Das Vertrauen in eine glaubwürdige Politik zerstört – Offener Brief von Frauke Himmerkus

Gerodeter Bahnhofswald – Foto: Jörg Pepmeyer

An Frau OB Simone Lange,

lange habe ich über die Anrede nachgedacht und ein „Sehr geehrte“s zu schreiben nicht fertig gebracht. Den Druck in mir zu beschreiben, fällt mir unendlich schwer, seit dem Wochenende am Bahnhofswald ist meine Welt eine andere. Eine solche Machtdemonstration zu erleben, hat mich fassungslos gemacht. Vor die Presse zu treten, um zu täuschen und die Gutgläubigkeit der Bürger dieser Stadt auszunutzen, um dann das Entgegengesetzte Ihrer Verlautbarung vom Donnerstag zu tun ist so abgrundtief unwürdig und beschämend, dass es schwer fällt überhaupt Wort dafür zu finden.

Wir (BI Bahnhofswald) haben kein Gehör gefunden – denn in dieser Stadt, wie auch überall – zählt nur der, der am meisten bietet. Nicht die Anwohner, nicht der Naturschutz, nicht der Klimawandel, nicht die Hanglage des Waldes, nicht die Vernunft und schon gar nicht ein Gewissen haben bei diesem, von Ihnen bevorzugtem Vorhaben, eine Rolle gespielt.

Sie Frau Simone Lange, haben die Bürger dieser Stadt hinters Licht geführt, nehmen ihnen wortwörtlich die Luft zum Atmen!!! Wir haben uns friedlich eingesetzt, die Baumbesetzer an unserer Seite, während Sie in Coronahotspotzeiten eine ganze Armee von Polizisten aufmarschieren ließen.

Während eine Ausgangssperre angesetzt wurde, sind mit eiskaltem Kalkül Truppen in unserer Stadt in Bewegung gesetzt worden. Erst der private Sicherungstrupp, dann die Baumfäller und zu guter letzt haben SIE persönlich dafür gesorgt, dass die illegale Aktion der Investoren legalisiert wurde.

Sie vernichten das Liebenswerte in unserem Stadtteil – unseren Lebensraum.

Während Familienmitglieder ihre Angehörigen nur einmal in der Woche für eine Stunde sehen dürfen, haben SIE es zugelassen, dass ein Belagerungszustand über vier Tage angehalten hat.

Und wer bezahlt??? Aller Wahrscheinlichkeit WIR Flensburger. Wir werden doppelt bezahle: Denn unser Schaden ist nicht nur finanziell – uns wird auch die frische Luft und der Lebensraum für bedrohte Tiere genommen.

All unser Argumente sind hundert, tausend Mal vorgebracht – ungehört verhallt. Es bleibt für Sie nun nur noch eins zu tun….. verlassen Sie diese UNSERE Stadt, so schnell wie möglich….. Sie haben so viel zerstört: an erster Stelle das Vertrauen in eine glaubwürdige Politik und den Glauben an eine Zukunft die sich dem Klimaschutz öffnet.

Frauke Himmerkus

Flensburg

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Veröffentlicht am 25. Februar 2021 in Ökologie, Bahnhofswald, Bahnhofswald Flensburg, Bürgerbeteiligung, Flensburg News, Rat & Ausschüsse, Soziales, Stadtplanung, Wirtschaft und mit getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 3 Kommentare.

  1. applaus

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  2. ich schließe mich an:
    simone lange soll flensburg wieder verlassen und zwar so schnell wie möglich.
    auch ralf hansen und jan duschkewitz sollten die stadt auf nimmerwiedersehen verlassen.
    auch die ratsdamen- und herren, die ebenfalls einfach mal so behaupten, daß die gefällten bäume mit folgender flächenversiegelung „wahrscheinlich keine auswirkung auf das mikroklima haben“, sollten die ratsversammlung verlassen und sich zunächst einmal bildung in den bereichen aneignen, wozu sie sich äußern.
    der ganze „klimapakt“ flensburg ist ohnehin reine augenwäscherei (sagt hier ein permakulturexperte) und populismus der üblen art.
    die immer häufiger als angeblich ausgleichend herangezogenen „kompensationsmaßnahmen“ sind nichts weiter als moderner ablaßhandel von leuten ohne wissen und bildung bezüglich kommunalem und regionalem natur- und klimaschutz.
    das betraf auch schon die „kompensationsmaßnahmen“ bezüglich der eisbahn an der hafenspitze.

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    • Ich schließe mich dem Brief von Frau Himmerkus auch an und ich habe volles Verständnis für ihre Emotionen.

      Frau Lange wird nach meiner Einschätzung nicht gehen oder gehen müssen seitens eines Druckes der Verwaltung. Der Wald ist jetzt weg und damit hat sie „nur ihre Pflicht erfüllt“. Vielleicht wird sie auch zum Bauernopfer, damit sich die anderen ihre Hände in Unschuld waschen können, mal sehen.
      Am Stuhl von Lange schnitzen bereits die jungen liberalen JuLis unter deren Vorsitzendem Erik Jäger und FDP-Fraktionsvorsitzender Christoph Anastasiadis.
      Sie werfen ihr Versagen vor und dass sie viel früher „Recht hätte durchsetzen müssen“

      Aber es ist ein Skandal besonders in Hinblick auf Obere und Untere Naturschutzbehörde und der Försterin Dr. ?? Namen vergessen, aus dem Amt für ländliche Räume, die von Anfang an ein öffentliches Interesse für die Beibehaltung des Waldes assistierte u. ihre Meinung änderte oder musste.
      Ohne Blessuren geht da niemand raus.

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