Flensburger Umwelt- und Planungsausschuss debattierte über Mobilitätsthemen und Verkehrsplanung für den Bahnhofsbereich

Bericht über die Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Planung, Stadtentwicklung (SUPA) am 09.03.2021 

Geschrieben am von JJB

Flensburg.de: Livestream zu den Sitzungen (Screenshot)

Mit Interesse erwartet wurde einmal wieder die Sitzung des Stadtplanungsausschuss am Dienstag, 9. März, erneut als Livestream. Bereits im Vorfeld war über das städtische Konzept zur Umgestaltung des Bahnhofsplatzes diskutiert worden. Neugier hatte auch der Antrag von CDU und Grünen geweckt, den Konflikt zwischen Fuß- und Radverkehr an der östlichen Hafenspitze durch einen Radweg hinter den Restaurants entschärfen.

Hier ein Kurzbericht über die Themen aus dem Bereich Mobilität – und im zweiten Teil der wie immer anschauliche und völlig subjektive Bericht von ADFC-SprecherInnen-Team-Mitglied Tim Meyer-König.

  • SUPA 09.03.2021: Tagesordnung und Downloads – mehr

I SUPA 09.03.21: Kurzbericht zu Mobilitätsthemen

TOP 4.  Sachstand zu den Strandkonzepten Ostseebad und Solitüde

Erkundungen und Vorschläge zu den Badebereichen Ostseebad und Solitüde präsentierte das Büro kessler.kraemer Landschaftsarchitekten, Flensburg. Mit Hilfe einer umfangreicher Befragung von jeweils rund 300 Strandbesuchenden waren Hinweise und Probleme gesammelt worden.
Als Ziele des Entwicklungskonzepts wurden definiert: Attraktivität sichern und weiterentwickeln, Konflikte minimieren/vermeiden und die Nutzung des Strandes steuern. Vorgeschlagen wird, die Strände in Zonen zu unterteilen: Aktivitätszone, Schutzzone, Strandzone sowie klar definierte Zonen mit Grill-Inseln, in denen gegrillt werden darf.

Das Konzept wurde – mit einigen Anmerkungen und Rückfragen – zur Kenntnis genommen. Am Ende, so Frau Takla Zehrfeld (Stadt Flensburg) werde ein Masterplan für die Strände stehen, in dem auch eine Strandaufspülung enthalten seien.

TOP 6. Wettbewerb Bahnhofsvorplatz/ Carlisle-Park, Anbindung Radverkehr: Eigenständiger Radweg

Beraten wurde über den Antrag der Flensburger Ratsfraktionen Bündnis 90 / Die Grünen, CDU, das Verkehrskonzept der Ausschreibung zum Wettbewerb Bahnhofsvorplatz/ Carlisle- Park um eine eigenständige Radverkehrsanlage zu ergänzen und insgesamt auf eine möglichst konflikt- und barrierefreie Führung aller Verkehrsteilnehmenden zu achten. 

Bereits im Vorfeld hatte die Stadtverwaltung deutlich gemacht, dass angesichts des geschätzten Verkehrsaufkommens ein eigener Radweg nicht für nötig gehalten wird. Frank Axen (Stadt Flensburg) erläuterte noch einmal, dass auch der Straßenquerschnitt keinen getrennten Radweg erlaube. Man müsse sich mit mit dem Radverkehr auf der Straße abfinden. Alternativen würden auf Kosten des Fußverkehrs gehen. Möglich wäre eine Führung durch den Carlisle-Park, wobei hier eine Flächenversiegelung vermieden werden sollte.

Axel Kohrt (SPD) erklärte, das Gespräch mit der Stadt suchen zu wollen und kündigte an, den Antrag nicht zu unterstützen. Bei der Diskussion wurde darauf hingewiesen, dass es um die Erstellung eines zukunftsfähigen Konzepts gehe, das auch den Radverkehr umfassen sollte. Mehrfach wurde in Frage gestellt, ob der Zweirichtungsverkehr der Busse auf Mühlendamm und Bahnhofstraße wirklich nötig sei. (Anmerkung: Bisher fahren die Busse über die Bahnhofsstraße als Einbahnstraße auf den Bahnhofsplatz zu.) Herr Axen (Stadt Flensburg) begründete dies damit, dass die Busse die Haltestellen von rechts anfahren müssen, um die Türen zur Haltestelle hin öffnen zu können.

Susanne Rode-Kuhlig (FDP) wollte die Entscheidung vertagen und beantragte die erste Lesung und damit Fortsetzung der Debatte bei der nächsten Sitzung. Von Seiten der Antragsteller wurde noch einmal erklärt, dass es nur darum gehe, grundsätzlich einen Radweg anzulegen. Wo genau und wie, sollten sich die Teilnehmenden des Wettbewerbs überlegen. Die erste Lesung wurde mit 7 Pro- und 9 Gegenstimmen abgelehnt und der Antrag schließlich mit 3 Gegenstimmen (SPD) mit 10 Stimmen von Grünen, CDU, SSW, FDP und WiF beschlossen.

