Windenergieanlage im eigenen Garten? Hochschule Flensburg erforscht Voraussetzungen

22.03.2021 Im Netzwerkprojekt „CrossWind“ mit der Syddansk Universitet (SDU) will das Institut für Windenergietechnik an der Hochschule Flensburg die Nutzung von Kleinwindenergieanlagen voranbringen.

Crosswind
Foto: Hochschule Flensburg

Der Wind bläst an mehr als 320 Tagen im Jahr. Das kann unangenehm sein für Radfahrende zum Beispiel. Surfer*innen, Kite-Enthusiasten oder Windturbinenbesitzer*innen erfreut eine ordentliche Brise, denn für sie ist das Wetter perfekt. „Jedoch könnten wir alle davon profitieren“, sagt Kai Mommsen vom WETI der Hochschule Flensburg.

„Die Energieerzeugung aus privaten Haushalten kann nicht nur den eigenen Geldbeutel schonen, sondern auch den eigenen Stromverbrauch zum Teil oder ganz decken und gleichzeitig die Umwelt entlasten, sobald der Wind weht“, erklärt Mommsen.  Kleinwindenergieanlagen produzieren den Strom genau dort, wo er verwendet werden soll. Dies bedeutet, dass der Strom nicht über große Entfernungen transportiert werden muss. Somit ist kein Ausbau des Stromnetzes erforderlich, wie dies bei Offshore-Windenergieanlagen der Fall ist. „Daher können Windenergieanlagen für Haushalte eine Rolle in Bezug auf das intelligente Stromnetz der Zukunft spielen, in dem die Energie klüger und effizienter genutzt wird,“ sagt Mommsen.

Um die Voraussetzungen und Bedingungen zu erforschen, haben sich die Hochschule Flensburg und die SDU Sønderborg zum INETERREG-Netzwerkprojekt „CrossWind“ (CRoss-border Open-Source Small-WIND) zusammengeschlossen.

Das Ziel dieses Netzwerkprojektes ist es, einen Folgeantrag beim INTERREG6a Programm zu stellen zur Erforschung eines Kosten-optimierten Konzeptes einer Kleinwindenergieanlage. „Dazu benötigen wir nicht nur die Herstellerangaben einzelner Kleinwindenergieanlagen, sondern auch Erfahrungsberichte von derzeitigen Betreibern aus Deutschland und Dänemark“, erklärt Mommsen.

SDU und WETI würden gerne von Ihren Erfahrungen hören

Mit einer Kleinwindenergieanlage sparen Verbraucher*innen Geld und tragen zu einem umweltfreundlicheren Deutschland und Dänemark bei. „Sollten wir also nicht alle derzeit eine Windenergieanlage im Hinterhof haben?“, fragt Mommsen. Leider sei es nicht so einfach. Abhängig sei die Installation der Anlage vom Standort. „Je nachdem, wo Sie wohnen, benötigen Sie gegeben falls eine Baugenehmigung. Sie müssen ggf. eine Nachbarsberatung durchlaufen und dann gibt es Regeln für den Standort und strenge Anforderungen, wie viel Lärm sie verursachen kann“, erläutert der WETI-Mitarbeiter.

Einige dieser Regeln werden SDU Sønderborg und die Hochschule Flensburg im INTERREG-Netzwerkprojekt “CrossWind“ unter die Lupe nehmen. „Wir werden uns mit den Herausforderungen befassen, in denen sich private Haushalte und mittelständische Unternehmen im Zusammenhang mit der Errichtung und dem Betrieb von Haushaltswindenergieanlagen gegenübersehen. Die Regeln sind auf beiden Seiten der dänisch-deutschen Grenze unterschiedlich, daher ist es naheliegend, auf Erfahrungen aus Deutschland und Dänemark zurückzugreifen und herauszufinden, was am besten funktioniert “, sagt Professor Morten Hartvig Hansen vom Zentrum für Industriemechanik der SDU.

Interaktive Windkarte

Eine Idee, die während der Projektlaufzeit entstanden ist, ist die Entwicklung einer interaktiven Windkarte, auf der Personen schnell und einfach sehen können, ob es sich – ökologisch und finanziell – lohnt, in ihre eigene Windenergieanlage zu investieren.

„Die Amortisationszeit einer Haushaltswindenergieanlage hängt nicht überraschend von den Windverhältnissen ab. Es hängt aber auch von der Turbine, ihrem Anschaffungs- und Installationspreis, ihrer nominalen Jahresproduktion (Leistungskurve) und ihren Betriebskosten ab“, sagt Professor Morten Hartvig Hansen. Daher wollen die Projektpartner*innen eine leicht zugängliche und übersichtliche Website erstellen, auf der Interessierte den Standort einer Turbine wählen und eine Schätzung darüber erhalten, wie schnell sich die Turbine zu den aktuellen Abrechnungspreisen rechnet.

Wenn Sie eine Kleinwindenergieanlage besitzen und wichtige Informationen zum INTERREG-Netzwerkprojekt CROSSWIND, welches gefördert wird durch das Interreg Deutschland-Danmark und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, beitragen möchten, wenden Sie sich bitte an:

Hochschule Flensburg

Kai Mommsen

kai.mommsen@hs-flensburg.de

oder

Syddansk Universitet

Professor Morten Hartvig Hansen

mortenhhansen@sdu.dk

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Veröffentlicht am 22. März 2021, in Ökologie, Bürgerbeteiligung, Bildung, Daten und Zahlen, Flensburg News, Wirtschaft. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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