Archiv für den Tag 30. März 2021

Kind gibt 2.500 Euro mit Smartphone aus – Erste Hilfe für Eltern

Bucht der Mobilfunkanbieter plötzlich riesige Beträge vom Konto ab, können Online-Einkäufe von Kindern dahinterstecken. So ist es jetzt einer Familie aus Schleswig-Holstein ergangen. In solchen Fällen schützt das Verbraucherrecht die Eltern. Die Verbraucherzentrale kann helfen, solche Forderungen abzuwenden und bietet dafür einen kostenfreien Musterbrief an.

Wenn gelangweilte Kinder quengeln, ist der Griff zum Smartphone oft die Notlösung. Das kann teuer werden, wie ein aktueller Fall der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein zeigt: Mit seinem Smartphone hatte ein Zehnjähriger unbemerkt knapp 2.500 Euro für Spielzubehör im Internet ausgegeben. Erst als die Abrechnung des Mobilfunkanbieters kam, erfuhren die Eltern von den Ausgaben in verschiedenen Online-Spielen. „Dieser Fall zeigt: selbst wenn keine Kreditkartendaten beim Mobilfunkanbieter hinterlegt sind, können Kinder aus Versehen oder heimlich riesige Summen mit dem Smartphone ausgeben“, sagt Christine Hannemann von der Verbraucherberatung in Flensburg. In diesem Fall war der Junge beim Spielen offenbar an Drittanbieter im Netz geraten und hatte unbemerkt Zubehör gekauft. Oft genügt im Internet ein Klick auf ein Banner, um ungewollt einen Vertrag zu schließen und Geld auszugeben.

Erstattung durchgesetzt mit Unterstützung der Verbraucherzentrale

Mit Unterstützung der Beraterin hat die Betroffene der Forderung widersprochen und bekommt den vollen Betrag erstattet. „Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind beschränkt geschäftsfähig. Ohne Zustimmung der Eltern dürfen sie nur Kleinigkeiten kaufen, die sie vom Taschengeld bezahlen können“, erläutert Hannemann. Die Höhe der Summen ist nicht festgelegt, als Orientierung dient die Taschengeldtabelle des Deutschen Jugendinstitutes. Bei kleinen Kindern unter zehn Jahren sind das etwa drei Euro in der Woche, bei älteren Minder-jährigen bis zu 61 Euro im Monat.
Zuvor hatte die Mutter des Jungen Kontakt zu ihrem Mobilfunkanbieter und zu Google aufgenommen, um das Problem zu lösen. „Trotz Schriftverkehr zwischen den beiden Unternehmen und einer Anzeige bei der Polizei ist dabei leider nichts herausgekommen“, sagt die Betroffene. Auf den Tipp von Kollegen hatte sie sich dann an die Verbraucherzentrale gewandt und auf diesem Weg ihr Recht durchgesetzt.

Das können betroffene Eltern tun

Wenn ein Kind unter 18 Jahren im Internet eine größere Summe ausgegeben hat, können die Eltern per Musterbrief der Forderung widersprechen und dem Unternehmen gegenüber erklären, dass sie die Genehmigung für den Kauf verweigern.
•  Der sicherste Weg ist der Brief an das Unternehmen per Einschreiben mit Rückschein.
•  Zusätzlich können Eltern den Online-Kauf innerhalb von 14 Tagen widerrufen – am besten schriftlich und per Einschreiben.
 Mit einem Passwortschutz für Käufe mit dem Smartphone und einer Drittanbietersperre beim Mobilfunkunternehmen lässt sich das Risiko für solche Pannen verringern.
•  Beratung und Unterstützung bei Ärger mit Mobilfunkunternehmen und Anbietern im Internet bietet die Verbraucherzentrale Flensburg.

Tipps und Unterstützung für Verbraucher

Unter der Servicenummer 0461 / 28604, per Kontaktformular oder Email an flensburg@vzsh.de bietet die Verbraucherzentrale Betroffenen Rat und Unterstützung. Einen Termin für eine telefonische Beratung können Verbraucher unter verbraucherzentrale.sh buchen.

Zwei Flensburger*innen auf Landesliste von Bündnis90/Die Grünen für die Bundestagswahl 2021

Robert Habeck und Marlene Langholz-Kaiser auf aussichtsreichen Listenplätzen 2 und 9

Wenn am 26. September die Bundestagswahlen stattfinden, werden auf der Landesliste der Grünen Schleswig-Holstein zwei Flensburger*innen kandidieren. Robert Habeck (Bundesvorsitzender, Listenplatz 2) und Marlene Langholz-Kaiser (Kreisvorsitzende, Listenplatz 9) wollen für die Region in Berlin Politik machen. 

