Hotelprojekt am Rathausplatz: Arcotel-Gruppe erhebt schwere Vorwürfe gegen Investor

Arcotel-Hotelgruppe wirft Investor Theilen spekulatives Handeln vor, ohne die Absicht zu haben, wirklich ein Hotel zu bauen.

Aufgrund vertraglicher Vereinbarungen drohen umfangreiche Rechtstreitigkeiten.

In einer Gegendarstellung vom 7. April 2021 richtet die Arcotel-Gruppe, Wien, schwere Vorwürfe an den Investor des Hotelprojekts am Rathausmarkt, Gerd Theilen. Der wollte dort ein Hotel mit 120 Zimmern bauen, das nach seinen Angaben ursprünglich die Hilton-Gruppe betreiben sollte. Die Planungen dafür sind mittlerweile schon mehr als zehn Jahre alt und waren durch jahrelangen Stillstand gekenzeichnet. Die Hilton-Gruppe hatte jedoch kein Interesse, dafür trat im Mai 2018 die Arcotel-Gruppe in Verhandlungen mit Gerd Theilen und legte ihm im August 2018 ein erstes vertragliches Mietangebot vor. Trotzdem zogen sich die Verhandlungen noch eine ganze Weile hin. Am 30.09.2019 wurde dann zwischen beiden Parteien ein Mietvertrag geschlossen. Dies nach Angaben der Arcotel-Gruppe auf heftiges Drängen des Investors, dem offenbar die Zeit davon lief, um fristgerecht Fördermittel aquirieren zu können. Gleichzeitig wurde eine Rathaushotel Flensburg Betriebsgesellschaft mbh gegründet. Am 23.11.2020 teilte Gerd Theilen jedoch der Arcotel-Gruppe schriftlich mit, dass er das Projekt nicht umsetzen werde. Am 23.03.2021 legte er jedoch eine neue Konzeption für das Hotel in der Sitzung des Planungsausschusses vor, ohne darüber die Arcotel-Gruppe zu informieren. Die erfuhren nach eigenen Angaben erst durch einen Beitrag in der Lokalpresse am 25.03.2021 davon. In der untenstehenden Gegendarstellung erheben sie nun schwere Vorwürfe gegen Gerd Theilen:

Dazu ein Kommentar von Jörg Pepmeyer

Märchenstunde der Investoren zum Schaden der Stadt

Das ist ein wunderbares Beispiel, wie Flensburger Investoren es mit der Wahrheit nicht genau nehmen und selbst ihre Geschäftspartner zum eigenen Vorteil hintergehen. Gerd Theilen hat in den Ausschuss-Sitzungen mehrfach über das Projekt geradezu poetisch-blumig fabuliert. Und nun stellt sich heraus, weder hatte die Hilton-Gruppe ein Interesse solch ein Hotel zu betreiben, noch hat er das nötige Geld, um das Vorhaben zu finanzieren.
Aber es geht auch um ein ehemaliges städtisches Grundstück, dass Theilen spekulativ als Faustpfand nutzt und auf dem sich seit über zehn Jahren nichts tut. Obwohl der Verkauf an ihn mit einer eindeutigen Verpflichtung und einem Versprechen seinerseits versehen war, dort ein Tagungshotel zu bauen. Dabei hätten andere Investoren schon längst zum Nutzen der Stadt und mit der Schaffung von Arbeitsplätzen ein vernünftiges Projekt dort entwickeln können.
Leider kann die Stadt ihm das Grundstück nicht wegnehmen. Und Theilen wird bei einem möglichen Rückkauf des Grundstücks durch die Stadt natürlich ohne Ende pokern. Das könnte dann recht teuer werden.
Aber dass Politik und Verwaltung dabei jahrelang mitgespielt haben und sich von ihm haben einseifen lassen, ist der eigentliche Skandal.

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Veröffentlicht am 7. April 2021, in Daten und Zahlen, Flensburg News, Rat & Ausschüsse, Wirtschaft. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

  1. Ich, wir, sind mal wieder entsetzt und danke Jörg für deinen immer wieder Einsatz für aktuellen Journalismus!

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  2. Märchenstunde der Investoren zum Schaden der Stadt

    Das ist ein wunderbares Beispiel, wie Flensburger Investoren es mit der Wahrheit nicht genau nehmen und selbst ihre Geschäftspartner zum eigenen Vorteil hintergehen. Gerd Theilen hat in den Ausschuss-Sitzungen mehrfach über das Projekt geradezu poetisch-blumig fabuliert. Und nun stellt sich heraus, weder hatte die Hilton-Gruppe ein Interesse solch ein Hotel zu betreiben, noch hat er das nötige Geld, um das Vorhaben zu finanzieren.
    Aber es geht auch um ein ehemaliges städtisches Grundstück, dass Theilen spekulativ als Faustpfand nutzt und auf dem sich seit über zehn Jahren nichts tut. Obwohl der Verkauf an ihn mit einer eindeutigen Verpflichtung und einem Versprechen seinerseits versehen war, dort ein Tagungshotel zu bauen. Dabei hätten andere Investoren schon längst zum Nutzen der Stadt und mit der Schaffung von Arbeitsplätzen ein vernünftiges Projekt dort entwickeln können.
    Leider kann die Stadt ihm das Grundstück nicht wegnehmen. Und Theilen wird bei einem möglichen Rückkauf des Grundstücks durch die Stadt natürlich ohne Ende pokern. Das könnte dann recht teuer werden.
    Aber dass Politik und Verwaltung dabei jahrelang mitgespielt haben und sich von ihm haben einseifen lassen, ist der eigentliche Skandal.

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