Flensburg verliert beim Stromverbrauch eine kleine Stadt

Flensburg: Der Stromverbrauch Flensburgs ist in den letzten 10 Jahren um rund 14% gesunken. Laut einer Statistik der Stadtwerke lag er im Jahr 2009 noch bei 436 Gigawattstunden (GWh), zehn Jahre später in 2019 waren es noch 374 GWh. Hauptgrund sind die gesunkenen Verbräuche im Gewerbe- und Industriekundenbereich.

Der Rückgang des Verbrauchs von 62 Millionen Kilowattstunden entspricht, umgerechnet auf den durchschnittlichen Verbrauch von drei-Personen-Haushalten, einer kleinen Stadt mit 12.000 Einwohnern. Am stärksten ging der Stromverbrauch in Flensburg von 2009 bis 2014 zurück, hier fehlen allein mehr als 11%.

Für die Flensburger Verbrauchsreduktion ist vorrangig ein deutlich geringerer Absatz an gewerbliche und Industriekunden verantwortlich. Hier spiegelt sich die Schließung einiger Betriebe in Flensburg auch im Stromverbrauch wider.

Die Stadtwerke haben sich zum Ausgleich rechtzeitig neue Geschäftsfelder erschlossen. Der Flensburger Energieversorger vertreibt seinen Strom schon seit Liberalisierung des Strommarktes 1998 bundesweit an Privat- und Geschäftskunden. Außerhalb Flensburgs werden inzwischen mehr als 180.000 Haushalte mit Strom versorgt, der Absatz der Flensburg Energieversorgers ist insgesamt deutlich gestiegen, er liegt inzwischen bei dem Vierfachen des Flensburger Verbrauchs. Zusätzlich zu diesem Geschäftsfeld haben die Stadtwerke seit 2016 mit dem bundesweiten Erdgasvertrieb und mit dem Einstieg in das Telekommunikationsgeschäft in Flensburg weitere Felder erschlossen.

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Veröffentlicht am 17. Februar 2020, in Ökologie, Daten und Zahlen, Stadtwerke, Stadtwerke Flensburg, Wirtschaft. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

  1. Freund der Energiewende

    Schade, dass es bei den 100% bürger*innen-eigenen Stadtwerken offensichtlich nur um Gewinne geht und nicht um den Bedarf.

    Statt in erneuerbare Energien zu investieren – bei denen die ach so „grünen“ Stadtwerke weit unter dem Bundesdurchschnitt liegen, wird nun ein weiterer Kessel gebaut, der bis auf lange Sicht mit klimaschädlichem Erdgas fragwürdiger Herkunft betrieben werden soll.

    Diese Gaskessel produzieren doppelt soviel Strom (bei gleicher Wärme) im Vergleich zu den bestehenden Kohlekesseln – obwohl Flensburg, wie der Artikel darlegt, von ersterem immer weniger braucht.

    Liken

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