Archiv für den Tag 17. Februar 2021

Corona-Maßnahmen in Flensburg: Verschärfte Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen ab Sonnabend

Inzidenzwert in Flensburg bei 185,2

Kreis Schleswig-Flensburg und Stadt Flensburg verstärken gemeinsam mit dem Land Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus

KIEL/FLENSBURG/SCHLESWIG, 17.02.2021. Der Kreis Schleswig-Flensburg und die Stadt Flensburg verstärken gemeinsam mit dem Land die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Nach erfolgter Abstimmung mit dem Kreis und der Stadt wird der Kreis Schleswig-Flensburg durch eine Allgemeinverfügung die bisher schon in Flensburg geltenden ergänzenden Maßnahmen mit Gültigkeit ab 18. Februar umsetzen.

Ministerpräsident Daniel Günther: „Es kommt weiterhin darauf an, dass jede einzelne Person die nicht notwendigen Kontakte vermeidet. Wir haben immer deutlich gemacht, dass alle Schritte in die eine oder die andere Richtung immer auch abhängig von den Bewertungen der Situation vor Ort ist. Das derzeitige Lagebild der Gesundheitsämter in Flensburg und Schleswig-Flensburg macht Verschärfungen notwendig.

Für Flensburg gelten ab Sonnabend, 20. Februar, für eine Woche, inklusive einer Verlängerungsoption auf eine weitere Woche, folgende zusätzliche Maßnahmen:

  • Ausgangsbeschränkung von 21 bis 5 Uhr. Haus oder Wohnung dürfen dabei nur noch aus triftigen Gründen verlassen werden. Arztbesuche oder berufliche Arbeitswege sind weiter möglich. Die Stadt Flensburg wird hier Bußgelder bei Nichtbefolgung verhängen.
  • In der Öffentlichkeit und im privaten Raum werden in Flensburg zudem die Kontaktbeschränkungen verschärft. In der Stadt Flensburg dürfen sich nur noch Haushaltsangehörige treffen. Treffen mit weiteren Personen sind untersagt. Ausnahmen: Besuche im Krankenhaus, eine registrierte Person darf Angehörige in einer Pflegeeinrichtung besuchen (bei Vorlage eines negativen Coronatests); und Ausnahmen für Paare mit getrennten Wohnsitzen und Kinder von getrennt lebenden Eltern.

Gesundheitsminister Heiner Garg: „Wir setzen in der Stadt Flensburg nun sehr strikte Maßnahmen um, die wir bisher in dieser Pandemie noch nicht in Schleswig-Holstein gesehen haben. Das ist notwendig, um das Geschehen einzudämmen und den Sieges-zug der Virusvarianten zu bremsen. Das sind massive freiheitseinschränkende Maß-nahmen, die einer guten Begründung bedürfen und die unbedingt zeitlich eng begrenzt sein müssen. Diese Maßnahmen sollen dazu führen, dass der positive Trend mit ab-nehmenden Neuinfiziertenzahlen in Schleswig-Holstein auch in Flensburg erreicht werden kann und wir die Gefahr einer dritten Welle, angetrieben durch die Virusvarianten früh und entschieden entgegentreten.

Der Kreis Schleswig-Flensburg wird per Allgemeinverfügung die bislang schon bestehenden Zusatz-Regelungen aus Flensburg auch im Kreis Schleswig-Flensburg umsetzen.

So gelten erweiterte Maskenpflichten (medizinische Masken) für Erwachsene und eingeschulte Kinder bei Nutzung von privaten und öffentlichen Spielplätzen sowie die Einschränkung beim Betreten von Verkaufsstellen des Einzelhandels und von Wochenmärkten nur durch eine Person pro Haushalt. Bestellte Speisen dürfen in Gaststätten nur noch nach Terminvereinbarung abgeholt werden. Ebenso werden im Kreis Schleswig-Flensburg die Grundschulen und Kitas nicht am 22.02. öffnen, sondern weiterhin nur Notbetreuung für eine weitere Woche anbieten.

Aufgrund für ganz Schleswig-Holstein besonderen Situation unter anderen durch das dynamische Geschehen und der verstärkten Ausbreitung der Virusvarianten wird das Land außerdem kurzfristig bis zu 230.000 Schnelltests der Stadt Flensburg und dem Kreis Schleswig-Flensburg zur Verfügung stellen. Damit werden Stadt und Kreis kostenfreie kommunale Testzentren für die Bürgerinnen und Bürger aufbauen und dort diese Tests einsetzen. 

