Archiv für den Tag 17. August 2020

Neue Reisewarnung für Spanien: Tipps für Betroffene

Die Bundesregierung hat eine neue Reisewarnung für Spanien ausgesprochen und stuft das beliebte Urlaubsland erneut als Corona-Risikogebiet ein. Die Warnung schließt auch Mallorca ein, ausgenommen sind nur die Kanarischen Inseln. Hintergrund sind steigende Infektionszahlen mit dem Coronavirus. Rückkehrer aus Spanien müssen sich auf das Virus testen lassen. Wer eine Pauschalreise nach Spanien gebucht hat, hat das Recht auf kostenfreie Stornierung.

Pauschalurlauber in Spanien werden auf Kosten ihres Reiseveranstalters nach Deutschland zurückgeholt und müssen unter Umständen früher abreisen als geplant. Wer einen vom Veranstalter organisierten Rückflug nicht nutzt, muss die spätere Rückreise zusätzlich bezahlen.

Testpflicht für Reiserückkehrer

Rückkehrer aus Spanien müssen sich testen lassen und in Deutschland in Quarantäne bleiben, bis ein negatives Testergebnis vorliegt. Urlauber können sich auch kurz vor der Abreise in Spanien testen lassen. Wenn sie ein negatives Ergebnis auf Deutsch oder Englisch vorweisen können, müssen sie in Deutschland keinen weiteren Test machen. Die Kosten für den Test müssen Verbraucher im Ausland selbst bezahlen, die verpflichtenden Tests in Deutschland sind dagegen kostenlos. Wer einzelne Reiseleistungen wie Flüge oder eine Unterkunft gebucht hat, braucht nicht früher abzureisen. Allerdings sollten Betroffene prüfen, ob ihr gebuchter Flug wie geplant stattfindet. Voraussichtlich werden Fluggesellschaften einige Flüge absagen.

Kostenfreie Stornierung bei kurzfristigen Spanien-Reisen

Steht die gebuchte Pauschalreise nach Spanien kurz bevor, können Betroffene aufgrund der Reisewarnung kostenfrei von der gebuchten Reise zurücktreten. Wenn Urlauber in Spanien massive Einschränkungen aufgrund der Pandemie hinnehmen müssen, liegen unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände vor. Damit können Betroffene stornieren und ihr Geld zurückfordern. Ein Recht auf Erstattung der Kosten haben Urlauber auch dann, wenn der Veranstalter die Reise absagt. Umbuchungen oder Reisegutscheine müssen Betroffene in diesen Fällen nicht akzeptieren. Wenn Verbraucher ihren Urlaub trotz der Reisewarnung antreten wollen, sollten sie bedenken, dass das Auswärtige Amt eine weitere Rückholaktion ausgeschlossen hat. Damit können zusätzliche Kosten anfallen. Falls eine frühere Abreise nötig sein sollte, ist der Vertragspartner der richtige Ansprechpartner.

Vorsicht mit langfristigen Buchungen

Wie lange die Reisewarnung gilt, steht noch nicht fest. Wer also eine Spanien-Reise zu einem späteren Zeitpunkt gebucht hat, kann zunächst nur abwarten und sich über die Entwicklung auf dem Laufenden halten. Längerfristige Reisebuchungen sind aus Sicht der Verbraucherzentrale aktuell nicht zu empfehlen. Verbraucher*innen gehen dabei das Risiko ein, später stornieren und die Kosten selbst tragen zu müssen.

Weitere Tipps, Musterbriefe und Unterstützung für Verbraucher*innen

Unter der Servicenummer 0431 / 590 99 40, per Kontaktformular oder Email an info@vzsh.de bietet die Verbraucherzentrale Betroffenen Rat und Unterstützung. Unter http://www.verbraucherzentrale.sh stehen täglich aktualisierte Informationen zu den Folgen der Corona-Pandemie für Verbraucher*innen zur Verfügung.

