Archiv für den Tag 17. April 2020

Corona-Maßnahmen: „Lockerungen müssen auch im Grenzland ankommen“

Zu den jüngsten Corona-Beschlüssen in der Bund-Länder-Konferenz und dem weiteren Vorgehen in Schleswig-Holstein erklärt der Vorsitzende des SSW im Landtag, Lars Harms:

Die vielen Maßnahmen, die zur Eindämmung des Coronavirus getroffen wurden, haben in nahezu allen Bereichen des Lebens erhebliche Einschränkungen und enorme Kosten verursacht. Dennoch haben die Menschen sie mitgetragen, weil die Maßnahmen in der Sache nachvollziehbar waren. Nur deshalb konnten dieser Kraftakt und erste Erfolge überhaupt gelingen.

Auch eine schrittweise Lockerung kann nur kontrolliert gelingen, wenn jeder Teilschritt transparent kommuniziert wird und in der Sache nachvollziehbar ist. Deshalb ist es wichtig, dass die Landesregierung zügig einen konkreten Fahrplan vorlegt, nach welchen Kriterien welche Bereiche des gesellschaftlichen Lebens wieder angefahren werden können. Ohne Verständnis und Akzeptanz der Bevölkerung droht der Rückfall in die Exponentialkurve und damit eine Zweite Welle.

Insbesondere Touristiker und die Gastronomie brauchen jetzt klare Ansagen, unter welchen Umständen welche Lockerungen wann denkbar sind, damit sie die Entwicklung besser einschätzen können und dadurch ein Stück Planungssicherheit erhalten.

Wichtig ist für uns als SSW, dass auch die Lebenswirklichkeit im deutsch-dänischen Grenzland berücksichtigt wird. Viele Angehörige der dänischen Minderheit haben Verwandte in Dänemark, die sie seit Wochen nicht besuchen dürfen. Oder Kinder, die in Dänemark Nachschulen und Gymnasien besuchen. Haben auch sie eine Lobby in unserer Landesregierung?

Viele schleswig-holsteinische Handwerker, die in Dänemark tätig sind, stehen vor der Wahl täglich hunderte Kilometer zu pendeln oder regelmäßig 14-tägige Karantänen in Kauf zu nehmen. Und auch der für die Nordkommunen so wichtige Grenzhandel leidet massiv unter den Restriktionen auf beiden Seiten der Grenze.

Der Norden Schleswig-Holsteins und das südliche Dänemark sind im jeweiligen Landesvergleich die Regionen mit den geringsten Infektionszahlen. Deshalb muss auch eine stufenweise Öffnung der Grenze für die Bürgerinnen und Bürger der Grenzregion überlegt werden. Ich erwarte von unserer Landesregierung, dass sie sich auch für all diese Menschen einsetzt und im Bund auf Verhandlungen mit Dänemark über gemeinsame Lockerungen drängt.

Stadtpräsident Hannes Fuhrig startet Corona-Solidaraktion

Flensburg. Die momentanen Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie verlangen von allen ein hohes Maß an Rück- und Vorsicht. Die täglichen Herausforderungen gehen an niemandem spurlos vorüber. Besonders für Mitmenschen, die sich bereits zuvor in schwieriger Lage befunden haben, bedeutet die Situation eine zusätzliche Belastung.

Zur Unterstützung eben dieser Mitbürger*innen hat Flensburgs Stadtpräsident Hannes Fuhrig eine Solidaraktion gestartet und bittet um aktive Unterstützung der Flensburger*innen. Gemeinsam mit Kommunalpolitik und Verwaltung sendet er einen klaren Appell, alle, die durch Armut, Obdachlosigkeit oder Einsamkeit in Not geratenen sind, zu unterstützen.

Zum Auftakt der Aktion konnte Stadtpräsident Fuhrig bereits die Vorsitzenden der Flensburger Ratsfraktionen und seine beiden Stellvertreter*innen gewinnen und einen Betrag in Höhe von € 1.000,00 zusammentragen. „Ich freue mich über den breiten Schulterschluss der Flensburger Kommunalpolitik und hoffe auf ergänzende Spenden aus Flensburg“, so der Stadtpräsident.

Die aktuelle Spende geht gezielt an den Verein „Spendenparlament Flensburg und Umgebung e.V.“, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, bedürftigen Mitbürger*innen zu helfen. Dort können gemeinnützige Einrichtungen aus Flensburg und Umgebung Zuschüsse zu erforderlichen Investitionen und Vorhaben beantragen. Oberbürgermeisterin Simone Lange ist begeistert von der Idee und macht ebenfalls mit: „Flensburg ist und bleibt solidarisch – ganz besonders in schwierigen Zeiten. Alle, die können, tragen ihren Teil bei.“

Zur Unterstützung der Solidaraktion sind weitere Spenden erwünscht und möglich: Spendenparlament Flensburg und Umgebung e.V., Stichwort: Corona-Solidaraktion, Nord-Ostsee Sparkasse, DE18 2175 0000 0017 0233 00

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