Archiv für den Tag 9. November 2020

Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht in Flensburg

Stolperstein in der Großen Straße 15 für Oskar Reincke

DIE LINKE putzt Stolpersteine und legt Blumen nieder

Es jährt sich heute wieder die Reichspogromnacht vom 9. November 1938. Einige Mitglieder des Kreisverbandes nehmen dieses Datum zum Anlass, die Stolpersteine in Flensburg zu reinigen und mit Blumen an die Opfer der Reichspogromnacht zu gedenken. Die Shoah, der planvolle Versuch der Nationalsozialist*innen, das jüdische Leben in Deutschland und später in ganz Europa und darüber hinaus, vollständig zu vernichten, begann spätestens mit dieser Nacht, den Morden an Jüdinnen und Juden und den Deportationen in die Konzentrationslager.

„Auch in Flensburg kam es im Rahmen der Pogrome zu Übergriffen und Zerstörungen jüdischen Lebens. Doch für antisemitischen Terror müssen wir gar nicht weit in die Vergangenheit schauen, der Anschlag in Halle steckt uns allen noch in den Knochen. In diesen Zeiten ist es enorm wichtig, dass wir Gedenkkultur leben und uns gesamtgesellschaftlich gegen den Geschichtsrevisionismus der Ewiggestrigen wehren. Wir betrachten die Erinnerungen an die Pogrome weiterhin als Mahnung Menschenverachtung, Faschismus und Rechtsextremismus nicht unwidersprochen hinzunehmen.“, erklärt Luca Grimminger, der Kreisvorsitzende von DIE LINKE. in Flensburg.

Wer den Namen des Opfers lesen will, muß sich herunterbeugen. In diesem Moment verbeugt er sich vor ihm“ – Gunter Demnig

Zwei Mal im Jahr, machen sich Mitglieder der Partei DIE LINKE in Flensburg auf den Weg und putzen die Stolpersteine in unserer Stadt. Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das im Jahr 1992 begann. Mit im Boden verlegten kleinen Gedenktafeln, sogenannten Stolpersteinen, soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden.

Mehr zu den Stolpersteinen in Flensburg auch in dem AKOPOL-Beitrag:
Verlegung von Stolpersteinen am 21.11.2019 in Flensburg
unter: https://akopol.wordpress.com/2019/11/16/verlegung-von-stolpersteinen-am-21-11-2019-in-flensburg/

Mehr zum Kunstprojekt Stolpersteine hier: http://www.stolpersteine.eu/

Die Ereignisse in Schleswig-Holstein und Flensburg

Anlässlich des Jahrestages des Novemberpogroms möchten wir auf eine Veröffentlichung des Landesarchivs Schleswig-Holstein aus dem Jahr 2016 hinweisen: „Die „Reichskristallnacht“ in Schleswig-Holstein – Der Novemberpogrom im historischen Kontext.“ Hier werden die Ereignisse in Schleswig-Holstein und Flensburg vom 9./10. November 1938 sehr detailliert dokumentiert. Mit dem Aufsatz von Bernd Philipsen: „„Dat Judennest hebbt wi utrökert.“ Vom gewaltsamen Ende des Auswanderer-Lehrguts Jägerslust bei Flensburg“

Der Text des Buches ist zum Lesen frei zugänglich und kann unter folgendem Link aufgerufen werden: https://blogs.sub.uni-hamburg.de/hup/products-page/publikationen/136/

 

Jahrestag des Novemberpogroms

Die Ereignisse in Schleswig-Holstein und Flensburg

Anlässlich des Jahrestages des Novemberpogroms möchten wir auf eine Veröffentlichung des Landesarchivs Schleswig-Holstein aus dem Jahr 2016 hinweisen: „Die „Reichskristallnacht“ in Schleswig-Holstein – Der Novemberpogrom im historischen Kontext.“ Hier werden die Ereignisse in Schleswig-Holstein und Flensburg vom 9./10. November 1938 sehr detailliert dokumentiert. Mit dem Aufsatz von Bernd Philipsen: „„Dat Judennest hebbt wi utrökert.“ Vom gewaltsamen Ende des Auswanderer-Lehrguts Jägerslust bei Flensburg“

Der Text des Buches ist zum Lesen frei zugänglich und kann unter folgendem Link aufgerufen werden: https://blogs.sub.uni-hamburg.de/hup/products-page/publikationen/136/

Keine Sitzung des Flensburger Seniorenbeirats im November

Wegen der allgemeinen Infektionslage setzt der Seniorenbeirat Flensburg seine Sitzungen im November aus.

