Archiv für den Tag 4. Juni 2020

„Was wir heute tun, entscheidet darüber, wie die Welt morgen aussieht“

Bahnhofswald

Bahnhofswald: Das Flensburger Naturhabitat ist die Heimat seltener Fledermausarten und soll für den Bau eines Hotels und Parkhauses der Axt zum Opfer fallen. – Foto: Marco Johns

Ein Beitrag von Sabine Scholl

Weise Worte, gesprochen beim Stadtentwicklungs- und Planungsausschuss(SUPA) am vergangenen Dienstag, im Zusammenhang  mit dem neuen Quartier am Hafen Ost.

Für das Bahnhofsviertel scheint das aber nicht zu gelten. Die Stadt Flensburg weigert sich, den Klimawandel mit seinen Auswirkungen bei der Planung eines Hotels und eines Parkhauses neben der Hauptpost einzubeziehen. Aber das wäre nicht die einzige Schwachstelle, die von verschiedenen Ratsmitgliedern vorgetragen wurde. Noch immer steht das Risiko im Raum, dass der Hang den massiven Veränderungen im Erdreich nicht standhalten könnte. Unbeantwortet blieb auch die Frage nach der Haftung in einem solchen Fall, denn Leidtragende wären die Anwohner. Das Grundstück ist einfach zu klein für ein derartiges Vorhaben. Außerdem wurde kritisiert, dass eine Verkehrsverdichtung in diesem Teil der Stadt nicht erwünscht sein könne, es aber dazu kommen wird. Schließlich gab es noch Zweifel daran, ob das Artenschutzgesetz eingehalten werden kann, denn die Lichtemissionen des Hotels lassen sich bei laufendem Betrieb kaum minimieren. Ein Punkt wurde gar nicht genannt, nämlich, dass sich das Hotel pandemiebedingt eventuell wirtschaftlich gar nicht halten lässt, oder damit gerade für die kleinen individuellen Unterkünfte, die in Flensburg wieder auf die Beine kommen müssen, eine gefährliche Konkurrenz darstellen wird.

Aber es war deutlich zu merken: Das Thema sollte keine Zeit mehr beanspruchen. Die vielen Einwendungen gegen das Bauvorhaben wurden auf 135 Seiten wortreich, aber inhaltsleer beantwortet. Ein Ratsherr brachte es auf den Punkt: Es ist nicht abgewogen, sondern abgewimmelt worden.

So waren auch die bisherigen Erfahrungen der Menschen und Umweltgruppen, die sich um einen Gesprächstermin mit der Stadtverwaltung und mit der Oberbürgermeisterin bemühten. Die Anfragen blieben alle unbeantwortet, jeder Dialog verweigert.

Weshalb, kann man sich da fragen, muss dieses Vorhaben um jeden Preis durchgeführt werden? Vielleicht liegt die Antwort in der Vergangenheit. Der Investor wollte das Postgebäude nämlich ursprünglich erst abreißen und auf dieser Fläche ein Hotel bauen. Als der Mietvertrag mit der Post dann doch verlängert wurde, entstand plötzlich der Plan, auf dem Grundstück ein mehrstöckiges Parkhaus UND ein Hotel zu bauen. Lukrativ ist das für den Investor auf jeden Fall und die Stadt will dringend ein Parkhaus dort haben. Nur – da gibt es dummerweise den Wald! Dort konnte nicht einfach gebaut werden. Hatte man das im Plan etwa übersehen? Weshalb muss trotzdem an dem Vorhaben festgehalten werden?

Diese Fragen bewegen die Bürger, die nicht hinnehmen wollen, dass hier völlig unnötig Natur zerstört wird. Ganz sicher werden Vorhaben der Stadt Flensburg in Zukunft noch viel mehr hinterfragt, es sei denn, die Zeichen des Klimawandels werden endlich erkannt, Stadtplaner und Verwaltung denken konsequent um und nehmen Natur – und Artenschutz in unserer Stadt endlich ernst!

Mehr Infos und Beiträge zum Thema Hotel- und Parkhausprojekt am Flensburger Bahnhofswald hier

Bürgerinitiative Bahnhofsviertel Flensburg unter: https://bahnhofsviertelflensburg.wordpress.com/

Offene Ateliers 2020 des Netzwerk Kunst im Norden am 6. und 7. Juni

Kunstschaffende des Netzwerks Kunst im Norden öffnen ihre Ateliers und laden Sie herzlich ein!

Offene Ateliers 2020
Samstag 6. Juni
Sonntag 7. Juni
11-18 Uhr

Wir laden wieder herzlich ein zu unseren Offenen Ateliers:

Kunst unterstützt, Kunst verbindet, Kunst erfreut, Kunst nährt – Kunst ist systemrelevant! Diesmal verlangen besondere Anforderungen besondere Lösungen: Darum werden viele Kunstwerke draußen im Garten, Carport o. ä. gezeigt. Aber auch bei den Innenräumen wird die Möglichkeit garantiert, untereinander auf Distanz gehen zu können. Sehen Sie im Veranstaltungs-Leporello, welche Künstlerinnen und Künstler teilnehmen und ihre Ateliers für Sie öffnen.

