Archiv für den Tag 26. Oktober 2021

Gegründet: Die ZwischenRaumAgentur Flensburg

Launch-Party am 5. November in der Norder147

Die im August 2021 gegründete ZwischenRaumAgentur Flensburg schafft eine langfristige und nachhaltige Perspektive für die Nutzung des Leerstands in Flensburg.

Sechs Personen haben das Konzept der ZRA, gemeinsam mit ihrem Kooperationspartner Markus Pahl von der IHRSAN, entwickelt und auf den Weg gebracht:

Friederike Thomaschki -Künstlerin, Pädagogin- Christine Kalis -Transformationsprozesse, Künstlerin, Innengestaltung- Dana Paulsen -Holzbildhauerin- Susanne Meier -Tanz, Performance, Theater- Arvid Blixen -Mcee Rapp, Graffiti, Workshops- Dany Heck -Projektinitiatorin, Leitung der NORDER147, Künstlerin-

Mit der ZwischenRaumAgentur wollen wir den durch Corona vermehrt entstandenen Leerstand für temporäre, kostengünstige und verlässliche Nutzungen als Arbeitsorte, Übungsräume, Werkstätten, für Start-Ups, Projekte und Initiativen vermitteln. Die ZRA ist Mittlerin zwischen den Interessen von: Stadt, Hausbesitzer:innen, Ladenbesitzer:innen und Nutzer:innen. Mit der Zeit wollen wir weitere  Interessenvertretungen im gesamten Stadtraum Flensburgs einbinden und die Wirkkraft so weiter erhöhen.

Leerstände werden durch temporäre Nutzung aufgewertet und für zukünftige Dauermieter:innen attraktiv – Vandalismus wird dagegen verhindert und Verwahrlosung vorgebeugt. Wir möchten durch Bündnisse und den Schulterschluss der verschiedenen Interessengruppen eine breite Basis schaffen, um Bedarf und Potenzial sichtbar und vor allem nutzbar zu machen. Dadurch werden Wandel und Entwicklung aktiv gestaltet, Solidarität geschaffen und die Identifikation vieler Interessengruppen mit der Stadt gestärkt.

Die Krise – in diesem Fall – als Initialzündung für frische Ideen und sichtbaren Fortschritt.

Am Freitag, den 5. November findet in der NORDER147 ab 18:30 Uhr die Launch-Party für die ZwischenRaumAgentur statt. Eingeladen sind alle, die Räumlichkeiten suchen oder anzubieten haben. Wir freuen uns darauf, viele Interessierte an diesem Abend zu begrüßen!

Unsere Webseite  www.zwischenraumagentur.de  wird ab 5. November aktiv sein

Unsere Mailadresse:  zwischenraumagentur@posteo.de

Unser Projekt ist gefördert von:

Flensburg 2021 unterm Reichsadler?

Eingang Schule strategische Aufklärung in Flensburg mit „Reichsadler“. Es ist die „künstlerisch“ leicht veränderte Version des Nazi-Reichsadlers (ab 1935 bis 1945) mit entferntem Hakenkreuz. Den gibt es es so ähnlich auch noch an der Marinesportschule. Foto: Jörg Pepmeyer – Mehr dazu:  https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsadler#/media/Datei:Reichsadler_Deutsches_Reich_(1935%E2%80%931945).svg

Besucherbrief

Liebe Flensburgerinnen und Flensburger,

gern erinnere ich mich an den ersten Besuch in diesem Sommer in Ihrer schönen Stadt. Ahnungslos brach unsere Familie nach der Ankunft in der „Seewarte“ in Murwik auf zu einem ersten Erkundungsgang hinunter zur Ostsee. Nach kurzer Wegstrecke erstarrten wir allerdings ungläubig und fassungslos: An einer riesigen Kasernenfassade hing tatsächlich ein Nazi-Reichsadler mit starrem, bösen Blick und ausgebreiteten Schwingen, startbereit und bedrohlich. In seinen Krallen ein Kranz, aus dem notdürftig und dennoch vollkommen identifizierbar das Hakenkreuz herausgekratzt war. Unglaublich, im Jahre 2021 !!

„Entnazifizierter“ Reichsadler mit den Wappen Schleswig-Holsteins und Flensburgs unter den Schwingen, an der Marinesportschule in Flensburg-Mürwik, wo im Mai 1945 die letzte Reichsregierung verhaftet wurde. Foto: Sönke Rahn CC BY-SA 4.0

Wer unter solchen Symbolen ausbildet und sich an der unverkennbaren Herkunft nicht stört, kann von innen auch nicht glaubhaft „geläutert“ sein. Was wundern wir uns also oder bezweifeln die Existenz von rechten Netzwerken in den Verbänden der Bundeswehr, Polizei,…

Zugunsten der Flensbuger Bürgerinnen und Bürger will ich annehmen, dass ihnen diese Nazisymbolik an einem weit über die Bucht sichtbaren Komplex, sozusagen, die Stadt beherrschend, sehr unangenehm ist. Hat das denn tatsächlich noch niemanden gestört in 81 langen Jahren der „Geschichtsaufarbeitung“????

Ich bitte Sie, wenden Sie sich unablässig an Ihre Stadtoberen, den Chef der Marinegarnision, an Ihre Abgeordneten und Stadtpolitiker und fordern Sie: weg mit dem kriegsverherrlichenden Nazigeist in Kopf und am Stein!

(Ähnlich unangenehme Entdeckungen habe wir übrigens bereits im vorigen Jahr in Eutin machen müssen.)

