Archiv für den Tag 12. November 2020

Flensburger Bahnhofswald: BUND legt Widerspruch gegen Waldumwandlung ein

Der Flensburger Bahnhofswald aus der Vogelperspektive – Foto von Bernd Schütt

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat Widerspruch gegen die in der vorletzten Woche ausgesprochene Genehmigung einer Waldumwandlung des Flensburger Bahnhofswaldes eingelegt.

Und dieser Widerspruch hat es in sich: In dem 17-seitigen, juristisch ausgeklügelten Schreiben mit zahlreichen Anlagen wird unter anderem argumentiert, schon der B-Plan Hauptpost, für den die Waldumwandlung erfolgte, sei rechtswidrig und ungültig. Dafür werden zahlreiche Argumente angeführt. Darüber hinaus sei die Waldumwandlungsgenehmigung wegen entgegenstehender Vorschriften des Biotopschutzes und unzureichender Alternativen-Prüfung rechtswidrig.

Nach Ansicht der Bürgerinitiative Bahnhofsviertel hängt damit auch der Bauantrag der Investoren, die am Bahnhofswald ein Hotel und ein Parkhaus bauen wollen und dabei auf die Waldumwandlung angewiesen sind, wieder völlig in der Luft. Ob die Fehler der Planung überhaupt geheilt werden können, sei sehr fraglich. Die Stadt Flensburg und die Investoren müssten sich gründliche neue Gedanken machen, so die Bürgerinitiative in einer Stellungnahme von heute. Sie fordert ebenso, dass geplante Baumfällungen unterbleiben sollten, solange unsicher sei, ob der angestrebte Bau überhaupt möglich ist.

UnterstützerInnen für Mahnwache gesucht

Für die Mahnwache am Bahnhofswald suchen die Bürgerinitiative Bahnhofsviertel und die WaldbesetzerInnen noch UnterstützerInnen. Wer also Lust hat, sich stundenweise an der Mahnwache zu beteiligen, melde sich bitte am Infostand auf dem Parkplatz am Bahnhofswald.

Kontakt zu den Aktivist*innen der Waldbesetzung: rodung@nirgendwo.info

Twitter: @boomdorp

Bürgerinitiative Bahnhofsviertel Flensburg: https://bahnhofsviertelflensburg.wordpress.com/

Weitere Infos und Beiträge zum Thema Hotel- und Parkhausprojekt am Flensburger Bahnhofswald auch hier

Beweidungsaktion ab 16. November im Naturschutzgebiet Twedter Feld

Die Schafe kommen wieder

Hunde dürfen im Naturschutzgebiet nur angeleint mitgeführt und das Gebiet nur auf den offiziellen Wegen betreten werden

Flensburg. Ab 16.11.2020 beweidet eine Herde aus bis zu 600 Schafen (Heidschnucken) und Ziegen die ökologisch hochwertigen Offenlandbereiche im Flensburger Naturschutzgebiet Twedter Feld. Die dort vorkommenden Trocken- und Magerrasenbiotope sowie Heidebestände mit vielen Rote-Liste-Arten sind selten, licht- und wärmebedürftig sowie auf Nährstoffarmut angewiesen.

Durch die bereits im 12. Jahr stattfindende Beweidung werden diese Biotope von Gehölzen freigehalten und somit in ihrem Bestand gesichert. Dies geschieht dreimal im Jahr.

Die Schäferin Angela Dornis kommt mit ihrer Herde und den altdeutschen Hütehunden für etwa eine Woche in das Flensburger Naturschutzgebiet. Im Anschluss werden für circa zwei Wochen städtische Grünflächen im Norden der Stadt beweidet.

Die Wanderschafherde im Twedter Feld ist ein lohnendes Ausflugsziel gerade mit Kindern und bietet schöne Fotomotive. Bei einem Besuch im Twedter Feld wird darum gebeten, den in Corona-Zeiten erforderlichen Abstand zu beachten.

Für einen unbeschwerten Ausflug zu den Schafen im Naturschutzgebiet Twedter Feld weist die Stadtverwaltung auch vorsorglich darauf hin, dass die Schafe sich von anderen Hunden schnell bedroht fühlen. Die Hütehunde können aggressiv auf fremde Hunde reagieren.

Hunde dürfen – auch deshalb – im Naturschutzgebiet nur angeleint mitgeführt und das Gebiet nur auf den offiziellen Wegen betreten werden. Die Wege im westlichen Teil sollten während der Beweidungsphase möglichst ohne Hund aufgesucht werden. Wer dennoch mit seinem vierbeinigen Freund die Herde ansehen möchte, sollte ausreichend Abstand zur Herde halten.