Herzlich willkommen!

Weitere Informationen zu Ausstellungsorten, Teilnehmenden und Sonderveranstaltungen erfahren Sie  auf www.kunst-im-norden.de

Kunst im Norden ist der freie Zusammenschluss von Kunstschaffenden im Norden Schleswig-Holsteins.

 

„KUNST SCHAFFEN 2020 – Begegnungen mit Kunst und Künstlern“ noch bis zum 21.06.2020 in der Flensburger Robbe & Berking Werft

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11:00 – 18:00 Uhr
Ort: Am Industriehafen 5, 24937 Flensburg
Der Eintritt ist im Zeitraum vom 27.05 – 21.06.2020 kostenfrei

Um die Produktion von Kunst und kulturellen Angeboten auch unter Corona Bedingungen zu ermöglichen, widmet die Flensburger Robbe & Berking Werft unter der Schirmherrschaft von Schleswig Holsteins Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur Karin Prien und Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange das werfteigene Museum und ihre große gläserne Werfthalle vom 27. Mai bis 21. Juni 2020 60 ausgewählten Künstlerinnen und Künstlern. Auf 1.800 m2 Ausstellungsfläche werden Bildhauer, Maler, Graphiker, ausgewählte Kunsthandwerker und Künstler/innen aus allen Disziplinen endlich wieder mit Kunstinteressierten ins Gespräch kommen und ihre neuesten Arbeiten präsentieren und verkaufen können.

Kuratoren dieser für die Region sicher ungewöhnlich vielfältigen Kunstausstellung sind Dr. Thomas Gädeke, früherer Direktor des Landesmuseum Schloss Gottorf, und Oliver Berking, Gründer und Inhaber der Robbe & Berking Werft. Die teilnehmenden Künstler/innen kommen aus Bremen, Hamburg, Hannover, Berlin und dem gesamten Norddeutschen Raum. Viele von Ihnen werden für die Dauer der Ausstellung Atelier und Werkstatt in die Werft verlegen und vor Ort arbeiten. Mit dieser ungewöhnlich großen Vielfalt an Arbeiten will KUNST SCHAFFEN 2020 einen kleinen Überblick über das norddeutsche Kunstgeschehen auch und gerade zu Corona Zeiten präsentieren. Um das gemeinsame Interesse am Wohl der Norddeutschen Kunst- und Kulturszene zu dokumentieren, wird der Leiter des Kulturbüros im Flensburger Rathaus für diese Zeit ebenso seinen Schreibtisch zu Robbe & Berking zwischen die Staffeleien und Werkbänke verlegen, wie der Ressortleiter Kultur des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages.

Auch das Sicherheits- und Hygienekonzept der Werft ist besonders. Oliver Berking: „Das oberste Ziel des Sicherheits- und Hygienekonzeptes ist es natürlich, sicherzustellen, dass Besucher/innen und Künstler/innen ausreichend Abstand zueinander halten. Wir haben daher neben vielen anderen Maßnahmen die gesamte Ausstellungsfläche am Boden wie ein großes Schachbrett gestaltet, damit jeder ein Gefühl für den Abstand zum Nächsten hat. Jeder Gast bekommt für den Besuch neben einem Mundschutz ein paar weiße Silberschmiedehandschuhe und kann so jede Arbeit, an der er interessiert ist, auch in die Hand nehmen. Um Schlangen an der Kasse zu vermeiden, werden wir in diesen Wochen auf den Eintritt verzichten.“

Die Liste der teilnehmenden Künstler/innen liest sich wie ein kleines who is who der norddeutschen Kunstszene:

Otto Beckmann, Heinke Böhnert, Margreet Boonstra, Eiko Borcherding, Brigitta Borchert, Tina Buchholtz, Peter de Vries, Karl Decker, Kaisa Duus, Johannes Duwe, Tobias Duwe, Cathy Fleckstein, Bertrand Freiesleben, Karin Funke Atmer, Erhard Göttlicher, Janko Göttlicher, Rainer Gröschl, Ragna Gutschow, Almut Heer, Lisa Hoffmann, Maria Huls, Svea Imholze, Anna Susanne Jahn, Lena Kaapke, David Kaiser, Susanne Kallenbach, Ulla Kaufmann, Martin Kaufmann, Astrid Keller, Christine Keruth, Eva Koj, Cora Korte, André Krigar, Hans-Ruprecht Leiß, Levke Leiß, Beate Leonards, Inke Lerch, Uwe Lerch, Meike Lipp, Tim Maertens, Mathias Meinel, Wilfried Moll, Gerda Moll, Lars Möller, Susanne Pertiet, Ines Ramm, Tietze Schmuck, Wolfgang Skoluda, Gundula Sommerer, Hubert Steffe, Ina Steinhusen, Nikolaus Störtenbecker, Frank Suplie, Fabian Vogler, Andreas von Hippel, Corinna Weinert – Göttlicher, Trude Wendelstein, Anne Wenzel, Claudia Westhaus, Susanne Westphal

Weitere Infos auf www.yachtingheritagecentre.com

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