Flensburger Hafen-Debatte: SPD will Umzug nach Apenrade

Da freuen sich die Investoren und Immobilienspekulanten: Die SPD will das Aus für den Flensburger Wirtschaftshafen – Hafenumschlag soll nach Apenrade verlagert werden

Jetzt ist es soweit!

Die Bürgerinitiative Flensburger Hafen e.V. zum Artikel in der Flensborg Avis vom 03.04.2020:

Die SPD gibt in aller Öffentlichkeit zu, dass sie den Hafenumschlag ins dänische Apenrade verlegen will. Das ist nicht völlig überraschend, zeigt aber erneut, dass die SPD den Wirtschaftshafen offensichtlich loswerden will – irgendwie, und koste es, was es wolle. Denn schon 1999 hat die SPD versucht, den Wirtschaftshafen zu schließen und seither nichts unversucht gelassen, den Hafen in seiner Entwicklung zu behindern. Dann setzte sich die SPD in ihrem Positionspapier 2017 erneut für eine komplette Hafenschließung ein. Publiziert wurde das jedoch nie, wohl aus Angst, die Bürger*Innen zu verschrecken. In einem persönlichen Gespräch mit Mitgliedern unserer Bürgerinitiative stritt Frau OB Lange noch im Frühjahr 2019 ab, dass die Hafenschließung im SPD Positionspapier überhaupt niedergelegt sei. In einem Ratsbeschluss wurde dann – mit den Stimmen der SPD – der Hafenumzug auf die Westseite beschlossen, um den im Hintergrund wartenden Investoren Flächen anbieten zu können. Für viele tausend Euro wurden Studien erstellt und öffentliche Veranstaltungen initiiert, mit dem Ziel, die Bevölkerung mit immer neuen Geschichten in die Irre zu führen – zunächst über eine Hafenverkleinerung und danach über eine Umsiedlung des Wirtschaftshafens auf das Stadtwerkegelände und jetzt – gegen einen bestehenden Ratsbeschluss – die komplette Schließung.

Würde das umgesetzt, so hätte das enorme Konsequenzen:
– Flensburg wäre nach 800 Jahren keine Hafenstadt mehr.
– Flensburg würde einen touristischen Anziehungspunkt und ein Stück seines Gesichts verlieren.
– Die Einnahmen aus der Hafenwirtschaft würden ersatzlos wegfallen (ca. 500 000,- €/Jahr).
– Die Kosten für den Erhalt der Kaianlagen würden unverändert hoch bleiben.
– Die aus Apenrade angelieferten Baustoffe und Düngemittel würden sich erheblich verteuern.
– Die Ökobilanz der Stadt würde sich spürbar verschlechtern.
– Durch die Errichtung einer Hafencity würden die Lebenshaltungskosten steigen.

Auch das Argument der SPD, dass die Waren mit größeren Schiffen nach Apenrade gebracht werden könnten, weil der dortige Hafen mehr Tiefgang zulasse, ist so dumm wie falsch, denn Flensburg braucht kleinere Mengen und es würde sich so nur die Lagerhaltung verteuern. Dass CDU, Grüne und die FDP zurückhaltender agieren, ist wohl eher politisches Kalkül als bessere Erkenntnis.
Egal wie man es auch dreht und wendet. Es gibt nur eine vernünftige Lösung und die lautet: Lasst den Hafen wo er ist, saniert die Gebäude, verzichtet auf „urbanes Wohnen für Betuchte“ und bebaut das Hinterland ohne Fördermittel. Dann sind alle Probleme gelöst.

Da war doch noch ein Punkt: Was passiert mit der Versorgung im Norden Deutschlands, wenn die Grenzen geschlossen werden? So etwas kann ja mal vorkommen!

Mehr zum Thema auch auf der Homepage der Bürgerinitiative Flensburger Hafen e.V. unter: https://flensburg-hafen.de/

Die Position der SPD Flensburg in einem Beitrag auf ihrer Homepage:
Keine Verlagerung an den Westhafen – Apenrade als Hafen der Region
unter: http://www.spd-flensburg.de/2020/04/01/keine-verlagerung-an-den-westhafen-apenrade-als-hafen-der-region/

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Veröffentlicht am 6. April 2020, in Ökologie, Daten und Zahlen, Flensburg News, Ostufer und Hafen, Rat & Ausschüsse, Soziales, Stadtplanung, Stadtwerke, Stadtwerke Flensburg, Wirtschaft. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

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