Archiv für den Tag 26. August 2021

IHK Flensburg kritisiert geplante Sperrung der Rathausstraße

Die von der Stadt noch für September angekündigte Sperrung der Flensburger Rathausstraße stößt auf massive Kritik der Wirtschaft

„Dass ein solch schwerwiegender Eingriff in die Verkehrsstruktur der Stadt nicht von der Ratsversammlung als demokratisch gewähltem Gremium entschieden, sondern allein auf Anordnung der Verkehrsbehörde erfolgen soll, ist nicht akzeptabel“, so die Kritik von IHK-Vizepräsident Helmut Ermer. Die ohnehin durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie stark beeinträchtigten Unternehmen in der Innenstadt bräuchten jetzt vor allem dringend Gelegenheit, sich zu erholen, anstatt Hürden wie eine schlechtere Erreichbarkeit noch zusätzlich hinnehmen zu müssen.
Vizepräsident Thomas Jensen, Dollerup, ergänzt: „Als Besucher von außerhalb verstärkt sich immer mehr der Eindruck, dass Flensburg dichtmacht. Das kann nicht im Interesse der Stadt sein.“
IHK-Präsident Rolf-Ejvind Sörensen fordert: „Bevor die Stadt Fakten schafft und die Verkehrsader Rathausstraße dichtmacht, müssen die Stimmen der Bürger und der Unternehmen gehört werden, die aktuell im Rahmen der Mobilitätsbefragung gesammelt werden. Außerdem hat die Stadt es bisher versäumt, konkrete Pläne zur zukünftigen Gestaltung des Bereichs vorzulegen.“
Aus diesen Gründen spricht sich die IHK für einen Aufschub in der Angelegenheit aus und drängt auf einen ausgewogenen, demokratischen Abstimmungsprozess.

„Exe“ ab 05.09. gesperrt

Herbstjahrmarkt 2021

Flensburg. In der Zeit vom 10.09.2021 bis 26.09.2021 findet der diesjährige Herbstjahrmarkt 2021 auf dem Großparkplatz `Exe` statt.

Wegen dieser Veranstaltung wird der Großparkplatz `Exe`

ab Sonntag den, 05.09.2021, ab 20:00 Uhr,
bis einschließlich Mittwoch den, 29.09.2021 gesperrt.

Die Autofahrer werden gebeten, ihre Fahrzeuge zu dem genannten Termin zu entfernen bzw. den Platz nach der erfolgten Sperrung nicht mehr zu nutzen.

Die Marktverwaltung weist vorsorglich darauf hin, daß der gesamte Platz für den Aufbau und Ablauf des Marktes benötigt wird.

Unberechtigt abgestellte Fahrzeuge müssen daher kostenpflichtig abgeschleppt werden.

Großdemo am 28. August gegen Ausbau der A20 in Stade

BUND sperrt sich gegen klimaschädlichstes und teuerstes Autobahnprojekt der Republik

Stade. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Schleswig-Holstein e.V. (BUND SH) mobilisiert für Samstag, den 28. August, über die Landesgrenzen hinaus zu Protesten gegen einen Weiterbau der A20. Über 20 Organisationen und Verbände demonstrieren gemeinsam in Stade gegen die Weiterführung des Projektdinosauriers: In den 1990er Jahren geplant, will die Bundesregierung das sieben Milliarden teure Projekt trotz massiver Umweltschäden vorantreiben: Anpassungsfähigkeit an Bedarf und Bedingungen des 21. Jahrhunderts sieht anders aus.

Die A20 würde auf 80 Prozent ihrer Strecke wichtige CO2-Speicher wie Moore und Marschböden zerstören – in Schleswig-Holstein betrifft das den Großteil der Strecke von Wittenborn bis zur Elbe. Moore binden in ihren Torfen weltweit circa 450 Gigatonnen Kohlenstoff und damit mehr als alle Wälder der Welt zusammen. In Deutschland sind bereits 95 Prozent der Moore zerstört. Fast sieben Prozent aller Treibhausgas-Emissionen Deutschlands kommen aus diesen trockengelegten Moorgebieten. In Schleswig-Holstein emittieren entwässerte Niederungen fast genauso viele Klimagase wie der gesamte Verkehr. Durch den Bau würde ein erheblicher Teil des noch gebundenen Treibhausgases freigesetzt. „Durch das Ausspülen des geplanten Elbtunnels entsteht zudem saurer, schwefelhaltiger Abraum, der die Marschgräben und die Elbe vergiftet,“ warnt Ole Eggers, Landesgeschäftsführer des BUND SH. Der Verkehr hat als einziger Sektor bisher keine Einsparungen vorzuweisen. „Wir fordern einen grundsätzlichen Stopp des Autobahnneu- und Ausbaues in Deutschland: Wir brauchen ein besseres ÖPNV-Netz, mehr Radverkehr und viel mehr Schiene – nicht noch mehr Autoverkehr! Das wäre nicht nur klimafreundlicher, sondern auch sozialgerechter. Wir müssen jeden Straßenbau daraufhin bewerten, ob das unter ökologischen, ökonomischen und Klima-Gesichtspunkten noch zu rechtfertigen ist“, so Eggers weiter.

Rainer Guschel von der BUND Kreisgruppe Steinburg und seit über 40 Jahren aktiv im Einsatz gegen Umweltzerstörung bemängelt: „Seit 2002 klagt der BUND gegen die Fortführung dieses volkswirtschaftlich und ökologisch unsinnigen Projekts. In vier Abschnitten wurden die Planungen bereits wegen Verstößen gegen das Gewässer- bzw. Artenschutzrecht gerichtlich gerügt und für rechtswidrig erklärt. In keinem einzigen Abschnitt existiert bislang Baurecht.

Bereits Anfang Juni hatten bundesweit Proteste gegen die A20 auf die drohende Klima- und Umweltgefahr aufmerksam gemacht. In Bad Segeberg hatte der BUND und seine Verbündeten auf die 7,5 Hektar große, geplante Schneise durch Schleswig-Holsteins zweitgrößtes Waldgebiet, den Segeberger Forst, hingewiesen. Schleswig-Holstein ist das waldärmste Bundesland und würde an dieser Stelle unwiederbringlich intakte Wälder und Moore zerstören. Erschwerend kommt hinzu, dass sich der Bau für die geschätzten 19.000 Fahrzeugen täglich gar nicht lohnt.

Die A 20-Planungen sind mit rund 200 Kilometern Länge von Weede kurz vor Bad Segeberg bis zum ostfriesischem Westerstede das längste und teuerste Neubauprojekt des gesamten Bundesverkehrswegeplans – und dasjenige mit dem selbst vom Bundesumweltamt anerkannten größten Umweltschaden.

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