Akteure in Schleswig-Holstein kämpfen gemeinsam für Lebensmittel-Wertschätzung

Bei einem verbraucherpolitischen Online-Klönschnack mit Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft hat die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein den Auftakt zu einem landesweiten Austausch für den gemeinsamen Kampf gegen Lebensmittelverschwendung gegeben.

Jedes Jahr landen in Deutschland etwa 12 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll statt auf den Tellern. Wirtschaft und Verbraucher sind jeweils etwa zur Hälfte für das Abfallaufkommen verantwortlich. Diese Verschwendung ist ethisch fragwürdig und steht im Widerspruch zu den nationalen Klimaschutzzielen. Die Verbraucherzentrale setzt in den Jahren 2021 bis 2023 einen Schwerpunkt auf Strategien gegen Lebensmittelverschwendung. „Dabei sind alle Beteiligten von der Landwirtschaft über Handel und Politik bis hin zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern gefordert“, sagt Selvihan Benda von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. „Zwar gibt es bei uns im Land schon viele Initiativen gegen Lebensmittelverschwendung, aber die nötige Schlagkraft lässt sich nur mit einer gemeinsamen
Anstrengung erzielen.“

Umweltminister Albrecht will Lebensmittelverschwendung halbieren

Alle Podiumsgäste beim verbraucherpolitischen Klönschnack betonten ihr Interesse am gegenseitigen Austausch und an einer künftigen Zusammenarbeit. „Bis 2030 wollen wir die Lebensmittelverschwendung in Schleswig-Holstein halbieren. Das ist ein ehrgeiziges Ziel“, sagte Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht bei der Veranstaltung.

Mit Bildung und Information Bewusstsein schaffen

So divers wie die Zusammensetzung des digitalen Podiums sind auch die Herausforderungen und bisherigen Erfolge. Ulrike Röhr vom Landfrauenverband betonte die Bedeutung von Aktionen in der Schule, um die Verbraucher von morgen für den Wert von Lebensmitteln zu sensibilisieren. Das bestätigte Prof. Ulrich Jürgens, der an der Kieler Christian-Albrechts-Universität zu Lebensmittelverschwendung forscht: „Wir sehen vor allem ein mangelndes Bewusstsein in den privaten Haushalten.“ Die Verbraucherzentrale setzt sich mit Informationen und Bildungs-
angeboten dafür ein, mehr Wissen um den Wert und die sinnvolle Verwendung von Lebensmitteln zu schaffen. „Die Lösung liegt aber nicht allein bei den Verbrauchern. Auch Politik und Verwaltung sind gefragt“, so Stefan Bock, Vorstand der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Mehrere Ministerien der schleswig-holsteinischen Landesregierung arbeiten bereits ressortübergreifend an Lösungen. „Wir wünschen uns außerdem als ersten Ansatz eine Plattform der Landesregierung für alle maßgeblichen Vertreter von Verbänden, Wirtschaft, Politik und Verwaltung sowie zivilgesellschaftlichen Gruppen und Wissenschaft“, so Stefan Bock. „Das Ziel ist eine dauerhafte Kooperation und Entwicklung gemeinsamer Ansätze.“

Teilnehmer der digitalen Podiumsdiskussion

  • Frank Koschinski, Landwirtschaftsministerium Schleswig-Holstein
  • Dr. Ulrich Jürgens, Geografisches Institut CAU zu Kiel
  • Malte Rubach, Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Bündnis „Wir retten Lebensmittel!“
  • Ulrike Röhr, Präsidentin LandFrauenVerband Schleswig-Holstein e. V.
  • Axel Strehl, Präsident DEHOGA Schleswig-Holstein e. V.
  • Frank Hildebrandt, Vorstand Tafel Kiel e. V.
  • Marco Kuhlow, foodRegio e. V.
  • Stefan Bock, Vorstand Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein e. V.

Mehr Informationen finden Sie auch auf der Website der Verbraucherzentrale.

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Veröffentlicht am 30. April 2021, in Ökologie, Bürgerbeteiligung, Bildung, Daten und Zahlen, Flensburg News, Soziales. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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