Archiv für den Tag 6. April 2020

Flensburger Hochschule hilft: Masken aus dem 3D-Drucker

Rund um die Uhr werden im Ideenreich Behelfsmasken samt Filtereinsätzen gedruckt

Im FabLab Ideenreich der Hochschule Flensburg entstehen gerade Behelfsmasken und Face-Shields für die Krankenhäuser und die Feuerwehr in Flensburg.  

Eigentlich ist das Ideenreich geschlossen. Doch die 3D-Drucker stehen nicht still. Lehrveranstaltungen und Workshops können im FabLab der Hochschule Flensburg wegen der Corona-Krise derzeit zwar nicht stattfinden, doch gedruckt wird dennoch: Seit Ende letzter Woche produziert die gesamte 3D-Drucker-Flotte von 17 Geräten durchgehend Behelfsmasken für die Feuerwehr und Spritzschutzmasken für die Flensburger Krankenhäuser.

Prof. Dr. Torsten Steffen (li.) übergibt die Face-Shields an Dr. Stephan Jatzkowski von der Diako

„In diesen Zeiten müssen wir uns gegenseitig helfen. Die Pflegedienste rufen nach Behelfsmasken. Und wir können sie liefern“, sagt Prof. Dr. Torsten Steffen, Leiter des Ideenreichs und Mitbegründer der Initiative „Lieblingsladen, bleib bestehen“.  Insgesamt 100 Face-Shields wurden an die Diako und das Franziskus Krankenhaus übergeben. Weitere sollen auf Anfrage gedruckt werden, erläutert Torsten Steffen.

Die Feuerwehr Flensburg hat bereits 50 Behelfsmasken mit insgesamt 2250 Filtereinsätzen erhalten. Die Mitarbeiter*innen des Ideenreichs und ein Fachmann der Feuerwehr haben sich verschiedene Masken-Modelle und deren Eigenschaften angeschaut. „Wir haben die besten Features kombiniert und eine neues Maske kreiert“, sagt Torsten Steffen. Über die Feuerwehr werden die Behelfsmasken weiter verteilt.

Hier geht es zu der Initiative „Lieblingsladen, bleib bestehen“:

https://lieblingsladen-bleib-bestehen.de/

Hintergrund:

Das Ideenreich-Innovationsmotor für den Norden ist Bestandteil des mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Rahmen der Bund-Länder-Förderinitiative „Innovative Hochschule“ geförderten Projektes „Grenzland Innovativ Schleswig-Holstein“.

Flensburger Hafen-Debatte: SPD will Umzug nach Apenrade

Da freuen sich die Investoren und Immobilienspekulanten: Die SPD will das Aus für den Flensburger Wirtschaftshafen – Hafenumschlag soll nach Apenrade verlagert werden

Jetzt ist es soweit!

Die Bürgerinitiative Flensburger Hafen e.V. zum Artikel in der Flensborg Avis vom 03.04.2020:

Die SPD gibt in aller Öffentlichkeit zu, dass sie den Hafenumschlag ins dänische Apenrade verlegen will. Das ist nicht völlig überraschend, zeigt aber erneut, dass die SPD den Wirtschaftshafen offensichtlich loswerden will – irgendwie, und koste es, was es wolle. Denn schon 1999 hat die SPD versucht, den Wirtschaftshafen zu schließen und seither nichts unversucht gelassen, den Hafen in seiner Entwicklung zu behindern. Dann setzte sich die SPD in ihrem Positionspapier 2017 erneut für eine komplette Hafenschließung ein. Publiziert wurde das jedoch nie, wohl aus Angst, die Bürger*Innen zu verschrecken. In einem persönlichen Gespräch mit Mitgliedern unserer Bürgerinitiative stritt Frau OB Lange noch im Frühjahr 2019 ab, dass die Hafenschließung im SPD Positionspapier überhaupt niedergelegt sei. In einem Ratsbeschluss wurde dann – mit den Stimmen der SPD – der Hafenumzug auf die Westseite beschlossen, um den im Hintergrund wartenden Investoren Flächen anbieten zu können. Für viele tausend Euro wurden Studien erstellt und öffentliche Veranstaltungen initiiert, mit dem Ziel, die Bevölkerung mit immer neuen Geschichten in die Irre zu führen – zunächst über eine Hafenverkleinerung und danach über eine Umsiedlung des Wirtschaftshafens auf das Stadtwerkegelände und jetzt – gegen einen bestehenden Ratsbeschluss – die komplette Schließung.

