten sie schriftlich widersprechen. „Es sollte keinen Unterschied machen, ob jemand schon längere Zeit beim Grundversorger Kunde ist oder kurzfristig und unverschuldet in diese Versorgung fällt“, sagt Lenia Baga, Juristin bei der VZSH. Unterstützung erhalten Betroffene bei der Rechtsberatung der Verbraucherzentrale.

VdK-Präsidentin: „Pflegeheime drohen zum Armenhaus zu werden“

  • Sozialverband kritisiert ungebremste Kostensteigerungen

  • Bund und Länder müssen jetzt für eine echte Entlastung der Heimbewohner sorgen

Die Kosten für die Pflege im Heim steigen ungebremst. Im Bundesdurchschnitt liegen sie aktuell bei 2179 Euro im Monat, 111 Euro mehr als vor einem Jahr. Das zeigen Daten des Verbands der Ersatzkassen (vdek). Dazu sagt VdK-Präsidentin Verena Bentele:

„Schon das dritte Jahr in Folge müssen Pflegeheimbewohner Kostensteigerungen im dreistelligen Bereich hinnehmen. So schnell können Renten und Einkommen gar nicht wachsen. Schon jetzt ist jeder dritte Heimbewohner auf Sozialhilfe angewiesen. Geht das so weiter, wird das Pflegeheim zum Armenhaus, in dem nur noch Sozialhilfeempfänger leben. Die Politik – und damit meine ich Bund und Länder – muss endlich handeln und vor allem diejenigen mit wenig Vermögen und geringen Renten von Pflegeheimkosten entlasten. Die Investitionskosten müssen unter Kontrolle gebracht werden: Das ist die Aufgabe der Länder. Die Pflegekosten müssen gesenkt werden: Das ist die Aufgabe des Bundes. Die letzte Pflegereform hat hier nichts gebracht, zumal die echten Preistreiberprojekte wie die bessere Personalausstattung und die tarifliche Entlohnung der Pflegekräfte ja noch gar nicht voll eingepreist sind bei der aktuellen Preisentwicklung. Wir brauchen endlich eine echte Entlastung der Heimbewohner.“

Über den Sozialverband VdK

Der Sozialverband VdK setzt sich mit seinen mehr als 2 Millionen Mitgliedern für soziale Gerechtigkeit ein. VdK-Mitglieder profitieren von der kompetenten Beratung im Sozialrecht. Als größter Sozialverband Deutschlands vertritt der VdK wirksam die sozialpolitischen Interessen aller Bürgerinnen und Bürger: unabhängig – solidarisch – stark. Mehr unter www.vdk.de.

Museumsberg am Sonntag: Führung durch die Ausstellung „Ken Denning – Album“

Sonntag, 23. Januar, 11.30 Uhr
Ken Denning – Album
Kuratorenführung mit Dr. Michael Fuhr

Eine Führung durch die Ausstellung „Ken Denning – Album“ mit Museumsdirektor Dr. Michael Fuhr findet am kommenden Sonntag auf dem Museumsberg Flensburg statt. In der Ausstellung schaffen Klanginstallationen von Robert Cole Rizzi eine magische Atmosphäre. Dafür sollten die Teilnehmer*innen möglichst ein Smartphone mit QR-Code-Scanner und passende Kopfhörer mitbringen. Treffpunkt ist  um 11.30 Uhr im Heinrich-Sauermann-Haus.

Im Sonntags-Atelier um 11 Uhr für Kinder ab 6 Jahren geht es an diesem Tag um den Winter. Mit Papierknödeln werden Schneebilder gestaltet. Das geplante 3. Kammerkonzert des Landessinfonieorchesters muss leider wegen Erkrankung ausfallen.