Grund für die Fortsetzung, bzw. die Verschärfung der Maßnahmen und die Verschärfungen ist die angepasste Lagebewertung der Gesundheitsämter vor Ort:

  • die Lage im Kreis Schleswig-Flensburg wird maßgeblich mitgeprägt durch die Stadt Flensburg (u.a. durch Pendelverkehr) wie auch die deutlich steigende Infektionszahl in der Stadt Schleswig
  • das Infektionsgeschehen ist diffus und nicht klaren Ausbrüchen zuzuordnen
  • das Infektionsgeschehen ist sehr dynamisch und wachsend
  • und es ist durch die Mutation geprägt, bei der eine schnellere Ausbreitung und auch schwerere Verläufe bei jüngeren Personen beobachtet wird.

Stadt und der umliegende Kreis sind aus den Gründen auch als eine Einheit anzusehen, zu dieser Lageeinschätzung kamen heute die Gesundheitsämter. Zudem ist die Infektionsdynamik gepaart mit dem steigenden Anteil der Virusvariante im Kreis ein Grund um einer Entwicklung wie in Flensburg frühzeitig vorzubeugen.

Die Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange sagte: „Die aktuelle Situation in Flensburg ist besorgniserregend. Mit der stetig hohen Inzidenzzahl und einem Anteil von Mutationen bei den Infektionen von deutlich über 33 Prozent ist beherztes Handeln gefordert. Deshalb habe ich mich heute an die Landesregierung gewandt, um zusätzliche Maßnahmen zu verabreden, damit wir gemeinsam der Entwicklung Einhalt gebieten können. In den nächsten Tagen müssen wir die Lage kritisch im Blick behalten, um zeitnah auf mögliche Veränderungen reagieren zu können. Ich weiß, dass der Schritt für alle Beteiligten kein einfacher ist, bitte aber insbesondere die Flensburgerinnen und Flensburger ganz herzlich um Verständnis. Wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen, wird es uns gelingen, die Pandemie in ihre Schranken zu weisen, davon bin ich überzeugt.

Landrat Dr. Wolfgang Buschmann sagte: „Das Virus kennt keine Kreis- oder Stadtgrenzen, vielmehr sind der Kreis Schleswig-Flensburg und die Stadt Flensburg epidemiologisch als eine gemeinsame Region zu sehen. Ich bin daher erleichtert, dass das Land diese Einschätzung teilt und unseren Wunsch, Lockerungen bis zum 1. März auszusetzen, sofort aufgegriffen und umgesetzt hat. Es bleibt daher auch im Kreisgebiet bei dem jetzigen Status quo: Kitas und Schulen bleiben vorläufig bis zum 1. März geschlossen.

Stadt Flensburg: Tagesabschlussmeldung 17.02.2021 (Stand: 18.05 Uhr)

Die Gesundheitsdienste der Stadt Flensburg melden für heute, den 17.02.2021 folgende aktuelle Zahlen zur Corona-Pandemie:

Positive gesamt: 1389 (plus 29 zu gestern)
– genesen: 804
– verstorben: 28 
– aktive Infektionen: 557
– Quarantänefälle: 702

Die bestätigten Fälle (29) können folgenden Bereichen zugeordnet werden:

Indexfall in Familie oder WG: 12 
Freundeskreis: 1 
Zeitarbeit: 2 
Arbeitsplatz: 4   
Schule: 0
Kita: 0 
Unterkunft: 0
Pflegebereich: 0
Krankenhaus: 1 
Reiserückkehrer: 2  
Wohnungslos: 0
unbekannt/Ermittlung nicht abgeschlossen: 7

Mutationen (vordiagnostizierte Meldungen): 290

Der Inzidenzwert für morgen beträgt 185,2

Erstimpfungen im Flensburger Impfzentrum: 360
Erst- und Zweitimpfungen im Flensburger Impfzentrum: 1.260
Die Zahl der Impfungen ist abhängig von der vom Land Schleswig-Holstein bereitgestellten Impfstoffmenge.

Weitere Informationen auch auf der Corona-Seite der Stadt Flensburg

Stabsstelle Integration im Einsatz gegen die Corona-Pandemie in Flensburg

Mehrsprachige Informationen für Unternehmen, Zeitarbeitsfirmen und deren Mitarbeiter

Flensburg. Die Corona Pandemie durchdringt alle Lebensbereiche und damit natürlich auch die Arbeitswelt. Unternehmen haben sich mit Infektionssituationen in ihren Belegschaften auseinanderzusetzen. In vielen Betrieben arbeiten Menschen unterschiedlichster Herkunft und so geraten die Firmen bei ihrem Einsatz der Pandemie entgegenzuwirken oft an sprachliche Grenzen.

