Bündnis solidarische Stadt: „Bunnies Ranch gehört ins Bahnhofstal!“

TOP am 25.11. im Kulturausschuss und am 30.11. im Umwelt- und Planungsausschuss: Kühlhaus und Bunnies Ranch sollen weg – Foto: Google Earth/Maps

Der Kulturausschuss und der Umwelt- und Planungsausschusses entscheiden am 25.11. und am 30.11.2021 über die Zukunft des Kulturprojekts Bunnies Ranch

Nachdem die Verwaltung mehrmals ihre Beschlussvorlage „Sanierungsgebiet Südstadt-Bahnhofsumfeld / Bahnhofstal“ zurückzog,  soll jetzt am 25.11. im Kulturausschuss und am 30.11. im Umwelt- und Planungsausschuss endgültig über die leicht veränderte Vorlage der Verwaltung abgestimmt werden.

Ziel ist das derzeit größtenteils brachliegende Gelände des Bahnhofsumfeldes am Mühlendamm, wo auch der Eisenbahner-Sportverein VfB Nordmark beheimet war, städtebaulich zu entwickeln. Auf der mehrere Hektar großen Fläche soll nach den Vorstellungen der Stadt und der Kommunalpolitik ein neues innenstadtnahes Wohnquartier enstehen. Da stören an den jetzigen Standorten die beiden Kulturprojekte und sollen weg. Während die Stadt mit dem Kühlhaus Verhandlungen über einen Alternativstandort führt, ist im Rahmen der zukünftigen städtebaulichen Entwicklung des Bahnhofstals kein Platz mehr für Bunnies Ranch vorgesehen. Zur Beschlussvorlage der Verwaltung gibt es ebenfalls eine Ergänzungsvorlage der Fraktion Bündnis solidarische Stadt, die sich für den Erhalt von Bunnies Ranch im Bahnhofstal ausspricht.

In einer Stellungnahme fordert die Ratsfraktion Bündnis Solidarische Stadt daher den weiteren Verbleib des Kulturprojekts im Flensburger Bahnhofstal:

„Bündnis solidarische Stadt fordert:
Bunnies Ranch bleibt als Trägerin von Kultur, Bildung Natur- und Artenschutz  im Bahnhofstal.

Flensburg. Die Fraktion „Bündnis solidarische Stadt“ fordert für die Flensburger Kulturszene Wertschätzung und Toleranz: »Der Umgang mit Bunnies Ranch im Bahnhofstal macht wieder einmal deutlich, wie sehr es sowohl Stadtverwaltung, als auch Politik an beidem mangelt«.

Seit über 10 Jahren ist Bunnies Ranch mit Projekten zum Tier- und Pflanzenschutz, Kunst und Kultur, sowie Wagenwohnen in kleinem Rahmen, im Bahnhofstal zu Hause und hat sich längst für die Flensburger*innen als wertvolle Institution für Jung und Alt etabliert.
Nun soll im Bahnhofstal ein neues Wohngebiet entstehen. Statt Bunnies Ranch in die Planung des neuen Stadtteils zu integrieren, werde die Chance verspielt, ein neues Quartier nachhaltig, kulturell und ökologisch wertvoll zu entwickeln.
Dabei schien alles schon auf gutem Weg zu sein. Der Sanierungsträger hatte bereits seit Anfang des Jahres mit dem gemeinnützigen Verein Gespräche geführt. Bunnies Ranch bekam daraufhin einen Folgemietvertrag zur Zwischennutzung zugeschickt und hat daraufhin in Abstimmung mit dem Sanierungsträger ein Konzept erarbeitet, um sich möglichst gut in den neuen Stadtteil einzubinden. Die Höhe der künftigen Pacht wurde von einem von der Stadt beauftragten Gutachter ermittelt.
Dann folgte kürzlich und unvorhersehbar der drastische Umschwung: der Sanierungsträger der Stadt ließ sich von der Kommunalpolitik beauftragen, keinen Mietvertrag abzuschließen, um mit Abrissarbeiten zu beginnen zu können. »Bezeichnend, dass die Politik über die geführten Gespräche und den zugeschickten Mietvertrag nicht informiert wurde«, befinden die Fraktionsmitglieder.

Dabei könne der Verein im städtebaulichen Wettbewerb mit einem Standort im Bahnhofstal durchaus berücksichtigt werden. So steht ausdrücklich in den Leitlinien für die Steuerung des Wohnungsangebots in Flensburg : „Alternative und kreative Wohnformen […] genießen bei Einzelfallprüfung die Unterstützung der Stadt Flensburg“.
»Mit Bunnies Ranch kommen wir diesen Zielen nicht nur entgegen, sondern erhalten obendrein auch noch ein vielfältiges kulturelles Angebot, inklusive Arten- und Naturschutzprojekten. Benötigt wird hierfür lediglich eine naturnahe Randlage im Bahnhofstal, die der Neubebauung nicht im Wege steht. Bunnies Ranch mit ihren naturnahen Angeboten, geräuscharmen Kunst- & Bildungsprojekten und alternativen Wohnform ist eine Bereicherung für einen modernen und nachhaltigen Stadtteil und die ganze Stadt«, so die einstimmige Meinung der Mitglieder der Fraktion solidarische Stadt.
»Gerade die vergangenen Jahre sollten uns alle dafür sensibilisiert haben, dass naturnahe kulturelle Angebote unter freiem Himmel einen hohen gesellschaftlichen Nutzen haben. Außerdem zeigen andere Städte beispielhaft, wie Kunst und Kulturbetriebe in Wohngebieten integriert werden können«. Erst am 10. Juni hatte sich die Ratsversammlung einstimmig dazu bekannt, dass die Stadtentwicklung zukünftig auf Grundlage der neuen Leipziger Charta basiert, die Grundsätze einer zeitgemäßen und nachhaltigen Stadtentwicklung festschreibt.
Auch vor diesem Hintergrund fordert das Bündnis solidarische Stadt die Kolleginnen und Kollegen in der Ratsversammlung und die Verwaltung auf, den Verein Bunnies Ranch als wertvollen Bestandteil der Flensburger Kulturszene wertzuschätzen und in den städtebaulichen Wettbewerb des Bahnhofstales zu integrieren.“

Mehr zum Thema auch in dem Stadtblog-Beitrag vom 23.10.2021: Öffentliche Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses am 02.11.2021 im Flensburger RathausUmwelt- und Planungsausschuss entscheidet über Zukunft der beiden Kulturprojekte  Bunnies Ranch und Kühlhaus unter: https://akopol.wordpress.com/2021/10/22/offentliche-sitzung-des-umwelt-und-planungsausschusses-am-02-11-2021-im-flensburger-rathaus/

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Veröffentlicht am 23. November 2021, in Ökologie, Bahnhofsviertel, Bahnhofswald Flensburg, Bürgerbeteiligung, Daten und Zahlen, Flensburg News, Kultur, Rat & Ausschüsse, Soziales, Stadtplanung, Wirtschaft. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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