Archiv für den Tag 23. November 2020

Öffentliche Sitzung des Gleichstellungsausschusses am 02.12.2020 im Flensburger Rathaus

TOPs unter anderem zu den Themen: Konzept zur Sicherstellung des Angebotes der Schwangerschaftsabbrüche in Flensburg, Plan zur Frauenförderung und Gleichstellung

Stadt Flensburg                                                                                                     Flensburg, 19.11.2020
Die Vorsitzende des Gleichstellungsausschusses

Bekanntmachung
zur 14. Sitzung des Gleichstellungsausschusses
am Mittwoch, 02.12.2020, 16:00 Uhr,
Rathaus, Europaraum (E 67)

Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung:
Wir weisen darauf hin, dass beim Fortbewegen in den Räumlichkeiten Rathauses eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen ist. Am Platz darf diese abgelegt werden.

Kinderbetreuung:
Wir weisen darauf hin, dass ehrenamtlich Tätige nach §24 Abs. 1 Nr. 4 Gemeindeordnung Anspruch auf Erstattung der nachgewiesenen Kosten einer entgeltlichen Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen haben.

Sollte Unterstützung bei der Organisation der Kinderbetreuung benötigt werden, melden Sie sich bitte mit einer Vorlaufzeit von mindestens 24 Stunden bei der für den Ausschuss zuständigen Geschäftsführung. Für zukünftige Ausschusssitzungen bereiten wir außerdem ein darüber hinausgehendes Angebot vor.

Bitte beachten Sie die nachstehenden Hinweise für die Öffentlichkeit:
Aufgrund der aktuellen Corona-Situation ist die Anmeldung für eine Gästeliste erforderlich, da nur be-grenzte Kapazitäten an Plätzen für Gäste zur Verfügung stehen. Sollten darüber hinaus noch Plätze frei sein, kann auch unangemeldeten Gästen bis zum Erreichen der Kapazitätsgrenze Einlass gewährt werden. Die Anmeldung erfolgt telefonisch unter 0461/85 2806 oder per Mail an Gleichstellungsausschuss@flensburg.de. Aus organisatorischen Gründen bitten wir Gäste mit einer Mobili-tätseinschränkung um einen Hinweis bei der Anmeldung. Ferne beachten Sie bitte folgende Hinweise:
– Gemäß der aktuellen Corona-Verordnung sind wir verpflichtet, Ihre Kontaktdaten zu erheben
– Der Zugang für alle Gäste erfolgt ausschließlich über den Haupteingang „Am Pferdewasser“
– Bitte denken Sie an Ihre Mund-Nasen-Bedeckung!

Die unter „B. Voraussichtlich nichtöffentlicher Teil“ aufgeführten Tagesordnungspunkte werden nach Maßgabe der Beschlussfassung des Gleichstellungsausschusses voraussichtlich nichtöffentlich beraten.

Tagesordnung

A. Voraussichtlich öffentlicher Teil

1. Bestätigung der Tagesordnung

2. Bekanntgabe der nichtöffentlich gefassten Beschlüsse der letzten Sitzung

3. Einwendungen gegen die Niederschrift über den öffentlichen Teil der 12. Sitzung vom 23.09.2020

4. Plan zur Frauenförderung und Gleichstellung RV-103/2020
4.1 MV: Plan zur Frauenförderung und Gleichstellung: Stellungnahme der Ratsfraktionen CDU, SSW, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP, Die Linke RV-137/2020
4.2 MV: Plan zur Frauenförderung und Gleichstellung: Beantwortung der Stellungnahme der Ratsfraktionen CDU, SSW, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP, Die Linke RV-137/2020 1. Ergänzung

