Archiv für den Tag 5. März 2021

SSW: Gesundheitsamt Flensburg verstärken!

SSW Flensburg fordert sofortige Besetzung der Leitungsstelle im Gesundheitsamt

SSW-Fraktionsvorsitzende Susanne Schäfer-Quäck: „Wann wird eines der wichtigsten Instrumente in der Pandemie-Strategie Flensburgs endlich wieder voll einsatzfähig?“

Oberbürgermeisterin Simone Lange lud am Donnerstag die Ratsversammlung zu einer Videokonferenz ein, vor ihrem Gespräch mit der Landesregierung.  Dazu die Vorsitzende der SSW-Ratsfraktion  Susanne Schäfer-Quäck: „Ich bedanke mich ausdrücklich bei der Oberbürgermeisterin, dass sie diese Möglichkeit angeboten hat.  Aus den Reihen der Ratsversammlung kamen viele Anregungen für einen vorsichtigen Öffnungskurs. Ich gehe davon aus, dass das eine gute Grundlage für die Gespräche mit der Landesregierung war.“ In einem Punkt bestünde aber, so Schäfer-Quäck, erheblicher Handlungsbedarf: „Das Gesundheitsamt ist die zentrale Stelle in der Pandemie-Bekämpfung. Was das Personal und die Zusatzkräfte aus Rathaus und Bundeswehr leisten, ist großartig. In der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, wird seit Monaten in der Norderstraße bis zur Belastungsgrenze gearbeitet. Nach wie vor ist aber der Leitungsposten vakant: das Gesundheitshaus hat durch  die gesamte Zeit der Pandemie hinweg keine medizinische Leitung durch einen Arzt oder eine Ärztin. Diese Leerstelle belastet das gesamte Team, das die Leitungs- und Koordinierungsaufgaben miterledigen muss. Für mich ist das ein Unding. Die Abstimmung mit dem Landkreis, den Krankenhäusern und den Hausärzten leidet unter dieser Vakanz.  Ich habe die Oberbürgermeisterin in der Videokonferenz gefragt, wann die Stelle besetzt wird.   Wann wird eines der wichtigsten Instrumente  in der Pandemie-Strategie Flensburgs endlich wieder voll einsatzfähig?  Der öffentliche Gesundheitsdienst muss enorme Leistungen stemmen. Darum mein dringender Appell, die Stelle in den nächsten Wochen zu besetzen.“

Ein Pyrrhussieg

Schlachtfeld am Bahnhofswald: Ein Sieg für die Investoren Jan Duschkewitz und Ralf Hansen? – Foto: Bernd Schütt

Ein Beitrag von Bahnhofswald-Anwohner Claus Kühne

 „Ein Pyrrhussieg ist ein zu teuer erkaufter Erfolg. Im ursprünglichen Sinne geht der Sieger aus dem Konflikt ähnlich geschwächt hervor wie ein Besiegter und kann auf dem Sieg nicht aufbauen.“ (siehe Wikipedia)

Wenn Stadtplanerin Frau Takla-Zehrfeld in der umstrittenen R.V. am 25.6.20 versichert, dass es sich im fraglichen Gebiet um Oberflächenwasser handelt, das in Trockenperioden versickert“, dann handelte es sich offensichtlich um eine unrichtige Aussage. Wenn dann der WiF verweigert wurde, einen bebilderten Beweis für das Vorhandensein der Quelle einzubringen, ist das ein Skandal!

Was ist der Beschluss einer Ratsversammlung wert, wenn dieser durch unrichtige Informationen manipuliert wurde?

Ein Pyrrhussieg, denn heute sehen Bürger, dass sehr wohl eine Quelle vorhanden ist, z.Zt. allerdings von der Privatarmee der Investoren zertrampelt.

Was bedeutet die Entwidmung eines Waldes, die zunächst durch die untere Forstbehörde aus fachlichen und rechtlichen  Gründen abgelehnt,  dann aber durch die Intervention von Frau Lange bei der oberen Forstbehörde doch zugestanden wurde ?

Was soll man von einer SPD halten, die sich zunächst enthalten, dann aber nach Treffen mit den Investoren im Hotel Wassersleben pro Hotel und Parkhaus gestimmt hatten – Frau Lange sollte auch bei dem Treffen gesehen worden sein.

Herr Uwe Heldt hatte Frau Lange als „Frontfrau“ bezeichnet, nur in diesem einen Falle kann ich Herrn Heldt nicht widersprechen; leider stand Frau Lange auf der Frontseite der Umweltzerstörer, denen das Klima und die bedrohten Arten egal sind, nicht auf der Seite besorgter Bürger.

Was soll man davon halten, wenn Hundertschaften Polizei aus Niedersachsen und Schl.-Holst. gerufen wurden, um einige friedliche Naturschützer von den Bäumen zu holen, auch, und das ist ein weiterer Skandal, unrechtmäßiges Fällen geschützter Bäume zu ermöglichen.

Ein Pyrrhussieg, es sei denn, Frau Lange würde noch die Reißleine ziehen, die Gebäude in ihrer Massivität verhindern; ein problemloser Grundstückstausch wäre noch immer möglich.

