Wahrnehmungsstörungen? Leserbrief von Claus Kühne zum Hotelprojekt am Bahnhofswald

Claus Kühne ist Anwohner der Schleswiger Straße und vom Bauprojekt direkt betroffen

Wahrnehmungsstörungen ?

Wenn eine Planung so verfahren ist, wie die Planungen des Hotels / Parkhauses am Bahnhof, sollte man einmal an den Beginn der Planungen erinnern bzw. dorthin zurückkehren.

In der Beschlussvorlage RV-102/2017 vom 28.6.2017 wird eine Zielsetzung wie folgt begründet:

Zitat: „Die Planung verfolgt das Ziel, den Standort der Hauptpost neu zu entwickeln und wesentliche städtebauliche Impulse für die Entwicklung des Bahnhofsumfeldes anzustoßen. Hierzu sollen Optionen einer Entwicklung von Gewerbe- oder Wohnnutzung mit „kleinteiligem“ Einzelhandel geprüft werden. Weiterhin sollen Entwicklungsmöglichkeiten für die Ansiedlung von Beherbergungsbetrieben mit einer öffentlich zugänglichen „Parkpalette“ geschaffen werden.“  

Eigentlich eine gute Idee, der  sicherlich die meisten Bürger hätten zustimmen könnten.

Nur was wurde aus den Planungen? Aus der angedachten „Parkpalette“ wurde ein überdimensioniertes Parkhaus und aus „kleinteiligem Einzelhandel und Beherbergungsbetrieben“ ein für diese Gegend monströses Hotel und das mitten in einen für die Innenstadt wichtigen, durch das Umweltministerium  anerkannten, Habitatwald.

So ärgerlich es jetzt für die Investoren sein mag, das Technische Rathaus und Parteien hätten rechtzeitig auf die groben Abweichungen von der o.g. Beschlussvorlage RV-102/2017 verweisen müssen; ein Versagen der entsprechenden Gremien!

Vor der letzten bedauerlichen SUPA-Sitzung bekamen die SUPA-Mitglieder ein „mutiges“ Schreiben des Investors „JARA“, in dem zu lesen ist:

Zitat: „Der Zuspruch aus der Bevölkerung, aus Unternehmen, aus Politik, Kultur und Verwaltung der letzten Monate aber insbesondere der letzten Wochen nach ihrer letzten Sitzung geben uns den Optimismus, dass das Gesamtprojekt in Flensburg bei deutlicher Mehrheit eine positive Resonanz findet. Wir fühlen uns deshalb ermutigt und verpflichtet, im Bahnhofsviertel Flensburg und für Flensburg an dieser Stelle ein tolles zukunftsträchtiges und für das Bahnhofsviertel richtungsweisendes Projekt zu errichten.“

Zeigen sich hier Wahrnehmungsstörungen? Die Realität sieht vollkommen gegensätzlich  aus!

Gegen das Projekt haben sich ausgesprochen:

  1. Der Umweltbeirat
  2. Der Gestaltungsbeirat
  3. Der Verschönerungsverein
  4. Alle fünf Umweltverbände
  5. 211 Seiten Einwendungen d.h. von etwa 60 Flensburger Bürgern.

Zudem wurde am 18.2.2020  durch eine Gruppe besorgter Bürger *innen eine

„Bürgerinitiative Bahnhofsviertel Flensburg“ gegründet, mit dem Ziel, sich besonders für das geschützte Grün einzusetzen.

Die o.g. „Wahrnehmungsstörungen“ könnten möglicherweise virulent (ansteckend) sein, denn mehreren Mitgliedern des SUPA scheint der Widerstand der Bürger*ìnnen nicht bekannt zu sein, oder egal.

Claus Kühne

 

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Veröffentlicht am 26. Februar 2020, in Ökologie, Bürgerbeteiligung, Rat & Ausschüsse, Stadtplanung, Veranstaltungstipps. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

  1. Beate Clasen-Liebers

    Hallo Claus,
    ist das nicht wie gehabt? Geld ist Macht!!

    Liken

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