Archiv für den Tag 19. Mai 2020

Logistik-Unternehmen „Cocopanda“ zieht in die alte Bauhaus-Immobilie in der Schleswiger Straße

Aufbau des Regallagers im neuen Domizil des norwegischen Online-Händlers Cocopanda an der Schleswiger Straße – Foto: Jörg Pepmeyer

Unternehmen, Stadt und WiREG ebnen Weg zum gemeinsamen Erfolg – 70 neue Arbeitsplätze

Flensburg. Nach über 8 Jahren Leerstand kehrt Leben zurück in die alte Bauhaus-Immobilie in der Schleswiger-Straße. Im März dieses Jahres wurde begonnen das Objekt für die neue Nutzung herzurichten. Innerhalb von nur drei Monaten wurden umfangreiche Modernisierungen, sowie Um- und Einbauten vorgenommen. Ende Mai übernimmt nun der norwegische Online-Händler „Cocopanda“ das Objekt um von Flensburg aus die internationale Expansion voran zu treiben. Rund 70 Mitarbeiter finden dann in der Schleswiger Straße einen neuen Arbeitsplatz.

Dem Umzug vorausgegangen war die gemeinsame Suche nach einem neuen Standort, der nicht nur die Interessen aller Beteiligten berücksichtigt, sondern gleichzeitig als Beispiel dafür dient, wie effektiv und erfolgreich eine enge Zusammenarbeit aus Wirtschaft und Verwaltung letztendlich verlaufen kann.

Ehemalige Bauhaus-Immobilie in der Schleswiger Straße: 1,5 Mio. Euro werden in den Umbau investiert – Foto: Jörg Pepmeyer

Mittels eines konstruktiven und zielführenden Dialoges aller Beteiligter konnte eine Lösung gefunden werden, die sowohl stadtplanerischen, als auch baurechtlichen und wirtschaftspolitischen Vorgaben entspricht. Die nun gefundene Lösung unterstreicht das bekundete Interesse der Stadt Flensburg den hiesigen Wirtschaftsstandort weiterhin tatkräftig und nachhaltig zu unterstützen. Es ist gelungen einen Standort zu lokalisieren, welcher die Erfordernisse hinsichtlich Größe und Verkehrsanbindung ebenso erfüllt wie auch ordnungsrechtliche Restriktionen berücksichtigt. Dies stellte von vornherein eine große Herausforderung bei diesem Projekt dar. Gleichzeitig konnte nach jahrelangem Leerstand eine neue Perspektive für eine Bestandsimmobilie gefunden werden, die dem Umfeld gerecht wird.

Cocopanda ist ein überaus erfolgreiches und europaweit agierendes Unternehmen, das sich auch aufgrund der engen Anbindung an Skandinavien, für Flensburg als zentralen Standort für die weitere Expansion entschieden hat. Am neuen Standort werden in einem hochmodernen Fullfilment-Center auf rund 5.600 m² Fläche die über den eigenen Online-Shop verkauften Waren für den internationalen Versand vorbereitet. Mit erheblichen Investitionen in Gebäude und Technik unterstreicht das norwegische Unternehmen die Bedeutung Flensburgs für die nachhaltig geplante Unternehmensentwicklung. Frau Zitzmann, projektbegleitende Architektin von der 2werk architektur gmbh, beziffert das Investitionsvolumen auf rund 1,5 Millionen Euro, von dem größtenteils auch Betriebe und Unternehmen aus der Region profitieren.

Mehr zu dem Online-Händler „Cocopanda“ auch hier: https://www.cocopanda.de/uberuns

FLENSBURG. KAUFT. KUNST. – Verkaufsausstellung Flensburger Künstler auf dem Museumsberg

Jetzt als Online-Ausstellung noch bis zum 12. Juli
und
im Heinrich-Sauermann-Haus vom 10. Juni bis 12. Juli 2020

Die aktuelle digitale Ausstellung auf dem Museumsberg Flensburg ist schon jetzt ein großer Erfolg. In einer Slide-Show wird die Kunst von etwa 45 Künstlerinnen und Künstlern aus Flensburg und dem nahen Umland präsentiert. Alle Einnahmen aus dem Verkauf der Werke kommen ungemindert und direkt den Kunstschaffenden zugute.
Pünktlich zum Internationalen Museumstag am 17. Mai wurden die Werke digital auf die Webseite  www.museumsberg.de gestellt. Bereits jetzt zeigt die große Nachfrage das Interesse der Bürger und Bürgerinnen an aktueller Kunst und bekräftigt die Verbundenheit mit der Flensburger Kunstszene.
Als Einrichtung der Stadt Flensburg ist der Museumsberg mit den Kunstschaffenden, die während der Corona-Krise durch die Absage so vieler Ausstellungen und Veranstaltungen unter Verdienstausfällen leiden, solidarisch. Der Eintritt in die Ausstellung im Heinrich- Sauermann-Haus ist daher frei. Dort können Besucher*innen vom 10. Juni bis zum 12. Juli 2020 alle Werke, auch die bereits verkauften, im Original erleben.
Auf eine feierliche Ausstellungseröffnung muss aus Gründen des Infektionsschutzes leider verzichtet werden.
Dörte Ahrens, die Kuratorin der Ausstellung steht gerne für Rückfragen zur Verfügung: 0461/85 2081. Die Liste der teilnehmenden Künstler*innen ist auf der Homepage veröffentlicht.