5. Haushalt 2021/2022 des Gleichstellungsbüros (Teilhaushalt 6) GA-3/2020

6. MV: Konzept zur Sicherstellung des Angebotes der Schwangerschaftsabbrüche in Flensburg HA-68/2020

7. Mitteilungen, Anfragen und Anregungen

8. Beschlusskontrolle

B. Voraussichtlich nichtöffentlicher Teil

9. Einwendungen gegen die Niederschrift über den nichtöffentlichen Teil der 12. Sitzung vom 23.09.2020

10. Vergabe von Fördermitteln aus dem Titel „Geschlechterspezifische Projekte und Genderförderung“

11. Mitteilungen, Anfragen und Anregungen

12. Beschlusskontrolle

 

Für die Richtigkeit:

Dr. Karin Haug
Vorsitzende

Verena Balve
Gleichstellungsbeauftragte

Die Vorlagen zu den einzelnen Tagesordnungspunkten finden Sie hier

Als Blinder unterwegs: Interview mit Klaus Heide

Ein Beitrag von Julia Born, VCD – Ortsgruppe Flensburg

Der Flensburger Klaus Heide ist blind. Im Interview erzählt er, warum wir alle Sehen erst lernen müssen, worauf es bei einer inklusiven Straßenraumgestaltung ankommt und was er von Haltegriffen für Radelnde an Ampeln hält. Als langjähriger Beauftragter für Umwelt und Verkehr im Blinden- und Sehbehindertenverein Schleswig-Holstein (BSVSH) ist er mit Bestimmungen und Möglichkeiten gut vertraut.

An der Ampel am Fußgänger-Übergang Deutsches Haus/Friedrich-Ebert-Str. – Barriere-Check 27.10.2020  Foto: VCD Flensburg

Klaus Heide war auch einer der Teilnehmer beim zweiten Barriere-Check von VCD, VdK und Seniorenbeirat Flensburg (mehr).

Herr Heide, wie ist das für Sie, sich als Blinder im Verkehr zu bewegen?

Da möchte ich gern etwas ausholen. Menschen werden mit Augen geboren. Aber, so überraschend das klingt, sehen müssen wir erst lernen. Die Informationen, die unsere 160 Millionen Sehzellen pro Auge alle Zehntelsekunden ans Gehirn senden, müssen ausgewertet und interpretiert werden.

Das Archiv aufbauen: Wie Kinder sehen lernen …

Kinder lernen das spielerisch. Zum Beispiel, wenn es auf dem Boden sitzt und versucht einen Ball zu seinem Gegenüber zu rollen. Erst bewegt der Ball sich gar nicht, dann zu kurz, zu weit und immer in der falschen Richtung. Das Kind gibt nicht auf und versucht es immer wieder. Nach einiger Zeit merkt man, dass Schwung und Richtung genauer werden.
Bei den ersten Schritten stolpert das Kind immer wieder. Es steht auf und probiert es erneut und plötzlich klappt es. Es hat gelernt, dass die dunkle Kante am Boden die Teppichkante ist und da muss man den Fuß hochheben, dann klappt es.
Mit 8 Jahren etwa kann ein Kind die Umgebung beobachten und entscheiden, ob es es schafft, vor einem Fahrzeug über die Straße zu laufen oder zu gehen.

Diese Bilder, verbunden mit Geräuschen, Gerüchen und dem Ertasteten, ergeben das Archiv, mit dem wir auswerten, was wir sehen. Dieses Archiv wächst ein Leben lang. Wenn der Mensch sehbehindert ist oder erblindet, fehlen entscheidende Informationen. Das Archiv ist wertlos und die Person hilflos.
Aus den Sinnen, die mir bleiben – Hören, Riechen, Fühlen – muss ich nun ein neues Archiv aufbauen. Ich muss mit den Ohren und dem Tastsinn „sehen“ lernen. Mein Gehirn trainiert, diese Sinneswahrnehmungen auszuwerten. Das ist ein ganz erheblicher Lernprozess, genauso wie beim Kind.

