Bahnhofswald: Vor der Rodung und nach der Rodung

Fotos dokumentieren das Ende des Bahnhofswalds und die Verstöße gegen naturrechtliche Vorgaben und Bestimmungen

Ein Beitrag von Jörg Pepmeyer mit Fotos von Sabine Scholl, Bernd Schütt, Pay Numrich und Dr. Helmreich Eberlein

Der Wald im Herbst 2020 – Foto: Bernd Schütt 01.11.2020

Aus der Quelle in der Mitte des Rodungs-Fotos tritt weiterhin Wasser aus und läuft in dem dunkelbraunen Streifen bis auf den Postparkplatz. Wer will, kann auf das Bild zwei Mal klicken, um es zu vergrößern und die Baumstümpfe zählen…. – Foto: Bernd Schütt 24.02.2021

Baumstümpfe auf der Rodungsfläche – Foto: Sabine Scholl 23.02.2012

Blick von der Bahnhofstraße Richtung Hang – Foto: Sabine Scholl 23.02.2012

Blick von der Hangseite  Richtung Bahnhofstraße – Foto: Pay Numrich 22.02.2012

Blick vom Hang Richtung Bahnhofstraße/ Post (noch vor der Räumung des Baumhauses mit der blauen Plane)  – Foto: Dr. Helmreich Eberlein 20.02.2021

Fällung eines Habitatbaums (u.a. für Fledermäuse) direkt an der Bahnhofstraße – Foto: Dr. Helmreich Eberlein 20.02.2021

Die einschlägigen Sätze aus dem B-Plan 303 Hauptpost lauten: 
„6.10 Artenschutzrechtliche Maßnahmen (§ 9 Abs. 1 Nr. 20 BauGB).

Bauzeitenregelung
Bäume mit einem Baumdurchmesser von mindestens 50 cm in 1 Meter Höhe dürfen abweichend von der gesetzlich vorgeschriebenen Fällfrist nur im Zeitraum mit der geringsten zu erwartenden Fledermausaktivität vom 1. Dezember bis zum 30. Januar des Folgejahres gefällt werden. Ausnahmsweise sind Fällungen auch außerhalb der Frist möglich, sofern die Genehmigungen der zuständigen Behörden vorliegen (gem. § 67 BNatSchG).“

Ob eine derartige Ausnahme-Genehmigung vorlag, wurde weder von der Stadt Flensburg, noch von den Investoren beantwortet.

Im Übrigen sind auch in den vorliegenden Gutachten für den B-Plan 303 die Spalten in Baum Nr. 85 beschrieben. Im Baumkataster vom 20.2.2018 (Autor Dipl. ing. Stefan Vetteriek) heißt es über diesen Baum: „Baum 85 Schadstufe: Vor einigen Jahren geschätzt 50-60 % der Krone ausgebrochen. Sonstiges: Stammumfang gemessen über beide verwachsenen Stämme.“

Die Fällung des Baumes 85 erfolgte, so BI-Aktivist Dr. Helmreich Eberlein, ohne jede Rücksicht auf evtl. dort vorhandene Fledermäuse. Damit sei eklatant gegen § 44 BNSchG mit dem Tötungsverbot bedrohter und gesetzlich geschützter Tierarten verstoßen worden und das nicht in Unkenntnis, wie Dr. Eberlein in einem Brief an die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Flensburg festhält. Er habe sogar die Arbeiter per Megaphon unmissverständlich auf die Illegalität ihres Tuns und auf das verletzte Gesetz und die verletzte Satzung hingewiesen. Auch die Polizisten, die zahlreich dabei standen, so sein Vorwurf, rührten keinen Finger, um das Recht durchzusetzen.

Ehemaliges Quellgebiet und Feuchtbiotop im Bahnhofswald: Die Stadt Flensburg bestritt die Existenz einer Quelle und berief sich auf eigene Gutachten. Das sah das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) vollkommen anders und stellte das Quellgebiet am 5. August 2020 unter gesetzlichen Biotopschutz (Das entsprechende Schreiben gibt es hier: https://akopol.files.wordpress.com/2020/08/quelle_erfassungsbogen-und-lage.pdf ). – Foto: Dr. Helmreich Eberlein, Anfang Mai 2020

Bahnhofswald-Review: Ein ausgezeichneter Beitrag von Timo Essner auf Freitag

Wir möchten all unseren Blog-LeserInnen wärmstens einen Beitrag von Timo Essner ans Herz legen. Ausgezeichnet geschrieben, mit einer Analyse des ganzen Geschehens um den Bahnhofswald herum und einer profunden Kenntnis der Verhältnisse in Flensburg:

Beobachterbericht zum Bahnhofswald

Wirtschaft vor Gesundheit – Der Bahnhofswald in Flensburg wurde geräumt. Es ist gleichzeitig Höhe- wie Tiefpunkt einer Geschichte, die so vielschichtig ist, dass es eine Bestandsaunahme erfordert. VonTimo Essner | Community | Zum Beitrag von ihm geht es hier: https://www.freitag.de/autoren/timo-essner/beobachterbericht-zum-bahnhofswald

Timo Essner ist Flensburger Jung, zweisprachig aufgewachsen, dritter Sohn von Literaten. Karikaturist und freier Redakteur in diversen Publikationen on- und offline.

Weitere Infos und Beiträge zum Thema Hotel- und Parkhausprojekt am Flensburger Bahnhofswald auch hier

Über akopol

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Veröffentlicht am 24. Februar 2021, in Ökologie, Bahnhofswald, Bahnhofswald Flensburg, Bürgerbeteiligung, Daten und Zahlen, Flensburg News, Rat & Ausschüsse, Stadtplanung, Wirtschaft. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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