Mit Stecker-Solargeräten für den Balkon lässt sich eigener Ökostrom in der Wohnung erzeugen

Das ist neu: Mit Stecker-Solargeräten für den Balkon oder die Terrasse können Mieter und Wohnungseigentümer eigenen Strom erzeugen. Die kompakten Geräte lassen sich einfach anschließen und entlasten die Stromrechnung.

Stecker-Solargeräte sind unter vielen Namen zu finden: Balkonmodul, Mini-Solaranlage, Plug & Play-Solaranlage oder Balkonkraftwerk. Entscheidend ist, dass sie alle keine Anlagen im technischen Sinn sind, sondern Strom erzeugende Haushaltsgeräte für den Eigenbedarf. Maximal 600 Watt elektrische Leistung darf ein Stecker-Solargerät erzeugen. Im Vergleich zur Photovoltaikanlage bieten die kleinen Plugin-Geräte vor allem einen Vorteil: Man braucht keine Fachfirma und kann sie einfach selbst anbauen und anschließen. Für die Solaranlage im Kleinformat brauchen Nutzer nicht einmal einen Balkon. Die Geräte lassen sich auch an einer Außenwand, auf dem Dach, auf der Terrasse oder an einem sonnigen Platz im Garten anbringen oder aufbauen.

So funktioniert ein Stecker-Solargerät

Die Geräte setzen sich aus Standard-Solarmodulen und einem Wechselrichter zusammen, der den Gleichstrom in 230-Volt-Wechselstrom für Haushaltsgeräte umwandelt. So fließt der selbst erzeugte Strom in eine Steckdose und versorgt von dort Fernseher, Kühlschrank oder Waschmaschine, die an anderen Steckdosen in der Wohnung angeschlossen sind. An eine Balkonbrüstung passen in der Regel ein bis zwei Solarmodule.

Kosten und Ertrag

Ein Modul ist etwa 1 mal 1,70 Meter groß und bringt bis zu 300 Watt Leistung. „300-Watt-Module samt Wechselrichter sind einschließlich Montagevorrichtung ab 500 Euro erhältlich und erzeugen je nach Standort bis zu 300 Kilowattstunden Strom im Jahr“, erläutert Carina Vogel von der Energieberatung der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Ein durchschnittlicher Zwei-Personen-Haushalt verbraucht rund 3.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. „Rund zehn Prozent davon lassen sich mit einem Stecker-Solargerät erzeugen. Mieter und Wohnungseigentümer haben damit die Möglichkeit, ihren Solarstrom selbst zu nutzen und Stromkosten zu sparen.

Vier Schritte zur Nutzung von Stecker-Solargeräten

  1. Bei Miet- und Eigentumswohnungen ist die Zustimmung des Vermieters oder der Eigentümergemeinschaft nötig, um Solarmodule an der Brüstung oder Hauswand anzubringen.
  2. Beim Kauf ist es wichtig, ein steckfertiges Gerät auszuwählen und auf das DGS-Siegel der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie zu achten.*
  3. Den besten Ertrag liefern Module, die an einem sonnigen Platz zur Südseite ausgerichtet sind. Sie müssen fest montiert sein, so dass sie auch bei Sturm halten.
  4. Wer ein Stecker-Solargerät nutzt, muss es beim örtlichen Stromnetzbetreiber und beim Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur anmelden. Leider erschweren einzelne Netzbetreiber den Anschluss von Stecker-Solargeräten oder verlangen Geld, wenn dafür ein neuer Zähler installiert wird.

Mehr Informationen zum Thema gibt es hier.

Bei Interesse an einem Stecker-Solargerät und anderen Themen rund um Bauen, Wohnen und Sanieren bietet die Energieberatung der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein fachliche Unterstützung. Informationen zu Stecker-Solargeräten und zum Energiesparen gibt es auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de oder bundesweit kostenfrei telefonisch unter 0800 – 809 802 400. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale berät unabhängig von Unternehmen und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

*DGS-Siegel:

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Veröffentlicht am 15. Juni 2021, in Ökologie, Bürgerbeteiligung, Bildung, Daten und Zahlen, Flensburg News, Wirtschaft. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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