Das Informationsangebot im Internet wurde im Rahmen eines Projektes der Verbraucherzentralen erstellt und mit Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft finanziert

Museums-Sonntag: Zwei Führungen durch aktuelle Ausstellungen am 23. August auf dem Museumsberg Flensburg

Ausstellungsführung: „Perspektivwechsel 2020 – 100 Jahre Grenzgeschichten“ und „Kunst ohne Nation – Thorvaldsens Utopia“

Anmeldung erforderlich

Am kommenden Sonntag haben Kunst- und Kulturinteressierte gleich zwei mal die Gelegenheit an Führungen teilzunehmen.

Um 11.30 Uhr startet im Hans-Christiansen-Haus eine Tour durch die Ausstellung „Perspektivwechsel 2020 – 100 Jahre Grenzgeschichten“ mit Heidrun Schlüter-Gräber. Es geht um das Jubiläum der deutsch-dänischen Grenzziehung und die Situation von Flensburg als Grenzstadt.

Museumsdirektor Dr. Michael Fuhr führt um 15.30 Uhr im Heinrich-Sauermann-Haus durch die Ausstellung „Kunst ohne Nation – Thorvaldsens Utopia“ mit Leihgaben aus dem Thorvaldsens Museum Kopenhagen. Thorvaldsens Sammlung bietet einen breiten Überblick über die bildende Kunst Anfang des 19. Jahrhunderts in Rom.

Anmeldungen unter 0461/85 2956 sind erforderlich.

Unter Beachtung aller Hygienemaßnahmen und mit eingeschränkten Öffnungszeiten von 11.30 bis 17.00 Uhr sind in Zukunft wieder beide Häuser zu besichtigen. Für die obigen Veranstaltungen wird aufgrund der begrenzten Teilnehmer*innenzahl um Anmeldung gebeten. Für den Museumsbesuch ist wie überall eine Alltagsmaske erforderlich. Es wird ebenso darum gebeten, bargeldlos zu zahlen.

Weitere Infos und Einblicke in die Ausstellungen sind untenstehend und auf www.museumsberg.de zu finden.

Sonderausstellung „Kunst ohne Nation – Thorvaldsens Utopia“ noch bis zum 15. November 2020 auf dem Museumsberg

 

Porträt von Thorvaldsen, C.W.Eckersberg

Die Sonderausstellung „Kunst ohne Nation – Thorvaldsens Utopia“ ist dem dänischen Bildhauer Bertel Thorvaldsen, seinem Wirken in Rom und seiner Sammlung gewidmet. In Kooperation mit dem Thorvaldsens Museum in Kopenhagen präsentiert der Museumsberg Flensburg Meisterwerke aus Thorvaldsens privater Sammlung.

Bertel Thorvaldsen, dessen 250. Geburtstag Anlass eines international gefeierten Gedenkjahres ist, war unbestritten ein Ausnahmekünstler. Seine Gemäldesammlung ist vielleicht der Schlüssel zum Verständnis seiner Bedeutung, denn sie steht zugleich für mehrere wichtige Aspekte seines Lebens und seiner Kunst.

Zusammengetragen hat Thorvaldsen seine Sammlung in den Jahrzehnten, die er zwischen 1797 und 1838 in Rom verbrachte. Dort war Thorvaldsen Mitorganisator einer „römischen Künstlerrepublik“, in der man gesellschaftliche Freiheiten genoss. Er war Förderer und Sammler, Freund und Ratgeber für viele – oft mittellose – Künstlerinnen und Künstler aus fast allen Ländern Europas.

 

C.W. Eckersberg, 1813, Schlafende Frau in antikem Kleid

Während der Rest Europas in den Wirren der Napoleonischen Kriege versank, entstand so in Rom „Thorvaldsens Utopia“, das Gemeinschaftsideal des Künstlerstaates, eines friedvollen, kreativen Miteinanders von Europäern, das sich als gelebte Utopie über die Nationalismen der zerstrittenen Völker Europas erhob.

