Archiv für den Tag 25. Oktober 2021

Mahnwache Bahnhofswald: Es geht weiter…

An jedem Donnerstag von 14 – 17 Uhr hält die BI Bahnhofsviertel Flensburg Mahnwache am Flensburger Bahnhofswald. Eine Frage, die uns häufig gestellt wird: „Warum machen Sie das?“ Die Antwort ist einfach:

Weil es immer wichtiger wird, sich für kleine, gewachsene, innerstädtische Biotope einzusetzen.

Der kleine Bahnhofswald und das Biotop am Hang mit seiner Quelle und die hier lebenden Tiere haben es derzeit nicht gerade leicht. Andererseits ist noch nicht alles zerstört! Und dafür, dass noch Bestehendes erhalten und Geschundenes wieder wachsen darf, setzt sich die Bürgerinitiative mit großer Geduld und Ausdauer ein.

Auch wenn die vielen Bäume im vorderen Teil zur Bahnhofsstraße in einer unsäglichen Aktion im Auftrag der Investoren des geplanten Hotels und Parkhauses gefällt wurden – ohne Rücksicht auf die darin befindlichen Lebewesen – und auch wenn die Verwaltung entsprechende Baugenehmigungen erteilt hat: Es ist noch nicht zu spät!

Der Rechtsweg, also eine Klage vor dem Verwaltungsgericht, ist eine Möglichkeit, das wahnwitzige Bauprojekt noch zu stoppen. Doch auch dieser Weg ist ein langer, und da kommen Geduld und Ausdauer wieder ins Spiel.

So eine Klage kann nicht jeder führen, dazu muss man organisiert und „groß“ sein. Glücklicherweise ist der BUND Schleswig-Holstein groß genug und befugt, so eine Klage einzureichen, und das ist bereits vor längerer Zeit geschehen.
Darüber hinaus braucht es Mittel, leider in Form von Geld, so eine Klage zu führen. Für Anwalts- und Verfahrenskosten. Dafür hat die BI Bahnhofsviertel Flensburg ein Crowdfunding eingerichtet und bittet um Unterstützung in dieser Sache.

Nun versuchen die Beklagten die Klage mit juristischen Formulierungen abzuweisen. Alles sei rechtmäßig und genehmigt. Die juristischen Formulierungen sind nicht leicht verständlich, und deshalb ist es um so bewundernswerter, wie Mitglieder der Bürgerinitiative sich in die Materie vertiefen. Es bleibt zu wünschen, dass sich das Gericht der Sache annimmt und das Thema gründlich behandelt, um letztlich ein Urteil zu sprechen im Namen des Volkes, im Sinne des Klimaschutzes und insbesondere zum Wohle der Tier- und Pflanzenwelt im Bahnhofstal.

Dabei ist alles doch relativ einfach. Ein Wald steht unter besonderem Schutz, dafür gibt es Regeln. Die Tiere stehen unter besonderem Schutz, dafür gibt es Regeln. Eine Quelle steht unter…
Doch wenn die finanziellen Interessen groß genug sind, dann scheinen diese Regeln nicht mehr zu gelten. Oder?

Naja, und dann sollte noch erwähnt werden, dass es sich bei dem geplanten Bau um ein Intercity-Hotel handelt, welches zwar recht großspurig als „Steigenberger-Hotel“ angekündigt wird, in der Realität aber lediglich so ein massiver Hotelfunktionsbau wird, wie er in vielen Städten in voller Pracht erlebbar ist. Und der so den Maßstab für einen neu entstehenden Stadtteil im Bahnhofsviertel legt. Große, massive, seelenlose Baukörper. Designt, um praktisch zu sein und Geld einzuspielen. Wo bleiben Lebensqualität und Baukultur?

Die Stadtplanung und die Kommunalpolitik müssen sich einer neuen Situation stellen, nämlich dass zunehmend mehr Menschen sich eine Entwicklung wünschen, bei der sie gefragt und eingebunden werden. Und sie müssen sich mit sogenannten Transformations-Prozessen auseinandersetzen. Dabei geht es darum, das System neu zu bewerten und endlich neue Handlungsmuster zu entwickeln.