Robert Habeck, seit 2018 Bundesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, zuvor Minister für Energiewende, Umwelt, Landwirtschaft und Digitalisierung und stellv. Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein. Foto: Copyright Nadine Stegemann

In seiner Rede auf dem digitalen Landesparteitag der Grünen am 27.03. betonte Robert Habeck die Dringlichkeit eines Politikwechsels, einer sozial-ökologischen und ökonomischen Richtungsänderung: „Wir erleben einen dramatischen Wandel. Durch Corona werden Existenzen und Hoffnungen zerstört. Durch Digitalisierung und Robotisierung werden Arbeitsplätze verloren gehen – und neue entstehen. Und die große ökologische Transformation wird die Art, wie wir wirtschaften und arbeiten tiefgreifend verändern. Sie wird deshalb nur gelingen, wenn wir Sicherheit im Übergang schaffen. Den Menschen eine Perspektive geben, ein Recht auf Weiterbildung. Wer seine Arbeit verliert, darf nicht auch noch seine Würde verlieren – ein neues Garantieversprechen durch eine Garantiesicherung. Keiner soll mehr an der Bürokratie scheitern.“

Robert Habeck machte ebenso klar deutlich, was BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wollen: Sie möchten regieren, die Nummer 1 im Land werden. Denn nur mit starken Grünen könne es gelingen, so Habeck, den Klimawandel noch auszubremsen sowie zugleich die sozialen und ökonomischen Fragen zu lösen. Dafür würden sich Programme wie z.B. das schleswig-holsteinische Infrastrukturprogramm IMPULS, „nur noch viel größer“ auch auf Bundesebene anbieten.

Die vollständige Rede findet man hier: https://www.robert-habeck.de/texte/blog/gemeinsam-stolz-sein-koennen/

Marlene Langholz-Kaiser, Flensburger Kreisvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen

Marlene Langholz-Kaiser, Europawissenschaftlerin und seit 2016 eine der beiden Kreisvorsitzenden der Flensburger Grünen, will sich in Berlin besonders stark für ein offenes Europa einsetzen. In ihrer Bewerbungsrede auf dem Landesparteitag erklärte sie: „Es wird in der nächsten Legislatur von entscheidender Bedeutung sein, dass wir die Idee der Europäischen Union mit Leben füllen und dass wir für europäische Lösungen streiten. Und dafür brauchen wir Europapolitiker*innen im Bundestag und müssen als Fraktion eine kohärente Europastrategie entwickeln, damit wir den Integrationsprozess weiter vorantreiben können, statt den Status Quo nur zu verwalten.“ 

Ein Bereich, in dem sie grenzüberschreitende Lösungsansätze für dringend notwendig hält, ist der Meeresschutz. „Ich möchte, dass der Meeresschutz in der zukünftigen Bundesregierung weit oben auf die Agenda kommt. Wir brauchen eine deutliche Ausweitung von Schutzgebieten und müssen dafür sorgen, dass hier keine industrielle Nutzung mehr stattfindet. Wir müssen Klima- und Meeresschutz zusammendenken und unsere Ansätze auf Bundesebene mit dem Land und der EU zusammenführen“, betonte Marlene Langholz-Kaiser in ihrer Bewerbungsrede. Ein weiterer Schwerpunkt soll die Wissenschaftspolitik sein, denn Wissenschaft und Forschung sind sowohl für den Fortschritt, für die Überwindung von Krisen, als auch für den Erhalt der Demokratie essentiell. Neben einer stärkeren Förderung tranformativer Forschungsansätze fordert sie eine Verbesserung der Arbeitsverhältnisse in der Wissenschaft: „93 Prozent Befristungen bei den Nachwuchswissenschaftler*innen sind nicht akzeptabel und wir müssen hier Gesetzesänderungen auf den Weg bringen, um dieses Befristungsunwesen zu stoppen.“ 

Der Grünen-Kreisverband in Flensburg zeigte sich hoch erfreut über das Votum des Landesparteitags. Schließlich haben beide Kandidat*innen außerordentlich gute Chancen, sich zukünftig für Flensburg und die Region als Abgeordnete im Bundestag einsetzen zu können. So heißt es in einer Mitteilung des Kreisverbandes: „Mit Robert Habeck und Marlene Langholz-Kaiser treten zwei regional und überregional hervorragend vernetzte Kandidat*innen an, die genau wissen, wo der Puls unserer Region schlägt: In der Frage der offenen innereuropäischen Grenzen, der Innenstädte und Wirtschaft in der Transformation, in den zunehmenden Herausforderungen des Klimawandels und der wachsenden sozialen Spaltung.“

Politisches Abendgebet der Aktionsgruppe Klima Flensburg am 5. April 2021 um 18 Uhr in St. Johannis

Liebe Interessierte,
wir freuen uns, dass wir wieder zu einem Politischen Abendgebet einladen können,
am Ostermontag, den 5. April 2021 um 18 Uhr, und dieses Mal in der St. Johannis Kirche am Johanniskirchhof in Flensburg.
Das Thema „die Kraft der politischen Ohnmacht“.

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