Weltweite Reisewarnung bis 14. Juni – gebuchte Reisen können kostenfrei storniert werden

Mit der Verlängerung der weltweiten Reisewarnung bis zum 14. Juni 2020 hat das deutsche Auswärtige Amt die Voraussetzung für kostenfreie Stornierung von gebuchten Pauschalreisen geschaffen. Betroffene Verbraucher*innen können bereits gezahlte Kosten für bevorstehende Reisen in diesem Zeitraum zurückfordern. Die Verbraucherzentrale stellt dafür Musterbriefe zur Verfügung.

Mit der Verlängerung der weltweiten Reisewarnung des deutschen Auswärtigen Amtes steht fest, dass Verbraucher*innen ihre Urlaubsreisen bis mindestens zum 14. Juni 2020 nicht antreten können. Betroffene können gebuchte Pauschalreisen in diesem Zeitraum stornieren und die Erstattung des Geldes innerhalb von 14 Tagen einfordern. Auch wenn der Veranstalter selbst absagt, steht den Kunden eine Rückzahlung zu. Eine Pauschalreise liegt vor, wenn mindestens zwei unterschiedliche Reiseleistungen für eine Reise angeboten werden. Zu diesen Leistungen gehören zum Beispiel Flüge, Busfahrten, Unterkünfte, Mietwagen und Ausflüge am Urlaubsort. Pauschalreisen sind zum Beispiel Kreuzfahrten, Club-Urlaub, Schüleraustausch, An/Abreise & Unterkunft.

Anspruch auf Erstattung bei Flug und Unterkunft

Aufgrund der Reisewarnung, Reiseverbote und Grenzschließungen haben Verbraucher*innen auch bei einzeln gebuchten Reiseleistungen wie Flug, Hotel oder Ferienhaus die Chance, Geld zurückzubekommen. Nach Auffassung der Verbraucherzentrale steht ihnen eine Erstattung des Geldes zu – zumindest dann, wenn sie nach deutschem Recht gebucht haben.

Gutscheine statt Geld nur auf freiwilliger Basis

Aktuell häufen sich Beschwerden bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein, weil sich Unternehmen über das geltende Recht hinwegsetzen und ihren Kunden kein Geld zurückzahlen. Häufig berufen sie sich dabei auf die geplante Gutscheinregelung. Die Bundesregierung hat kürzlich angekündigt, von der EU-Kommission die Einführung einer europaweit einheitlichen Gutscheinregelung einzufordern. Die Regelung sieht vor, dass Verbraucher*innen bei der Erstattung des Reisepreises künftig Gutscheine statt Geld akzeptieren müssen. Diese Regelungen sind bisher nicht in Kraft und verstoßen gegen bestehendes europäisches und deutsches Reiserecht. Nach derzeitiger Rechtslage haben Verbraucher Erstattungsansprüche für nicht erbrachte Leistungen. Einige Reisebüros, Vermittler und Veranstalter weisen auf eine angeblich bevorstehende Einführung der Gutscheinregelung hin. Einige schrecken selbst vor dreister Irreführung nicht zurück und stellen die Situation so dar, als sei die Gutscheinregelung bereits in Kraft getreten.

Tipps, Musterbriefe und Unterstützung für Verbraucher*innen

Unter der Servicenummer 0431 / 590 99 40, per Kontaktformular oder Email an info@vzsh.de bietet die Verbraucherzentrale Betroffenen Rat und Unterstützung. Unter http://www.verbraucherzentrale.sh stehen täglich aktualisierte Informationen zu den Folgen der Corona-Pandemie für Verbraucher*innen sowie Musterbriefe zu Ärger mit Reisen und Veranstaltungen zur Verfügung.

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Veröffentlicht am 29. April 2020, in Bürgerbeteiligung, Daten und Zahlen, Flensburg News, Soziales, Wirtschaft. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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