Konferenz der Ostseeanrainer: Auf den Ostsee-Aktionsplan müssen Taten folgen

Ostseeküste Holnis II

Flensburger Förde bei Holnis: Das idyllische  Bild täuscht. Auch dieser Teil der Ostsee ist in einem schlechten Zustand und stark belastet.  – Foto: Jörg Pepmeyer

BUND fordert konsequenteren Schutz der Ostsee

Berlin/Lübeck. Die Umweltminister*innen der Ostseeanrainerstaaten (HELCOM) beschließen heute einen Ostsee-Aktionsplan, der auf den ersten Blick Maßnahmen für einen guten Ostseeschutz bietet. Bereits der letzte Aktionsplan von 2007 hatte gute Ansätze, aber in den letzten 14 Jahren wurde nur bei 25 Prozent der Maßnahmen überhaupt mit der Umsetzung begonnen, kritisiert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). „Wir wissen bereits lange, dass das Ökosystem der Ostsee stark gefährdet ist und was zu tun ist“, so BUND-Vorsitzender Olaf Bandt. „Das Problem ist, dass wir den Ostseeschutz bisher nicht konsequent umsetzen. Die neue Bundesregierung muss den Meeresschutz ernsthaft angehen.“

Dass die Ostsee in einem schlechten Zustand ist, haben auch die Verhandlungen der EU-Fischereiminister*innen letzte Woche gezeigt, an deren Ende Fangquoten für bestimmte Ostseefische stark eingeschränkt wurden. Erneut warnen Wissenschaftler*innen vor dem katastrophalen ökologischen Zustand der Ostsee sowie den zusätzlichen Belastungen durch den Klimawandel. Quallenplagen und Algenteppiche belasten Jahr für Jahr stärker die Küsten und den Tourismus. Um das langfristig zu verhindern, müssen beispielsweise viel weniger Nähr- und Schadstoffe aus der Landwirtschaft in die Ostsee gelangen.

Mit Blick auf für Meerestiere schädlichen Unterwasserlärm fordert der BUND die HELCOM-Staaten auf, die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von Schiffen um 20 Prozent zu reduzieren, wodurch ihr Lärmeintrag um 60 Prozent gemindert werden kann. Sprengungen von Munitionsaltlast dürfen nur dann erfolgen, wenn eine Bergung nicht möglich ist. Ist eine Sprengung unumgänglich, darf das nur mit Lärmminderungsmaßnahmen wie Blasenschleiern geschehen. Die Suche nach Öl- und Gasvorkommen mit Schallkanonen sollte verboten und für geologische Untersuchungen Alternativen entwickelt und gefördert werden. Bandt: „Der Ostsee-Aktionsplan könnte ein Anfang zur Lärmreduzierung sein, aber nur wenn nicht nur darüber geredet wird, sondern die Maßnahmen auch umgesetzt werden.“

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Veröffentlicht am 20. Oktober 2021, in Ökologie, Bildung, Daten und Zahlen, Flensburg News. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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