Vorsicht, Abzocke: Mahnungen von Proex Inkasso

Briefe von einer Proex Inkasso GmbH verunsichern zurzeit viele Schleswig-Holsteiner*innen. Der Absender fordert mehrere hundert Euro und beruft sich dabei auf einen angeblichen Dienstleistungsvertrag mit Anbietern von Gewinnspielen. Offenbar steckt dahinter ein Betrugsversuch. Betroffene können die Forderungen ignorieren.

Die angeschriebenen Verbraucher sollen sich angeblich telefonisch bei „Top 100 Gewinnspiele / Eurojackpot 49“ angemeldet haben. „Sie haben der kostenpflichtigen Dienstleistung mit Ihren persönlichen Daten zugestimmt und den Betrag für die Dienstleistung unseres Mandanten bis heute nicht beglichen“, heißt es in dem Brief. Aufgeführt sind Forderungsposten und Mahnkosten, die sich auf mehrere hundert Euro belaufen. Die Empfänger werden aufgefordert, den Betrag auf ein Konto mit einer französischen IBAN zu überweisen. Als Absender des Schreibens ist „Dr. Michael Kunt, Rechtsanwalt“, angegeben.

Typische Inkasso-Abzocke

„Offenbar ist das ein typischer Fall von Inkasso-Abzocke, wie wir ihn leider regelmäßig erleben“, sagt Dr. Boris Wita, Referent für Verbraucherrecht bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. „Die Proex Inkasso GmbH ist nicht beim Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen gelistet.“ Außerdem deuten die Kontoverbindung im Ausland sowie viele Rechtschreibfehler in dem Schreiben darauf hin, dass keine berechtigte Forderung dahinter steckt.

Zahlungsaufforderungen kostenlos online prüfen

Solche Zahlungsaufforderungen setzen die Empfänger oft unter enormen Druck. Häufig wird dabei mit Gerichtsverfahren, Lohn- und Gehaltspfändung oder sonstiger Zwangsvollstreckung gedroht. In dem Schreiben der Proex Inkasso heißt es: „Ihr Konto wird in Kürze gesperrt. Sie haben dann keine Zugriffsmöglichkeit mehr.“ Viele Menschen fühlen sich durch solche Methoden zur Zahlung genötigt, ohne sicher zu sein, ob die Forderung berechtigt ist. Mit dem Inkasso-Check der Verbraucherzentrale können Betroffene ihre Inkassoforderung kostenlos online überprüfen. Sie erfahren, ob sie zahlen müssen und ob die volle Höhe der Kosten fällig ist. Zum Service gehört eine rechtliche Ersteinschätzung und bei Bedarf ein Musterbrief, um der Forderung zu widersprechen.

Übertriebene Forderungen und illegale Methoden

In der Inkassobranche gibt es viele unseriöse Anbieter, die übertriebene Forderungen stellen und illegale Methoden anwenden. Eine Untersuchung der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein zeigt die Gründe für die Missstände auf. „In Deutschland gibt es keine wirksame Aufsicht über Inkassounternehmen. Außerdem fehlt es an staatlich kontrollierten Kosten- und Verhaltensregeln für die Anbieter“, so der Jurist. Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein setzt sich für die Einführung einer zentralen Inkasso-Aufsicht ein, um Verbraucher vor Abzocke-Methoden zu schützen.

Ansprechpartner für Betroffene

Wer Fragen zu einer Zahlungsaufforderung hat oder Unterstützung benötigt, kann sich an die Beratungsstellen der Verbraucherzentrale wenden. Sie nehmen Beschwerden auf, sammeln Fälle und unterstützen Verbraucher mit Informationen, Musterbriefen und persönlicher Beratung.

 

Über akopol

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Veröffentlicht am 19. Dezember 2019, in Flensburg News. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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