Archiv für den Tag 7. Mai 2021

Stolpersteine in Schleswig: Aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen

LINKE-Kandidatin Katrine Hoop: „Die Opfer achten und im Gedächtnis behalten.“

Morgen, am 8. Mai, jährt sich der Tag der Befreiung zum 76sten Mal. DIE LINKE im Wahlkreis  Flensburg-Schleswig hat das zum Anlass genommen, die Stolpersteine zu  polieren, die an das Schicksal der jüdischen Schleswiger*innen während  des Holocaust erinnern.

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Der Kreisvorsitzende DIE LINKE. Schleswig-Flensburg Alfred Ebeling und die Direktkandidatin Katrine Hoop beim Polieren der Stolpersteine in der Michaelisstraße (Foto: Nicolas Jähring)

»Wir möchten die Opfer achten und im Gedächtnis behalten«, erklärt die  Direktkandidatin für die Bundestagswahl, Katrine Hoop und unterstreicht, dass es nicht reicht, den Opfern zu gedenken. »Wir müssen aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen. Antisemitismus gehört keinesfalls der Vergangenheit an. Holocaustverharmlosung, Ausgrenzung, Dämonisierung und Gewalt gegen jüdische Menschen ist leider auch heute noch bittere Realität in Deutschland.«

Besonders deutlich wird es in den antisemitische Verschwörungsmythen, die in der Pandemie Hochkonjunktur haben. Aber auch Alltagsantisemitismus ist fest in unserer Gesellschaft verankert.

»Der nationalsozialistische Massenmord zeigt auf dramatische Weise, wohin Menschenhass führen kann. Die Erinnerungskultur ist daher von großer Wichtigkeit. Wir dürfen dabei aber nicht übersehen, dass Antisemitismus viel früher anfängt. Es macht mich unglaublich traurig, dass jüdische Menschen auch hier in unserer Region täglich mit Vorurteilen und Anfeindungen zu kämpfen haben. Es braucht weiterhin Aufklärung und klare Haltung gegen jeden Antisemitismus«, so Hoop.

Evakuierungsmaßnahme in Flensburg am 8. Mai

Bombenfund auf dem Eckener Sportplatz

Flensburg. Die Weltkriegsbombe, die auf dem Sportplatz an der Eckener Str. gefunden wurde wird nun am Samstag, 08. Mai entschärft. Im Zuge der Maßnahme wird das Gebiet um den Sportplatz weiträumig evakuiert. Betroffen ist die Flensburger Nordstadt. Die genauen Abgrenzungen sind auf der Karte unter www.flensburg.de/entschärfung bzw. der dortigen Straßenübersicht zu entnehmen. Die Vorbereitungen für die Evakuierung laufen derzeit auf Hochtouren. Evakuierungsplan

Am 08. Mai ist ab 09:30 Uhr der Zutritt zum Gebiet nicht mehr möglich. Bis 11:30 Uhr sollen die Menschen ihre Wohnungen und das Gebiet verlassen haben.

Neben der Information der Bevölkerung werden heute auch die Notunterkünfte vorbereitet. Eine Übersicht über die Notunterkünfte findet sich unter www.flensburg.de/entschärfung Hier gibt es auch eine Übersicht über die Haltestellen des Busshuttles, der Notunterkünfte mit freien Kapazitäten anfährt. Eine Rückfahrmöglichkeit von den Notunterkünften zu den Haltestellen im Evakuierungsgebiet wird nach Freigabe des Gebietes sichergestellt. Eine Information hierzu wird auch über die Medien, sowie über die WarnApps Katwarn und NINA erfolgen.

Oberbürgermeisterin Simone Lange zeigt sich beeindruckt von den Vorbereitungen: „Mit rund 16.500 betroffenen Einwohner*innen haben wir eine der größten Evakuierungen in der Geschichte der vergangenen Jahrzehnte hier in Schleswig-Holstein. Das ist schon eine große Herausforderung. Selbstverständlich kümmern wir uns um die Menschen, die keine Möglichkeiten der Unterbringung haben. Wer die Möglichkeit hat, darf aber unter Berücksichtigung der derzeitigen Regelung auch gerne bei Freunden, Familie und Bekannten verweilen, bis die Entschärfung vorbei ist“.

Für alle Fragen rund um die Evakuierung steht das Bürgertelefon der Stadt Flensburg unter 858550 zur Verfügung. Heute, am Freitag, den 07. Mai noch bis 19 Uhr und Morgen ab 08:30 Uhr bis zum Ende der Entschärfung.

Auch unter www.flensburg.de/entschärfung  gibt es weitere Informationen rund um das Thema Evakuierung.