Die Stabsstelle für Integration der Stadt Flensburg steht hier unterstützend zur Seite. Sie stellt den Unternehmen verschiedene nützliche Informationen rund um das Thema Corona zielgerichtet zur Verfügung. Ein Fokus liegt dabei auf der Informationsweitergabe für Menschen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist.

Die Stabsstelle hat dazu 27 Zeitarbeitsfirmen und verschiedene weitere Unternehmen angesprochen, um Bedarfe zu ermitteln und Themenbereiche zu identifizieren. Die Interessierten Betriebe bekommen dann über einen Newsletter Informationen in verschiedenen Sprachen wie beispielsweise Rumänisch, Arabisch, Farsi aber auch Dänisch weitergeleitet. Neu hinzugekommen sind Audioaufnahmen zu verschieden Themen wie Quarantäne oder Corona-Symptome, um auch die Zielgruppe der Analphabeten zu erreichen.

„Unser Ziel ist dabei auch eine transparente Kontaktaufnahme und die Eröffnung von Dialogen mit den Unternehmen, um von Seiten der Stadt Flensburg gezielt zu unterstützen, wenn es um die Information der Beschäftigten zum Thema Corona geht, die nicht über ausreichend Deutschkenntnisse verfügen. Die Unternehmen und Zeitarbeitsfirmen sind aufgeschlossen und sehr interessiert an unserem Angebot“, erläutert der Leiter der Stabsstelle Integration Alexander Klindworth-März.

Stadtrat Stephan Kleinschmidt ergänzt: „Eine umfassende Information der Menschen in Flensburg ist ein wichtiger Faktor bei der Pandemiebekämpfung. Mit diesen Maßnahmen wollen wir mit diesen wichtigen Informationen auch die Menschen erreichen, bei denen Deutsch nicht die Muttersprache ist. Ein Weg ist über die Arbeit und daher freue ich mich sehr, dass die Unternehmen und besonders die Zeitarbeitsfirmen dieses Angebot so offen und positiv annehmen.“

Weitere Informationen auch auf der Corona-Seite der Stadt Flensburg

FriedensaktivistInnen der DFG-VK begrüßen Antrag der SPD-Landtagsfraktion zum Atomwaffenverbot

Mahnwache und Kungebung am 24.02., 25.02. und 26.02. ab 9.00 Uhr vor dem Kieler Landtag

Ein Beitrag von Jörg Pepmeyer

In der nächsten Woche steht im Landtag ein Antrag der SPD-Fraktion zum Atomwaffenverbot zur Abstimmung an.

Im Antrag wird die Landesregierung aufgefordert, sich auf Bundesebene für eine deutsche Unterzeichnung und Ratifizierung des UN-Vertrages über das Verbot von Kernwaffen einzusetzen.

Plakat der Deutschen Friedensgesellschaft –
Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK)

Nachdem ihn mittlerweile 51 Staaten ratifiziert haben, ist der Vertrag  am 22. Januar in Kraft getreten. Bisher gehört Deutschland jedoch nicht dazu. Das Abkommen wurde maßgeblich angestoßen durch die internationale Kampagne zur atomaren Abrüstung, ICAN.  Die in Genf ansässige Organisation wurde 2017 dafür mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Die UnterzeichnerInnen verpflichten sich in dem völkerrechtlich bindenden Vertrag, «nie, unter keinen Umständen» Atomwaffen zu entwickeln, herzustellen, anzuschaffen, zu besitzen oder zu lagern. Es zählt jedoch keiner der Staaten zu den Unterzeichnern, die Atomwaffen besitzen.

Mit Bremen, Berlin, Rheinland- Pfalz und Hamburg haben bereits vier Landesparlamente beschlossen, den Vertrag zum Verbot von Atomwaffen zu unterstützen bzw. die Bundesregierung aufzufordern, ihm beizutreten. Parallel dazu gibt es den ICAN-Städteappell, dem sich neben über hundert anderen deutschen Städten, Gemeinden und Landkreisen in Schleswig-Holstein die Stadt Kiel, Bad Oldesloe, Neumünster und Flensburg (mit Ratsbeschluss am 16. Mai 2019) anschlossen. Ende 2020 forderte zudem Gabriela Heinrich, die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, die Bundesregierung auf, «ihre kategorische Ablehnung des Vertrages abzulegen». 

