Planung für das neue Quartierszentrum an der Walzenmühle

Noch steht da der alte Edeka-Markt: Blick auf den geplanten Neustadtplatz Richtung Süden – Illustration: CKRS/Stadt Flensburg

Das Preisgericht für den städtebaulichen, freiraumplanerischen und hochbaulichen Wettbewerb hat getagt

Flensburg-Neustadt. Es ist entschieden. Ein elfköpfiges Preisgericht hat am 29.09.2020 die drei Preisträger*innen festgelegt. Unter dem Vorsitz vom Prof. Frank Schwartze aus der TH Lübeck wurden die Weichen für die Entwicklung in der Neustadt gestellt.

Das rund 2,4 Hektar große Wettbewerbsgebiet liegt im Stadtteil Flensburg-Neustadt, im Bereich Gartenstraße, Neustadt und Grönlandgang. Auf derzeit weitgehend ungenutzten ehemaligen Gewerbeflächen bietet sich ein erhebliches städtebauliches Potenzial zur Entwicklung eines Quartierszentrums für den Stadtteil Neustadt.

Im Jahr 1999 wurde der Stadtteil Flensburg-Neustadt in das Städtebauförderungsprogramm des Landes Schleswig-Holstein aufgenommen. Das Wettbewerbsgebiet liegt in einem durch Beschluss der Ratsversammlung förmlich festgelegten Sanierungsgebiet. Hier erfolgen schwerpunktmäßig große Investitionen in die Stadterneuerung und die Quartiersentwicklung.

Ziel des Wettbewerbes war es, alle Voraussetzungen für die Entwicklung eines identitätsstiftenden neuen Quartierszentrums zu schaffen. Die neue Bebauung soll durch einen Wohnungsmix mit ca. 200 Wohneinheiten – unter Berücksichtigung einer Förderquote von etwa 30% im Rahmen der sozialen Wohnraumförderung – und Schaffung attraktiver Gewerbe- und Dienstleistungsflächen unterschiedlichen Zielgruppen dienen und so einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung des Stadtteils Neustadt leisten.

Neue attraktive Wegeverbindungen für Fußgänger*innen und Radfahrerende sollen durch das entstehende Quartierszentrum führen und so die Erreichbarkeit der Einzelhandelsmärkte, Dienstleistungen sowie der gastronomischen und kulturellen Angebote entlang der Neustadt aus den umliegenden Wohngebieten verbessern. Ein zentraler Quartiersplatz soll die Neubebauung ergänzen und Aufenthaltsqualitäten schaffen.

Der Wettbewerb wurde als einstufiger städtebaulicher, freiraumplanerischer und hochbaulicher Realisierungswettbewerb in Form eines nicht-offenen Wettbewerbs gemäß § 3 (3) RPW 2013 durch die Stadt Flensburg Fachbereich Stadtentwicklung und Klimaschutz in Zusammenarbeit mit den künftigen Investoren der May & Co. Holding GmbH und der GEWOBA Nord Baugenossenschaft e.G. ausgelobt. Dem Wettbewerb wurde ein Bewerbungsverfahren (Präqualifizierung) vorangestellt. In diesem wurden zehn qualifizierte Planerteams, die sich aus den Disziplinen Stadtplanung, Architektur und Landschaftsplanung zusammensetzen, ausgewählt. Neun der Planerteams hatten ihre Arbeiten zur Beurteilung durch das Preisgericht eingereicht. Die Betreuung des Wettbewerbsverfahrens erfolgte durch die IHR Sanierungsträger – Flensburger Gesellschaft für Stadterneuerung mbH.

Das Preisgericht hat der Ausloberin einstimmig empfohlen, die 1.Preisträgerin, die Planergemeinschaft CKRS mit den Stadtplanern Machleidt GmbH und den Freianlagenplanern TDB Landschaftsarchitektur aus Berlin, mit der Weiterbearbeitung zu beauftragen. Der preisgekrönte Entwurf bietet eine klare und selbstverständliche städtebauliche Lösung, die mit der gegenüber liegenden Walzenmühle korrespondiert. Eine Verbindung zwischen der Gartenstraße und der Straße Neustadt schafft mit einer Öffnung zu einem Taschenplatz gegenüber der Walzenmühle ein schönes und attraktives Raumangebot im öffentlichen Raum. Das Konzept sieht vielfältigen und attraktiven Wohnraum mit großzügigen Innenhofflächen mit angemessener Gestaltung auf darunterliegenden Einzelhandelsflächen vor. Der ersten Preisträgerin ist es gelungen, die komplexe Aufgabe in einen robusten Entwurf zu übersetzen, sagte Claudia Takla Zehrfeld, Fachbereichsleiterin Stadtentwicklung und Klimaschutz. „Der Entwurf wird die Weiterentwicklung der Neustadt als attraktives, innenstädtisches Quartier befördern. Hier wird ein Stück Stadt weitergebaut: bezahlbarer Wohnraum und moderne Dienstleistungs- und Einzelhandelsflächen bei erhöhter Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum.

