Ideen gegen Lebensmittelverschwendung: Obst und Gemüse mit Makeln im Verkauf

Hinweise und Tipps der Verbraucherzentrale

Obst und Gemüse muss in Supermärkten meist makellos aussehen, um in den Verkauf zu gelangen. Doch erste Einzelhändler denken um und bieten auch nicht perfekte Ware zu günstigeren Preisen an. Das hat ein aktueller, bundesweiter Marktcheck der Verbraucherzentralen gezeigt. Damit alle Supermärkte nachziehen, ist die Politik gefordert. Anlässlich der Aktionswoche „Deutschland rettet Lebensmittel“ berichten die Verbraucherzentralen über Lebensmittelverschwendung und zeigen Lösungswege.

Die Verbraucherzentralen haben in einer Stichprobe bundesweit 25 Supermärkte und Discounter besucht. Mit dabei waren Rewe, Edeka, Kaufland, Globus, Aldi, Lidl, Alnatura, Denn´s Biomarkt, Netto Markendiscount und Penny. Das wichtigste Ergebnis dieses Marktchecks: Sieben der ausgewählten Märkte bieten preisreduziertes Obst und Gemüse an. „Wir freuen uns, dass einige Händler diesen Weg zur Eindämmung von Lebensmittelverschwendung gehen. Nun ist es wichtig, dass alle anderen Händler ebenfalls mitmachen“, sagt Selvihan Benda, Ökotrophologin bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein (VZSH).

Weg vom Abverkauf in der Wühlkiste

Ideal wäre es, wenn alle Handelsketten und Supermärkte Ware regelmäßig aussortieren und frühzeitig ermäßigt anbieten würden. „Diese nicht mehr perfekten Lebensmittel müssen einfach zum gewohnten Bild in der Obst- und Gemüseabteilung dazugehören. „Das hilft, der Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken und führt zu einem Umdenken. So sehen Verbraucherinnen und Verbraucher, dass auch sehr reifes Obst und Gemüse noch gut und essbar ist“, sagt Selvihan Benda. Förderlich für Wertschätzung von aussortiertem Obst und Gemüse wäre es auch, wenn diese Waren im Laden ansprechend präsentiert würden. In Supermärkten fällt oft auf, dass Lebensmittel im Abverkauf in unansehnlichen Wühlkisten mit unsortierten Artikeln landen.

Klare Vorgaben für die Kennzeichnung sind gefordert

Ein Hindernis sind unzureichende Regelungen zur Kennzeichnung. „Händler müssen beim Verkauf von Obst und Gemüse unter anderem über die Herkunft, Sortenbezeichnung und vieles mehr informieren“, erklärt Benda. „Hat ein Apfel nun braune Stellen und landet in einer Kiste für preisreduzierte Lebensmittel, fehlen die Angaben, die sich sonst auf dem Preisschild befinden.“ Hier erwartet die VZSH von Politik und Lebensüberwachung ein abgestimmtes Vorgehen mit klaren Anweisungen und umsetzbaren Vorschlägen für den Handel. Dies würde Hemmschwellen abbauen, um möglichst viele Lebensmittelmärkte zum Mitmachen zu bewegen. Zudem werden Irreführung und Täuschung damit erschwert. Mehr Informationen zum Thema gibt es hier.

Der gesamte Marktcheck zu Obst und Gemüse im Einzelhandel erscheint Ende des Jahres auf der Webseite unter http://www.verbraucherzentrale.sh.

Storywoche auf Instagram und Facebook – Webinar am 6. Oktober

Am 29. September hat die VZSH zur Aktionswoche eine Storywoche auf ihren Social Media-Kanälen bei Instagram und Facebook gestartet. In den täglich veröffentlichten Videos und Bildern und Infografiken wird es um ugly food, die Haltbarkeit und richtige Vorratshaltung von Lebensmitteln gehen. Ein kostenloser Online-Vortrag am 6. Oktober zum Thema rundet die Woche ab. Hier geht es zur Anmeldung.

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Veröffentlicht am 1. Oktober 2021, in Bildung, Daten und Zahlen, Flensburg News, Soziales, Wirtschaft. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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