Initiative „Postkolonialer Stadtrundgang Flensburg“ lädt zum virtuellen Treffen am 12. Mai ein

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Der Flensburger Hafen zur Zeit des Handels mit den dänischen Kolonien und Inseln in der Karibik. Als spannende Lektüre zum Thema: Zucker, Rum und Sklavenarbeit – Ein kurzer Abriß zur Kolonialgeschichte Flensburgs von 1755 bis 1840

HERZLICHE EINLADUNG ZUM KENNENLERNEN UND MITWIRKEN BEI POSTKOLONIALEN STADTRUNDGÄNGEN

(***English version below***)

Wir, die Initiative „Postkolonialer Stadtrundgang Flensburg“, suchen nach Leuten, die Lust hätten bei unserer Gruppe dabei zu sein.
Auf ehrenamtlicher Basis bieten wir Stadtrundgänge an, die die Kolonialgeschichte Flensburgs und ihre Auswirkungen aus einer kritischen Perspektive erzählen: „Postkolonial“ bedeutet für uns, dass Machtverhältnisse zwischen Flensburg, Westafrika und der Karibik nicht mit Ende der Kolonialzeit aufgehoben wurden, sondern weiter bestehen. Flensburg profitiert dabei nach wie vor, was sich zum Beispiel in der Wirtschaft spiegelt. Auch Ortsnamen oder hierarchisierende Denkweisen wie Rassismus zeugen von den seit der Kolonialzeit anhaltenden Verhältnissen. Die Rundgänge sollen die Auswirkungen an konkreten Orten zeigen, Teilnehmende auf Missstände hinweisen und zum Nachdenken anregen.

Bei einem virtuellen Kennenlerntreffen am 12.05.2021 UM 18 UHR stellen wir uns und die Stationen unseres Rundgangs in Kurzform vor. Wir wollen mit euch darüber ins Gespräch kommen und ggf. überlegen, was ergänzende Stationen sein könnten. Ihr könnt euch so ein gutes Bild von unserer Arbeit machen und dann entscheiden, ob ihr Lust habt mitzumachen.

Zum Sommer hin hoffen wir, dass die Corona-Richtlinien es zulassen, dass wir wie im letzten Jahr Rundgänge mit Masken in Kleingruppen anbieten können. Wir würden uns freuen, wenn wir dafür Unterstützung finden würden.
Als Gruppe treffen wir uns 1-mal im Monat (im Moment virtuell), um alles was ansteht zu besprechen. Wir kommunizieren meist auf Deutsch, teilweise aber auch auf einem Mix aus Deutsch und Englisch. Die Rundgänge (es gibt sie auf beiden Sprachen) werden von je 2 Mitgliedern unserer Gruppe durchgeführt und richten sich ganz nach den persönlichen Kapazitäten.

Wir treffen uns unter FOLGENDEM LINK, alle sind willkommen:
https://uni-flensburg.webex.com/uni-flensburg-de/j.php?MTID=meb58bf28457079ca42e7bc1d4b4f97d7
[1]
  Meeting-Kennnummer (Zugriffscode): 124 808 3568
  Meeting Passwort: Stadtrundg2021+

  Schreib uns gern per Mail, wenn du kommen magst: flensburgpostkolonial@posteo.de
  Im Anhang Selbstverständnis kannst du noch etwas zu unserem Selbstverständnis lesen.

Liebe Grüße
Marie von der Initiative „Postkolonialer Stadtrundgang Flensburg“

WARM INVITATION TO GET TO KNOW AND PARTICIPATE IN POSTCOLONIAL CITY  WALKS

(***German version above***)

We, the initiative „Postcolonial City Walk Flensburg“, are looking for people who would like to join our group.
  On a voluntary basis, we offer city walks that tell the colonial history of Flensburg and its effects from a critical perspective: „Postcolonial“ means for us that power relations between Flensburg, West Africa and the Caribbean were not abolished with the end of the colonial period, but continue to exist. Flensburg still benefits from this, which is reflected in the economy, for example. Place names or hierarchising ways of thinking such as racism also bear witness to the conditions that have persisted since colonial times. The tours are intended to show the effects in concrete places, point out grievances to participants and encourage them to reflect.

 At a virtual get-to-know-you meeting on 12.05.2021 AT 6 PM, we will introduce ourselves and the stations of our tour in short form. We want to start a discussion about these and, if necessary, consider what additional stations could be. This will give you a good idea of our work and then you can decide whether you want to join us.

Towards the summer, we hope that the Corona guidelines will allow us to offer tours with masks in small groups, as we did last year. We would be happy to find support for this.
As a group we meet once a month (at the moment virtually) to discuss everything that is going on. We communicate mostly in German, but sometimes also in a mix of German and English. Each of the tours (they are available in both languages) are conducted by 2 members of our group and depend on personal capacities.

