Ergebnisse der Einwohner*innenbeteiligung „Flensburg im Gleich(stellungs)gewicht“

Aktionsplan geschlechtergerechte Stadt

Flensburg. Zur Förderung der Gleichberechtigung aller Geschlechter ist die Stadt Flensburg im Februar 2019 der Europäischen Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern beigetreten. In diesem Rahmen hat sich die Stadt dazu verpflichtet, innerhalb der nächsten zwei Jahre einen Aktionsplan zu erstellen, welcher dazu dienen soll, die Stärken und Schwächen bezüglich der Gleichstellung in Flensburg zu ermitteln und einen Bewusstseinsprozess anzuregen. Um auch die Einwohner*innen Flensburgs in diesen Prozess einzubeziehen, wurde im II. Quartal dieses Jahres die Einwohner*innenbeteiligung „Flensburg im Gleich(stellungs)gewicht“ durchgeführt. Bis Anfang Juni konnten Fragen zu Geschlechterklischees, Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf, Diskriminierung und Gesundheit beantwortet werden, um die Bestandsaufnahme mitzugestalten und bestehende Handlungsbedarfe zu äußern.

Die auf anonyme Rückmeldungen ausgelegte Umfrage wurde sowohl auf analogem als auch auf digitalem Wege durchgeführt. Für die analoge Umfrage wurde über das Bürgerbüro der Stadt Flensburg eine zufällige Stichmenge von 500 Adressen Flensburger Einwohner*innen generiert. Eine digitale Teilnahme war über das Umfragetool „LamaPoll“ gegeben. Von 500 versandten Briefen erfolgten 99 postalische Rückmeldungen, was einer Quote von 20 % entspricht. Online wurden 579 Besucher gezählt, von denen 131 an der Umfrage teilnahmen (Quote von 23 %). Insgesamt nahmen somit 230 Einwohner*innen an der Umfrage teil, was aufgrund der begrenzenden Umstände durch die Corona-Pandemie als akzeptables Ergebnis gesehen werden kann.

Die Ergebnisse der Umfrage wurden im Gleichstellungsausschuss der Stadt Flensburg Mitte Juni 2020 zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt und stießen dort auf großes Interesse. Die dort vorgestellten Auswertungen sind nun auf der Webseite des Gleichstellungsbüros (https://www.flensburg.de/gleichstellungsbuero) eingestellt: Hier finden Interessierte detaillierte Übersichten sowohl der analogen als auch der digitalen Umfrage.

Insgesamt ist festzustellen, dass von den Teilnehmenden interessante und sehr konkret auf Flensburg bezogene Anregungen gegeben wurden, wie z.B.:

Unisex-Toiletten im öffentlichen Raum
mehr Veranstaltungen mit dem Fokus auf queere Themen und Migration
Erprobung des Bedingungslosen Grundeinkommens
mehr Diversität in der Lokalpolitik
geschlechtergerechtere Berichterstattung in der Presse
Genderorientierte Behandlung im Gesundheitsbereich

Sandra Beck aus dem Gleichstellungsbüro zeigt sich über die Ergebnisse sehr zufrieden: „Nun geht es darum, die gegebenen Anregungen in den Aktionsplan aufzunehmen, politisch zu diskutieren und dann entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.“ Gleichstellungsbeauftragte Verena Balve fügt hinzu: „Ich begrüße die konkreten Hinweise aus der Bevölkerung, die sich größtenteils mit unseren Wahrnehmungen decken. Schwachstellen und Bedarfen Raum zu geben, ist wichtig, denn nur so können wir gezielt ansetzen, um in Sachen Gleichstellung in Flensburg voranzukommen.“

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Veröffentlicht am 8. September 2020, in Bürgerbeteiligung, BGE Grundeinkommen, Bildung, Flensburg News, Gender, Inklusion und Integration, Kultur, Rat & Ausschüsse, Soziales. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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