Warm-up: EKSH besucht Preisträger der EnergieOlympiade

Ausgezeichnete kommunale Energieprojekte – nachhaltig gut fürs Klima: Stadt Flensburg

„Warm-up“ bei Gewinnern der EnergieOlympiade: Gestern war die EKSH zu Gast in Flensburg. Anlass ist der Start der neuen Wettbewerbsrunde am 1. September 2020.

Die EnergieOlympiade ist ein Wettbewerb für Kommunen in Schleswig-Holstein mit Tradition: 2021 werden unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Daniel Günther bereits zum zehnten Mal herausragende und nachahmenswerte kommunale Energie-Projekte mit Preisgeldern von insgesamt 100.000 Euro prämiert. Ab dem 1. September 2020 können sich Kommunen um den renommierten Landes-Energiepreis bewerben. Der Veranstalter, die gemeinnützige Gesellschaft für Energie und Klimaschutz Schleswig-Holstein (EKSH), lädt ein zum Warm-up und besucht Siegerkommunen, um sich von der Vorbildwirkung und der Nachhaltigkeit der prämierten Projekte zu überzeugen. „Mit unseren Programmen und Aktivitäten wollen wir kommunalen Klima-schutz im Land unterstützen und dabei Ideen, Projekte und Erfolge ins richtige Licht setzen“, betonte EKSH-Geschäftsführer Stefan Sievers.

Mit welchen Projekten könnte sich Flensburg bei der Jubiläums-Wettbewerbsrunde bewerben? Oberbürgermeisterin Simone Lange (Mitte) informiert sich mit Klimaschutzmanager Matthias Dill (li.) und Energiemanager Timo Roth über die Wettbewerbsbedingungen und Preisgelder. Foto: EKSH/Photowerkstatt Matzen

Am Mittwoch ging es zum Warm-up nach Flensburg. Die Stadt Flensburg hat seit 2009 allein oder mit Institutionen der Stadt (z. B. Technisches Betriebszentrum oder Stadtwerke) zu jeder Wettbewerbsrunde der EnergieOlympiade insgesamt 23 Beiträge eingereicht. Sieben Mal hat Flensburg es bislang auf das Siegertreppchen geschafft und damit rd. 58.000 Euro Preisgelder gewonnen. Gleich im ersten Jahr der Teilnahme vor gut zehn Jahren gab es mit 30.000 Euro einen Preis in der damaligen Disziplin „100% Erneuerbare-Energien-Kommune“. Flensburg konnte die Jury mit dem Konzept „greenCO2ncept“ überzeugen, das beschrieb, wie eine Stadt von der Größe Flensburgs das Ziel einer hundertprozentigen Vollversorgung mit erneuerbaren Energien erreichen kann. Unterstützt werden die Klimaschutz-Aktivitäten in der Fördestadt durch den Klimapakt Flensburg. „Gerade schauen wir erwartungsvoll auf unsere Energie- und CO2-Bilanz für 2020, die alle zwei Jahre fortgeschrieben wird. Erste Analysen weisen darauf hin, dass wir unser selbst gesetztes Zwischenziel von -30% bis 2020 gegenüber 1990 erreichen bzw. sogar übererfüllen werden“, sagte Oberbürgermeisterin Simone Lange.

2012 war die Stadt Flensburg erfolgreich mit ihrem Konzeptbeitrag einer „Energie-Modellregion“. Ziel war es, den noch auf das Stadtgebiet beschränkten Klimapakt und das integrierte Klimaschutzkonzept auf das Umland auszuweiten mit dem Ziel einer CO2-Neutralität bis zum Jahr 2050. „Das anspruchsvolle und integrierte Konzept der Region Flensburg, das in enger Kooperation mit der Universität Flensburg erarbeitet worden ist und zu dem auch die Stadt- Umland-Kooperation gehört, zeigt einen ambitionierten Weg, der in den kommenden Jahren durch konkrete Maßnahmen schrittweise in Energieeffizienz und Energieversorgung umgesetzt werden muss“, urteilte damals die Jury und vergab einen zweiten Preis, verbunden mit einem Preisgeld von 10.000 Euro. 2013 folgte dann ein Sieg beim Gebäude-Benchmarking (10.000 Euro), bei dem die Stadt 57 von ihr bewirtschaftete Gebäude einer energetischen Prüfung unterzog. Außerdem wurde ein Projekt des Technischen Betriebszentrums der Stadt zur CO2-Reduzierung des Fuhrparks mit einem Sonderpreis gewürdigt.