Die Vielfalt der Künstlerinnen und Künstler spiegelt sich bis heute in Thorvaldsens Gemäldesammlung, die im Thorvaldsens Museum in Kopenhagen bewahrt wird. Eine Auswahl meisterlicher Landschaften, Porträts, Genre- und Historienbilder spiegelt in der Flensburger Ausstellung die Entwicklung der Malerei zwischen Klassizismus und Romantik. Und immer wieder findet der Betrachter den Lebensweg des Bildhauers und ihn selbst in einzelnen Gemälden.

Wir feiern das Deutsch-Dänische Kulturelle Freundschaftsjahr 2020 zusammen mit dem Thorvaldsens Museum in Kopenhagen.

Perspektivwechsel 2020 – 100 Jahre Grenzgeschichten noch bis 14.03.2021

Grenzzollstelle Kupfermühle Krusua 1922

Mit der Ausstellung „Perspektivwechsel 2020“ – der aufwendigsten Ausstellung, die je in Flensburg entwickelt und gezeigt wurde – leistet die Stadt Flensburg den größten Einzelbeitrag zum Jubiläumsjahr in Schleswig-Holstein.

Ein neuartiger Ansatz überlässt dabei niemandem die alleinige Deutungshoheit, sondern stellt die Vielfalt und die Entwicklung der Grenzregion in den Mittelpunkt. Der Blick ist dabei nicht nur, wie sonst in Museen üblich, rückwärts gerichtet.
Vielmehr stehen mit Themen wie Identität, Transit und Flüchtlingen auch die Gegenwart und die Zukunft der Grenze im Fokus.

Die Ausstellungsmacher treten dabei bewusst in den Hintergrund. Wo irgend möglich kommen Augenzeugen und Betroffene selbst zu Wort und erzählen aus ihrer persönlichen Perspektive Grenzgeschichten aus den 100 Jahren seit der Volksabstimmung vom 14. März 1920. Ungewöhnliche Objekte, Bilder und Videos illustrieren diese Geschichten anschaulich.

Flaggenkampf: Flensburg 1920

Die Ausstellung beginnt mit der Frage nach der Entstehung der heutigen Grenze mit ihren positiven und negativen Auswirkungen auf Flensburg und die Grenzregion. Besonderes Augenmerk gilt dem wichtigen Thema der Identität von Mehrheiten und Minderheiten. Weitere Schwerpunkte liegen auf der Grenze als Transit-Raum, dem aktuellen Thema Flüchtlinge und der Grenze auf dem Wasser. Wie die Zukunft der Grenze aussehen könnte, zeigen uns deutsche und dänische Kinder und Jugendliche in Form von Bildern und Videos.

Wer seine eigene Geschichte erzählen oder seine persönliche Perspektive teilen möchte, ist dazu an einer der interaktiven Mitmachstationen der Ausstellung oder in der App FLEO2020 herzlich eingeladen.
„Perspektivwechsel 2020“ wird an drei verschiedenen Standorten in Flensburg gezeigt: auf dem Museumsberg, im Flensburger Schifffahrtsmuseum und in der Dänischen Zentralbibliothek. Später kommt noch eine weitere Station im Sonderburger Multikulturhaus dazu.

Entwickelt wurde das Ausstellungskonzept unter der Leitung des Museumsdirektors Dr. Michael Fuhr vom Hamburger Büro gwf-Ausstellungen, mit fachlicher Unterstützung von einem interdisziplinär besetzten Expertenbeirat und den Teams der beteiligten Häuser.

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier. Träger der Ausstellung ist die Stadt Flensburg. Finanziell gefördert wurde das Projekt durch die Kommune Sønderborg, das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, die Landesregierung Schleswig-Holsteins, die Kulturstiftung des Landes Schleswig-Holstein und die Nord-Ostsee Sparkasse.

Infos und Geschichten zur Volksabstimmung finden Sie bei FLEO2020.

Mehr zur Ausstellung: https://www.museumsberg-flensburg.de/de/ausstellungen/details/perspektivwechsel-2020-100-jahre-grenzgeschichten.html

„Perspektivwechsel 2020“ im Film

Auf Schleswig-Holstein.de und youtube ist ein Filmbeitrag zur Ausstellung „Perspektivwechsel 2020 – 100 Jahre Grenzgeschichten“ zu sehen.

