Stellungnahme des Forums Hafenquartier zur geplanten Verkehrsberuhigung Norderstraße

Die verkehrlichen Probleme der Norderstraße sind offensichtlich, und die Lösung der Situation stellt eine Herausforderung an alle Beteiligten dar. Umso erfreulicher empfanden wir die umfangreiche Bürgerbeteiligung und die daraus entstandenen Konzepte, allen voran die Vorzugsvariante mit den versenkbaren Pollern. Wir begrüßen die dadurch entstehende Beruhigung, die den Anwohnern und auch den Gewerbetreibenden zugutekommt.

Die bei den Workshops und Spaziergängen entstandene und vom Forum Hafenquartier favorisierte Variante. Mehr dazu und zum Verkehrskonzept im Endbericht Verkehrsberuhigung Norderstraße der Planersocietät. Den Bericht gibt es zur Einsicht und zum Download hier

Die Absenkpoller, die an der Zufahrt Neue Straße / Toosbüystraße und am I.-C.–Möller-Platz geplant sind, sollen durch einen QR-Code bzw. Fernbedienung gesteuert werden und die Zufahrt aller Anwohner dauerhaft gewährleisten. Dies funktioniert in anderen Städten (zum Beispiel Langenfeld oder Bad Oldesloe) bereits einwandfrei und stellt trotz einiger Bedenken an die technische Umsetzung keine Probleme im Echtbetrieb dar.

Die Vorteile der Poller liegen auf der Hand: Die Steuerung und Nutzung ist jederzeit flexibel an veränderte Verhältnisse in der Norderstraße anpassbar und bietet gegenüber einer Beschilderung und freundlichen Hinweisen eine ernsthafte Verhinderung von unnötigem Durchfahrtsverkehr und illegalem Parken auf Gehwegen sowie Nebenflächen. Die erforderliche Aufstockung von Ordnungsdiensten bei einer ausschließlich auf Beschilderung beruhenden Maßnahme ist zum einen eine kostenintensive Alternative und zum anderen werden Kontrollen in den Abendstunden vom Ordnungsamt auch aus anderen Gründen nicht durchgeführt.

Die Bedenken von Gewerbetreibenden, die auf die Erreichbarkeit mit dem PKW angewiesen sind, sind ernst zu nehmen. Durch ein dauerhaftes Absenken der Poller in einem abgestimmten Zeitfenster (zum Beispiel. werktags 10-18 Uhr) können diese Bedenken genommen werden. Keinesfalls soll die Norderstraße zu einer reinen Fußgängerzone umgewandelt und die bestehenden Gewerbe verdrängt werden! Im Gegenteil bietet sich durch die Verkehrsberuhigung die Chance einer erhöhten Passantenfrequenz als Vorteil für die Gewerbetreibenden, so wie an Beispielen aus anderen Städten zu sehen ist.

Durch eine Verlagerung des Anwohnerparkens in das gesamte Parkhaus Segelmacherstraße / auf den Parkplatz am Herrenstall und der Einrichtung von verteilten Kurzzeitparkplätzen in der Norderstrasse werden wirklich nutzbare Kundenparkplätze verfügbar gemacht, was zurzeit nicht der Fall ist.

Die bereits bestehenden Pläne für ein Anwohner- und Kundenparken nördlich der Norderstraße (idealerweise nahe dem Nordertor) sind zu konkretisieren. Damit ist den Bedenken gegenüber dem Entfall der Stellplätze an der Schiffbrücke, auch im Zusammenhang mit weiteren Maßnahmen aus dem Masterplan Mobilität, zu begegnen. Die Verkehrsberuhigung muss flankiert werden durch ein verbessertes städtisches Parkleitsystem.

Der Straßenbelag ist ein Ärgernis für Radfahrer und die Situation wird sich durch die Beruhigung nur bedingt bessern. Die Nutzung der Straße entgegen der Einbahnstraßen Richtung ist aktuell erlaubt, aber durch das erhöhte Verkehrsaufkommen nicht nutzbar, ohne auf den Gehweg ausweichen zu müssen. Hier erhoffen wir uns eine deutlich entspanntere und übersichtlichere Verkehrslage für alle Teilnehmer.
Eine zwingende Zusage für den Ausbau der Radwege an der Schiffbrücke sowie die Optimierung der Querungsmöglichkeiten halten wir im Zuge der Verkehrsberuhigung für unabdingbar. Außerdem möchten wir daran erinnern, dass der Straßenbelag bei einer notwendigen Sanierung für den Radverkehr verbessert werden muss.

Gemessen an der Zielsetzung als verkehrsberuhigende Maßnahme besitzt die Vorzugsvariante die beste Kosten-Nutzenrelation. Mit der Umsetzung dieser Variante würde eine innovative Idee exemplarisch für die ganze Stadt realisiert werden – die Norderstraße kann zur Behebung eines nicht tragbaren Ist-Zustands ein Vorreiter zukunftsweisender Verkehrspolitik werden.

Die Anwohner und viele Gewerbetreibenden sind bereit, die Umsetzung der Maßnahme mitzutragen und zu gestalten. Die Ergebnisse sollen nicht nur für die nahe Zukunft wirken, sondern für die nächsten Jahre und generationsübergreifend zukunftssicher machen. Der Strukturwandel ist gerade in der immer höher frequentierten Norderstraße für jedermann sichtbar und erfordert den Mut, neue Ideen umzusetzen. Gerade durch die Flexibilität der vorgeschlagenen Maßnahmen sind wir der Überzeugung, eine für alle Beteiligten tragfähige Lösung vor uns zu haben, die darauf wartet, zeitnah umgesetzt zu werden.

Mehr zum Forum Hafenquartier auf Facebook: https://www.facebook.com/ForumHafenquartier/

Siehe zum Thema auch den Beitrag vom 11.08.2020: SSW: Lebendige Norderstraße nicht gefährden unter: https://akopol.wordpress.com/2020/08/11/ssw-lebendige-norderstrasse-nicht-gefaehrden/

Endbericht Verkehrsberuhigung Norderstraße der Planersocietät. Den Bericht gibt es zur Einsicht und zum Download hier

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Veröffentlicht am 17. August 2020, in Bürgerbeteiligung, Daten und Zahlen, Flensburg News, Rat & Ausschüsse, Soziales, Stadtplanung. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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