Sehsinn durch andere Sinne ersetzen

Also, Sehbehinderte und Blinde müssen lernen, den Sehsinn durch ihre anderen Sinne zu ersetzen. Was macht es da leichter, was schwerer, sich im öffentlichen Raum zu bewegen?

Ich bin mit dem Blindenstock unterwegs, der macht beim Aufschlagen ein klackerndes Geräusch. Damit höre ich, wie sich die Schallwellen ausbreiten und verändern, wenn ich z.B. an einer Hecke, einer Mauer oder einer Straßeneinmündung vorbeigehe. Ich fühle die Beschaffenheit des Bodens unter der Kugel des Stocks.
Taktile Hinweisgeber wie zum Beispiel Noppen-Platten signalisieren mir: Achtung, hier aufpassen! Ich fühle die Richtung der Sonneneinstrahlung oder des Windes auf der Haut. Ich höre die Geräusche des Straßenverkehrs und registriere, wie andere Verkehrsteilnehmer sich vorbeibewegen.

Wenn nun ein Autofahrer meint, er muss die umliegenden Straßenzüge mit seiner Anlage beschallen, dann höre ich nichts mehr. Dann muss ich stehen bleiben, weil ich keine Orientierung mehr durch die Umgebungsgeräusche habe. Ich kann den Mast der Blindenampel nicht mehr finden und höre das Geräusch für die Richtung der Ampelüberquerung nicht. Laute Gespräche, Telefonate und Motorgeräusche haben einen ähnlichen Effekt.

Umstrittene Kanten kein Muss

Dabei ist es unterschiedlich, was Blinde und Sehbehinderte, die ja noch einen Sehrest haben, brauchen, um selbständig mobil sein zu können?

Ja, Sehbehinderte benötigen Kontraste zur Orientierung. Die Umgebung muss hell genug sein, um Kontraste zu erkennen, d. h. nicht extra hell.
Blinde brauchen ertastbare Gestaltungen zur Orientierung. Kanten, Ecken, verschiedene Pflasterungen und auch “tönende” Ampelmasten.

Ab einer Höhe von 3cm sind Kanten und Stufen für Rollstuhlfahrer ein Problem. Bei Radverkehr können solche Kanten zu Stürzen führen, wenn man seitlich auftrifft. Welche alternativen Möglichkeiten für taktile Markierungen gibt es aus Ihrer Sicht?

Vielfach werden schon Steine mit Noppen, sogenannte Aufmerksamkeitssteine, für die Orientierung von Blinden verwendet. Sie zeigen dem Blinden Gefahrenstellen an. Außerdem ist durch deutlich ertastbare Pflasterungsunterschiede mit Groß- oder Kleinpflaster eine Menge zu erreichen. Wichtig ist dabei, dass sich die Logik der Anwendung dem Nutzer erschließt.

Ampel-Haltegriff: Barriere eingebaut

Mit Stolz wurde in der Presse die Festhaltemöglichkeit für Radfahrer an einigen Ampeln beschrieben …

Ich sehe das sehr kritisch. Ich habe mir schon mehrfach Schulter oder Brust gestoßen, einmal hat es mich sogar niedergestreckt. Ein Hindernis im Gehbereich von Blinden ist nicht barrierefrei. Da wurde eine Barriere eingebaut.

Wenn Sie die Straßen und Wege in Flensburg nach Wunsch umgestalten könnten, mit welchen drei Dingen würden Sie anfangen?

Da gibt es nur eines. Ich möchte den Planern und Gestaltern erzählen, welche Probleme Blinde und Sehbehinderte haben, damit diese sie bei hren Überlegungen berücksichtigen können. Die Probleme von Rollstuhlfahrern sind vielen bewusst, die von Blinden und Sehbehinderten sind weit weniger bekannt.

Herr Heide, vielen Dank für das Gespräch!

