Archiv für den Tag 15. November 2021

Stationäre Impfstelle kommt in die Flensburg Galerie

Flensburg. In naher Zukunft werden landesweit stationäre Imfpstellen errichtet, wie es die Gesundheitsministerinnen und -minister beschlossen haben. An welchem Standort dies in Flensburg sein wird, darüber wurde in den vergangenen Tagen bereits gemunkelt. Nun steht es fest: sobald das Sozialministerium des Landes das Startsignal gibt, wird die stationäre Impfstelle des Landes Schleswig-Holstein und der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein in der Flensburg Galerie im 1. OG errichtet werden – spätestens aber zum 1. Dezember 2021.

Die Stadt Flensburg ist bereits seit mehreren Tagen in der Vorbereitung. „Besonders die zentrale Lage und die sehr gute Erreichbarkeit sprachen für die Auswahl der Liegenschaft.“, sagt Gesundheitsdezernentin Karen Welz-Nettlau. „Und mit Blick auf das zu erwartende Wetter in den kommenden Monaten, ist es uns wichtig, dass Wartebereiche im Trockenen vorhanden sind. Das ist eine wichtige Erkenntnis mit Rückblick auf das mittlerweile geschlossene Impfzentrum.“, ergänzt Pressesprecher Christian Reimer.

In der Flensburg Galerie steht in Kürze eine Verkaufsfläche zur Verfügung, auf der bislang Damenmode verkauft wurde. Diese muss noch für die stationäre Impfstelle eingerichtet werden, doch übergangsweise wäre ab sofort eine weitere Fläche im 1. OG nutzbar, an der in den vergangenen Monaten bereits Impfaktionen erfolgreich durchgeführt wurden.

„Dass wir so schnell startbereit sein können, ist auch dem Centermanagement der Flensburg Galerie zu verdanken. Auch weitere Angebote waren für uns interessant und mussten abgewägt werden. Allen Beteiligten gilt ein großes Dankeschön für Ihren Einsatz für die Einwohnerinnen und Einwohner.“, hebt die Gesundheitsdezernentin hervor.

Weniger Mehrwertsteuer auf Obst und Gemüse für Klimaschutz und Gesundheit

  • Sozial-, Verbraucher- und Umweltschutzverbände fordern Anreize für klimafreundliche und gesunde Ernährung

  • Umfrage: 71 Prozent wollen, dass Lebensmittelpreise wahre Kosten abbilden

Berlin, 15.11.2021. Der Sozialverband VdK, der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und Greenpeace fordern die Koalitionäre der kommenden Bundesregierung auf, die Mehrwertsteuer auf frisches Obst und Gemüse, Hülsenfrüchte und pflanzliche Milchersatzprodukte so weit wie möglich zu senken. Damit würden Anreize gesetzt, mehr pflanzliche statt tierischer Lebensmittel zu konsumieren.

„Es ist Aufgabe der Bundesregierung, die vom Klimaschutzgesetz vorgegebenen Emissionsziele zu erreichen. Deshalb muss sie dafür sorgen, dass eine gesunde, umwelt- und klimaverträgliche Ernährung für alle Verbraucherinnen und Verbraucher möglich und bezahlbar ist, zum Beispiel durch eine Mehrwertsteuersenkung auf Obst und Gemüse“, sagt Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands.

Mehrheit befürwortet steuerliche Anreize

Eine Steuerreform, die zu nachhaltigem und gesundem Lebensmittelverbrauch anregt, findet breite Zustimmung: 71 Prozent der Bundesbürgerinnen und -bürger sprechen sich dafür aus, dass die Lebensmittelpreise die wahren Kosten abbilden sollten – also auch die Kosten der Umwelt- und Klimaschäden, die bei der Produktion entstehen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von Kantar im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands. 81 Prozent der Befragten befürworten darüber hinaus steuerliche Anreize, um umwelt- und klimaverträglichen Konsum zu fördern.

Die drei Verbände sehen darin einen klaren Auftrag an die Bundesregierung, die Mehrwertsteuer auf pflanzliche Lebensmittel so weit wie möglich zu senken und sich in Brüssel für eine EU-weite Steuerbefreiung einzusetzen. Dies würde dazu beitragen, den aktuellen Preisanstieg bei Lebensmitteln auszugleichen. Zudem könnten damit Belastungen für Verbraucherinnen und Verbraucher durch eine Tierwohlabgabe auf Fleisch- und Milchprodukte vermindert werden.

Klimafreundliche Ernährung muss auf die Ampel-Agenda

VdK, vzbv und Greenpeace sprechen sich dafür aus, die vom Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung (Borchert-Kommission) vorgeschlagenen Maßnahmen für mehr Tierwohl in den Ställen umgehend umzusetzen. Bäuerinnen und Bauern sollten mit den Einnahmen aus einer zweckgebundenen Abgabe gezielt unterstützt werden, wenn sie bessere Haltungsbedingungen schaffen und weniger Tiere halten. „Die Landwirtschaft kann ihren Beitrag zur Klimaneutralität nur leisten, wenn halb so viele Tiere gehalten werden und Anreize so gesetzt werden, dass die Nachfrage nach tierischen Produkten entsprechend sinkt“, sagt Martin Kaiser, geschäftsführender Vorstand von Greenpeace. „Dazu sollten Obst und Gemüse als klimafreundliche Lebensmittel günstiger und klimaschädliche Lebensmittel wie Fleisch und Milch nicht länger durch Subventionen verbilligt werden.“

Wer seine Ernährung auf mehr Obst und Gemüse umstellt, ernährt sich gesünder, hilft dem Klima und kann sogar noch Geld sparen. Doch viele Menschen können sich eine gesunde, ausgewogene Ernährung nicht leisten. VdK-Präsidentin Verena Bentele fordert daher neu berechnete Regelsätze für Hartz IV und die Grundsicherung im Alter. Dies müsse insbesondere gelten, wenn Inflation oder weitere Abgaben Lebensmittel verteuern: „Gerade Kinder und Ältere sind auf gesunde, frische Lebensmittel angewiesen. Chronische Erkrankungen und Medikamente erfordern eine besondere Ernährung. Gesundes Essen trägt wesentlich zu einer höheren Lebenserwartung bei. Schon bisher reichten die 5,09 Euro pro Tag aus dem Regelsatz dafür nicht. Die Inflation macht es nun vollends unmöglich.“

Download:

Infografiken_Aussagen zu Lebensmitteln und Ernährung_vzbv.pdf
Nachhaltige Lebensmittel – Infografiken zu den Ergebnissen einer Verbraucher/innen-Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverband e. V.

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