Museumsberg Flensburg
Museumsberg 1, 24937 Flensburg
Telefon 0461/852956
www.museumsberg.de
museumsberg@flensburg.de

neue Öffnungszeiten:

Di – So 11.30 – 17.00 Uhr

Umzug des Flensburger Wirtschaftshafens: Sinnvoller Ausbau des Hafen-West für 3 Mio. Euro?

Umzug des Wirtschaftshafens an das Stadtwerke-Ufer: SPD, Grüne, CDU und FDP wollen nicht mehr als 3 Mio. Euro ausgeben – Foto: Jörg Pepmeyer

Die Flensburger Ratsfraktionen von CDU, SPD, Grünen und FDP  halten die in der Machbarkeitsstudie zur Verlagerung des Wirtschaftshafens genannten Kosten von 25 Mio. Euro für einen sinnvollen Ausbau des Hafens-West für überhöht und wollen lediglich 3 Mio. Euro dafür ausgeben. Nach geltender Beschlusslage soll der Umzug bis zum 1. Januar 2023 abgewickelt werden. Die Hafenwirtschaft und die IHK Flensburg halten einen Kostenrahmen von 3 Mio. für unrealistisch.

Dazu ein Beitrag der Bürgerinitiative Flensburger Hafen

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Es ist schon faszinierend, wie Menschen an einer Entscheidung festhalten, auch wenn sich zusehends zeigt, dass diese gegebenenfalls eine falsche Entscheidung war. Die Lage hat sich in den letzten Monaten aufgrund der Pandemie drastisch geändert. Die Stadt Flensburg wird sich zusätzlich um mindestens 40 Millionen Euro verschulden müssen. Das hat der Stadtkämmerer Herr Brüggemann ja bereits bekannt gegeben. Eine Lageveränderung bedarf auch einer entsprechend neuen Bewertung. Diese findet zurzeit bei den vier Ratsfraktionen nicht statt. Die Bürgerinitiative Flensburger Hafen e.V. hat bereits im Juni letzten Jahres Zahlen veröffentlicht, die jetzt durch die beauftragte Machtbarkeitsstudie auch noch bestätigt wurden.

Die Hafenwirtschaft wurde in einer Steuerungsgruppe aufgefordert, ihren minimalen Bedarf aufzustellen, um den Wirtschaftshafen auf der Westseite nachhaltig betreiben zu können. Herr Axel Kohrt (SPD) benennt diesen Bedarf als ambitioniert. Herr Kohrt scheint ein sehr versierter Mensch zu sein, obwohl für viel Geld eine Studie beauftragt wurde, widerspricht Herr Kohrt dieser. Bewertet auch die Aussagen der IHK als unrealistisch und unglaubwürdig. Herr Stefan Thomsen, Sprecher der Grünen, meint, man könne den Westhafen auch später ausbauen. Im Flensburg Journal vom 23. Juni 2018 wird unter dem Titel „Sandland“ berichtet, dass die möglichen Kiesabbaugebiete in unserer Region überwiegend in Naturschutzgebieten liegen. Möchte Herr Thomsen von den Grünen diese zukünftig entwidmen, wie auch schon den Bahnhofswald? Dann würden sicherlich die Kiesvorräte 150 Jahre vorhalten.

Kurzum scheinen die vier Ratsfraktionen einen besseren Wissenstand zu haben, als all die aufgestellten Studien. Aber die entsprechen leider nicht dem, was man gerne sehen beziehungsweise glauben möchte. Von vielen Seiten – wie zum Beispiel Ministerien in Schleswig-Holstein oder Bürgerinitiativen – beauftragte oder erarbeitete Studien und Expertisen belegen, dass das Konzept eines rein urbanen Gebietes auf der Ostseite des Hafens und die Verlegung des Wirtschaftshafens auf die Westseite für eine Stadt wie Flensburg mit ihrer immens hohen Verschuldung utopisch ist.

Herr Schmidt-Skipiol (Kapitän z.S. a.D. der Bundeswehr) müsste es eigentlich wissen. Eine neue Lage erfordert eine neue Bewertung. Man muss sich doch wirklich fragen, welche Ziele werden hier tatsächlich verfolgt, bzw. wo liegen hier die wahren Prioritäten?