Link zum Crowdfunding:
https://gofund.me/833769e3

Appell: Bunnies Ranch im Bahnhofstal einplanen

Angesichts der neuerlichen Beschlussvorlage für die Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses am 02.11.2021 veröffentlichen wir untenstehend den

Appell der Bürgerinitiative (BI) Bahnhofsviertel Flensburg

Sehr geehrte Mitglieder des
Ausschusses für Umwelt, Planung und Stadtentwicklung,

nach Studium der vor einigen Tagen eingebrachten Beschlussvorlage SUPA-64/2021 möchten wir an Sie appellieren, der Vorlage in dieser Fassung nicht zuzustimmen.

Unser, wie wir meinen, gemeinsames Anliegen ist, dass die Stadtteilentwicklung unter Berücksichtigung grundlegender und nachhaltiger Werte vorangetrieben wird. Nur so können Quartiere entstehen, die die Bedingungen für ein gutes Leben für alle erfüllen und auch dem Anspruch der Nachhaltigkeit gerecht werden.

Einige dieser Grundwerte

  • Durchmischung von Wohnformen
  • Einbindung von Kultur- und Freizeitangeboten
  • Einbindung von kleinteiligem Gewerbe und Handel
  • Einbindung von Naturflächen
  • Einbindung der Bürger*innen und Initiativen in allen Phasen der Entwicklung

Aus der Beschlussvorlage geht hervor, dass der gemeinnützige Verein Bunnies Ranch e. V. mit seinen soziokulturellen Inhalten nicht in vollem Umfang im Wettbewerbsgebiet vorzusehen ist. Lediglich einige ”Anregungen des Vereins zur Gartenkultur, dem Tier- und Naturschutz sollen Berücksichtigung finden”. Im Antrag ist die Rede von ”lärmintensiveren Vereinsaktivitäten”, ohne diese näher zu definieren.

In der Ausgangssituation steht: ”Die Errichtung eines Vereinsgebäudes mit Werkstätten und Ateliers und von Stellplätzen für ein Wagenprojekt sind sehr lärmintensiv und schränken die geplante Wohnnutzung in der näheren Umgebung (W1) ein. Aus diesem Grund wird empfohlen, diese Nutzungen im Wettbewerbsverfahren nicht zu berücksichtigen”.

  • Bedarf es für so eine grundlegende Entscheidung nicht detaillierterer Informationen?
  • Müsste nicht vor einem Beschluss begutachtet werden, welche Geräuschpegel tatsächlich entstehen?
  • Sind verschiedene Modelle gründlich überlegt und geprüft worden? Es liest sich so, als wären gleich mehrere Werkstätten und Ateliers geplant und was genau ist unter Wagenprojekt zu verstehen?
  • Wie lässt sich erklären, dass im Unterschied zum Verein Bunnies Ranch e. V. für die Kulturwerkstatt Kühlhaus e. V. ein alternativer Standort im Bereich des Wohnquartiers denkbar erscheint, ohne dass die Frage von Lärmemissionen zur Sprache kommt?

Dass ein Atelier- und Werkstatthaus sogar direkt in der Innenstadt gut funktionieren kann, ist unter anderem am Beispiel des Aktivitetshuset in der Norderstraße belegbar. Aus Werkstätten muss nicht zwangsläufig Lärm emittieren. Für die weiteren genannten ”lärmintensiven Vereinsaktivitäten” lassen sich womöglich sehr gute Lösungen finden. Statt einer Verdrängung könnte z. B. eine weit weniger eingreifende Lösung mithilfe von Auflagen gefunden werden.