Eine Nagelprobe wird die Abstimmung über den SPD-Antrag vor allem für die in der Kieler Regierungskoalition mit der CDU und FDP verpaarten Grünen. Als ehemalige Friedenspartei müssten sie eigentlich dem Antrag zustimmen. Ob sie bereit sind, dafür den Koalitionsfrieden zu riskieren, wird die nächtse Woche zeigen.

Auf jeden Fall wollen zahlreiche Friedensinitiativen mit Mahnwachen und Kundgebungen vor dem Landtag nächste Woche das Anliegen der SPD unterstützen.

Untenstehend der Wortlaut des Antrages, anschließend dazu die Stellungnahme der Deutschen Friedengesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK)

Antrag des Fraktionsvorsitzenden der SPD Dr. Ralf Stegner zum Atomwaffenverbotsvertrag

Die Fraktion der SPD im Landtag Schleswig-Holstein wird in den Sitzungstagen vom 24. bis 26.02.2021 im Landtag folgenden Antrag stellen:

„Der Landtag wolle beschließen: Für eine atomwaffenfreie Welt!

Der Landtag fordert die Landesregierung auf, sich auf Bundesebene für eine deutsche Unterzeichnung und Ratifizierung des UN Vertrages über das Verbot von Kernwaffen einzusetzen.

Begründung
Auch mehr als 30 Jahre nach Ende des Kalten Krieges lagern weltweit mehrere tausend Atomwaffensprengköpfe in den Arsenalen der Atommächte. Diese Waffen stellen weltweit nach wie vor eine immense Bedrohung für die Gesundheit und das Leben von Menschen dar. Jeder Gebrauch von Atomwaffen hätte katastrophale humanitäre Auswirkungen.
Im Juli 2017 wurde der Vertrag über das Verbot von Kernwaffen von der Generalversammlung der Vereinten Nationen mit breiter Mehrheit verabschiedet. Er trat am 22. Januar 2021 nach Ratifizierung durch mittlerweile 51 Länder in Kraft. Der Vertrag verbietet die Entwicklung und Produktion, den Test, Erwerb, die Lagerung und den Transport, die Stationierung und den Einsatz von Atomwaffen sowie die Drohung mit ihnen. Deutschland hat den UN -Atomwaffenverbotsvertrag bisher nicht unterzeichnet.
Mit Bremen, Berlin, Rheinland- Pfalz und Hamburg haben bereits vier Länderparlamente beschlossen, den Vertrag zum Verbot von Atomwaffen zu unterstützen bzw. die Bundesregierung aufzufordern, ihm beizutreten.

Dr. Ralf Stegner und Fraktion“

Dazu die Stellungnahme der DFG-VK:

Wir begrüßen den Antrag der Fraktion der SPD und wollen ihn unterstützen.

Deswegen haben wir Mahnwachen mit Kundgebungen am 24.02., 25.02. und 26.02. ab 9.00 Uhr vor dem Landtag, Düsternbrooker Weg 70 in Kiel angemeldet.
Zusammen mit anderen Initiativen werden wir an diesen Tagen dafür werben, dass die Abgeordneten des Schleswig-Holsteinischen Landtages den Antrag der SPD unterstützen.
Die Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen hat seit mehreren Jahren in Bad Oldesloe, Lübeck, Kiel, Heide und Flensburg über den Atomwaffenverbotsvertrag informiert, Postkarten verteilt und Mitmenschen dazu aufgefordert, diese an die Fraktionen im Schleswig-Holsteinischen Landtag zu schicken, damit sie den Atomwaffenverbotsvertrag unterstützen und sich bei der Bundesregierung dafür einsetzen, dass die Bundesregierung den UN-Atomwaffenverbotsvertrag unterzeichnet.
Die Städte Kiel, Neumünster, Bad Oldesloe und Flensburg haben den ICAN-Städteappell in ihren Ratsversammlungen beschlossen und unterzeichnet. Bündnis90/Die Grünen und SPD haben in den Städten Anträge an die Ratsversammlungen initiiert und unterstützt. Aber ohne die Zustimmung von Ratsmitgliedern auch aus der CDU hätte es keine Mehrheiten für die Unterzeichnungen gegeben.
Nun wünschen wir uns, dass auch die Abgeordneten im Landtag dem Antrag der SPD über die Parteigrenzen hinweg zustimmen und sich den Risiken und Gefahren eines Atomkriegs in den Weg stellen. Wir fordern die Landtagsabgeordneten auf, ihrem Gewissen und nicht der Koalitionsdisziplin zu folgen und auch die Haltung der Menschen in Schleswig-Holstein zu respektieren, die mit einer großen Mehrheit Atomwaffen ablehnen.
Den genauen Zeitpunkt der Abstimmung werden wir noch mitteilen.

