Geldverschwendung bei Lolli-Tests für Kleinkinder

SSW kritisiert Anschaffung von nicht zugelassenen Corona-Tests durch die Stadt Flensburg

Die Flensburger SSW-Fraktionsvorsitzende Susanne Schäfer-Quäck: „Als ich das hörte, fiel ich aus allen Wolken, denn die Stadt hatte erst letzte Woche zur Übergabe eben jener Tests die Presse eingeladen. Die Stadt Flensburg hat 30.000 Tests angeschafft und an die Einrichtungen verteilt.“

Das Landesjugendamt informierte gestern (26. April) alle Einrichtungen, dass die Behörde keinen Spielraum sieht sogenannte Lolli-Tests an Kleinkindern vorzunehmen und bittet explizit darum, von diesen Testungen Abstand zu nehmen. Es gibt auch weiterhin keine zugelassenen Corona-Tests für Kleinkinder. SSW-Fraktionsvorsitzende Susanne Schäfer-Quäck: „Als ich das hörte, fiel ich aus allen Wolken, denn die Stadt hatte erst letzte Woche zur Übergabe eben jener Tests die Presse eingeladen. Die Stadt Flensburg hat 30.000 Tests angeschafft und an die Einrichtungen verteilt.“
Kinder und Jugendliche sind in Zeiten der Corona-Pandemie oftmals die einzigen Familienmitglieder mit vielen Sozialkontakten. „Gerade darum hat die SSW-Fraktion die Ausweitung der Teststrategie auf Kleinkinder ausdrücklich begrüßt. Die Testlücke bei den Kindern zu schließen, sehen wir als einen wichtigen Schritt der Pandemiebekämpfung. Doch auch schon in der Diskussion vor der Anschaffung haben wir darauf hingewiesen, dass die Tests zuhause und nicht in den Einrichtungen vorgenommen werden müssen. Außerdem haben wir darauf hingewiesen, dass es noch gar keinen zugelassenen Test gibt. Genau das hat das Landesjugendamt in seinem Schreiben noch einmal bestätigt. Vor allen Flensburgs Eltern sind sehr enttäuscht. Die Tests waren bereits wegen Fehler in der Anleitung in die Kritik geraten. Das Personal in den Einrichtungen fühlt sich doppelt im Stich gelassen: da wird etwas angeschafft und dann sollen die Anwenderinnen und Anwender sehen, wie sie klar kommen.“
Susanne Schäfer-Quäck möchte von der Verwaltung wissen, wie viel Geld für die Tests bislang ausgegeben wurde und welche alternativen Einsatzmöglichkeiten die Stadt nach dem Verbot  vorsieht. „Die Warnung des Landesjugendamtes vor dem Einsatz der so genannten Lollitests bei Kleinkindern sind unmissverständlich. Der Schnellschuss der Verwaltung muss jetzt schnell korrigiert werden. Es wurde seitens der Verwaltung der Eindruck erweckt, dass der Einkauf der Lolli-Tests mit dem zuständigen Ministerium abgestimmt worden ist. Hier besteht Erklärungsbedarf. Ich muss allerdings auch sagen, dass mich diese Nachrichten nicht besonders hoffnungsfroh stimmen, dass wir bald die Pandemie überstanden haben. Dieses Hin und Her und das Ausprobieren von Maßnahmen im 14. Monat der Pandemie ist sehr zermürbend.“

Dazu auch der Stadtblog-Beitrag vom 20. April
Corona: Flensburger Kitas starten mit den Lolli-Tests unter: https://akopol.wordpress.com/2021/04/20/corona-flensburger-kitas-starten-mit-den-lolli-tests/

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Veröffentlicht am 27. April 2021, in Bildung, Flensburg News, Rat & Ausschüsse, Soziales. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

  1. Mir tun die (Klein)Kinder leid, denen man Lollis mit Haribogeschmack und nicht genau untersuchtem Testmaterial in den Hals schieben wollte.
    Mir tun die Kita’s/Kindertagespflege leid, die statt ihrem betreuerischen Auftrag man sie zu Testzentren umfunktionieren wollte.

    Mir tun die Eltern leid, die man lt. Schäfer-Quäck verurteilen wollte, die Test zu HAUSE durchzuführen und anschließend dieses (nur möglicherweise!) toxische Testmaterial täglich zu Fuß, mit ÖPNV, mit dem Fahrrad, mit dem Auto zum Gesundheitsamt zu bringen.
    Die tägliche Schlange davor kann ich mir gut vorstellen und vor allen Dingen die tägliche Parkplatzsuche in der Nordstadt. Da es vermutlich mehr Mütter beträfe, die möglicherweise noch einen täglichen Arbeitsplatz ausfüllen oder noch mehr Kinder zu Hause betreuen müssen.
    „Dass alle Eltern sehr enttäuscht sind“ – diese Meinung von Fr. Schäfer-Q. kann ich nicht teilen. Es genügend andere kritische Elternmeinungen, ob sie ihren Kinder kritisches Testmaterial zumuten müssen. Wer seine Kinder nicht testen lassen will, darf sie gleich wieder mit nach Hause nehmen.
    Danke also den vorsichtigen Jugendämtern.

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