Bevor Sie durch Anklicken des Links das Video im externen Fenster bei youtube.com öffnen, beachten Sie bitte den Hinweis zu Youtube-Videos in der Datenschutzerklärung.

Video auf youtube.com ansehen

 

Tag der Offenen Tür am 22.08.2020 im Kulturhof Flensburg mit umfangreichem Live-Programm

Einladung zum Tag der Offenen Tür im Kulturhof

am Samstag, 22.8.2020 von 12 – 20 Uhr.

Was wird geboten?

Kaffee und Kuchen, Erfrischungsgetränke, köstliche Speisen.

Clown Felix wird vor Ort sein.

Info-Stand vom Verein am Nachmittag.
Kate Dunning steht für Infos über foodsharing zur Verfügung.

MUSIK/Bühne:

immer zur vollen Stunde, max. 30 min.

12 Uhr: Gabriel Macaya, Gitarre und Gesang

13 Uhr: Ali, Burkina Faso, Kora und Gesang

14 Uhr: Brendan Lewes, Singer/Songwriter

15 Uhr: Band „Katerstimmung“ – Flensburger Straßenmusik

16 Uhr und 17 Uhr: Orientalische Lesung mit Birgitt Soll

19 Uhr Konzert ca. 1 Stunde: Gabriel & Ali, afro-lateinamerikanische Fusion

Aktuelle Termine und weitere Details zu den jeweiligen Veranstaltungen im Kulturhof findet Ihr auch bei Facebook https://www.facebook.com/Kulturhof.Flensburg/ und auf der Webseite des Kulturhofs https://www.kulturhof-flensburg.de/

Was ist der Kulturhof Flensburg e. V.?

Gegründet wurde unser Verein am 15.9.16 im Brasseriehof, wo seit Sommer 2015 die ersten Cafés (Familiennetzwerk „Mit uns für Alle“) stattfanden. Seit 28.2.17 ist er offiziell eingetragen und als gemeinnützig anerkannt. Wir fördern laut Satzung die Völkerverständigung und die Flensburger Stadtkultur.

Was machen wir?

Jede/r kann bei uns ein Café ausrichten und seine Kultur vorstellen. In Flensburg gibt es Menschen aus ca. 130 Kulturen, sodass ein buntes Programm möglich ist. Bisher gab es im Brasseriehof-Café u. a. folgende Cafés: iranisch, syrisch-orientalisch, kurdisch, türkisch, mexikanisch, kamerunisch, ghanaisch. Wenn auch DU Deine Kultur in Form von köstlichen Speisen und mehr vorstellen möchtest, bist Du herzlich willkommen.

Neben den Cafés, die meist nachmittags stattfinden, veranstaltet der Verein auch Konzerte, bietet Lesungen, Themenabende mit Diskussionen und Ausstellungen an.

Ein besonderes Anliegen ist uns, für den Einbau eines behindertengerechten WCs zu sammeln. Insbesondere die Spenden aus den Hutkonzerten sind dafür vorgesehen.

Außerdem unterstützen wir das Projekt „Foodsharing“.

Wir freuen uns über neue Mitglieder uns weitere spannende Veranstaltungen im Kulturhof Flensburg! Möchtest Du ab und an einen selbstgebackenen Kuchen spenden? Den Schaukasten monatlich gestalten oder die Räumlichkeiten sauber halten?

Dann schaue einfach mal während der Öffnungszeiten herein.

