Archiv für den Tag 30. Dezember 2020

Konto im Minus oder Raten im Rückstand? Finanzlücken geschickt überbrücken

Tipps der Verbraucherzentrale

Jobverlust, Kurzarbeit oder unerwartete Ausgaben können große Lücken ins Budget reißen. Wenn das Konto schon tief im Minus steckt und das Geld nicht mehr für laufende Kreditraten reicht, wird es höchste Zeit zu handeln. Im Gespräch mit der Bank lässt sich oft eine Lösung finden und Überschuldung vermeiden.

Ein Girokonto mit Dispokredit ermöglicht finanziellen Spielraum: Kontoinhaber können ihr Girokonto damit bis zum vereinbarten Rahmen überziehen. Die Grenze liegt meist bei zwei oder drei Monatsgehältern. Diese Schulden lassen sich flexibel zurückzahlen, doch das kann gerade bei knappen Einkommen lange dauern. Banken lassen sich diesen Service zudem gut bezahlen. Bis zu 14 Prozent Zinsen kostet der Dispokredit pro Jahr. Er eignet sich deshalb höchstens, um einen finanziellen Engpass bis zum nächsten Gehaltseingang zu überbrücken. Anders sieht es aus, wenn das Konto auf Dauer überzogen ist. „Einige Kontoinhaber gewöhnen sich an, diese Schulden über Monate oder Jahre zu verschleppen, ohne sie abzubauen“, sagt Michael Herte, Referent für Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Wer über ein Jahr durchschnittlich 2.000 Euro Dispokredit beansprucht, zahlt bei einem Zinssatz von 14 Prozent etwa 280 Euro nur für Zinsen.

Dispo gegen einen Ratenkredit tauschen

In solchen Fällen kann ein Ratenkredit der Ausweg sein. Ratenkredite sind weniger flexibel, dafür aber preisgünstiger. Der Kreditnehmer spart Zinsen und kann Raten und Zeitraum für die Rückzahlung selbst festlegen. Banken sind verpflichtet, ihre Kunden in bestimmten Situationen zum Abbau der Schulden zu beraten. Wenn zum Beispiel ein Kontoinhaber seinen Dispokredit länger als sechs Monate zu durchschnittlich 75 Prozent ausschöpft, muss die Bank ein Beratungsgespräch anbieten (§ 504a BGB). Dabei ist allerdings Vorsicht geboten: Wenn der Ratenkredit der Hausbank ebenfalls hohe Zinsen vorsieht oder sogar mit einer Restschuldversicherung verbunden wird, kann es noch teurer werden. „Betroffene holen in solchen Fällen am besten Angebote anderer Banken ein und vergleichen die Kreditverträge kritisch“, empfiehlt Michael Herte. Unterstützung und unabhängigen Rat dazu bietet die Verbraucherzentrale.

Wenn das Geld nicht für die Kreditraten reicht

Wer einen laufenden Kredit zurückzahlen muss und mit den Raten in Rückstand gerät, sollte schnell handeln und mit der Bank sprechen. „Bei allgemeinen Verbraucherkrediten gibt es oft die Möglichkeit, eine längere Laufzeit und kleinere monatliche Raten zu vereinbaren“, so Herte. Wenn Arbeitslosigkeit oder Krankheit der Grund für die finanzielle Notlage sind, lohnt es sich zu schauen, ob mit dem Kredit eine Restschuldversicherung abgeschlossen wurde. Diese Versicherungen sollen Kreditnehmer absichern, falls sie Darlehensraten – zum Beispiel aufgrund von Jobverlust, längerer Krankheit oder Tod – nicht zahlen können. Restschuldversicherungen sind oft teuer und erhöhen die Kosten einer Finanzierung erheblich, aber in manchen Fällen können Betroffene der Corona-Krise die Leistungen beanspruchen und davon profitieren.

Vorsicht mit „schufafreien Krediten“

Vorsicht ist bei Kreditvermittlern geboten, die mit „unbürokratischer Hilfe“ oder „schufafreien“ Krediten werben. „Darauf ist kein Verlass, stattdessen entstehen oft zusätzliche Kosten und am Ende ist der Schuldenberg nur noch größer“, warnt der Finanzberater. Echte Unterstützung bei Schuldenproblemen bieten öffentliche Schuldnerberatungsstellen und die Beratung der Verbraucherzentrale.