Würde das umgesetzt, so hätte das enorme Konsequenzen:
– Flensburg wäre nach 800 Jahren keine Hafenstadt mehr.
– Flensburg würde einen touristischen Anziehungspunkt und ein Stück seines Gesichts verlieren.
– Die Einnahmen aus der Hafenwirtschaft würden ersatzlos wegfallen (ca. 500 000,- €/Jahr).
– Die Kosten für den Erhalt der Kaianlagen würden unverändert hoch bleiben.
– Die aus Apenrade angelieferten Baustoffe und Düngemittel würden sich erheblich verteuern.
– Die Ökobilanz der Stadt würde sich spürbar verschlechtern.
– Durch die Errichtung einer Hafencity würden die Lebenshaltungskosten steigen.

Auch das Argument der SPD, dass die Waren mit größeren Schiffen nach Apenrade gebracht werden könnten, weil der dortige Hafen mehr Tiefgang zulasse, ist so dumm wie falsch, denn Flensburg braucht kleinere Mengen und es würde sich so nur die Lagerhaltung verteuern. Dass CDU, Grüne und die FDP zurückhaltender agieren, ist wohl eher politisches Kalkül als bessere Erkenntnis.
Egal wie man es auch dreht und wendet. Es gibt nur eine vernünftige Lösung und die lautet: Lasst den Hafen wo er ist, saniert die Gebäude, verzichtet auf „urbanes Wohnen für Betuchte“ und bebaut das Hinterland ohne Fördermittel. Dann sind alle Probleme gelöst.

Da war doch noch ein Punkt: Was passiert mit der Versorgung im Norden Deutschlands, wenn die Grenzen geschlossen werden? So etwas kann ja mal vorkommen!

Mehr zum Thema auch auf der Homepage der Bürgerinitiative Flensburger Hafen e.V. unter: https://flensburg-hafen.de/

Die Position der SPD Flensburg in einem Beitrag auf ihrer Homepage:
Keine Verlagerung an den Westhafen – Apenrade als Hafen der Region
unter: http://www.spd-flensburg.de/2020/04/01/keine-verlagerung-an-den-westhafen-apenrade-als-hafen-der-region/

Stadtwerke Flensburg: Geschäftsführer Maik Render möchte zu anderem Energieversorger wechseln

Flensburg: Der Geschäftsführer der Stadtwerke Flensburg Maik Render will sich einer neuen Aufgabe widmen und als Vorstand zu dem Nürnberger Energieversorger N-Ergie wechseln.

Ein Termin für den Wechsel steht noch nicht fest, da Maik Render noch einen bestehenden Anstellungsvertrag bei den Stadtwerken besitzt, der vorzeitig aufgelöst werden muss. Der Aufsichtsrat muss als entscheidendes Gremium darüber in den kommenden Wochen beraten und eine endgültige Entscheidung treffen über das wann und wie treffen.

Eine erste Sitzung des Gremiums, in der das weitere Vorgehen beraten und beschlossen wird, ist bereits für diese Woche angesetzt.

Schonungslose Kritik am städtischen Beteiligungsverfahren zum Hafenumbau

Kai des Wirtschaftshafens am Ostufer: Städtisches Beteiligungsverfahren zur Zukunft Hafen-Ost und die mögliche Verlagerung an das Westufer im Fokus einer scharfen Kritik von Andrea Eligmann – Foto: Jörg Pepmeyer

Offener Brief von Andrea Eligmann: Bürger*Innenbeteiligung geht anders

Während der Bürgerinformation im Rathaus am 4. März 2020 zum Thema Hafenumbau übte eine Flensburger Neubürgerin fundamentale Kritik am Vorgehen der Stadt und löste damit in den Reihen von Politik und Verwaltung deutlichen Unmut aus. Aus dem Plenum gab es dagegen großen Zuspruch.
Nun hat Andrea Eligmann auf Bitten zahlreicher BürgerInnen in einem umfangreichen Offenen Brief an die Politik und Verwaltung der Stadt Flensburg und die Flensburger Öffentlichkeit ihre methodische und inhaltliche Kritik am Ablauf und der Zielsetzung des Beteiligungsverfahrens ausführlich begründet und dargestellt. Der Brief findet sich ebenso auf der Homepage der Bürgerinitiative Flensburger Hafen e.V.

Zu ihrer Person: Andrea Eligmann hat mehr als 30 Jahre als Sozial- und Marktforscherin gearbeitet, und zwar für zahlreiche große Konzerne und mittelständige Unternehmen der unterschiedlichsten Branchen, für Rundfunkanstalten und Verlage, für Parteien, Öffentliche Einrichtungen, Verbände, Stiftungen und NGO. Ihre fachliche Reputation ist insofern unbestritten.

Außerdem hat sie sich entschlossen, der Bürgerinitiative Flensburger Hafen e.V. beizutreten und deren Bemühungen tatkräftig zu unterstützen.