Ganz aktuell aus dem Hauptausschuss:  „Die Dringlichkeit einer zeitnahen Aufklärung der Vorgänge am Bahnhofswald wurde von SPD, CDU, FDP abgelehnt.“.  Auch das kann und darf nur ein „Pyrrhussieg“ sein.  – Angst vor der Wahrheit ?

Claus Kühne

Flensburg liebt uns!

Foto: Pay Numrich

Ein Beitrag von Simon Hilpert

Wir in Flensburg haben doppeltes Glück: Erstens, Flensburg liebt uns – und das soll schon was heißen! Zweitens, Flensburg hat über 7 Millionen Euro geschenkt bekommen, um einen unserer Parks zu verschönern. Endlich, denken wir erleichtert und erinnern uns an zahlreiche Gespräche zurück: „Ah, der Park da oben am Museumsberg, gerne würde ich dort Zeit verbringen, aber so viel Grün überall und außerdem versperren Bäume die Sicht – da muss erstmal was passieren!“ Lange sehnten wir uns nach Granitflächen, um mit unseren Liebsten zu Picknicken, Frisbee zu spielen, ein Nickerchen zu machen, ein gutes Buch zu lesen, oder was Leute halt sonst so in Parks üblicherweise tun. Gut, Menschen im Einfamilienhaus haben einen Garten, sind auf Parks nicht angewiesen und lesen meist zu Hause – aber die Leute in den Wohnungen, die brauchen so was. Außerdem sind da ja auch noch die Touris. Die wollen es sauber im Park. Wer hat schon bei der Shoppingtour eine Decke dabei, um sich bei einer wohlverdienten Pause vor dem dreckigen Boden zu schützen. Mit Mutterboden am Hinterteil macht der Restaurantbesuch am Abend nur halb soviel Spaß. Also, die Sache war schnell klar: Das Grün, und mit im das ganze Ungeziefer, muss weg!

Dabei scheint durch: im Rathaus gibt es ein ausgeklügeltes Gesamtkonzept der Stadtplanung. Denn, alle wissen, mit neuem Parkdesign ist der nächste Touri-Ansturm nicht weit. Das passende Hotel dafür, verkehrstechnisch ideal direkt am Bahnhof gelegen, ist schon in Umsetzung. Wer jetzt meint: „Ja aber, die Touris kommen doch oft gar nicht mit der Bahn sondern mit dem Automobil. Und was wenn  der Bahnhof, trotz aller noch so soliden Gegenargumente, bei dem nächsten Geldsegen doch ins Zentrum wandert?“, hat aufgepasst. So auch die clevere Stadtplanug, die voraus denkt, denn das Parkhaus am Hotel wurde gleich passend mitbestellt. Automobil-freundliche Planung, die dem lästigen Klimawandel ein großes ‘Fuck-You‘ entgegen schreit, ist schließlich keine rein süddeutsche Fähigkeit, sondern wird auch in Schleswig-Holstein sicher beherrscht. Und wenn wir uns bei etwas einig sind, dann dabei: Klimawandel nervt! Gut also, dass das grün-links versiffte Pack noch rechtzeitig aus den Bäumen und dann vom Grundstück des ehemaligen Bahnhofswalds gezerrt wurde. Schnell die Bäume umgehauen – sicher ist sicher. Eh man sich versieht, siedelt sich alles, was mit aller Mühe aus dem Park vertrieben wurde, noch im nächsten Gehölz an. Nicht auszumalen, wenn das Gezwitschere, Geflatter, Gehüpfe und Gekrieche weiterhin die friedliche Ruhe der Stadt zerreißt – vom Dreck des Herbstlaubs ganz zu schweigen!

Nur ein Problem bleibt bestehen: die ewigen Mahner und Gutmenschen, die ja –  nachdem ihre provisorischen Hüttchen im Wald niedergerissen wurden – eine neue Beschäftigung brauchen.  Ihr  Genörgel schallt weiter über die Dächer der Stadt: „Was bringt denn so ein Hotel den Menschen in Flensburg überhaupt?“  Dabei wird übersehen: Das Hotel bietet Arbeitsplätze für die Menschen aus den oft so kleinen Wohnungen. Sehr gut, das trifft sich. Erstens kommt man dann mal raus und zweitens gibt es viel zu tun: Betten beziehen und Staubsaugen, Klos putzen und Essen kochen. Ob der Job dabei für die Miete reicht, ist nicht so wichtig. Die zahlt ja ohnehin das Amt, weil aufgestockt werden muss. Noch ein Geschenk! Außerdem ist da ja noch die Rendite, die im Fall des Hotelbaus auch in der Region bleibt. Wie üblich, natürlich bei denen die sie am nötigsten brauchen. Genau wie im neuen sterilen Park wird dann auch dort nach getaner Arbeit gegrillt. Kein Gemüse, sonst beschwert sich die Ärztin wieder über niedrige Cholesterinwerte. Nein, im ebenso sterilen Rhodedendron umsäumten Garten des großzügig dimensionierten Einfamilienhauses kommt natürlich Steak auf den Grill – und warum auch nicht? Schließlich wäre niemandem geholfen, wenn der Regenwald ganz umsonst zur Soja-Plantage umgestaltet wurde. Richtig. Und da schließt sich der Kreis: Egal ob im Park in Flensburg oder in Südamerika, die Bäume müssen weg.

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