Archiv für den Tag 6. Februar 2021

8. März 2021 – Feministische Aktion Flensburg plant Veranstaltungen für den Frauentag

Ein Beitrag von Feministische Aktion Flensburg

[English translation below]

Die Krise war schon vorher da. Feministisch kämpfen – jeden Tag!

Auf der ganzen Welt gehen jedes Jahr am 8. März Feminist*innen auf die Straße, um gemeinsam für die Gleichberechtigung aller Menschen unabhängig von ihren Geschlechtsidentitäten zu kämpfen. Wir sehen uns als Teil dieser globalen Bewegung und rufen dazu auf, sich an den vielfältigen Aktionen rund um den feministischen Kampftag zu beteiligen. Mit einer Demonstration am 8. März werden wir unsere Themen und Forderungen lautstark in die Flensburger Innenstadt tragen.

Unter dem Motto “Die Krise war schon vorher da. Feministisch kämpfen – jeden Tag!” möchten wir geschlechtsspezifische Probleme sichtbar machen, von denen insbesondere Frauen, Lesben, Inter, Nichtbinäre, Trans und Agender Personen (kurz: FLINTA*) betroffen sind und die sich in der Covid-19-Pandemie nur noch mehr verschärft haben.

So führten beispielsweise Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen zu einer Zuspitzung der Situation für Betroffene von häuslicher Gewalt. Außerdem wurde es unübersehbar, wie ungleich zumeist schlecht bezahlte und unbezahlte Sorgearbeit in unserer Gesellschaft verteilt sind und dass die Doppelbelastung durch Kinderbetreuung und Beruf FLINTA* besonders stark trifft. Auch die körperliche Selbstbestimmung leidet unter der Pandemie, z.B. in Bezug auf Schwangerschaftsabbrüche. So spitzte sich die Situation in Ländern mit katastrophaler Gesetzeslage zu, als Grenzschließungen verhinderten, dass Betroffene sich in Nachbarländern behandeln lassen konnten – so erging es etwa ungewollt Schwangeren in Polen. Auch in Flensburg kämpfen wir weiter für ein stabiles Versorgungsangebot, denn die Zeit drängt: schon 2023 stellt die Diako ihr Angebot ein und schützt lieber katholische Glaubenssätze als die Selbstbestimmung von ungewollt Schwangeren. Dies sind nur einige Beispiele und wir laden dazu ein, weitere Themen und Perspektiven einzubringen!
Wir möchten betonen, dass diese Belastungen keineswegs vorübergehende Folgen der Pandemie sind. Wir beobachten stattdessen eine Verschärfung der Zustände eines Gesellschaftssystems, in dem unter anderem Sexismus, Rassismus und Kapitalismus dafür sorgen, dass die Machtverhältnisse strukturell extrem ungleich verteilt sind. Die (Diskriminierungs-)Erfahrungen, die wir in dieser Gesellschaft machen, sind sehr unterschiedlich und vielschichtig. Dies möchten wir anerkennen und gleichzeitig dazu aufrufen, gemeinsam für ein besseres Leben für alle zu kämpfen – mit Aktionsformen, die genauso vielfältig sind wie wir.

Aktuelle Informationen zu Aktionsformen und unseren Planungen im Hinblick auf das Infektionsgeschehen finden sich hier.

the crisis has been there before – feminist fights every day!

All over the world, on March 8th every year, feminists take to the streets to fight for equality of all people regardless of their gender identities. We see ourselves as part of this international movement and call on people to take part in the various activities surrounding the feminist day of struggle. With a demonstration on March 8th, we will carry our issues and demands loudly into Flensburg’s city center.

Under the motto “The crisis has been there before. Feminist fights – every day! “ we want to make gender-specific problems visible, which affect especially Females, Lesbians, Inter*, Non-binary, Trans* und Agender persons (short: FLINTA*) and have become more explicit through the Covid-19 pandemic. For example, limitation of contacts and curfews worsened the situation for those affected by domestic violence. In addition, it became obvious how unequal mostly poorly paid and unpaid care work are distributed in our society and that the burden of childcare and work weighs on FLINTA* in particular. Physical self-determination also suffers in times of the pandemic, for example regarding abortions: The situation in countries like Poland with a disastrous legal situation concerning abortions came to a head when border closings prevented those affected from receiving treatment in a neighboring country. In Flensburg, too, we are continuing to fight for a stable supply of care, because time is pressing: Diako will discontinue its abortion services as early as 2023 and would rather protect catholic beliefs than the self-determination of unwantedly pregnant persons. These are just a few examples and we invite you to contribute further topics and perspectives!
We would like to emphasize that these pressures are by no means only temporary consequences of the pandemic. Instead we are observing an aggravation of the conditions of a social system in which, among other things, sexism, racism and capitalism produce an extremely uneven distribution of power on a structural level.

The (discrimination) experiences that we have in this society are diverse and complex. We want to acknowledge this and call for people to fight together for a better life for everyone – with forms of action that are just as diverse as we are.

Current information on forms of action and our plans with regard to the infection rates can be found here.

Quellen/sources:
https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/gleichstellung/frauen-vor-gewalt-schuetzen/haeusliche-gewalt/haeusliche-gewalt/80642
https://www.bpb.de/apuz/care-arbeit-2020/317845/retraditionalisierung-care-arbeit-und-geschlechterverhaeltnisse-in-der-corona-krise
https://www.tagesspiegel.de/themen/reportage/ungewollt-schwanger-und-dann-wie-corona-polnischen-frauen-den-ausweg-berlin-versperrt/26791924.html

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