Kulturhof Flensburg e. V., im Brasseriehof, Große Straße 42 – 44, 24937 Flensburg

Wer in unserem Verein mitwirken möchte, wende sich bitte per Mail an Anja Werthebach: werthebach@posteo.de

Streit um Bahnhofswald: Dr. Helmreich Eberlein kritisiert Darstellung von Oberbürgermeisterin Simone Lange in der Flensborg Avis

Quellgebiet und Biotop im Bahnhofswald: Die Stadt Flensburg bestreitet die Existenz einer Quelle und beruft sich auf eigene Gutachten. Das sieht das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) vollkommen anders und hat das Quellgebiet vor kurzem unter gesetzlichen Biotopschutz gestellt. – Foto: Dr. Helmreich Eberlein

Der Wald wird zerstört, und die Quelle wurde missachtet

Ein Leserbrief von Dr. Helmreich Eberlein, Mitglied der BI Bahnhofsviertel Flensburg

Am Samstag, den 15.8. konnten wir in Fl. Avis ein langes Interview mit Frau Oberbürgermeisterin Simone Lange lesen. Beim Thema Kritik kam sie auch auf die Auseinandersetzungen um den Bahnhofswald zu sprechen. Da wiederholte sie einen Vorwurf, den wir so auch von der CDU immer wieder gehört haben: Wir hätten behauptet, „der Wald solle abgeholzt werden“, und das sei doch ganz unredlich. Ich verwende dieses Wort nie, sondern rede bewusst davon, dass der Wald „zerstört“ oder „geopfert“  werden soll. Richtig ist ja, dass die allermeisten der 60 Bäume, die abgeholzt werden sollen, außerhalb des Stücks stehen, der offiziellen Waldstatus hat (auch wenn die Grenze nicht wirklich einzusehen ist, Waldklima gibt es in einem deutlich größeren Bereich). Allerdings ist es auch um diese Bäume jammerschade! Und demonstriert es nicht, was vom Schutz durch die Baumschutzsatzung zu halten ist, auf den die Befürworter immer verweisen? Richtig ist auch, dass alle großen Bäume im Waldbereich zum Erhalt festgesetzt sind. Trotzdem wird der Wald als Lebensgemeinschaft entwertet und zerstört, wenn das gesamte Unterholz und Totholz dauerhaft entnommen, völlig andere Lichtverhältnisse herstellt werden und  damit ein anderes Biotop, und wenn zu erwarten ist, dass viele Bäume wegen der Schädigung der Wurzeln und des Wasserhaushalts im Hang eingehen werden.  Darüber hinaus umfasst das Habitat natürlich nicht nur den Teil, der offiziellen Waldstatus hat: Seit wann checken Fledermäuse und Vögel erst mal den Eintrag im Waldregister, wenn sie sich eine Wohnung oder Futter suchen! Insofern soll eben doch ein großer Teil des Habitats abgeholzt werden, vielleicht sogar der schönere und ökologisch wertvollere: hier liegt noch deutlich mehr wertvolles Totholz, hier ist das vielfältigere Gebiet. Wenn man Wald als Lebensraum auffasst, ist die offizielle Grenze willkürlich. Und es ist willkürlich, wenn sich Frau Lange und die CDU darauf versteifen, dass „der Wald“ ja nicht abgeholzt werden soll, und dabei verschweigen, was sie alles wirklich abholzen wollen!

Auf der letzten Ratsversammlung beantragte die WiF-Fraktion wegen des neu entdeckten Quellbereiches im Gebiet eine Verschiebung der Beschlussfassung, bis dieses Gebiet richtig bewertet und kartiert sei. Das wischte die Verwaltung vom Tisch mit dem Hinweis, zwei Fachleute hätten festgestellt, dass es sich nur um „gestautes Oberflächenwasser“ handele – sprich eine Pfütze. Heute wissen wir: es ist tatsächlich eine gesetzlich geschützte Quelle. Und beide Gutachter der Stadt hatten sich geäußert, ohne sich die Stelle überhaupt angesehen zu haben. DAS kommuniziert die OB nicht. Jetzt haben wir also einen Bebauungsplan, der aufgrund irreführender Aussagen der Verwaltung und auf falscher Grundlage beschlossen wurde. Ich bin sehr gespannt, ob sich die Ratsversammlung das bieten lässt.