Kenn Denning: Omslag Album

Der Museumsberg Flensburg zeigt bis 13.03.2022 im Heinrich-Sauermann-Haus die Ausstellung

Ken Denning – Album

Der dänische Maler Ken Denning sucht in seinen Werken die Ordnung in der Natur und forscht nach dem allem zugrunde liegenden „vollkommenen Muster“. Die neuen, für diese Ausstellung geschaffenen Arbeiten beeindrucken durch ihre Intensität. Ken Dennings Landschaften suggerieren Bewegung, Veränderung, Musik. Virtuos und variantenreich spielt der Maler, Grafiker, Sammler und Fotograf auf der Klaviatur künstlerischer Ausdrucksmittel, Techniken und Farben. Er wagt es sogar, sie tatsächlich zum Klingen zu bringen: Erstmals begleitet Musik seine Malereien und Grafiken. Eigens geschaffene Kompositionen des international erfolgreichen Klangkünstlers Robert Cole Rizzi schaffen in den Ausstellungsräumen auf dem Museumsberg Flensburg eine fast magische Atmosphäre und lassen das Publikum mit allen Sinnen in die Bildwelt Ken Dennings eintauchen.

Ken Denning: Flensborgholmen

Landschaften seiner Reisen auf die Färöer oder nach Island, aber auch die schier endlosen Reihen von Bäumen in den als Plantagen angelegten Wäldern entlang des „Gendarmstiens“ in seiner jütländischen Heimat, dienen ihm dazu als Inspiration. Sie bilden die Struktur, aus der Ken Denning seine Kreativität schöpft. Fotografien, Zeichnungen oder Holzschnitte variieren natürliche Muster und entwickeln sie weiter zur Improvisation, zur Phantasie.

Aus nüchternen Ausstellungsräumen wird so Ken Dennings privates Album. Man kann es sich Stück für Stück anhören wie das neue Album eines Musikers. Oder man kann es anschauen wie ein Fotoalbum. Ken Denning lädt uns ein, gemeinsam mit ihm die Seiten umzublättern, um seine Eindrücke von den geliebten Inseln des Nordens und von den heimischen Wäldern an der deutsch-dänischen Grenze mit uns zu teilen. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Museet Holmen in Løgumkloster.

Ausstellungen:

  • Discovering Dreesen
    Fotograf, Globetrotter, Influencer
    noch bis 13. Februar 2022
  • Ken Denning – Album
    noch bis 13. März 2022

Aktuelle Öffnungszeiten: 10.00 – 17.00 Uhr, täglich außer montags

Für jeden Museumsbesuch gilt die 2G-Regel und Maske tragen ist erwünscht. Kinder ab 7 Jahren benötigen den Testnachweis der Schule.

Museumsberg

Museumsberg
Museumsberg 1
24937 Flensburg
Tel.: 0461 – 852956
museumsberg@flensburg.de
https://www.museumsberg-flensburg.de/

Neustadt-Jamsession am 25. Januar um 19 Uhr in der Neustadt 12 in Flensburg

Liebe Musiker, liebe Musikinteressierte,

am kommenden Dienstag, den 25. Januar treffen wir uns wieder um 19.00 Uhr zum gemeinsamen Musizieren in der Neustadt 12, Eingang zum Stadtteilhaus. Es gilt für die Teilnahme die 2G-Regel.

Wir, das sind Menschen mit unterschiedlichen musikalischen Traditionen und kulturellen Hintergründen.

Wir wollen ohne Leistungsdruck und ohne Auftrittsverpflichtung musizieren, jammen und Songs gemeinsam spielen, die wir alle mögen.
Bringt Eure Instrumente und wenn ihr Freunde und Bekannte habt, die Musik machen möchten, auch die mit. Wenn Ihr Songtexte, Akkorde oder Noten von Eurem Lieblingslied oder Liedern habt, am besten in mehrfacher Kopie ebenso mitbringen.

Uns stehen neben den Musikinstrumenten, die wir mitbringen, auch eine kleine PA mit Mischpult, Micros und ein E-Piano zur Verfügung. Wer also Lust hat in die Tasten zu hauen oder auch mit seinem E-Bass oder seiner E-Gitarre spielen möchte, kann die an die Anlage anschließen.

Nach aktueller Corona-Schutzverordnung ist für die Teilnahme an Veranstaltungen in Innenräumen bei allen Beteiligten der 2G-Nachweis erforderlich. Es gelten zudem die entsprechenden Hygiene-Regeln.

Übrigens finden unsere Treffen regelmäßig jeden 2. und 4. Dienstag im Monat in der Neustadt 12 statt. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Wir freuen uns auf Euer Kommen.

Jan Hinrich Haacke
Jörg Pepmeyer

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