Grundsätzlich ist auch an den SUPA-Beschluss vom 2.6.2020 zu erinnern: „Alternative und kreative Wohnformen, wie das Wohnen auf dem Wasser, Wohnwagensiedlungen oder sog. Tiny Houses genießen bei Einzelfallprüfung die Unterstützung der Stadt Flensburg, so sie den Umwelt-, Klima- und Emissionsschutzansprüchen genügen“ (Leitlinien für die Steuerung des Wohnungsbaus in Flensburg, RV-32/2020). Dieser Grundsatz ist hier zu beachten.

Zum Mietverhältnis
In der Beschlussvorlage heißt es: ”Ein neues Mietverhältnis mit dem zwischenzeitlich gegründeten Verein Bunnies Ranch e.V. soll im Bahnhofstal nicht geschlossen werden. Es wird der Versuch unternommen, ein Ersatzgrundstück zu vermitteln.”

Die Notwendigkeit einer sofortigen Freilegung des Grundstücks Mühlendamm 19, auf dem sich die Bunnies Ranch befindet, können wir nicht erkennen. Erst die Ergebnisse eines städtebaulichen Wettbewerbes werden aufzeigen, was in dem Gebiet möglich ist. Diesen Ergebnissen vorzugreifen könnte vermeidbare Schäden verursachen. Außerdem hat der Verein klar zu erkennen gegeben, dass ein Zwischennutzungsvertrag gewünscht ist, und dass man einer Entwicklung, die durch einen städtebaulichen Wettbewerb begleitet wird, nicht im Wege stehen werde.

Alternativen
Zu den Alternativen heißt es: ”Verzicht auf die Entwicklung eines urbanen, innenstadtnahen Wohnquartiers im Bahnhofstal. Damit einhergehend Rückzahlung der für den Ankauf der Grundstücke bereitgestellten Fördermittel”.

Erst nach Durchführung des städtebaulichen Wettbewerbs besteht die Grundlage, um beurteilen zu können, in welcher Form die Wohnbebauung in Kombination mit anderen Nutzungen realisiert werden kann.

Die Bürgerinitiative Bahnhofsviertel Flensburg setzt sich ein für eine klimagerechte und gemeinwohlorientierte Gestaltung des gesamten Bahnhofsumfeldes. Vorrangiges Ziel muss nach unserer Überzeugung sein, Qualitäten zum Ziele einer Stadt für alle zu erreichen.

Dass die Vereine Bunnies Ranch e. V. und Kühlhaus e. V. bereichernde, gewachsene und mit dem Stadtteil verbundene Inhalte darstellen steht für uns außer Frage. Gerade solche Initiativen sind Teil unserer grundsätzlichen Wertevorstellung und gehören eingebunden.

Flensburg, am 16. Oktober 2021
Die Vertreter*innen der BI Bahnhofsviertel Flensburg

Mehr zum Thema auch in dem Stadtblog-Beitrag vom 23.10.2021: Öffentliche Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses am 02.11.2021 im Flensburger RathausUmwelt- und Planungsausschuss entscheidet über Zukunft der beiden Kulturprojekte  Bunnies Ranch und Kühlhaus unter: https://akopol.wordpress.com/2021/10/22/offentliche-sitzung-des-umwelt-und-planungsausschusses-am-02-11-2021-im-flensburger-rathaus/

„Discovering Dreesen“ – Ausstellungseröffnung am 31.10. auf dem Museumsberg Flensburg

Dreesen 41: Norwegen

Wilhelm Dreesen: Fotograf, Globetrotter, Influencer

31. Oktober 2021 bis 13. Februar 2022
Ausstellung auf dem Museumsberg Flensburg

Es ist 1926 und Wilhelm Dreesen gerade im Alter von 86 Jahren verstorben. Nach Jahrzehnten innovativer und preisgekrönter Arbeit als Fotograf und Künstler ist sein Flensburger Atelier abgerissen, sein elegantes Wohnhaus verkauft, sein Name vergessen.

