Abstand ermöglichen: Mehr Platz für Fuß- und Radverkehr

Unterschreitung der Mindestabstände – Foto: ADFC Flensburg

Ein Beitrag von Julia Born

Genügend Platz, damit Radfahrerinnen und Fußgänger in Corona-Zeiten den gebotenen Abstand einhalten können, fordert die Ortsgruppe Flensburg des VCD. Wo deutliche Einschränkungen für Fuß- und Radverkehr bestehen, sollten gezielt befristete Sonderspuren eingerichtet werden. Gleichzeitig müssen Verkehrsberuhigung – auch zum Lärmschutz – und der Ausbau des Radwegenetzes mit erheblich mehr Engagement angegangen werden.

Corona hat unser Leben verändert – und Fachleute gehen davon aus, dass wir mindestens dieses Jahr noch mit dem Virus leben müssen. Der Mindestabstand von 1,5 Metern ist die derzeit wirksamste Präventionsmaßnahme, über die wir verfügen.

Um frische Luft und Bewegung zu genießen und als Alternative zum öffentlichen Verkehr sind derzeit mehr Menschen zu Fuß und mit dem Rad unterwegs. Das bestätigen auch Untersuchungen. Flensburger Fahrradhändler berichten, dass ihnen die Kunden förmlich die Tür einrennen, um Pedelecs zu erwerben.

Flensburg: Rad- und Gehwege oft zu schmal

Leider sind in Flensburg viele Geh- und Radwege zu schmal. Die Mindestbreite für Gehwege (2,50 Meter) und für Radwege (1,50 Meter, möglichst aber 2,00 Meter) ist sehr oft nicht beachtet. „Wenn man sich auf schmalen Gehwegen begegnet, ist der Abstand oft nur einzuhalten, wenn eine Person auf die Straße tritt“, macht Julia Born, Sprecherin der VCD Ortsgruppe aufmerksam.
Vielen Menschen ist das Abstandhalten aber sehr wichtig, denn sie wollen zum Beispiel auch Angehörige vor einer möglichen Infektion schützen. „Man gefährdet sich durch das Ausweichen und man gefährdet sich durch das Nahekommen“, so Born. Nun rächt es sich, dass Verkehrspolitik in Flensburg jahrzehntelang die „autogerechte Stadt“ als Leitbild hatte und Fußgänger und Radfahrerinnen hintangestellt wurden.

An Engstellen befristet Sonderspuren einrichten

Dort wo Radwege nicht breit genug sind oder der Bürgersteig zu schmal ist, so dass sich Fußgänger und Radfahrer nicht mit dem gebotenen Sicherheitsabstand begegnen können, sollten gesicherte Radspuren auf der Fahrbahn geschaffen werden, sogenannte Popup-Radwege. Der VCD hat sich bereits frühzeitig dafür ausgesprochen, während der Coronakrise verkehrsberuhigte Bereiche sowie temporäre Sonderspuren einzurichten. Die VCD Ortsgruppe unterstützt die Initiative des ADFC daher ausdrücklich.
Auch die Fußwege sollten genügend breit sein. Die Kombination von Fuß- und Radwegen, bereits zuvor von vielen Seiten kritisiert, erweist sich in Coronazeiten als gänzlich untauglich.

Mittelfristig: Mehr Engagement für sicheres Rad- und Fußwegenetz

Ideologische Grabenkämpfe scheinen ein ungeeignetes Mittel, um mit der Corona-Krise umzugehen, und sollten besser unterbleiben. Stattdessen sollten gezielt an Straßen und Wegen, an denen deutliche Einschränkungen bestehen, befristet Sonderspuren eingerichtet werden. Mittel- und langfristig brauchen wir in Flensburg ein sicheres Wege- und Radwegenetz. Wir brauchen eine gute, baulich getrennte Radverkehrsinfrastruktur sowie Radschnellverbindungen mit den Umlandgemeinden. Dafür wünschen wir uns von Politik und Stadtverwaltung erheblich mehr Engagement.

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Veröffentlicht am 13. Mai 2020, in Ökologie, Bürgerbeteiligung, Daten und Zahlen, Flensburg News, Soziales, Stadtplanung. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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