Die nächste Sitzung findet statt am Donnerstag, den 10.12.2020 in der Zeit von 13.00 – 16.30 Uhr in Zimmer 13.05 des Rathauses und ist wie immer öffentlich.

Während der Einschränkungen durch Covid 19 / Corona müssen sich Gäste vorab telefonisch unter 0461-55363 anmelden oder über jedes andere Mitglied des Seniorenbeirates.

Corona-Pandemie: Amtliche Verfügung zu Maskenpflicht in Flensburg

In Flensburg ist  am 6.11.2020 eine neue Allgemeinverfügung zur Corona-Bekämpfung in Kraft getreten, mit der in vielen Bereichen der Innenstadt und an besonderen Orten mit erhöhtem Publikumsverkehr vom 7. November bis einschließlich 29. November 2020 eine Maskenpflicht gilt. Untenstehend der Text:

Allgemeinverfügung

Der Oberbürgermeisterin der Stadt Flensburg

zum Verbot und zur Beschränkung von Kontakten in besonderen öffentlichen Bereichen zur Bekämpfung der Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 auf dem Gebiet der Stadt Flensburg

Gemäß § 28 Absatz 1 Satz 1 und 2 Infektionsschutzgesetz (IfSG) in Verbindung mit § 106 Abs. 2 Allgemeines Verwaltungsgesetz für das Land Schleswig-Holstein (Landesverwaltungsgesetz – LVwG) wird folgende Allgemeinverfügung erlassen:

Anlage 2: Karte Maskenpflicht in Flensburg

1. In den in Anlage 1 und 2 bezeichneten bzw. gekennzeichneten öffentlich zugänglichen Bereichen ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung gemäß § 2 Abs. 5 der Landesverordnung zur Bekämpfung des Coronavirus SARS-CoV-2, ersatzverkündet am 1.11.2020, verpflichtend. Die Anlagen sind Teil dieser Allgemeinverfügung. Die Verpflichtung nach Satz 1 gilt nicht für Kinder bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr und Personen, die aufgrund einer körperlichen, geistigen oder psychischen Beeinträchtigung keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen können und dies glaubhaft machen können. Personen, die keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen und für die eine Ausnahme nicht zutrifft, sind das Betreten, der Aufenthalt und die Nutzung der bezeichneten bzw. gekennzeichneten öffentlich zugänglichen Bereichen nicht gestattet.

2. Diese Allgemeinverfügung gilt ab dem 07. November bis einschließlich 29. November 2020. Eine Verlängerung oder ggf. auch vorzeitige Änderung oder Aufhebung ist in Abhängigkeit vom Infektionsgeschehen möglich.

3. Die Anordnung ist gem. § 28 Abs. 3 i. V. m. § 16 Abs. 8 IfSG sofort vollziehbar.

4. Die Allgemeinverfügung der Stadt Flensburg über Maßnahmen zur Bekämpfung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-19 vom 25.10.2020 wird aufgehoben.

Anlage 1 zur Allgemeinverfügung vom 06.11.2020 : Besondere Orte mit erhöhtem Publikumsverkehr

Anlage 2 zur Allgemeinverfügung vom 06.11.2020: Karte Maskenpflichtgebiet in Flensburg

Die amtliche Verfügung mit vollständiger Begründung und Rechtsbehelfsbelehrung ist auf der städtischen Homepage zu finden: https://www.flensburg.de/Startseite/Informationen-zum-Coronavirus.php

Aufgrund des Bund-Länder-Beschlusses vom 28.10. zur Corona-Pandemie und der damit verbundenen Einschränkungen des öffentlichen Lebens werden auch in Flensburg viele Kulturveranstaltungen im November nicht stattfinden können. Deshalb empfiehlt es sich bei den Veranstaltern nachzufragen, ob diese überhaupt noch stattfinden werden, oder wie und in welchem Umfang sie nachgeholt werden.

Musikalische Unterstützung für den Erhalt des Flensburger Bahnhofswaldes

Suleika Bauer und Cem Aktalay spielen im Bahnhofswald

Suleika Bauer und Cem Aktalay gaben Solidaritäts-Konzert mit Geige und Fagott

Ein Beitrag von Sabine Scholl

Musik hat die Eigenschaft verbinden zu können. Aber sie kann auch den Sinn für Schönheit wecken oder einen Ort würdigen. Zum Beispiel einen Wald. Das konnte man am Samstag im von der Straße aus so unscheinbar wirkenden Bahnhofswald erleben. Zahlreiche Flensburger*innen im Alter von 8 bis über 80 fanden sich gegen 14 Uhr an der Mahnwache in der Bahnhofstraße ein.

