Archiv für den Tag 3. Oktober 2021

Bündnis solidarische Stadt Flensburg: Scharfe Kritik an der Preiserhöhung der Stadtwerke

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Heizkraftwerk am Flensburger Hafen-Westufer: Das Bündnis solidarische Stadt kritisiert scharf die Fernwärme-Preiserhöhung der Stadtwerke von 12,8% – Foto: Jörg Pepmeyer

Preiserhöhung als Ergebnis verfehlter Unternehmensstrategie

Exorbitante Preiserhöhung für die Fernwärme: »Nun rächt sich die Strategie der Stadtwerke und die Flensburger Haushalte müssen zahlen«

Gabi Ritter, Fraktionsvorsitzende von Bündnis solidarische Stadt: »Nun rächt sich die Strategie der Stadtwerke und die Flensburger Haushalte müssen zahlen« – Foto: Jörg Pepmeyer

Das Bündnis solidarische Stadt kritisiert die Unternehmensstrategie der Stadtwerke und den »intransparenten und undemokratischen Schweinsgalopp, mit dem die Preiserhöhung durchgedrückt wurde. Überfallartig wurde die Politik vor vollendete Tatsachen gestellt, ohne die Folgen diskutieren und sozial abfedern zu können«, so Gabi Ritter, Vorsitzende der Ratsfraktion von Bündnis solidarische Stadt.

»Eine Strategie ist erst eine Strategie, wenn sie tatsächlich eine belastbare Strategie ist,“ ergänzt Ratsherr Andreas Zech, Diplom Kaufmann und ehemaliger Unternehmensberater. Und am kürzlich verabschiedeten Strategiepapier der Stadtwerke „SWFL 21.x: Kurs grün + digital“ lässt er kein gutes Haar: „Im  Strategiepapier 2021-2025 fehlt eine langfristige Strategie über 5 Jahre, um die ambitionierten und notwendigen, gesamtgesellschaftlichen Klimaziele konkret erreichen zu können. Viele Fragen blieben offen, viele Themenbereiche wurden ausgeklammert. Daher haben wir, sowohl in der Gesellschafterversammlung als auch in der Ratsversammlung vom 19.08.2021 die Strategie 2021-2025 inhaltlich scharf kritisiert und konsequent abgelehnt.“

Ratsherr Andreas Zech von Bündnis solidarische Stadt: »Die Stadtwerke-Strategie 2021-2025 ist untauglich, um die notwendigen Klimaziele zu erreichen.« Foto: Jörg Pepmeyer

Andreas Zech weiter: »Seit vielen Jahren haben sich die Stadtwerke erneuerbaren Energien verweigert. Ob Solar, Wind, Erdwärme, … für die Stadtwerke waren die erneuerbaren Energien kein Thema. Wider besseres Wissen hielten sie erst an der Kohle, und jetzt am Gas fest. Damit wurde und wird die Entwicklung, weg von fossilen und klimaschädlichen Brennstoffen – deren Kosten zunehmend unkalkulierbar werden – blockiert«.

Mit zunächst rekordverdächtigen 12,8 % Preiserhöhung für die Fernwärme läuten die Stadtwerke die Verteuerung ein. Der Grund: Höhere Beschaffungskosten für die klimaschädlichen Rohstoffe und die bei der Verbrennung anfallenden Emissionszertifikate.

»Dabei verschweigen die Stadtwerke, dass es sich gerade um den ersten Schritt einer Preiserhöhung von rund 25 % handelt«. Der zweite Schritt stehe für März 2022 schon im Raum. »Stets wurden klimaschonende Energiekonzepte als preistreibende, hohe Belastung für die Verbraucher*innen ins Feld geführt. Nun zeigt sich, dass es genau umgekehrt ist. Hätten die Stadtwerke schon vor Jahren angefangen, mit ihren hohen Gewinnen auf lokale, erneuerbare Energien zu setzen, wären wir dem unberechenbaren Rohstoffmarkt für fossile Brennstoffe nicht so ausgeliefert gewesen und die Preiserhöhung entsprechend moderater ausgefallen. Nun müssen 98 % der Flensburger Haushalte – also fast alle – diese Fehlentscheidungen mit ihrer Heizkostenabrechnung bezahlen«, kritisiert Gabi Ritter.