Die Hafen-Ostseite muss saniert werden – keine Frage. Aber bitte nach den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit, und nicht um jeden Preis. Unsere Empfehlung: Der Wirtschaftshafen bleibt, wo er ist, und man saniert das Hafen-Ostgebiet zu einem erlebbaren Hafen, ggf. mit überschaubarer Wohnbebauung. Auch ohne Fördermittel wesentlich günstiger, vernünftiger und realistischer.

Bürgerinitiative Flensburger Hafen e.V. Der Vorstand

Bürgerinitiative Flensburger Hafen e. V.
Der Vorstand

Zum Hintergrund:

Im Rahmen der Diskussion und politischen Beschlusslage zur Zukunft des Wirtschaftshafens am Ostufer hatten die Stadt bzw. die Stadtwerke Flensburg im letzten Jahr eine Machbarkeitsuntersuchung zum Bauvorhaben Verlagerung des Hafenumschlags an die Westseite des Flensburger Hafens bei den Beratungsunternehmen WK Consultants und CPL in Auftrag gegeben. Mit Stand 11.09.2019 werden in der Studie verschiedene Lösungsvarianten zur Verlegung des Hafenumschlags an die Hafen-Westseite, zur Ertüchtigung und Verlängerung der Kaikante bei den Flensburger Stadtwerken und den Neu- und Umbau der notwendigen Hafen-Infrastruktur vorgestellt. Die Studie kommt dabei für die jeweiligen Varianten auf Kosten zwischen 10 und 38 Mio. Euro. Die Investitionen für einen wirklich sinnvollen Ausbau des Hafens-West würden bei mindestens 25 Mio. € liegen.

Siehe dazu auch den AKOPOL-Beitrag vom 16.01.2020: Machbarkeitsstudie zum Umzug des Flensburger Wirtschaftshafens: Es wird erheblich teurer als gedacht
unter: https://akopol.wordpress.com/2020/01/16/machbarkeitsstudie-zum-umzug-des-flensburger-wirtschaftshafens-es-wird-erheblich-teurer-als-gedacht/

Mehr Informationen zum Thema Hafenumzug hier

und ebenso auf der Homepage der Bürgerinitiative Flensburger Hafen e.V. unter: https://flensburg-hafen.de/

 

SSW-Fraktion fordert Wiederholung des Informationsabends zum Hafenumzug

Online-Veranstaltung zum Umzug des Wirtschaftshafens an das Stadtwerke-Ufer: Öffentlichkeitsbeteiligung scheitert an technischen und organisatorischen Problemen – Foto: Jörg Pepmeyer

Die öffentliche Online-Veranstaltung zum geplanten Umzug des Wirtschaftshafens am gestrigen Montag war ein Flop. Vor allem technische, aber auch organisatorische Probleme verhinderten, dass die von der Stadt beabsichtigte Bürger*innenbeteiligung im angedachten Umfang stattfinden konnte.

Dazu SSW-Ratsfrau Susanne Schäfer-Quäck in einer Stellungnahme: „So geht es nicht! Die Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht auf umfassende Informierung über ein Vorhaben, das den Charakter der Stadt verändern wird.“
Die Idee war eigentlich gut: alle Informationen kompakt in zwei Stunden und danach die Möglichkeit für die Bürgerinnen und Bürger nachzufragen. „Doch zu Beginn der Veranstaltung war eine halbe Stunde lang gar nichts zu hören, und danach war der Livestream zweimal für mehrere Minuten offline“, kritisiert SSW-Fraktionsvorsitzende Susanne Schäfer-Quäck die Informationsveranstaltung zum Hafenumzug vom 18. Mai. „So geht es nicht! Die Informationen sind sehr anspruchsvoll, weil viele Fachbegriffe und gesetzliche Regelungen eine große Rolle spielen. Es wurde aber gar nicht alles übertragen, so dass Zusammenhänge nicht klar wurden; darum sollte die Veranstaltung unbedingt noch einmal wiederholt werden. Die Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht auf umfassende Informierung über ein Vorhaben, das den Charakter der Stadt verändern wird. “ Gerade im Norden gibt es große Vorbehalte gegen den steigenden Verkehr nach dem Hafenumzug. „Viele Menschen machen sich große Sorgen, dass ihr Quartier wieder einen Abstieg erlebt, nachdem sich die Nordstadt in den letzten Jahren so gut entwickelt hat. Diese Sorgen nehme ich ernst. Viele Fragen gingen genau in diese Richtung.“ Die inhaltlichen Vorbehalte gegen die Zerstörung eines funktionierenden Hafenbetriebs am Ostufer konnten nicht ausgeräumt werden. Susanne Schäfer-Quäck: „Das werden wir in der Ratsversammlung weiter vertiefen müssen. Der SSW ist optimistisch, dass die Mehrheit sich besinnen wird. Corona zwingt uns, sehr sorgfältig mit dem Geld umzugehen. Der Sanierungsträger gab gestern an, er befindet sich in Gesprächen mit dem Fördermittelgebern. Darüber sollte er auch den zuständigen Ausschuss informieren.“

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