 

Hintergrund:

Siehe hierzu auch den Beitrag vom vom 30.07.2020: Flensburger Bahnhofswald: Mit Falschinformationen die Öffentlichkeit hinters Licht führen
unter: https://akopol.wordpress.com/2020/07/30/flensburger-bahnhofswald-mit-falschinformationen-die-oeffentlichkeit-hinters-licht-fuehren/

In dem beschlossenen Bebauungsplan „Hauptpost 303“ findet die Quelle keine Berücksichtigung. Vor der entscheidenden Ratsversammlung am 25.06.20 wiesen Vertreter*innen der BI nachdrücklich auf dieses Feuchtbiotop hin, aber die Verwaltung wiegelte ab, man sprach sinngemäß von einer „Pfütze“.

Mehr dazu auch hier: Flensburger Bahnhofswald: Landesamt stellt Quelle unter Biotopschutz unter: https://akopol.wordpress.com/2020/08/06/flensburger-bahnhofswald-landesamt-stellt-quelle-unter-biotopschutz/

Zur Geschichte der Quelle und des Bachs im Bahnhofswald: Bahnhofswald: Zeitzeugen bestätigen Existenz von Bach und Quellen
unter: https://akopol.wordpress.com/2020/07/11/bahnhofswald-zeitzeugen-bestaetigen-existenz-von-bach-und-quellen/

Zum gleichen Thema auch den Beitrag vom 18.06.2020: Feuchtgebiet und Quellen im Bahnhofswald: Mögliches Aus für den B-Plan Hauptpost und das Hotelprojekt? unter:  https://akopol.wordpress.com/2020/06/18/feuchtgebiet-und-quellen-im-bahnhofswald-moegliches-aus-b-plan-hotelprojekt/

 

Stellungnahme des Forums Hafenquartier zur geplanten Verkehrsberuhigung Norderstraße

Die verkehrlichen Probleme der Norderstraße sind offensichtlich, und die Lösung der Situation stellt eine Herausforderung an alle Beteiligten dar. Umso erfreulicher empfanden wir die umfangreiche Bürgerbeteiligung und die daraus entstandenen Konzepte, allen voran die Vorzugsvariante mit den versenkbaren Pollern. Wir begrüßen die dadurch entstehende Beruhigung, die den Anwohnern und auch den Gewerbetreibenden zugutekommt.

Die bei den Workshops und Spaziergängen entstandene und vom Forum Hafenquartier favorisierte Variante. Mehr dazu und zum Verkehrskonzept im Endbericht Verkehrsberuhigung Norderstraße der Planersocietät. Den Bericht gibt es zur Einsicht und zum Download hier

Die Absenkpoller, die an der Zufahrt Neue Straße / Toosbüystraße und am I.-C.–Möller-Platz geplant sind, sollen durch einen QR-Code bzw. Fernbedienung gesteuert werden und die Zufahrt aller Anwohner dauerhaft gewährleisten. Dies funktioniert in anderen Städten (zum Beispiel Langenfeld oder Bad Oldesloe) bereits einwandfrei und stellt trotz einiger Bedenken an die technische Umsetzung keine Probleme im Echtbetrieb dar.

Die Vorteile der Poller liegen auf der Hand: Die Steuerung und Nutzung ist jederzeit flexibel an veränderte Verhältnisse in der Norderstraße anpassbar und bietet gegenüber einer Beschilderung und freundlichen Hinweisen eine ernsthafte Verhinderung von unnötigem Durchfahrtsverkehr und illegalem Parken auf Gehwegen sowie Nebenflächen. Die erforderliche Aufstockung von Ordnungsdiensten bei einer ausschließlich auf Beschilderung beruhenden Maßnahme ist zum einen eine kostenintensive Alternative und zum anderen werden Kontrollen in den Abendstunden vom Ordnungsamt auch aus anderen Gründen nicht durchgeführt.

Die Bedenken von Gewerbetreibenden, die auf die Erreichbarkeit mit dem PKW angewiesen sind, sind ernst zu nehmen. Durch ein dauerhaftes Absenken der Poller in einem abgestimmten Zeitfenster (zum Beispiel. werktags 10-18 Uhr) können diese Bedenken genommen werden. Keinesfalls soll die Norderstraße zu einer reinen Fußgängerzone umgewandelt und die bestehenden Gewerbe verdrängt werden! Im Gegenteil bietet sich durch die Verkehrsberuhigung die Chance einer erhöhten Passantenfrequenz als Vorteil für die Gewerbetreibenden, so wie an Beispielen aus anderen Städten zu sehen ist.