  We meet at the FOLLOWING LINK, everybody is welcome:
https://uni-flensburg.webex.com/uni-flensburg-de/j.php?MTID=meb58bf28457079ca42e7bc1d4b4f97d7
[1]
  Meeting-Kennnummer (Zugriffscode): 124 808 3568
  Meeting Passwort: Stadtrundg2021+

Please send us an email if you would like to come: flensburgpostkolonial@posteo.de
In the attachment Selbstverständnis you can read more about our self-conception.

Best regards,
Marie from the initiative „Postcolonial City Walk Flensburg“

Links:
——
[1]
https://uni-flensburg.webex.com/uni-flensburg-de/j.php?MTID=meb58bf28457079ca42e7bc1d4b4f97d7

Zum Thema auch ein spannender Aufsatz: Zucker, Rum und Sklavenarbeit – Ein kurzer Abriß zur Kolonialgeschichte Flensburgs von 1755 bis 1840: Flensburger Rum und Zucker

Kongress der Hochschule Flensburg am 27.05.2021: Wasserstoff aus Afrika – Ein Weg zur Klimaneutralität Deutschlands?

Fachleute aus dem In- und Ausland diskutieren online und öffentlich am 27. Mai über Wasserstoffprojekte zwischen Norddeutschland und Afrika

Das Afrika-Zentrum der Hochschule Flensburg erwartet Minister aus Mauretanien, Unternehmer aus Heide und Politiker aus Brüssel zu einem Online-Kongress am 27. Mai. Die Online-Veranstaltung ist öffentlich. Anmeldung erbeten.

Deutschland importiert derzeit rund zwei Drittel seines Energiebedarfs in Form fossiler Energieträger wie Kohle, Öl und Gas. Um CO2-neutral werden zu können, scheint neben dem Zubau von Wind- und Solaranlagen in Schleswig-Holstein auch der Import grüner Energie aus dem Ausland notwendig zu werden.

Bundesregierung und Energiewirtschaft setzen dabei vor allem auf Wasserstoff als Energieträger. Die Idee: Günstiger Solar- und Windstrom wird in Afrika zur Herstellung von Wasserstoff verwendet, dieser dann nach Deutschland transportiert.

Afrika gilt als besonders vielversprechend für solche Konzepte wegen der besonders ertragreichen Wind- und Solarstandorte, aber auch wegen der geographischen Nähe zu Europa.

Die Hochschule Flensburg wirft jetzt einen genaueren Blick auf die Rahmenbedingungen. Am 27. Mai von 15 bis 17 Uhr wird das „Centre for Business and Technology in Africa” der Hochschule zahlreiche Fachleute zum Thema im Rahmen einer Online-Konferenz zu Gast haben.

Zugesagt haben hochrangige Gäste, die vor allem über Potentiale für die Zusammenarbeit zwischen Norddeutschland und Afrika auf diesem Gebiet sprechen wollen. Den Auftakt machen wird ein Vortrag von Stefan Liebing, Vorsitzender des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft, gefolgt von Ousmane Kane, dem Wirtschaftsminister von Mauretanien und Professor Bernd Möller von der Europa-Universität Flensburg vom Zentrum für nachhaltige Energiesysteme der Hochschulen in Flensburg.

Danach werden weitere hochkarätige Gäste in zwei Podiumsdiskussionen das Thema vertiefen. In der ersten Runde geht es um die Frage, welche politischen Strategien für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft erforderlich sind. Hildegard Bentele, als Europaabgeordnete im Europäischen Parlament zuständig für die Wasserstoffstrategie, Andreas Hein aus dem Kieler Landtag sowie Markus Exenberger von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) werden darüber informieren.

Anschließend befasst sich eine zweite Runde mit Möglichkeiten für die norddeutsche und die afrikanische Wirtschaft. Vertreter von Sasol aus Johannesburg, vom Windparkentwickler PNE AG aus Cuxhaven und der Geschäftsführer der Entwicklungsagentur für die Region Heide werden darstellen, welche konkreten Vorhaben sie bereits verfolgen und wie sich eine Zusammenarbeit von Unternehmen positiv auf die Energiewende in Afrika und in Norddeutschland auswirken könnte.

Die Veranstaltung ist öffentlich und wird geleitet von Prof. Dr. Kay Pfaffenberger, Direktor des Afrika-Zentrums der Hochschule Flensburg. Das detaillierte Programm sowie der Anmeldelink zur Online-Veranstaltung finden sich unter www.africacentre.de.

Das Programm der Veranstaltung mit den Anmeldeinformationen:

Programm Wasserstoff Konferenz

Das Programm als PDF zum Download

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