Leserbrief zum Hotelprojekt am Bahnhofswald von Christiane Schmitz-Strempel

Bahnhofswald

Bahnhofswald: Das Flensburger Naturhabitat beherbergt über 140 Jahre alte Bäume und geschützte Fledermäuse und soll für den Bau eines Hotels der Axt zum Opfer fallen.  – Foto: Marco Johns

Auch wenn die Investoren des geplanten Bahnhofshotels und des Parkhauses behaupten, es gäbe eine weitreichende Akzeptanz für ihr Projekt in der Flensburger Bevölkerung. Diese Akzeptanz gibt es nicht!

Von den zuständigen Politikern und den Investoren wird allerdings versucht, den Flensburgern durch falsche Angaben und Schönfärbereien Sand in die Augen zu streuen, damit sie die tatsächlichen Folgen der Zerstörung des Bahnhofwaldes erst begreifen, wenn es zu spät ist. Ratsherr Edgar Möller, Mitglied im zuständigen Ausschuss und Mitglied im Aufsichtsrat des Selbsthilfe Bauvereins sollte mit der Geschossanzahl eines geplanten Gebäudes absolut vertraut sein. Auf dem letzten Stadtteilforum Rude am 19.02.2020, das Herr Möller moderierte, fragte ich ihn, wie viele Stockwerke das Hotel bekommen wird. Seine Antwort kam sehr zögerlich:“Jaa, weiß ich gar nicht so genau; ich glaube, es werden drei Stockwerke.“

Dieses „Nichtwissen“ ist wenig glaubhaft, Herr Möller! Jeder, der sich in die Planungsunterlagen eingearbeitet hat, weiß sehr gut, dass das Hotel sieben Stockwerke haben wird! Ein Politiker, der sich wie Herr Möller seit vielen Jahren mit Bauplanung befasst, weiß das auch genau und hat offensichtlich gute Gründe den Flensburgern die Wahrheit vorzuenthalten.

Auch die Behauptung, es werde ein größerer Teil des Waldes stehenbleiben, ist falsch! Nach ausführlicher Auskunft der unteren Forstbehörde wird kein Stück des Waldes übrigbleiben können, da der gesetzlich vorgeschriebene Mindestabstand zwischen einem Wald und einem Gebäude sonst nicht eingehalten werden kann. Einige wenige große Bäume sollen zunächst (!) stehenbleiben.  Aber: Auch die Bäume, die übrigbleiben, werden allein durch den Einsatz der großen Baumaschinen in ihrem Bestand gefährdet und wahrscheinlich so stark beschädigt, dass sie ebenfalls gefällt werden müssen.

Den Fledermäusen, den Vögeln, den Insekten, allen Bewohnern des Bahnhofswaldes wird die Lebensgrundlage komplett entzogen. Und was bleibt übrig?: Ein zerstörtes Biotop eingerahmt von einer winzigen Heckenanpflanzung und daneben ein dunkelbrauner, riesengroßer Betonklotz Hässlichkeit: das Intercity Hotel Flensburg samt Parkhaus.

Christiane Schmitz-Strempel

Bürgerinitiative Bahnhofsviertel

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Veröffentlicht am 24. Februar 2020 in Ökologie, Bahnhofswald, Bahnhofswald Flensburg, Bürgerbeteiligung, Daten und Zahlen, Flensburg News, Stadtplanung, Wirtschaft und mit getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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