„Ob wir unser Ziel der CO2-Neutralität in 30 Jahren erreichen werden, können wir natürlich noch nicht 100%ig sagen, gehen aber ganz stark davon aus und tun unser Möglichstes dafür. Bei dem Erfolg sind wir aber auch von gesetzlichen Rahmenbedingungen abhängig, welche wir nur schwer beeinflussen können. Eine unserer größten Herausforderungen bis 2050 bleibt nach wie vor, ne-ben der Mobilitätswende, die regenerative Wärmeversorgung unserer Stadt“, stellte Simone Lange fest. In Zusammenarbeit mit den Stadtwerken würden regelmäßig Maßnahmenpakete ge-prüft, um bei sich ändernden Rahmenbedingungen schnell handeln zu können. Ein Beispiel dafür sei die erste Analyse verschiedener Wärmeversorgungskonzepte für das zukünftige Quartier Hafen-Ost. Darauf aufbauend würden die Stadtwerke jetzt vertiefend eine Lösung entwickeln, die energetisch sinnvoll und CO2-freundlich für das Quartier sei.

Großes Lob der Oberbürgermeisterin gibt es für die Zusammenarbeit im Klimaschutz mit den Umlandgemeinden. Beispielhaft nannte sie die Einrichtung von Mitfahrbänken, die Einführung des Mehrwegbecherpfandsystems FairCup, das Interreg-Projekt Northern Connections als gemeinsames „Living Lab“ und die KlimaSail 2018. Gelegentlich gebe es aber auch Projekte, die wegen sehr unterschiedlicher Ansprüche zum Beispiel im Bereich Mobilität, Landwirtschaft oder Wärmever-sorgung nicht eins zu eins übertragbar seien oder für Kooperationen nicht geeignet.

„Kommunaler Klimaschutz ist für schleswig-holsteinische Kommunen kein Zeitgeist. Über all die Jahre ist eine große Vielfalt von Projekten – getragen vom Enthusiasmus und Engagement vor Ort – erdacht, entwickelt und umgesetzt worden“, sagte Sievers. Allein bei der EnergieOlympiade seien in den vergangenen Jahren 450 spannende Projekte eingereicht worden. Mit dem seit 2018 laufenden, sehr gut angenommenen Programm „KliKom“ unterstütze die EKSH zusätzlich kleine Maßnahmen in Kommunen.

Für 2020/2021 bleibe es bei den bewährten Preiskategorien „EnergieProjekt“ für kleine und große technische Maßnahmen oder Verhaltens- und Organisationsmaßnahmen, erläuterte Wettbewerbsleiter Dr. Klaus Wortmann. Weiterhin gesucht würden vorbildliche EnergieKonzepte, und es gibt auch wieder den persönlichen Preis für ehrenamtliches Engagement („EnergieHeld“). Beim „ThemenPreis“ gebe es in jeder Runde einen thematischen Schwerpunkt. Wegen der großen Bedeutung des Mobilitätsthemas für den Klimaschutz seien hier aktuell Projekte und Konzepte, die zur kommunalen Verkehrswende in Schleswig-Holstein beitragen, gesucht.

Am 17. Juni 2021 steht fest, wer die Jury mit seinem Wettbewerbsbeitrag überzeugen konnte; dann findet die feierliche Siegerehrung in Rendsburg statt.

Die EnergieOlympiade der EKSH wird durch die Partner Kommunale Landesverbände, Investiti-onsbank-Energieagentur, Landesregierung und das Frankfurter Klimabündnis unterstützt.

Mehr Infos auch hier:

www.energieolympiade.de

www.eksh.org/projekte-foerderung/eksh-fuer-kommunen/

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Veröffentlicht am 27. August 2020, in Ökologie, Bürgerbeteiligung, Bildung, Flensburg News, Soziales, Stadtwerke, Wirtschaft. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

  1. Mit welchen Projekten könnte sich Flensburg bei der Jubiläums-Wettbewerbsrunde bewerben?
    kurze Antwort: Auf keinen Fall mit der Abholzung einem aus sich selbst heraus funktionierendem Waldgebiet, eines Habitats, der geschützten Tierarten Möglichkeiten seiner Erhaltung u. Vermehrung bietet. Der eine Luftschneise für die Stadt darstellt und kontinuierliche Feuchtigkeit allein aus sich heraus bildet, die ebenso den Anwohnern dient und eine Hangstabilität garantiert.
    Um einem überflüssigen Hotel u. Parkhaus eine „immerwährende“ Bodenversiegelung erlaubt und dem 63 gesunde Bäume weichen müssen, die unzähligen Vögeln eine Heimat bieten und für eine wichtige Beschattung sorgt! Den Herren Sievers, Roth und Dill müsste klargemacht werden, dass dem Klima auch kleine Dinge in der Summe dienen.

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