Kontakt:

Deutsche Friedensgesellschaft –
Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen
DFG-VK Gruppe Flensburg
v.i.S.d.P.: Siglinde & Ralf Cüppers, Mühlenholz 28a, 24943 Flensburg.
Email: flensburg@bundeswehrabschaffen.de

 

Bauarbeiten beim Projekt „Christiansens Gärten“ in Flensburg

Idstedt-Löwe auf dem Alten Friedhof – Foto: Jörg Pepmeyer

Gehölzschnittarbeiten auf dem Alten Friedhof

Flensburg. Bis Juni 2023 laufen die Planungen und Arbeiten im Projekt „Christiansens Gärten“. Ziel ist es, eine Attraktivierung des gesamten Bereiches zwischen Museumsberg und Mühlenstraße zu erreichen und die Parkanlagen unter Berücksichtigung des Natur- und Denkmalschutzes aufzuwerten. Das Projekt wird aus dem Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ sowie aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.
Die Umsetzung erfolgt in mehreren Bauabschnitten und macht eine zeitweise Sperrung von bestimmten Bereichen erforderlich. Aktuell beginnen die Vorbereitungen des zweiten Bauabschnittes „Alter Friedhof“.
Dazu gehören Schnittarbeiten an verschiedenen Sträuchern und Hecken, um überaltertete Gehölzstrukturen zu sanieren. Dabei werden Pflanzen entweder zurückgeschnitten oder beseitigt und durch Neupflanzungen ersetzt.
Aufgrund der naturschutzrechtlichen Vorgaben zum Schutz brütender Vögel müssen diese Arbeiten bis zum 28. Februar abgeschlossen sein.
Von diesen Maßnahmen sind keine nach der Baumschutzsatzung der Stadt Flensburg geschützten Bäume betroffen. Es werden jedoch zwei Bäume auf dem Alten Friedhof durch die AöR „Flensburger Friedhöfe“ gefällt, da die Bäume nicht mehr standsicher sind und damit eine Gefährdung darstellen.
Die Arbeiten beginnen an der Reepschlägerbahn und werden dann in anderen Teilen des Alten Friedhofes fortgesetzt. Um die die Arbeiten durchführen zu können und die Sicherheit zu gewährleisten, werden sowohl einzelne Wege auf dem Alten Friedhof als auch Straßenabschnitte und Parkplätze im Randbereich des gesperrt werden müssen.
Über die in den nächsten zwei Jahren erforderlich werdenden Sperrungen und weitere Bauabschnitte wird rechtzeitig durch die Stadt Flensburg informiert.

Der Alte Friedhof ist die bedeutendste historische Grünanlage in Flensburg. Er wurde 1813 in den Parkanlagen der Familie Christiansen auf der Westlichen Höhe angelegt, nachdem die Kirchhöfe in der Stadt überbelegt waren. Es ist der erste kommunale Friedhof, der im Herzogtum Schleswig geschaffen wurde.
Auf dem Friedhof steht die klassizistische Kapelle, die nach der Planung des Architekten Axel Bundsen 1813 errichtet wurde und als monumentaler Torbau den Übergang vom Leben zum Tod versinnbildlicht. Auf dem Friedhof befinden sich eine Vielzahl von kunstgeschichtlich bedeutenden Grabmonumenten. Die größte Grabanlage ist die der Familie Christiansen: Über einer Gruft steht ein monumentales gusseisernes Grabmal, das nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel 1829 in Berlin geschaffen wurde. Eine besondere Bedeutung haben auch die Kriegsgräber, die an die deutsch-dänischen Kriege erinnern. 1862 wurde auf dem Alten Friedhof in Erinnerung an die Schlacht bei Idstedt der „Idstedtlöwe“ aufgestellt. Nach dem österreichisch-preußischen Sieg über Dänemark im Jahre 1864 wurde der Löwe nach Berlin verbracht, 1945 kam er nach Kopenhagen. Als Zeichen von Freundschaft und Vertrauen zwischen Dänen und Deutschen kehrte er 2011 nach Flensburg zurück.
Der Friedhof zeichnet sich durch eine ganz besondere Atmosphäre aus, die sowohl von den Grabdenkmälern und der Natur bestimmt wird. Es ist Ziel, diesen besonderen Charakter und die Intimität der Anlage nicht zu verändern. Gleichwohl sind in erheblichem Umfang Arbeiten notwendig, um den Friedhof zu erhalten. Neben Maßnahmen der Grünpflege werden Wegeoberflächen verbessert und Grabmale nach denkmalpflegerischen Vorgaben saniert. Um zukünftig barrierearm erreichbar zu sein, wird der eine Wegerampe an der Reepschlägerbahn angelegt. Weitere Informationen zum Projekt „Christiansens Gärten“ sind unter www.flensburg.de/Christiansens_Gärten abrufbar.