Dreesen 256: Frau an Bord

Jahrzehnte später finden zwei Holzkisten mit über 300 ungeordneten Glasnegativen ihren Weg in die Sammlung des Museumsbergs. Es dauert weitere Jahre, bis der Schatz entdeckt wird, der sich darin befindet. Das Material in diesen Kisten umfasst Dreesens gesamte Karriere bis zurück in die 1870er Jahre. Forschungen haben ergeben, dass sie seit über 100 Jahren nicht mehr zu sehen waren. Die Mehrzahl davon wurde nie veröffentlicht.

Die Ausstellung auf dem Museumsberg Flensburg zeigt die Fotografien, die in diesen Kisten gefunden wurden. Sie erzählt ihre Geschichte und die ihres vergessenen Schöpfers, dem offiziellen „Hofphotographen“ des Kaiserhauses. Seine Bilder zeigen ungefilterte und überraschende Einblicke in das alte Europa und die Luxusreisen der Belle Époque. Technischer Fortschritt und globale Entwicklungen ließen die Welt schrumpfen, die Zeit des globalen Tourismus begann.

Mit dieser Sonderausstellung widmet der Museumsberg Flensburg gemeinsam mit dem Norsk Reiselivsmuseum dem Künstler Wilhelm Dreesen die erste Einzelausstellung überhaupt. Die Ausstellung wird am 31. Oktober um 11.30 Uhr in der Aula des Hans-Christiansen-Hauses eröffnet. 

Dreesen 41: Norwegen

Aktuelle Öffnungszeiten: 10.00 – 17.00 Uhr, täglich außer montags

Museumsberg

Museumsberg
Museumsberg 1
24937 Flensburg
Tel.: 0461 – 852956
museumsberg@flensburg.de
https://www.museumsberg-flensburg.de/

Verkehrsberuhigung der Rathausstraße in Flensburg

Einleitung der Maßnahme

Flensburg. Heute leitet die Stadtverwaltung, wie angekündigt, die Maßnahme zur Verkehrsberuhigung in der Rathausstraße ein. Die zur Sperrung für den Durchgangsverkehr notwendigen baulichen und verkehrsregelnden Schritte werden jetzt vorgenommen. Die Mitarbeiter*innen des TBZ werden dazu aktiv.
Der Umsetzung der Maßnahme ist eine umfassende Information der Öffentlichkeit vorangegangen. Mit Infoflyern und Plakaten, einer Anzeige in einem lokalen Wochenblatt, schriftlichen Informationen per Post an ca. 150 Anlieger und persönlichen Gesprächen mit verschiedenen Unternehmen hat die Stadt die notwendigen Informationen breit gestreut.
Stadtrat Stephan Kleinschmidt: „Heute gehen wir wie vorgesehen in die Umsetzung der Verkehrsberuhigungsmaßnahme. Ich hoffe, wir konnten den Menschen in und um die Rathausstraße die Sorgen nehmen. Dazu habe ich auch selbst Gespräche mit betroffenen Unternehmen geführt. Wir werden die Maßnahme jetzt intensiv beobachten und der Politik in sechs Monaten eine erste Evaluation vorlegen.“
Der Flensburger Behindertenbeauftragte stimmt der Maßnahme zu. „Die einzelnen Schritte zur Erhöhung der Sicherheit für Menschen mit Behinderung vor allem für Sehbehinderte, die die Stadt hier geht, liegen über dem, was gesetzlich gefordert ist. Darüber freue ich mich sehr“, so Christian Eckert.

Politisches Abendgebet der Aktionsgruppe Klima Flensburg am 1. November 2021 um 18 Uhr in St. Nikolai

Liebe Interessierte,

beim nächsten Politischen Abendgebet am 1. November wieder um 18 Uhr in St. Nikolai widmen wir uns noch einmal dem Thema „Gemeinwohl-Ökonomie“.

Danach machen wir eine längere Winterpause bis März.

Das nächste Politische Abendgebet wird dann am 7. März stattfinden.

Susanne Friederichsen
Veronika Landbeck
Jürgen Iversen
(AG Politisches Abendgebet in der Aktionsgruppe KLIMA Flensburg)

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