Jugendstil-Weg in Flensburg

Ein Angebot für den Osterspaziergang

Jugendstil und Flensburg sind zwei Begriffe, die künftig häufiger zusammen genannt werden dürften: Der neue Flensburger Jugendstil-Weg lädt dazu ein, 20 besondere Gebäude in der Innenstadt zu Fuß zu entdecken – das ideale Angebot für einen Osterspaziergang. Sind doch in der Fördestadt bis heute zahlreiche prachtvolle Bauten erhalten, die Zeugnis ablegen von der 1903 bis 1906 in Flensburg blühenden Jugendstilbewegung.

In der schnell wachsenden Stadt Flensburg entstanden um 1900 herausragende Beispiele der Jugendstilarchitektur, die bis heute etwa in der Nikolaistraße und der Toosbüystraße ganze Straßenzüge prägen. Überregional bekannte Architekten wie Karl Bernt, Heinrich Petersen und Magnus Schlichting schaffen hier repräsentative Wohn- und Geschäftshäuser für das gehobene Bürgertum.

Nach jahrelanger Vorarbeit haben Denkmalpfleger Eiko Wenzel und Museumsdirektor Michael Fuhr gemeinsam den Flensburger Jugendstilweg realisiert. Das passende Layout schuf die Grafikerin Viktoria Hamburg, die Texte verfasste Svenja Ganschow. Museumsdirektor Michael Fuhr dazu: „Die Flensburger sind so an den Anblick gewöhnt, dass Sie kaum noch wahrnehmen, wie schön die erhaltenen Jugendstilfassaden sind. Gerade in dieser Zeit, wo Kulturangebote in geschlossenen Räumen nicht stattfinden können, ist ein Spaziergang auf den Spuren des Jugendstils eine Möglichkeit, Kulturgenuss und frische Luft miteinander zu verbinden.“

Der Jugendstil war 1890 ursprünglich ein Protest junger Künstler in verschiedenen Zentren Europas und Nordamerikas gegen industrielle Massenware und die bis dato beliebte Nachahmung historischer Stile. Bis um 1910 hatte sich der Jugendstil vor allem in Kunstgewerbe und Architektur durchgesetzt. Er gilt bis heute als Wegbereiter der Moderne. Künstler wie August Endell, Henry van de Velde und Hans Christiansen forderten den Einklang von Natur und Kunst. Ziel war es, alle Lebensbereiche mit Kunst zu durchdringen. Der Jugendstil war geprägt von dekorativen Formen, die oft der Natur entlehnt waren: Geschwungene Linien, Blüten, Blätter, Frauengesichter mit langen Haaren, Tiere, geometrische Muster finden sich auf Textilien, Möbeln, Grafiken und an Hausfassaden.

In der Architektur sind Asymmetrie, der Einsatz großer Glasflächen, rhythmisch angeordnete Fenster und Türen sowie geschwungene Dächer ebenso zeitgemäß wie floraler Stuckdekor. Seinen Namen verdankt der Stil der Münchner Kunstzeitschrift „Jugend“, in der diese Gestaltungselemente erstmals auftauchten.

Der bedeutendste Illustrator der Zeitschrift „Jugend“ war übrigens ein Flensburger: Hans Christiansen,
nach dem das Hans Christiansen-Haus auf dem Museumsberg benannt ist, wo sein künstlerischer Nachlass aufbewahrt wird.

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Veröffentlicht am 8. April 2020, in Bürgerbeteiligung, Bildung, Flensburg News, Kultur, Kulturtipps, Soziales, Veranstaltungstipps. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

  1. Sehr schön, dass es diesen Weg jetzt gibt. Nur ein kann man sich die Karte, bzw. die Texte nicht herunterladen?

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