Zur weiteren Unterstützung der natürlichen Entwicklung des Naturschutzgebietes werden 2020 schwerpunktmäßig Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen in den genannten Offenland-Biotopen umgesetzt. Daneben ist es zum Erhalt der heimischen Pflanzenvielfalt Ziel, nicht heimische und standortfremde Pflanzen – so genannte Neophyten – zu reduzieren. Diese Pflanzen werden leider oft durch illegale Entsorgung von Gartenabfällen in das Schutzgebiet eingebracht. Sie verdrängen die heimischen Arten. Daher bittet die Stadtverwaltung nachdrücklich darum, keinerlei Pflanzen, Gartenabfälle oder sonstige Stoffe in das Schutzgebiet einzubringen!

Die Maßnahmen im Naturschutzgebiet werden vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung finanziert.

Quartierszentrum an der Walzenmühle: Ausstellung der eingereichten Wettbewerbsbeiträge

Noch steht da der alte Edeka-Markt: Blick auf den geplanten Neustadtplatz Richtung Süden – Siegerentwurf von CKRS Architektengesellschaft mbH, Machleidt GmbH und TDB Landschaftsarchitektur – Illustration: CKRS/Stadt Flensburg

Wettbewerbsarbeiten sind ab sofort auf der Homepage des Sanierungsträgers einsehbar

Flensburg. Am 29.09.2020 hat das Preisgericht einen Wettbewerbssieger zur Umgestaltung der Flächen rund um die Walzenmühle benannt. Der erste Preis geht an die Berliner Architektengesellschaft CKRS Architektengesellschaft mbH, Machleidt GmbH, sowie TDB Landschaftsarchitektur. Die ursprünglich für die Bürgerhalle vorgesehene Ausstellung aller Wettbewerbsarbeiten kann coronabedingt nicht stattfinden. Aus diesem Grund sind alle eingereichten Wettbewerbsarbeiten ab sofort auf der Homepage des Sanierungsträgers einsehbar unter https://www.ihrsan.de/stadterneuerung/ausstellung-quartierszentrum-walzenmuehle.

Der Siegerentwurf ist zudem anlässlich der Öffentlichkeitsveranstaltung am 28. Oktober öffentlich vorgestellt worden. Die im Preisgericht sowie in der öffentlichen Veranstaltung genannten Überarbeitungswünsche werden derzeit mit dem Architektenteam erörtert.

SSW: Bahn ertüchtigen und Flensburg voranbringen

Ratsherr Glenn Dierking: SSW unterstützt neue Bahninitiative

Die Flensburger Studierenden haben die Erschließung von Campus und Innenstadt mit der Bahn gefordert.
SSW-Ratsherr Glenn Dierking: „Das ist Wasser auf unsere Mühlen. Ein breites Bündnis fordert schon lange die Aktivierung der bestehenden Strecke am ZOB, um Stadt und Hafen umsteigefrei und fußläufig für unsere Gäste zu erschließen. In Flensburg gibt es auf Schwerlast ausgerichtete Gleise, die bis ins Zentrum und an die Förde reichen. Diese Struktur ist einzigartig und in keiner anderen Stadt zu finden. Eine Aktivierung wäre vergleichsweise einfach zu bewerkstelligen.“

Der ASTA hat in einem offenen Brief eine direkte Zuganbindung der Hochschulen gefordert, um die verkehrliche Situation für den Campus zu verbessern. Dierking: “Könnte dieser Brief der letzte Schlussstein eines mehrheitsfähigen Bündnisses sein? VCD, ProBAHN, NAH-SH, der Wirtschaftsausschuss des Landtages, MdEP Rasmus Andresen und Wirtschaftsminister Bernd Buchholz haben bereits in den letzten Wochen ganz klar die Potentiale einer Bahnanbindung der City erkannt und auch unterstützt. Aus gutem Grund: Der Individualverkehr würde einfach unattraktiv, wenn man die Stadt ohne lange Parkplatzsuche erreichen kann. Eine Bahnanbindung der Innenstadt wäre ein echter Beitrag zum Klimaschutz, weil Busse und Bahn ihre Vorteile ausspielen könnten. Davon abgesehen wäre das ein absoluter Touristenmagnet. Also: ein gutes und nachhaltiges Projekt für die gesamte Region.“

Dierking warnt davor, die Pläne jetzt auf die lange Bank zu schieben: „Die inhaltlichen Vorarbeiten wurden in den letzten Jahren erledigt. Wir haben ein belastbares Gutachten vorliegen. Wir haben einen Betreiber und die Zusage , dass die Kosten bis zu 90% gefördert werden. Mit dem offenen Brief haben wir auch eine sehr breite Unterstützung innerhalb der Region. Diese Chance müssen wir nutzen. Die Ratsversammlung sollte umgehend die nächste Schritte in die Wege leiten.“

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