Filmreihe Zukunft(s)gestalten: „The Rights of Nature – A global Movement“ am 21.02.2021 – Kostenfreie Online-Vorstellung

Kino und Corona vertragen sich nicht gut. Und auch gesellschaftliches Engagement für und öffentlicher Austausch über Klimaschutz, Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit werden durch die Pandemie massiv erschwert.  

Wir, der Arbeitskreis Filmreihe des Flensburger Vereins Transformatives Denk- und Machwerk e.V., versuchen nun eine kleine Brücke durch die Corona-Zeit zu bauen und bieten ab Februar einmal im Monat geselliges und gesellschaftlich relevantes Heimkino an.  

Die Filmreihe Zukunft(s)gestalten online 2021 findet immer am 21. des Monats um 20:21 Uhr statt (Kalendereintrag inkl. Zugangslink im Anhang). Der Zugang zum WebEx-Raum ist kostenlos und erfordert weder eine Installation noch eine Registrierung. (Es müssen evtl. ein Name und eine Email-Adresse angegeben werden, aber beide sind frei wählbar und werden nicht überprüft.)  

Nach einer kurzen Begrüßung schauen wir parallel einen frei im Internet verfügbaren Film oder eine Doku. Danach laden wir alle dazu ein, sich wieder zurück in den virtuellen Raum zu begeben, wo wir gern in lockerer und entspannter Atmosphäre mit euch über das Gesehene ins Gespräch kommen wollen.  

Los geht’s am 21.02. um 20:21 Uhr mit „The Rights of Nature – A global Movement (Kurzbeschreibung siehe Ende). Erstmals gezeigt wurde die 53-minütige, englischsprachige Dokumentation beim DOK.fest 2020 in München.  

Wer über die weiteren Filmabende auf dem laufenden gehalten werden möchte, kann sich mit einer kurzen Email an film@transformwerk.org in den entsprechenden Newsletter eintragen lassen.   Strukturelle Missstände und Ungerechtigkeiten der Vergangenheit kleben noch zäh an der Gegenwart. Wir wollen mit dieser Filmreihe dazu beitragen, Zukunft so zu gestalten, dass Gesellschaften gerechter, glücklicher, gesünder und grüner geworden sein werden.   Bis bald im Heimkino.  

Viele Grüße,  der AK Filmreihe des Transformativen Denk- und Machwerk e.V.  

Kurzzusammenfassung:

  • Was? Monatlicher Online-Filmabend
  • Worüber? Es geht um Zukunft, um gesellschaftlichen Wandel, um Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit.
  • Wo? Online über Cisco WebEx* – Zugang über http://tiny.cc/zukunftsgestalten2021
  • Wann? Immer am 21. des Monats, pünktlich um 20:21 Uhr (Kalendereintrag inkl. Zugangslink im Anhang)
  • Wie? Kostenlos, kommunikativ und konstruktiv
  • Wer? Alle sind eingeladen teilzunehmen.
  • Von wem? AK Filmreihe des Transformativen Denk- und Machwerk e.V.

* kostenlose Videokonferenz-Software für PC und Mac (auch als App verfügbar), aber auch ohne Installation direkt aus dem Browser nutzbar

The Rights of Nature – A global Movement
The Rights of Nature thematisiert den stark durch die Perspektive der indigenen Bevölkerungen Equadors und Neuseelands inspirierten Ansatz, der Natur den Rechtsstatus eines eigenständigen Subjekts einzuräumen, dessen Schutz gerichtlich eingeklagt werden kann. In der westlichen Kultur wird Natur spätestens seit Aufkommen des Christentums als Objekt betrachtet, das von Menschen beherrscht, besessen, genutzt, verbraucht und ausgebeutet werden kann. Im Ansatz der Rights of Nature liegt daher ein großes transformatorisches Potenzial für unser – gestörtes? – Verhältnis zur Natur.
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