Jeglichen Mahnungen zum Trotz hätten die Stadtwerke auf ihr einträgliches Versorgungsmonopol bestanden und damit bis heute die Türen für regionale, klimaschonende und bezahlbare Versorgungsstrukturen verschlossen gehalten.

Das Bündnis solidarische Stadt erwartet jetzt von den Stadtwerken eine konsequente Umkehr ihrer Strategieplanung. Dazu gehöre als oberstes Ziel Nachhaltigkeit, Zukunftsfähigkeit und soziale Verträglichkeit statt Rekordgewinne: »Flensburgs Dächer gehören umgehend mit Solarkollektoren ausgestattet. Wind, Erdwärme und Wasser sind lokale Ressourcen, die es zu nutzen gilt. Hier lohnt es zu investieren, da die Anlagen marktunabhängiger zu betreiben sind.«

Umgehend brauche es auch ein gestaffeltes Preissystem, um soziale Härten abzufedern. Ebenso erwartet das Bündnis solidarische Stadt einen transparenten Kommunikationsprozess unter Beteiligung der lokalen Energie- und Klimaschutzinitiativen und der interessierten Einwohnenden. »Deren Wissen und Expertise stellt eine unverzichtbare Ressource dar, um zeitnah in einen zukunftsfähigen, bezahlbaren Umbau der Energieversorgung einsteigen zu können«, unterstreicht Gabi Ritter abschließend.

Siehe zum Thema Stadtwerke-Strategie auch den Stadtblog-Beitrag vom 13. August 2021: Stadtwerke-Strategiedebatte ohne Öffentlichkeit: Nix mit fossilfreier Energiewende unter: https://akopol.wordpress.com/2021/08/13/stadtwerke-strategiedebatte-ohne-offentlichkeit-nix-mit-fossilfreier-energiewende/

Zur Stadtwerke-Strategiedebatte auch der Rede-Beitrag von Ratsherr Andreas Zech auf der Ratsversammlung vom 19.08.2021

Lesung mit Lilian Grzesiak und Ulrich Borchers am 9. Oktober in der Bergmühle

Überwiegend heiter bis wolkig – Geschichten wie das LebenBergmuehle

Samstag, 9. Oktober
17 bis 19 Uhr (Einlass: 19 Uhr)
An der Bergmühle 7, 24939 Flensburg

Veranstalter: Verein zur Erhaltung der Bergmühle e.V.


Lesung mit Lilian Grzesiak und Ulrich Borchers

Eine Original-Flensburgerin und ein Original-Flensburger präsentieren eine Auswahl ihrer Kurzgeschichten. Seit Jahren unterhalten die beiden anlässlich einer Vielzahl von Lesungen sowohl mit Autorengruppen aber auch solo ihre Zuhörer. Bewährt hat sich aber vor allem, wenn die beiden ein Gespann bilden. Das passt einfach. Zahlreiche ihrer Geschichten wurden veröffentlicht oder auch mit Preisen versehen. Ziel ist es zu unterhalten. Nicht mit hochgeistigen Texten, sondern mit einem anspruchsvollem und humorvollen Blick auf das bunte Leben. Lassen sie sich mitnehmen und gehen sie mit einem Lächeln aus einer Lesung von Lilian Grzesiak und Ulrich Borchers.

Eintritt 5 Euro. Anmeldung/Reservierung erbeten unter 0461 47464 oder flensburgulli@yahoo.de

Hutkonzert mit Flock of Feathers am 8. Oktober in der Bergmühle

Mühlengenuss mit Natascha & Friends

Freitag, 8. Oktober um 20 Uhr (Einlass: 19 Uhr)
An der Bergmühle 7, 24939 Flensburg

Veranstalter: Verein zur Erhaltung der Bergmühle e.V.

Kurz & Knackig: (3 Sätze)
Das Ensemble „FLOCK OF FEATHERS“ besteht aus Maik Beta (Piano), Susann Bartlefsen (Harfe), Holger Dierks (Gitarre) und Natascha Ovia (Gesang). Sie vereinen in jeder Hinsicht menschliche und musikalische Unterschiede zu einem harmonischem Ganzen. Das Programm beinhaltet eine bunte Mischung von bekannter und unbekannter Populär-Musik in eigenem Format.

