Corona-Pandemie: Offener Brief von Flensburger BürgerInnen an Minister Robert Habeck

In einem Offenen Brief wenden sich rund 70 BürgerInnen aus allen sozialen Schichten und Berufen an den Flensburger Bundestagsabgeordneten und Minister Robert Habeck. Sie kritisieren insbesondere die soziale Ausgrenzung Ungeimpfter und bitten Robert Habeck um ein Gespräch im Rahmen seiner Bürgersprechstunde. Untenstehend der Text:

Offener Brief

Sehr geehrter Herr Habeck,

wir sind Bürgerinnen und Bürger aus Flensburg und der näheren Umgebung. Wir wenden uns an Sie als einen in Flensburg lebenden einflussreichen Politiker, dem der Kontakt zur Bevölkerung wichtig ist. Unter uns Unterzeichnenden sind sowohl Geimpfte als auch Ungeimpfte. Wir wehren uns dagegen und es erfüllt uns mit Sorge, wie Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, an den Rand der Gesellschaft gedrängt, ja aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden. Ausdruck dessen ist auch die 2G-Regel, welche die Ungeimpften unter Druck setzen soll. Die Ausgrenzung erleben wir nicht nur auf der politischen Ebene und in den Medien, sondern auch auf der Arbeitsstelle, im Freundes- und Bekanntenkreis und innerhalb der Familie.

Die Ungeimpften unter uns sind nicht uninformiert, dumm, unsozial und/oder verantwortungslos, wie es mitunter aus Kreisen der Politik zu hören ist. Sie haben sich ihre Entscheidung reiflich überlegt und keinesfalls leicht gemacht. Einige Gründe seien nachfolgend genannt:

– Es handelt sich um einen völlig neuartigen mRNA-Impfstoff mit bedingter Zulassung. Negative Langzeitfolgen werden befürchtet.

– Impfreaktionen und Nebenwirkungen treten häufiger und schwerer auf als bei herkömmlichen Impfungen.

– Das Risiko, sich zu infizieren, ist bei Geimpften nur vorübergehend verringert, das Risiko, als Infizierte/r andere anzustecken, identisch.

Der eigentliche Vorteil der Impfung besteht somit in dem vorübergehenden Eigenschutz vor einem schweren oder tödlichen Verlauf, wobei selbst das nicht unumstritten ist. Ein solcher ist jedoch äußerst selten und im Wesentlichen auf Risikogruppen begrenzt.

– Bei den neuen Virusvarianten ist die Wirksamkeit der Impfung weiter herabgesetzt.

– Die/der Betreffende will abwarten, bis ein klassischer Impfstoff zugelassen wird.

Die vorstehenden Gründe kann man berechtigt finden oder nicht. In einer freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft muss es erlaubt sein, aus den genannten Gründen von einer Impfung Abstand zu nehmen.

Wir halten einen offenen Diskurs ohne moralische Abwertung und Diffamierung für erforderlich. Die wachsende Zahl der DemonstrantInnen, auch in Flensburg, zeigt den Unmut in der Bevölkerung. Nur eine beruhigende, Angst nehmende und befriedende Politik kann einen tieferen Graben in der Gesellschaft noch verhindern.

Wir würden gerne mit Ihnen ins Gespräch kommen und bitten um einen Termin im Rahmen Ihrer Bürgersprechstunde.