Durch eine Verlagerung des Anwohnerparkens in das gesamte Parkhaus Segelmacherstraße / auf den Parkplatz am Herrenstall und der Einrichtung von verteilten Kurzzeitparkplätzen in der Norderstrasse werden wirklich nutzbare Kundenparkplätze verfügbar gemacht, was zurzeit nicht der Fall ist.

Die bereits bestehenden Pläne für ein Anwohner- und Kundenparken nördlich der Norderstraße (idealerweise nahe dem Nordertor) sind zu konkretisieren. Damit ist den Bedenken gegenüber dem Entfall der Stellplätze an der Schiffbrücke, auch im Zusammenhang mit weiteren Maßnahmen aus dem Masterplan Mobilität, zu begegnen. Die Verkehrsberuhigung muss flankiert werden durch ein verbessertes städtisches Parkleitsystem.

Der Straßenbelag ist ein Ärgernis für Radfahrer und die Situation wird sich durch die Beruhigung nur bedingt bessern. Die Nutzung der Straße entgegen der Einbahnstraßen Richtung ist aktuell erlaubt, aber durch das erhöhte Verkehrsaufkommen nicht nutzbar, ohne auf den Gehweg ausweichen zu müssen. Hier erhoffen wir uns eine deutlich entspanntere und übersichtlichere Verkehrslage für alle Teilnehmer.
Eine zwingende Zusage für den Ausbau der Radwege an der Schiffbrücke sowie die Optimierung der Querungsmöglichkeiten halten wir im Zuge der Verkehrsberuhigung für unabdingbar. Außerdem möchten wir daran erinnern, dass der Straßenbelag bei einer notwendigen Sanierung für den Radverkehr verbessert werden muss.

Gemessen an der Zielsetzung als verkehrsberuhigende Maßnahme besitzt die Vorzugsvariante die beste Kosten-Nutzenrelation. Mit der Umsetzung dieser Variante würde eine innovative Idee exemplarisch für die ganze Stadt realisiert werden – die Norderstraße kann zur Behebung eines nicht tragbaren Ist-Zustands ein Vorreiter zukunftsweisender Verkehrspolitik werden.

Die Anwohner und viele Gewerbetreibenden sind bereit, die Umsetzung der Maßnahme mitzutragen und zu gestalten. Die Ergebnisse sollen nicht nur für die nahe Zukunft wirken, sondern für die nächsten Jahre und generationsübergreifend zukunftssicher machen. Der Strukturwandel ist gerade in der immer höher frequentierten Norderstraße für jedermann sichtbar und erfordert den Mut, neue Ideen umzusetzen. Gerade durch die Flexibilität der vorgeschlagenen Maßnahmen sind wir der Überzeugung, eine für alle Beteiligten tragfähige Lösung vor uns zu haben, die darauf wartet, zeitnah umgesetzt zu werden.

Mehr zum Forum Hafenquartier auf Facebook: https://www.facebook.com/ForumHafenquartier/

Siehe zum Thema auch den Beitrag vom 11.08.2020: SSW: Lebendige Norderstraße nicht gefährden unter: https://akopol.wordpress.com/2020/08/11/ssw-lebendige-norderstrasse-nicht-gefaehrden/

Endbericht Verkehrsberuhigung Norderstraße der Planersocietät. Den Bericht gibt es zur Einsicht und zum Download hier

Führung durch die Ausstellung: „Gerettet, aber nicht befreit“ am 23.08.2020 im Jüdischen Museum Rendsburg

Mitglieder des Zentralkomitees der befreiten Juden der britischen Zone in Bergen-Belsen 1947 © Yad Vashem

Führung durch die Sonderausstellung: „Gerettet, aber nicht befreit – Überlebende der Shoah in Schleswig-Holstein“

am Sonntag, den  23.08.2020 um 14:00 Uhr
Jüdisches Museum Rendsburg
Prinzessinstraße 7-8
24768 Rendsburg

