Brauereiumzug: Kleingärtnern an der Westerallee wird ohne Rücksicht auf die Folgen gekündigt

Ein Beitrag von Cordelia Feuerhake

Gestern haben wir – die BI Bahnhofsviertel – auf dem Südermarkt wieder Flyer verteilt zum Erhalt des
Bahnhofswaldes und dazu unser Banner gezeigt.
Man kommt ins Gespräch mit PassantInnen und auch mit MarktbeschickerInnen. Die
überwiegende Mehrheit möchte natürlich den Wald erhalten und empört sich mehr oder weniger
über die städtischen bzw. politischen Entscheidungen.

In diesem Zusammenhang wird auch das Thema Brauereiumzug an die Westerallee angesprochen
und das Thema Kleingartenkolonie, und da wird erzählt:
Alle KleingärtnerInnen aus der betroffenen Kolonie an der Westerallee haben bereits ihre
Kündigung erhalten. Dass dadurch menschliche Tragödien entstehen können, wird wenig
thematisiert. Da gibt es Parzellen, die von Menschen seit Jahrzehnten bewirtschaftet, gepflegt
und geliebt werden, die seit langem Freizeit- , Zufluchts- und Heimatort geworden sind! Wie
schrecklich für die Betroffenen, dass sie das alles recht kurzfristig aufgeben müssen – sie sind
traurig, niedergeschlagen, auch entsetzt …. Für manche verliert ihr Leben einen wesentlichen
Sinn…

Werden diese Auswirkungen von Planung am Schreibtisch eigentlich ausreichend bedacht? Auf
dem Plan kann man leicht feststellen, dass Kleingartenkolonien nicht vollständig belegt sind, dass
man Parzellenbelegungen einfach von hier nach da verschieben kann, dass man einfach
Standorte wirtschaftlich optimal konzentrieren kann…. Aber fast jede Parzelle ist ein persönlicher
Ort von Menschen, von BürgerInnen unserer Stadt, Menschen mit Gefühlen, die respektiert
werden wollen, denen man auf diese Weise überhaupt nicht gerecht wird! Denen man einfach ihre
Parzelle, ihre „Scholle“ wegnimmt, weil ja alle Kleingartenparzellen – der Grund und Boden gehört
nämlich der Stadt – im Planerverständnis Verfügungsfläche für „wichtige“ Stadtentwicklungen
sind….

Ich bin davon sehr berührt … kann Planung nicht besser und mehr auf die Betroffenen vor Ort
Rücksicht nehmen? Kleinteiligere, differenziertere und alternative Lösungen suchen? So, wie man
z.B. im Sanierungsgebiet teilweise mit jedem einzelnen Hausbesitzer/In persönlich verhandelt?

 

Über akopol

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Veröffentlicht am 12. Juli 2020, in Ökologie, Bürgerbeteiligung, Flensburg News, Kultur, Soziales, Stadtplanung, Wirtschaft. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

  1. Manchmal vermiss ich auch von Bürgerinitiativen einen ruhigen und sachlichen Ton, auch bei der Transparenz mangelt es manchmal selbst. Der „Bahnhofwald“ wird als Naherholungsgebiet wir die Marienhölzung dargestellt, dabei handelt es sich doch tatsächlich um eine Ansammlung von Bäumen. Es wird im Internet um Unterschriften mit dem Bild vom Carlisse-Park geworben.
    Die Gegner des Brauereiumzuges argumentieren, das der Verkehr an der Falkenbergschule vorbei durch die Westerallee fahren soll, obwohl dem Seitens Verwaltung und Brauerei widersprochen wird. Gleichzeitig werden dann auf der Bürgerversammlung (auch ich war dabei) Stadtpolitik und Verwaltung beschimpft.
    Transparenz und gutes Miteinander ist keine Einbahnstraße.

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  2. Als Tochter eines Pächterpaares, das schon seit fast 40 Jahren dort einen Kleingarten besitzt, muss ich Ihrem Artikel widersprechen. Wir wurden schon relativ früh über die Brauereipläne informiert und es wurden Informationveranstaltungen im Rathaus mit den Kleingartenbesitzern abgehalten, auf denen es auch teilweise laut und heftig zuging. Aber
    dort konnten fast alle Fragen und Sorgen besprochen werden. Natürlich war schnell klar, dass die Kolonie(n) weichen müssen und ja, es hängen ganze Leben dran, aber wir wissen, dass die Gärten noch bis zum Herbst 2021 dort bestehen werden. Wer möchte, bekommt Unterstützung bei der Suche nach einem neuen Kleingarten. Von jedem Kleingarten wird demnächst der Wert ermittelt und die Pächter werden finanziell entschädigt. Natürlich kann man niemals den wahren Wert dieser Kleinode feststellen, da dort sehr viele Erinnerungen dranhängen, aber so, wie Sie es im Artikel darstellen, läuft die Abwicklung nicht ab. Man geht auf die Pächter ein, aber man hat von Anfang an gewusst, dass es keine lange Zukunft mehr in der Kolonie dort gibt.
    Hier im Artikel also auf die Tränendrüse drücken zu wollen, ist einfach sehr daneben. Unsere Tränen sind schon getrocknet, denn die Stadt war von Anfang an sehr offen und ehrlich mit uns.

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