Mit freundlichen Grüßen

Ulla Engel

Manfred Dallmann

Manfred Schinkel

Die Unterzeichner aus Flensburg und Umgebung

Gilles Andre, Dipl.-Psychologe; Kristina Andresen; Gerd Andresen; Anke Autzen, Hebamme; Manja Benedict, Tierheilpraktikerin; Jana Bergemann, Hebamme; Conchita Blanco, Friseurmeisterin; Monika Bothsmann, Pädagogin; Thorsten Dänekas, Pflegefachkraft; Petra Dall, Permakultur-Designerin; Sabine von Darl, Das kleine Saathaus; Antje Düwell, Ergotherapeutin; Regina von Einem, Bürokauffrau; Marko Exposito, Gastronomie-Angestellter; Lucca-Marie Engel, Dipl.-Psychologin; Heike Friedrichsen, Theaterkasse; Marina Fürstenberg-Nicolaisen, Dipl.-Ökonomin; Jennifer Gerkens, Dipl.-Pädagogin; Melanie Hanusch, Verlagskauffrau; Silke Heintzmann-Menzel, Bildhauerin; Marcus von Horsten, Gesundheits- und Krankenpfleger; Hannelore Ingwersen, Sozialpädagogin; Heribert Janson, Oberstudienrat i.R.; Dina Jepsen, Bankkauffrau; Peter Jepsen, Unternehmer (Erneuerbare Energien); Peter Johannsen; Dörthe Juraschek, Lehrerin; Jasmin Kesseböhmer; Claudia Koch, Heilpädagogin; Maxim Kobzar, Hörgeräte-Akustiker; Dr. Wilhelm Köllmann, Arzt; Dr. Gottfried Köppl, Arzt; Nadine Krahe, Therapeutin; Dennis Laetari, Schweißer; Ludmilla Leipson, Musikerin; Antonio Menzel, Geigenbauer; Dr. Andrea Christiane Mohr, Ärztin; Jane Momme, Dipl.-Psychologin; Jens-Peter Müller, Musiker; Ingo Nicolaisen, Angestellter Deutsche Post AG; Kirstin Ohlsson, Sozialpädagogin; Sylvia Petersen, Dipl.-Pädagogin; Angela von Pawlowski, Dipl.-Pädagogin; Sarah Pfäffle, Erzieherin; Lisa-Marie Rabe-Kobzar, Lehrerin; Iver Rossen, Landwirt; Silke Rothberg, Heilpraktikerin; Bettina Rothfuchs, Ergotherapeutin; Reinhard Salamonsberger, Chorleiter; Katharina Schäfer, Lehramtsstudentin; Gudrun Schaller, Kunsttherapeutin; Marion Schaper, Lehrerin; Linda Scheimann, Gesundheits- und Krankenpflegerin; Joel Sehmsdorf, Sozialpädagoge; Dagmar Speck, Dipl.-Pädagogin; Maren Stefani, Krankenschwester; Cornelia Steinhausen, Juristin; Johanna Steinhausen, Dipl.-Betriebswirtin; Angelika Stelzig; Dr. Beatrix Straack, Ärztin; Julia Trützschke, Dipl.-Physikerin; Natascha Ugrinsky-Johannsen, Floristin; Erik van Veldhuijzen, Wirtschaftsinformatiker; Martin Voigt, Keramiker; Annabelle Walzer; Heike Wilhelmsen, Buchhändlerin; Patricia Wilkens, Pädagogin; Mario Wissmann, Musiker.

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Veröffentlicht am 7. Januar 2022, in Bürgerbeteiligung, Bildung, Daten und Zahlen, Flensburg News, Soziales. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

  1. Danke für Ihren Brief. Es ist wichtig, sich zusammen zu schließen um ein immer deutlicher werdendes moralisches Unbehagen seriös zu formulieren in der Hoffnung einer (gesetzlichen?) Änderung. Die angesprochene kritische Thematik ist Herrn Habeck gut bekannt; ich würde ihm sogar unterstellen, dass ihm die gesellschaftliche Herauskristallisierung, wer die Guten sind oder wer die Bösen sein sollen, auch aufstoßen könnte.
    Nur, was könnte sich Herr Habeck überhaupt erlauben zu beeinflussen? Er ist an Vorgaben gebunden und, selbst wenn er persönlich eine andere Meinung vertreten sollte, wären ihm die Hände gebunden.

    Anderer Punkt: Herr Habeck ist Mitverantwortlicher am Koalitionsvertrag, über die eine seriöse Zeitung berichtete:
    „SPD, Grüne und FDP hatten im November beschlossen, einer Bewaffnung der neuen Bundeswehr Kampfdrohne Heron TP zuzustimmen“

    Ich finde Herrn Habeck auch sympathisch – ehrlich! – und er sieht so gut aus…
    Als Klimaschutzminister muss er auch nicht entscheiden, WO die Drohne ohne ein Gerichtsurteil Leben auslöschen könnte.
    Will man das Klima weltweit schützen, muss man sich als ernstzunehmender Politiker logisch gegen jede mögliche Kriegshandlung bzw. -Beteiligung aussprechen.
    Oder auch nur gegen den drohenden Anlass dazu, den eine bewaffnete Bundeswehr-Drohne in den Augen anderer Bevölkerungen schon darstellt, deutlich positionieren.

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