Die Führung startet mit einer 20-minütigen Einführung zu der Sonderausstellung „Gerettet, aber nicht befreit. Überlebende der Shoah in Schleswig-Holstein“. 75 Jahre nach Kriegsende erzählen wir aus der Perspektive der wenigen Überlebenden in Schleswig-Holstein erstmalig deren Geschichte(n).
In weiteren 40 Minuten steht Ihnen unser Guide exklusiv für Ihre Fragen zur Verfügung, danach können Sie gerne unsere Dauerausstellung besuchen.

Besonders geeignet für: Erwachsene, Jugendliche

Moderation: Annette Mörke

Veranstalter: Landesmuseen SH

Dauer: 60 min.

Kosten: 3 € zzgl. Eintritt Ausstellung

Spezielle Hinweise:

Bitte beachten Sie beim Besuch unserer Museen diese Informationen und Vorschriften: landesmuseen.sh/de/coronavirus.

Anmeldung empfohlen, begrenzte Teilnehmerzahl

+49 (0) 4331 440 430, service@landesmuseen.sh oder online

Sonderausstellung noch bis zum 20.06.2021

Gerettet, aber nicht befreit – Überlebende der Shoah in Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein im Frühsommer 1945. Der Krieg ist vorbei. Er hat tiefe Spuren im Land, in den Städten und in den Menschen hinterlassen. Nichts ist mehr, wie es vorher war. Das gilt besonders für eine kleine Zahl von Menschen, die von den Nationalsozialisten als Jüdinnen und Juden verfolgt worden waren. In Lagern, auf Todesmärschen und in Verstecken werden sie nach Jahren in Angst und Schrecken gerettet. Frei leben können sie aber noch lange nicht. Sie sind oft schwerkrank, leben weiterhin in Lagern oder unter ärmlichen Bedingungen. Niemand empfängt sie mit offenen Armen. Niemand fühlt sich für sie verantwortlich. Niemand interessiert sich für ihre Geschichten.

Sie alle hoffen auf einen Neuanfang, hoffen darauf ihre Freunde und Verwandte wiederzusehen und hoffen auf Gerechtigkeit. Doch diese Hoffnungen werden oftmals bitter enttäuscht. Daher kommt für die meisten Menschen ein Bleiben in Deutschland nicht infrage. Sie wollen so schnell wie möglich weg. Doch das ist gar nicht so leicht. Viele warten jahrelang auf eine Möglichkeit zur Auswanderung.

Wer in Schleswig-Holstein bleibt, der muss kämpfen. Kämpfen um das tägliche Überleben, kämpfen um ‚Wiedergutmachung‘, kämpfen gegen den überall offen zu Tage tretenden Alltagsantisemitismus und kämpfen mit den Nationalsozialisten, die während der Nachkriegszeit in Schleswig-Holstein überall freundlich wieder integriert werden.

75 Jahre nach Kriegsende erzählen wir aus der Perspektive der wenigen Überlebenden in Schleswig-Holstein erstmalig deren Geschichte(n). Hierfür haben wir über ein Jahr lang in verschiedenen Archiven in der gesamten Bundesrepublik und in privaten Sammlungen geforscht. Wir zeigen Bilder, Dokumente und Lebensgeschichten, die bislang völlig unbekannt waren und so in keinem Geschichtsbuch zu finden sind. Sie sind schwer zu glauben, empörend und ergreifend. Durch das Engagement und die Unterstützung vieler Menschen ist es uns gelungen, in eine Zeit voller Widersprüche, etwas Licht zu bringen.

Hier geht es zur Ausstellungseite des Museums: https://jmrd.de/de/gerettet-aber-nicht-befreit

Jüdisches Museum Rendsburg
Prinzessinstraße 7-8 | 24768 Rendsburg | https://jmrd.de/
Information, Reservierung, Buchung: +49 (0) 4331 440 430 | service@landesmuseen.sh

 

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