TOP 7. “Umfahren statt umfahren” an der östlichen Hafenspitze

CDU-Ratsfraktion und der Ratsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen hatten gemeinsam den Antrag gestellt, die Verwaltung möge in einer Vorprüfung ermitteln, unter welchen Voraussetzungen und mit welchen voraussichtlichen Kosten der Bau eines Radwegs an der östlichen Hafenspitze hinter den Restaurants entlang der Bahntrasse möglich wäre. Damit sollten die Konflikte an der Hafenpromenade entschärft werden.

Frank Axen (Stadt Flensburg) lobte das pfiffige Motto. Er wies jedoch darauf hin, dass der Kauf der Trasse noch nicht abgeschlossen sei. Die Trasse sei erst ab der Nordstraße entwidmet, wurde bekannt. Herr Axen erklärte, es gebe drei Möglichkeiten für einen Radweg dort: Aufständerung (teuer), Stützmauer (teuer) oder auf der Trasse (kostengünstig).

Joachim Kaulbars ergänzte, solange die Strecke gewidmet sei, könne nichts passieren. Für eine Entwidmung brauche es mehrjährige Verfahren. Einfacher wäre es, sich mit dem zukünftigen Eigentümer auf eine Nutzung zu einigen. Auf Grund der bis dato ihnen nicht bekannten Sachlage zogen CDU und Grüne die Vorlage zurück.

TOP 9. Vortrag zur Energie- und CO2-Bilanz 2018

Die Stadt Flensburg führt in zweijährigem Rhythmus ein quantitatives Monitoring und
Controlling der Klimaschutzbemühungen durch und erstellt eine Energie- und CO2-Bilanz für die Stadt
Flensburg. Im SUPA  wurde nun die Klimabilanz für die Jahre 2017/18 vorgestellt. 

Laut Ratsbeschluss sollten die Klimagase bis 2020 um 30 Prozent reduziert werden. Klimamanager Till Fuder erläuterte anhand seiner Präsentation, dass seit 2018 ein Rückgang von 31 Prozent festzustellen sei, das sei im Vergleich zu anderen Städten durchaus ambitioniert.

  • Geschuldet ist dieser vor allem dem Industriebereich (Anteil 14 Prozent an den Emissionen) mit einer Abnahme von 62 Prozent. (Anmerkung: Dieser Rückgang dürfte in weiten Teilen mit dem Strukturwandel zusammenhängen.)
  • In den Haushalten (Anteil 34 Prozent) wurde eine Abnahme von 31 Prozent festgestellt.
  • Im Bereich Gewerbe, Handel, Dienstleistungen (Anteil 24 Prozent) ist eine Abnahme von 8 Prozent festzustellen.
  • Im Verkehrsbereich (Anteil 29 Prozent Anteil)  haben die absoluten Emissionen seit 1990 um 10 Prozent zugenommen. Hier seien sichtlich mehr Anstrengungen nötig.
  • Eine weitere Einsparung bei der Energieerzeugung der Stadtwerke sei nur durch den Einsatz erneuerbarer Energien möglich.

Der Vortrag wurde mit Dank zu Kenntnis genommen.

TOP 10.1 Erforderliche Maßnahmen zur verbesserten Anbindung des Bahnhofes

Der Bahnhof soll bereits seit längerem besser an den Busverkehr angebunden werden. Nun wurden von Aaron Radloff (Stadt Flensburg) entsprechende Maßnahmen vorgestellt.

Die Linie 21 wird ab Juli 21 bis 20 Uhr auf 30 Minuten Taktung erhöht (bisher im 60-Minuten-Takt) und fährt dann bis zum Bahnhof statt bisher nur zum ZOB. Auch die Linie 17 aus Kappeln wird bei dichterem Takt zum Bahnhof geführt, ebenso die Linien 171, 172 und 176. Auch die Flensburger Stadtverkehrslinien 1, 5 und 8 fahren über den Bahnhof. Am Bahnhofsplatz werden dafür fünf neue Haltepunkte entstehen sowie weitere Fahrradparkplätze, um Falschparken zu verhindern, damit die Busse freie Fahrt haben. Das Konzept ist vorläufig, vorbehaltlich der kommenden Umbaumaßnahmen.

Soweit von diesem Dienstag. Die nächste Sitzung des SUPA findet statt am 23. März (mehr).

Einen weiteren Bericht zum TOP 6: Eigenständiger Radweg zum Bahnhof gibt es hier

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Veröffentlicht am 16. März 2021, in Ökologie, Bürgerbeteiligung, Daten und Zahlen, Flensburg News, Rat & Ausschüsse, Soziales, Stadtplanung. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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