SSW zur Verschärfung der Corona-Krise: Jamaika muss jetzt handeln!

Die Corona-Krise droht der Landesregierung aus den Händen zu gleiten, warnen die SSW-Landtagsabgeordneten Jette Waldinger-Thiering und Christian Dirschauer. Sie fordern kostenlose Tests und mehr Impfangebote.

„Bisher hat sich Schleswig-Holstein in der Corona-Krise gut geschlagen. Doch ich habe den Eindruck, dass die Landesregierung so sehr damit beschäftigt ist sich selbst zu loben, dass sie dabei wichtige Weichenstellungen verpasst“, sagt die SSW-Landtagsabgeordnete Jette Waldinger-Thiering aus Eckernförde.

Das Infektionsgeschehen habe, wie von Experten befürchtet, wieder exponentiell an Fahrt aufgenommen, und noch immer sei jeder dritte Mensch in Schleswig-Holstein nicht vollständig geimpft. Unter den Kindern und Jugendlichen gar noch weniger. Zugleich stünden für zehntausende Senioren Auffrischungsimpfungen an.

„Viele Hausärzte arbeiten jetzt schon am Limit. Trotzdem weigert sich Gesundheitsminister Garg, sie durch Wiedereröffnen der Impfzentren zu unterstützen. Ich mag mir nicht ausmalen, was hier losbricht, wenn die STIKO demnächst Booster für alle empfehlen sollte“, so die SSW-Abgeordnete.

Im Impfzentrum Büdelsdorf würden derzeit einmal die Woche Impfungen angeboten. Doch die Nachfrage übersteige mittlerweile das Angebot: „Die Leute stehen Schlange. Gestern mussten sogar Impfwillige abgewiesen werden. Können wir uns das leisten inmitten der vierten Welle?“, so die Eckernförder Landtagsabgeordnete.

Noch am 24. August habe Heiner Garg öffentlich zugesichert, dass die Impfzentren bei Bedarf wieder in Betrieb genommen werden könnten. „Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt dafür. Sollte es stimmen, dass entsprechende Mietverträge längst ausgelaufen und kein Personal verfügbar ist, dann erwarte ich, dass die Landesregierung dies auch transparent kommuniziert, statt immer nur auf moderate Inzidenzen zu verweisen. Denn dann müssen wir zügig über Lösungen beraten“.

Mit Besorgnis blickt auch der gesundheitspolitische Sprecher des SSW, Christian Dirschauer, auf die aktuelle Corona-Entwicklung. „In Flensburg haben beide Krankenhäuser bereits angefangen, die reguläre Versorgung zu reduzieren. Die Kinderstation der Diako ist seit Wochen ausgelastet durch die Grippewelle. Nun kommen täglich neue Covid-Patienten hinzu, die aufwendig isoliert werden müssen“, so Dirschauer.

Laut Oberbürgermeisterin Simone Lange sei ein klarer Zusammenhang zwischen dem Anstieg der Inzidenz und der Hospitaliserungszahlen erkennbar. Statt auf eine 2G-Regelung zu setzen, plädiert der Flensburger SSW-Abgeordnete jedoch für eine Rückkehr zu kostenlosen Tests: „Die Einführung kostenpflichtiger Tests war ein großer Fehler, der zügig korrigiert werden muss. Die Menschen wollen Gewissheit, und wir können keine Dunkelfelder beim Infektionsgeschehen riskieren“, sagt Christian Dirschauer.

Zudem sollten in Restaurants und Bars wieder Kontaktdaten durch die Luca-App erhoben werden. „Das hat bis in den Sommer hinein mit nur marginalem Mehraufwand gut funktioniert. Warum Jamaika dafür mitten in der vierten Welle keinen Bedarf sieht, erschließt sich mir nicht“, so der Flensburger Abgeordnete.

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Veröffentlicht am 5. November 2021, in Bürgerbeteiligung, Daten und Zahlen, Flensburg News, Soziales. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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