Barriere-Check am 27.10.2020: Die ganze Dokumentation zum Herunterladen: PDF-Datei – hier

Aktion „Flensburg in Licht und Klang verbunden“

Schirmherr Hannes Fuhrig erinnert

Flensburg. Stadtpräsident Hannes Fuhrig möchte gern an die von ihm als Schirmherr unterstützte Aktion „Flensburg in Licht und Klang verbunden“ von Anja Funk-Klebe vom Verein „Seelesole“ erinnern, die in Zeiten der coronabedingten, eingeschränkten sozialen Kontakte bis hin zur Einsamkeit alle Flensburger*innen dazu auffordert am Sonnabend, 28. November, um 18 Uhr zum Zeichen der Verbundenheit Kerzen ins Fenster zu stellen.
Zeitgleich werden die Glocken der Marien- und der St. Jürgen-Kirche, der Harrisleer, der Friedenskirche Weiche, der Christuskirche Mürwik, der Pauluskirche und der Kirche Fruerlund läuten – warmes Licht und Klang sollen die Seele direkt erreichen und emotionale Nähe wecken.

Hierzu verkauft der Verein „Seelesole“ Bienenwachskerzen im Glas an verschiedenen Stellen in der Stadt gegen eine Spende von mindestens 6 Euro. Der Erlös kommt dem Verein zu Gute, der Jugendlichen in der Pubertät, aber auch Erwachsenen bei der Suche nach dem Sinn im Leben und beim Zugang zum eigenen Empfinden helfen möchte.

Der Stadtpräsident würde sich über eine rege Beteiligung am Vorabend des 1. Adventssonntages an dieser menschenverbindenden Zeremonie mit Strahlkraft über Flensburg hinaus als Zeichen der Verbundenheit und Solidarität freuen.

Endspurt beim Fahrrad-Klimatest des ADFC

Mitmachen noch bis Monatsende möglich!

Noch bis Ende November haben Flensburger:innen beim Fahrrad-Klima-Test des ADFC die Möglichkeit der direkten Bürgerbeteiligung und die Chance, die Fahrradfreundlichkeit in ihrer Heimatstadt umfassend zu bewerten.

Teilnehmende Städte erhalten durch die Testergebnisse eine differenzierte Einschätzung ihrer Radverkehrsbedingungen. Politik und Verwaltung haben sich in den vergangenen Jahren spürbar bemüht, eine Reihe von Verbesserungen für Radfahrende auf den Weg zu bringen, wenngleich sich auch einige dieser Maßnahmen aktuell sehr deutlich zu verzögern scheinen und selbst sinnvolle und kostensparende Vorschläge von Umweltverbänden und ökologisch orientierten Verkehrsclubs mit nur knapper Mehrheit abgelehnt wurden.

„Der rasch fortschreitende Klimawandel besorgt die weit überwiegende Mehrheit der Menschen zutiefst. Auch deshalb ist es wichtiger denn je, emissionsfreien Radverkehr in unserer Stadt nun wirklich auch entschlossen, konsequent und dauerhaft zu fördern, so Axel Dobrick, einer der Sprecher des ADFC Flensburg. „Als Interessenvertretung der Radfahrenden sind wir super gespannt, wie sich die bisherigen Maßnahmen der Stadt zur Radverkehrsförderung, die coronabedingte Zunahme des Radverkehrs und der anhaltende Pedelec-Boom auf die Zufriedenheit der Radfahrenden ausgewirkt haben.“

Teilnahme noch bis 30. November möglich!

Der vom Bundesverkehrsministerium geförderte Test hilft den Verantwortlichen zu erkennen, was in ihrer Stadt in Sachen klimaneutraler Radmobilität gut läuft und was nicht. Die direkte Teilnahme lohnt sich also bis zur letzten Minute!

Der ADFC Flensburg bittet alle Alltagsradler:innen und Radbegeisterten, sich ein paar Minuten für die Befragung auf www.fahrradklima-test.adfc.de zu nehmen. Die Test-Ergebnisse werden im kommenden Frühjahr veröffentlicht…

 
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