Einige Tage zuvor waren Suleika Bauer und Cem Aktalay, beide Mitglieder des Schleswig-Holsteinischen Sinfonieorchesters, an der Mahnwache vorbeigekommen und hatten sich nach den Hintergründen der Baumbesetzung erkundigt. Bestürzt über die drohende Rodung auf dem Gelände und begeistert vom Mut und von der Kreativität der Baumbesetzer*innen wollten beide gern durch ein Konzert mit Geige und Fagott ihre Solidarität zeigen und den bedrohten Bahnhofswald bekannter machen. Cem Aktalay fühlte sich an die Besetzer*innenbewegung erinnert, die 2013 wegen der Rodung und Bebauung des Gezi Parks in Istanbul entstand und zum Symbol zivilgesellschaftlichen Widerstands wurde.

Andächtiges Zuhören auf dem Weg zur Valentiner Allee

Eine sehr schöne Herbststimmung konnte man im Wald erleben, als die Konzertbesucher*innen aufmerksam über den schmalen Weg an der Quelle vorbei bis zum gepflasterten Rondell in die Mitte des Waldes gingen. Die Menschen bewegten sich leise und vorsichtig, um den Waldfrieden nicht zu stören. Die Sonne ließ das Laub der Bäume in Gelbtönen leuchten, und der Boden war bedeckt von bunten Blättern. Würziger Duft von feuchtem Laub lag in der Luft. Auf den Wegen und am Rondell standen Stühle für die Zuhörer bereit. Dann war der Wald auf einmal erfüllt mit den Klängen von Fagott und Geige. Im Repertoire gab es Jazziges wie einen Ragtime oder Take Five (Dave Brubeck Quartett), aber auch Klassik, eine Sonate von Jean Marie Leclair und ein Stück von Egidius Hobb.

In der Sitzecke direkt vor der „Bühne“ saßen einige betagte Zuhörer*innen, andere Besucher*innen standen auf dem Weg, einem Abschnitt der Valentiner Allee. Ein paar junge Leute hockten auf dem Waldboden und hörten fast andächtig zu. Einer hatte es sich in einer Hängematte bequem gemacht und genoss die Musik, mit Blick in die bunten Baumkronen. Von einer Plattform in luftiger Höhe baumelte das Bein eines dort sitzenden Aktivisten herab und wippte im Takt. In den Spielpausen fingen Rotkehlchen an zu singen. Zwei Polizist*innen parkten ihren Streifenwagen an der Mahnwache und hörten von der Bahnhofstraße aus zu. In den Wald selbst wollten sie sich nicht begeben, um „die Zuhörer*innen nicht zu stören“.

Es war schon ein besonderes Ereignis, nicht nur weil Konzerte in dieser Zeit allgemein eine Rarität sind. Aber auch dieser zauberhafte und friedliche Ort ist es, an dem alles zu lauschen schien und der durch die Klänge der Musik noch veredelt wurde. „Das sollte man öfter machen! Der Wald ist ein idealer Platz dafür“, sagte eine Besucherin am Ende. Auch dem Musiker*innenduo hat ihr Auftritt unter Bäumen gefallen. Sie wollen den Erhalt des Waldes sehr gern weiter unterstützen. Beispielsweise würden sie bei einer Kundgebung mitten in der Stadt spielen oder vor dem Rathaus – um auf eine klangvolle Weise darauf aufmerksam zu machen, dass eine friedliche Lösung für alle möglich ist: wenn dieser Wald bleiben kann!

Ein Ausschnitt des Konzerts ist auch auf Twitter zu sehen udn zu hören: https://twitter.com/i/status/1325064083209641984

UnterstützerInnen für Mahnwache gesucht

Für die Mahnwache am Bahnhofswald suchen die Bürgerinitiative und die WaldbesetzerInnen noch helfende UnterstützInnen. Wer also Lust hat, sich an der Mahnwache zu beteiligen, melde sich bitte am Infostand auf dem Parkplatz am Bahnhofswald.

Kontakt zu den Aktivist*innen der Waldbesetzung:

rodung@nirgendwo.info

Twitter: @boomdorp

Bürgerinitiative Bahnhofsviertel Flensburg: https://bahnhofsviertelflensburg.wordpress.com/

Weitere Infos und Beiträge zum Thema Hotel- und Parkhausprojekt am Flensburger Bahnhofswald auch hier

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