Sonja Newiak aus Cottbus
und Familie

Siehe dazu auch den Stadtblog-Beitrag vom 27.10.2021: Historische Altlasten in Flensburg: DIE LINKE fordert echte Aufarbeitung und sichtbare Erinnerungskultur unter: https://akopol.wordpress.com/2021/10/27/historische-altlasten-in-flensburg-die-linke-fordert-echte-aufarbeitung-und-sichtbare-erinnerungskultur/

Nachtrag vom 30.10.2021

Antwort auf den Brief der Familie Newiak

Ein herzliches Moin, Familie Newiak,

vielen Dank für Ihren Brief. Nachdem ich ihn in den Stadtblog Flensburg eingestellt habe, gab es vor allem in den sozialen Medien, dort insbesondere auf den lokalen Facebook-Seiten eine heftige Debatte. Da krochen doch einige Ewiggestrige wieder aus ihren rechten Löchern. Trotzdem hat es natürlich auch zustimmende Kommentare zu Ihrem Brief gegeben. Mittlerweile wurde Ihr Brief im Stadtblog von den Lesern über 1.500 mal aufgerufen. Die Flensburger LINKE nahm es zum Anlass zum Thema eine eigene Pressemitteilung zu veröffentlichen, die ich ebenfalls in den Stadtblog eingestellt habe und die bisher 700 mal aufgerufen wurde. Viel entscheidender ist aber, dass die meisten Menschen in Flensburg schlichtweg wenig bis gar nichts über den Nazi-Adler an der Schule strategische Aufklärung wissen, der übrigens nicht der einzige Nazi-Reichsadler an einem Bundeswehrgebäude in Flensburg ist.
Ich habe in meinem Kommentar im Stadtblog zu Ihrem Brief klar gemacht, dass der Reichsadler an der Schule strategische Aufklärung ein staatliches Hoheitssymbol der Nazis von 1935-1945 gewesen ist und während der Nazizeit dort auch installiert wurde. Auch wenn das Hakenkreuz entfernt wurde, bleibt es immer noch ein Nazisymbol. Zwar gibt es neben dem Eingang zur Schule eine Infotafel, die befindet sich jedoch relativ versteckt an der rechten Seite des Eingangstores und ist von weitem nicht sichtbar. Auch grafisch und inhaltich ist sie nicht besonders gut gemacht.
Alles in allem stellt sich somit nicht nur für die zivilgesellschaftlichen Akteure in Flensburg die Frage, was machen wir mit den noch vorhandenen Nazi-Insignien in Flensburg? Vor allem weil Flensburg als Sitz der letzten Nazi-Reichsregierung im Mai 1945 dabei eine besondere Rolle zukommt.
Insofern bedanke ich mich bei Ihnen ausdrücklich, dass Sie mit Ihrem Brief diese Debatte angestoßen und das Bewusstsein in der Stadt geschärft haben, sich mit den historischen Altlasten konsequenter auseinanderzusetzen.
Hier noch die Links für die oben genannten beiden Beiträge im Stadtblog Flensburg:
„Flensburg 2021 unterm Reichsadler?“ unter: https://akopol.wordpress.com/2021/10/26/flensburg-2021-unterm-reichsadler/
„Historische Altlasten in Flensburg: DIE LINKE fordert echte Aufarbeitung und sichtbare Erinnerungskultur“ unter: https://akopol.wordpress.com/2021/10/27/historische-altlasten-in-flensburg-die-linke-fordert-echte-aufarbeitung-und-sichtbare-erinnerungskultur/
Und als Ergänzung zum Thema letzte Nazi-Regierung in Flensburg, der Stadtblog-Beitrag: „75 Jahre Kriegsende – Flensburg hat (daran) gedacht“ https://akopol.wordpress.com/2020/06/17/75-jahre-kriegsende-flensburg-hat-daran-gedacht/
In dem Beitrag ist auch ein Link zu einer ausgezeichneten Publikation von Prof. Gerhard Paul: „Der Untergang 1945 in Flens­burg“

Ich wünsche Ihnen allen noch ein schönes Wochenende
Herzliche Grüße
Jörg Pepmeyer
Verantwortlicher Redakteur des Stadtblog Flensburg

Konzert mit Stelios & Gabriel am 31. Oktober im Kulturhof Flensburg

Greek – Latin Music

Konzert am Sonntag, 31. Oktober um 16 Uhr im Kulturhof Flensburg, Große Straße 42 -44

Die beiden Flensburger Musiker verschmelzen ihre Stile, um einen griechischen, lateinamerikanischen und internationalen Sound zu liefern. Ein interessanter und multikultureller Mix, mit Gesang, Gitarre, Bouzoki und Cajon. Im schönen Kulturhof in Flensburg, einem Raum für Kultur und Gemeinschaft.
Bis Sonntag!

3G mit Nachweis

Öffentliche Sitzung des Flensburger Seniorenbeirats am 28. Oktober im Rathaus

Anmeldung erbeten

Die nächste Sitzung des Seniorenbeirates findet statt am Donnerstag, 28. Oktober 2021 von 9:30 – 13:00 Uhr im Flensburg Zimmer, Raum 13.05, des Rathauses.

Diesmal werden Gäste aus Dänemark erwartet, um sich über die Seniorenarbeit in beiden Ländern auszutauschen. Die Sitzung ist wie immer öffentlich. Weitere Gäste sind herzlich willkommen. Bitte unbedingt vorher anmelden unter 0461-55363.

 

 

 

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