Ihre wichtigsten Kritikpunkte in der Zusammenfassung:

• Die Eingrenzung der Bürgerbeteiligung auf den Aspekt einer nachhaltigen Quartiersgestaltung (Suffizienz) sei hoch problematisch und habe nicht dem entsprochen, was ein nennenswerter Teil der Bürger*Innen für den relevantesten Aspekt im Zusammenhang mit der Umgestaltung des Wirtschaftshafens erlebt.

• Die Zusammensetzung der Teilnehmer habe zu verfälschten und daher ungültigen Erkenntnissen geführt.

Beteiligungsworkshop Zukunft Hafen-Ost am 18.01.2020  in der Bürgerhalle des Rathauses – Foto: Jörg Pepmeyer

• Eine seriöse Auswertung der Ergebnisse sei auf Grund mangelnder Professionalität beim Umgang mit den eingesetzten Techniken nicht möglich gewesen.

• Es habe eine Beeinflussung der Ergebnisse durch die aktive Teilnahme in Form inhaltlicher Beiträge durch die beteiligten Forscher des NEC / EHSS-Programms gegeben. Damit sei das Postulat der Neutralität verletzt worden.

• Unprofessionelle, unseriöse und wissenschaftlich nicht haltbare Auswertung und Analyse der Ergebnisse der Beteiligungsrunden.

• Selbstdarstellung der Workshop-Organisatoren und -Macher: Diese hätten sich mit ihren Beiträgen zu sehr in den Vordergrund gerückt und die beteiligten Bürger*Innen in ihrem Sinn beeinflusst.

• Die Bürger*Innenbeteiligung 2020 habe keine grundlegend neuen Erkenntnisse gegenüber den Workshop-Ergebnissen von 2016 gebracht.

Unten nun der Offene Brief:

Bürger*Innenbeteiligung geht anders, meine Damen und Herren!

Ein offener Brief an Politik & Verwaltung der Stadt Flensburg, und an alle, denen die Zukunft des Hafen-Ost-Gebietes am Herzen liegt.

Wer am 4. März dieses Jahres bei der Vorstellung der Ergebnisse der Bürgerbeteiligungswerkstatt 2020 zum Thema „Zukunft Hafen Ost – Entwicklung eines nachhaltigen urbanen Quartiers“ dabei war, wird sich an mich erinnern. Und an die Unruhe, die die Kritik ausgelöst hat, welche ich an der thematischen Eingrenzung auf Suffizienz sowie – vor allem – an der wenig professionellen Durchführung des Workshops und an der Handhabung grundsätzlich sehr guter und effizienter qualitativer Forschungsmethoden geübt habe.

Durch die Reaktionen auf meine öffentliche Kritik sowie bei den vielen Gesprächen, die ich nach Ende des offiziellen Teils der Veranstaltungen noch geführt habe, ist mir noch deutlicher geworden, wieviel bei diesem sogenannten BÜRGER*INNEN-Beteiligungsverfahren tatsächlich falsch gelaufen ist und wieviel hier auch aus wissenschaftlicher Sicht als höchst zweifelhaft beurteilt werden muss.

Bevor ich ein wenig mehr ins Detail gehe seien mir zwei Anmerkungen erlaubt:

• die eine zur besseren Einordnung meiner Person und meines fachlichen Hintergrundes

• die andere eine Anmerkung, die mir persönlich sehr am Herzen liegt und die zum besseren Verständnis der Haltung dienen soll, auf deren Basis ich diese Kritik übe.

Ich habe mehr als 30 Jahre als Sozial-und Marktforscherin gearbeitet, und zwar für zahlreiche große Konzerne und mittelständige Unternehmen der unterschiedlichsten Branchen, für Rundfunkanstalten und Verlage, für Parteien, Öffentliche Einrichtungen, Verbände, Stiftungen und NGOs. Und ich glaube, ich darf von mir behaupten, dass ich durchaus weiß, worüber ich spreche.

Ich weiß vor allem, dass qualitative Forschung – wie wir sie auch im Rahmen der hier zu kritisierenden Bürgerbeteiligung gesehen haben – niemals repräsentativ ist.

Durch eine wohldurchdachte und gezielte Zusammenstellung der Teilnehmer und einen professionellen Einsatz von Techniken der Qualitativen Forschung, kann man aber den Haltungen, Werten, Bedürfnissen, Wünschen, Sorgen oder auch Träumen der Gesprächspartner, bzw. der Zielgruppe deutlich näherkommen, als im Rahmen der Bürger*Innenbeteiligung zum Thema „Hafen Ost“ geschehen…. Weiterlesen hier

Mehr zum Thema auch auf der Homepage der Bürgerinitiative Flensburger Hafen e.V. unter: https://flensburg-hafen.de

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