Wer oder was verbirgt sich hinter FLOCK OF FEATHERS ?

Flock of FeathersDas Sprichwort „Birds of the same feather flock together“ hat den Namen des Ensembles inspiriert.
Auf Deutsch: „Gleich und gleich gesellt sich gern.“ Die Variation zu „Schwarm von Federn“ lässt Raum für zahlreiche Assoziationen. Ein Schwarm agiert wie ein Organismus, obwohl er aus vielen Einzelindividuen besteht. Und genau das beschreibt die Synchronisation des menschlichen Gehirns beim gemeinsamen Musizieren. Dazu sind Federn sowohl funktional als auch schmückend. Sie sind leicht und schwebend und können in der Verdichtung schwer und gewichtig sein.
Diese Beschreibungen wird sehr genau der Gemeinschaft dieser vier Musiker gerecht. Maik Beta (Piano), Susann Bartlefsen (Harfe), Holger Dierks (Gitarre) und Natascha Ovia (Gesang) bilden einen Schwarm von bunten und unterschiedlichen Federn, die in der Musik zu einem Ganzen verschmelzen und dabei sich in einem Spektrum von beschwingt und lustig-leicht bis hin zu einer gewichtigen Schwere bewegen. Doch welche Musik, welches Genre, welche Klänge oder Rhythmen können Sie hier erwarten? Alles ist möglich!

Maik Beta ist ein hochbegabtes Musik-Genie, der in der frühen Kindheit mit dem Klavierspiel begonnen hat und heute alles vom Blatt spielt, was er an Noten in die Hände bekommt. Doch auch das ist noch lange nicht alles. Er begleitet seit 10 Jahren Flensburger Chöre von Pop bis Klassik und hat somit im Gesang seine zweite Heimat gefunden. Unsere eingeschworene Flensburger Gemeinde weiß, dass er sogar im Theaterspiel ein Geheimtip ist. Seit 2016 arbeitet Maik Beta mit Natascha Ovia zusammen. Seitdem sind viele Projekte und Konzerte aus der gemeinsamen Schaffenskraft hervorgegangen und ein gemeinsames musikalisches Kind: Der Neustadt-Chor Flensburg. Natascha Ovia ist Sängerin und Stimmbildnerin, ehemalige Großstadtpflanze, mit Herz, Schnauze und unendlicher Begeisterungsfähigkeit und Leidenschaft in Sachen Gesang und Musik die unbedingt und direkt spürbar und übertragbar ist. Wenn Natascha singt, hat man das Gefühl in eine kuschelige Decke eingehüllt zu werden. Doch sie ist auch dazu in der Lage eine Kirche mit Barocken Arien zu beschallen, dass jedem klar wird, dass Barock Musik von dem Wort „Rocken“ stammt.
Dazu kommt noch eine entzückende Andersartigkeit, die das Team Maik und Natascha, zu einem regelrecht bezaubernden Entertainment-Paket verknüpft. Musik und Gesang ist keine Ego-Nummer für die beiden Musiker, sondern ein Spielplatz der für alle Menschen zugänglich ist und Menschen in jeder möglichen Form miteinander verbindet. Maik und Natascha laden dazu ein, zu authentischer, lebendiger Musik die Herz und Hirn berührt.
Susann Bartlefsen, ehemalige Krankenschwester und bekennende Pferde- und Hundeflüsterin, ist eine begabte Harfinistin, die aus der Harfen-Niesche der Klassik und des Irish-Folk herauszutreten ist, um sich auch in andere Musikbereiche zu wagen. Inzwischen spielt sie das große Gitarrenstück „Nothing Else Matters“ mit schwindelerregender Leichtigkeit und hat so ein einzigartiges Cross-Over geschaffen. Dazu berührt sie mit einer klaren natürlichem Sopranstimme, die zu Herzen geht.
Holger Dierks ist bekennender Neil Young Fan und deutlich ein Kind der 60er Jahre. Sobald er die Gitarre in den Händen hält verbindet er die Coolness eines Hamburger Jung‘ mit der verruchten Jugendlichkeit eines Old-School Rockers.
Was erwartet Sie nun in der Bergmühle? 4 einzigartige Musiker, gute Unterhaltung und eine bunte Mischung musikalischer Überraschungen.