Die weiteren preistragenden Planergemeinschaften sind die Architekten und Stadtplaner Zastrow & Zastrow mit den Landschaftsarchitekten Brien.Wessels.Werning GmbH aus Kiel (2. Platz) sowie die Architekten und Stadtplaner GmbH PPP aus Lübeck mit dem Büro arbos Freiraumplanung aus Hamburg (3. Platz).

Es ist geplant, alle eingereichten Entwürfe für zwei Wochen öffentlich im Rathaus auszustellen. Der Termin wird noch bekannt gegeben.

Das Verfahren zum Bebauungsplan „Quartierszentrum an der Walzenmühle“ (282) wurde bereits durch Aufstellungsbeschluss der Ratsversammlung der Stadt Flensburg eingeleitet und wird auf Grundlage des Wettbewerbsergebnisses fortgeführt. Zur Sicherung des Wettbewerbsergebnisses werden die Investoren nach Maßgabe der Empfehlungen des Preisgerichts die Preisträgerin des städtebaulichen, freiraumplanerischen und hochbaulichen Realisierungswettbewerbs mit der Weiterbeauftragung der Hochbauplanung beauftragen. Die Stadt wird auf Grundlage des Wettbewerbsergebnisses den Auftrag zur öffentlichen Freianlagenplanung und der weiteren Bauleitplanung (Bebauungsplan) an die Preisträgerin vergeben. Bereits im Vorfeld des Wettbewerbes ist mit dem Abbruch der Bestandsbebauung begonnen worden. Mit Abschluss des Wettbewerbsverfahrens werden die Abbruchmaßnahmen fortgeführt; das denkmalgeschützte Gebäude Neustadt 26 (ehemalige Werftkantine) bleibt erhalten.

„Von der künftigen Entwicklung des Wettbewerbsgebietes werden positive Effekte für die quartiersbezogene Nahversorgung, das soziokulturelle Leben und die Sozialstruktur im Stadtteil Neustadt erwartet“, betont Stephan Kleinschmidt, Dezernent für Projektentwicklung, Dialog und Image.

Das „Quartierszentrum an der Walzenmühle“ fügt sich in eine Reihe großer städtebaulicher Projekte im Sanierungsgebiet Neustadt ein, die derzeit in der Planung oder Umsetzung sind. Mit dem „Wohnquartier Schwarzenbachtal“ entstehen rund 480 Wohneinheiten auf den Flächen des ehemaligen Bundeswehrdienstleistungszentrums in der Meiereistraße und früherer Gewerbebetriebe am Junkerhohlweg. Die Promenade entlang der Förde wird Richtung Norden fortgeführt und in diesem Zusammenhang ein Wasserplatz am Brauereiweg geschaffen. Die Flächen des ehemaligen Schlachthofes sollen unter Erhalt der denkmalgeschützten Gebäude und Erweiterung des BMX- und Skateparks der Sportpiraten entwickelt werden.

Dazu ein Kommentar von Jörg Pepmeyer

Fällt den Architekten nicht Besseres ein?

Der vorgestellte Entwurf mit der Fassadengestaltung ist schlichtweg langweilig, sich ständig wiederholend und ohne Seele. Das ist nichts anderes als beliebige Investorenarchitektur, wie wir sie auch aus anderen Städten zu Genüge kennen. Und wenn Stadtplanerin Claudia Takla-Zehrfeld davon spricht, der ersten Preisträgerin sei es gelungen, die komplexe Aufgabe in einen robusten Entwurf zu übersetzen, kann man das auch anders übersetzen. Wo bleibt dabei eigentlich die Bürgerbeteiligungt? Ich lehne jedenfalls als Bewohner des Quartiers Duburg-Neustadt diesen Entwurf ganz entschieden ab.

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Veröffentlicht am 8. Oktober 2020, in Bürgerbeteiligung, Daten und Zahlen, Flensburg News, Soziales, Stadtplanung, Wirtschaft. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

  1. Fällt den Architekten nicht Besseres ein?

    Der vorgestellte Entwurf mit der Fassadengestaltung ist schlichtweg langweilig, sich ständig wiederholend und ohne Seele. Das ist nichts anderes als beliebige Investorenarchitektur, wie wir sie auch aus anderen Städten zu Genüge kennen. Und wenn Stadtplanerin Claudia Takla-Zehrfeld davon spricht, der ersten Preisträgerin sei es gelungen, die komplexe Aufgabe in einen robusten Entwurf zu übersetzen, kann man das auch anders übersetzen. Wo bleibt dabei eigentlich die Bürgerbeteiligungt? Ich lehne jedenfalls als Bewohner des Quartiers Duburg-Neustadt diesen Entwurf ganz entschieden ab.

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