Stadt Flensburg weitet das elektronische Bezahlen aus

E-Payment für Dienste des Rathauses

Flensburg. Um den Service für die Bürgerinnen und Bürger zu verbessern, hat die Stadt Flensburg E-Payment eingeführt – ein elektronisches Zahlungssystem für Online-Verfahren. Durch seine Implementierung können Online-Anträge vollständig digital in einem Zuge durchgeführt und bezahlt werden. Das E-Payment kommt für Services infrage, deren Gebührenhöhe bereits im Vorfeld feststeht und in denen die Verwaltungsleistung üblicherweise erst nach der Zahlung erbracht wird.

Flensburger Rathaus: Künftig kann man für Dienstleistungen der Stadt digital bezahlen

„Im Online-Dienst für das Bewohnerparken steht E-Payment bereits seit dem 19.11.2020 zur Verfügung. Weitere Dienste werden in Kürze im Standesamt, in der Stadtbibliothek und in der Volkshochschule folgen“, berichtet Dr. Marcus Ott, der als CDO der Stadt für die Digitalisierungsaktivitäten verantwortlich ist. „Mittelfristig ist beabsichtigt, viele weitere Dienste mit dem elektronischen Bezahlen zu verknüpfen und den Bürgerinnen und Bürgern den leichten Zugang zu Leistungen ermöglichen, wie sie es schon beim täglichen Einkauf über das Internet gewohnt sind.“

Mittels eines Online-Antrags werden die Bürger*innen auf eine sogenannte „Paypage“ der Bezahlplattform weitergeleitet. Hier sind die persönlichen Daten sowie die Zahlungsinformationen aus der beantragten Leistung bereits vorausgefüllt. Zur eigentlichen Zahlung bietet die Stadt Flensburg die gängigen Methoden an: PayPal, Kreditkartenzahlung über Visa oder Mastercard, giropay und SEPA Lastschrift.

Nach erfolgreicher Zahlung bekommen die Nutzer*innen der Online-Leistung auf der städtischen Bezahlseite eine Bestätigung angezeigt. Anschließend werden sie zum Online-Dienst zurückgeleitet, um dort den Vorgang abzuschließen.

„Damit erzielen wir auf beiden Seiten immense Vorteile“, bewertet Oberbürgermeisterin Simone Lange das neue Verfahren äußerst positiv. „Für unsere Bürgerinnen und Bürger verkürzen sich die Antragszeiten enorm, da sie nun den kompletten Verwaltungsprozess von zuhause abwickeln können. In automatisierten Verfahren, wie z.B. beim Bewohnerparken, müssen sie auch für das Ergebnis nicht mehr ‚auf das Amt‘ kommen. Der Ausdruck erfolgt zuhause.“

Die Leiterin des Bürgerbüros, Nicole Ertzinger, erkennt zudem auch eine Vereinfachung der internen Prozesse: „Durch die Online-Daten, die direkt im Fachverfahren zur Verarbeitung zur Verfügung stehen, können wir in der Sachbearbeitung deutlich schneller reagieren, als wenn sie zunächst aus einem Antragsformular manuell übernommen werden müssen. Dies erspart Zeit im Arbeitsablauf und ermöglicht eine schnellere Antwort an die Bürgerin oder den Bürger. Handelt es sich um vollautomatisierte Verfahren, brauchen wir gar keine Hand mehr anzulegen und die Leistung steht der Antragstellerin oder dem Antragsteller sofort zur Verfügung.“

Damit fand der lange Prozess mit dem Ziel des modernen, elektronischen Bezahlens einen ersten erfolgreichen Abschluss. Angestoßen wurde er nach ersten Recherchen und Konzepten durch die Grundsatzentscheidung der Oberbürgermeisterin im Jahr 2018.

Seit dem 17.12. bietet auch das Standesamt für zwei seiner Online-Dienste den elektronischen Bezahlvorgang an. Über www.flensburg.de/standesamt können vorgeburtliche Anmeldungen von Kindern durchgeführt sowie Personenstandsurkunden, wie beispielsweise Geburts-, Ehe- oder Sterbeurkunden, bestellt werden. Ganz ohne den Weg zum Rathaus und mit elektronischer Bezahlung und anschließender Zusendung per Post. Seit dem Starttermin Mitte Dezember wurden diese Dienste in ihrer neuen Form bereits über 20-mal wahrgenommen.

Derzeit befindet sich die Teilnahme von Jugendlichen an den Ferienpassangeboten des Kinder- und Jugendbüros in der Testphase. Hierdurch soll spätestens in den nächsten Sommerferien das Bestellen von Teilnahmekarten zum Ferienpass online möglich sein. Auch die Stadtbibliothek nutzt E-Payment bereits im Testbetrieb und wird in Kürze die Bezahlung der Gebühren online und kontaktlos ermöglichen.

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