Beschaffungskosten mehr als verdoppelt – Stadtwerke Flensburg passen Fernwärmepreise an

Kraftwerk am Hafen-Westufer: Stadtwerke Flensburg begründen Fernwärme-Preiserhöhung mit gestiegenen Beschaffungskosten – Foto: Stadtwerke Flensburg

Pressemitteilung der Stadtwerke Flensburg vom 01.10.2021: Die Stadtwerke Flensburg benötigen für die Produktion von Energie unter anderem Erdgas, Kohle und CO2-Zertifikate. Deren Preise an den Beschaffungsmärkten haben sich seit Oktober letzten Jahres mehr als verdoppelt. Einen derart hohen Kosten-Sprung nach oben führt dazu, dass die Stadtwerke zum 01. November 2021 ihre Preise für Fernwärme anpassen müssen.

Zum Jahresanfang 2021 konnten die Stadtwerke ihre Preise noch auf dem Niveau des Vorjahres halten und haben diese nicht erhöht. Das ist jetzt nicht mehr möglich, denn die Preise auf den Rohstoffmärkten sind förmlich explodiert. In den letzten 12 Monaten stiegen die Preise für Erdgas um rund 130 %, für Kohle um 70 % und für CO2-Zertifikate um 113 %. Das ist mehr als doppelt so viel wie noch im letzten Jahr. Für den CO2-Preis war das politisch gewollt und vorgesehen. Die Erklärung für die hohen Rohstoffpreise ist etwas komplexer, vielfältiger und auch für Experten nicht eindeutig zu interpretieren.

Fakt ist: Die Märkte sind seit einigen Monaten extrem nervös und volatil. Die sehr hohen Preise für Erdgas (LNG), die seit Monaten in Asien aufgerufen und auch bezahlt werden, tragen sicher auch zu den insgesamt hohen Gaspreisen in Europa bei. Die Kohlepreise steigen ebenfalls wohl auch aufgrund hoher Nachfrage. In Deutschland war Kohle wegen der vergleichsweise geringen Produktion aus der erneuerbaren Windenergie im ersten Halbjahr Hauptbrennstoff der Stromproduktion. Zu der prekären Marktsituation tragen weiter die niedrigen Speicherfüllstände in Europa und die Unsicherheit über russische Lieferungen insbesondere über die neue Leitung Nordstream 2 bei. Dazu Dr. Dirk Wernicke, Geschäftsführer Stadtwerke Flensburg: „Einen erheblichen Teil der mehr als doppelt so hohen Beschaffungskosten konnten wir durch Optimierungen und Einsparungen an anderer Stelle ausgleichen.“

Obwohl die Stadtwerke so einen hohen Teil der Kostensteigerung übernommen haben, ist eine Anpassung des Fernwärmepreises zum 01. November 2021 um durchschnittlich 12,8 % pro Jahr an das gestiegene Beschaffungspreisniveau unumgänglich. Das macht bei einer Wohnung 7 Euro pro Monat und bei einem Haus 26 Euro pro Monat aus.

Cris Wallendorf, Vertriebsleiter der Stadtwerke, gibt einen Ausblick auf das nächste Jahr: „Die Beschaffungsmärkt sind aktuell sehr dynamisch und die Situation für 2022 ist zurzeit kaum vorhersehbar. Aber wir prüfen und bewerten dies regelmäßig und wenn sich etwas signifikant verbessern sollte, werden wir das berücksichtigen und an unsere Kunden weitergeben.“

 

Siehe dazu auch den Stadtblog-Beitrag vom 30.09.2021: Massive Preiserhöhungen der Stadtwerke: Initiative Klimabegehren Flensburg kritisiert Energiepolitik unter: https://akopol.wordpress.com/2021/09/30/massive-preiserhohungen-der-stadtwerke-initiative-klimabegehren-flensburg-kritisert-energiepolitik/

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